ich habe eine tier-, bzw. hundetelepathische Begabung. Ich mein, ich rede ja ständig mit Tieren - mit Vögeln, Spinnen, Wespen, Katzen und was mir sonst noch so über den Weg läuft, in der Regel nicht unbedingt laut, sondern innerlich. Allerdings bin ich bisher nicht davon ausgegangen, daß die mich verstehen. Heute wieder ein Hund im Bus (seltsamerweise treffe ich in letzter Zeit nur noch weiße und silbergraue), lang im Mittelgang hingestreckt, so daß ich über ihn hinweg steigen mußte, da er auf Frauchens Gezerre gar nicht reagierte. Ein paar Sitze entfernt beobachtete ich ihn amüsiert und begann mich mit ihm zu unterhalten, still natürlich und in etwa so: "Hast ja recht, warum soll man sich auch untern Sitz quetschen, wenn der ganze Gang leer ist. Und so einen kleinen Schritt übern Schwanz werden die Zweibeiner ja noch hinbekommen. Ganz schön wacklig der Bus, nicht wahr? Gar nicht so einfach, das Gleichgewicht zu halten...usw. usf." Der Hund änderte seine Sitzhaltung und schaute nicht mehr Richtung Frauchen, sondern in meine, und robbte während meines Plapperns immer näher heran, Frauchen mit dem Rücken zu uns. Kurz vor meiner Ausstiegshaltestelle plapperte ich ganz spontan und absichtslos in Gedanken weiter: "Kommst du mit? Steigen wir jetzt aus? Na komm, steig mit mir aus!" Hund erhob sich und setzte sich in Hab-acht-Stellung, Blick zur Tür gerichtet. Und dann, Bus war im Abbremsen und ich wollte mich gerade aus dem Sitz schrauben, sprintet er zur Tür, von der Leine allerdings zurückgehalten. Frauchen sieht sich verwundert um, anscheinend hat sie erst jetzt mitbekommen, daß er auch noch da ist, und ist glücklicherweise stärker. Hund kommt trotz energischem Ziehen nicht bis zur Tür. Also bleibt nur noch 'Auf Wiedersehen!' zu sagen. Peinlich! Das nächste Mal, wenn ich einen Hund treffe, sollte ich besser die Klappe halten, auch die in meinem Dachstübchen....
irrte heute abend panisch vor der Haustür hin und her und flog mir fast gegen die Schläfe. Zumindest nehme ich an, daß es eine Fledermaus war, denn das Tier war viel zu schnell, um wirklich zu erkennen, was es gewesen ist. Und da wir gerade bei Tierbegegnungen sind - ein Hund im Bus sah aus, als könne er mit seinen Ohren fliegen oder zumindest das Gleichgewicht halten. Echt.
Man glaubt, Heidelberg - mit seiner Umgebung - bei Tage sei das Höchstmögliche an Schönheit; aber wenn man Heidelberg bei Nacht sieht, eine herabgestürzte Milchstraße, an deren Rand jenes glitzernde Sternbild der Eisenbahn geheftet ist, dann braucht man Zeit, um sich das Urteil noch einmal zu überlegen.
(aus "Bummel durch Europa" von Mark Twain)
"Gebetstraum" statt "Gebetsraum"
"opulenter Mist" statt "opulenter Mix" -
ich hoffe, das ist keine Vorahnung zum anvisierten Film
gerade fest, besser gesagt, gestehe es mir ein, daß ich mich von meiner gigantisch angewachsenen Blogleserolle vollkommen überfordert fühle. *zutiefst zerknirscht*
die Disco meiner Nachbarn scheint täglich pünktlch um 20 Uhr zu beginnen und generell erst früh um 6 Uhr zu enden. Ich würde ja gerne meine Arbeitszeiten entsprechend verlegen. Und ich frage mich, wie das die Leute unter denen aushalten. Wenn die Vibrationen in die Decke gehen, muß das noch viel schlimmer sein als bei mir. Ab nächstes Jahr kein Baulärm mehr und ab übernächstes kein Fluglärm, aber wohl zu früh gefreut - manche Leute scheinen es ohne Lärm einfach nicht auszuhalten.
Wer die Welt beherrscht, weiß aus täglicher Erfahrung, daß es in ihr nicht mit rechten Dingen zugeht, daß die Verquickungen der Geschehnisse nicht von ihm abhängen, daß er ein Spielball geheimer Kräfte und Gegenkräfte ist, die nach Anbetung und Opfer verlangen und immer wieder verlockt oder ausgesöhnt werden müssen. Ob die Kugel eines Attentäters trifft oder nicht, das hängt weniger von der Ballistik ab als von jenen Mächten, mögen sie ein dreieiniger Gott sein oder der Wille der Gestirne. Nur ein Herrscher erlebt es, wie sehr er außerhalb des erkannten Naturgesetzes steht, das heißt, inmitten des Wunders. Darum ist der Glaube der Könige und der Gewaltigen seit eh und je der Aberglaube...
(aus "Das Lied von Bernadette" von Franz Werfel)
ist man den ersten Tag auf Arbeit, ist schon wieder ein Klient tot. Es ist merkwürdig, was dieser Job oft für Gefühle in mir auslöst. Manchmal denke ich, daß ich nur haarscharf daran vorbeigeschrammt bin, selbst vor dem Schreibtisch und nicht hinter ihm zu sitzen. Eine winzigste Abweichung der gelebten Vergangenheit, eine Microverkrümmung nur, und ich lebte heute auf der anderen Seite. Ab und zu kommt es mir sogar vor, als würde ich auf die andere Seite gehören und nur ein unglaublich paradoxer und aberwitziger Zufall hätte mich stattdessen in die Position hinter den Schreibtisch geführt.
die Schlafposition beeinflußt auch die New Yorker Börse.
Das Zimmerchen, das Bernadette bewohnt, ist kahl, winzig, weiß getüncht, geht aber auf den Garten hinaus. Sie kann, wie sie es liebt, halbe Stunden lang am Fenster sitzen und völlig sinnverloren auf die Baumkronen starren. Dann und wann wird sie bei diesem gedankenvoll gedankenlosen Müßiggang überrascht, der für einfältige Beobachter unverständlich und daher aufreizend ist. Ein leerer Kopf hält's nämlich nicht aus, wenn er nicht jederzeit alle Hände voll zu tun hat.
(aus "Das Lied von Bernadette" von Franz Werfel)
Am frühen Morgen auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich bin früher dorthin unterwegs als eigentlich nötig. Im Krankenhaus muß ich in einem großen Raum mit mehreren Liegen warten. Nur eine sehr junge Schwester schaut vorbei. Nach einiger Zeit betritt eine freundliche, aber auch energische und witzige Ärztin den Raum. Die trägt braune, glatt herunterfallende halblange Haare und Ohrringe. Hinter einer Theke in einer Ecke des Raumes hat sie ihren Platz. Sie erklärt mir, daß noch einmal zur Sicherheit eine Blutuntersuchung durchgeführt werden müsse und ich zwölf Stunden zur Beobachtung da bleiben solle. Ich bin ziemlich unbesorgt und sehr überzeugt, daß es nicht wirklich etwas zu finden gibt, aber ok, wenn sie meint, daß es besser ist. Es geht wohl um die Venen und ein Gerinnsel, doch statt mir Blut abzunehmen, klebt sie mir jetzt eine Elektrode an das rechte Bein. Daß es das rechte ist, irritiert mich im Traum, den ich bin zu diesem Zeitpunkt, warum auch immer, felsenfest davon überzeugt, daß es das linke sein müßte, sage aber nichts. Irgendwann verläßt die Ärztin das Zimmer und ich bleibe zurück. Es ist langweilig zu warten, ohne groß nachzudenken gehe ich zur Tür und strebe unbewußt dem Ausgang des Krankenhauses zu, vorbei an Krankenzimmern, in die ich einen Blick erhaschen kann. Patienten in den typischen Krankenhauskitteln sitzen dort herum. Kurz vor dem Ausgang kommt mir die junge Schwester von der linken Seite entgegen. Wenn ich jetzt hinaus gehe, ist sie sicher sauer, also gehe ich stattdessen in ihre Richtung, weil ich hinter ihr eine Tür mit den Toilettenmännchen gesehen habe. So denkt sie nur, daß ich die Toiletten suche. Allerdings muß ich feststellen, daß diese Toilette ausschließlich für Personal ist und trotte erneut mit der Schwester in den Untersuchungsraum. Irgendwann ist die Ärztin wieder da und ich bekomme eine Tanztherapie, das heißt, ich stehe im Kopfhörern vor einer Wand und soll ganz locker drauf los tanzen. Es wird ein bekannter Popsong gespielt. Ich komme ich mir etwas blöd vor, allein vor der Wand herumzutanzen, während andere zugucken, weshalb meine Bewegungen anfangs wohl eher ungelenk sind, ehe ich in die Situation hereinfinde. Dann ist mein Bruder da. Er hatte auch eine Untersuchung oder ähnliches im Krankenhaus, könnte aber jetzt wieder nach Hause gehen. Ich dagegen muß noch genau zwölf Stunden hier bleiben. Ich wünschte mir, mein Bruder bliebe bei mir in dieser Zeit. Ohne daß ich es gesagt habe, erklärt mein Bruder von sich aus, daß er mit mir die zwölf Stunden wartet. Mein Blick fällt aus dem Fenster des Untersuchungszimmers. Ich mache den Vorschlag, daß man ja zwischendurch mal ein wenig raus und spazierengehen könne. Dagegen dürfte von den Schwestern kaum etwas einzuwenden sein und schließlich kennen wir diese Gegend noch nicht.
Das Göttliche ergreift das ganze Wesen dessen, den es begnadet. Das Dämonische will es sich leicht machen und wählt daher unsre Talente, um sich einen Eingang zu bahnen. Die krankhafte Eitelkeit aller Talentierten hat darin ihren Ursprung.
(aus "Das Lied von Bernadette" von Franz Werfel)
einige Berufe, die ich in diesem Leben noch gerne lernen würde (nur lernen - nicht darin arbeiten), die da wären: Tischler, Fotolaborant und Gebäudereiniger.
Twittereis, ein Eis wie ein Kuß, der eifersüchtig macht: Schäumig geeistes Zitronen- und Erdbeersorbet in Schichten getwirlt mit cremigem Milcheis, und das alles in einer rohrförmigen langen Eiswaffel. Wow, ist das lecker!
In der elterlichen Dienstwohnung des Pfarrhauses. Aus irgendeinem Grund fallen mir ständig Bunt- und Bleistifte aus dem Fenster. Einer ist aus dem Kinderzimmerfenster gefallen, und der andere wurde gerade durch einen Luftzug aus dem Küchenfenster geweht. Dann werde ich mal schnell schauen gehen, ob ich die Stifte unten wieder aufsammeln kann. Einen der Stifte finde ich auf dem vergittertem Vorsprung unter dem Küchenfenster, der andere liegt auf den Pflastersteinen. Aber ich finde noch viel mehr. Überall sehe ich Sachen von mir herumstehen. Die Nische unter dem Balkon, wo normalerweise Bretter lagen, ist nun ein Regal. Auch im vergitterten Vorsprung ist ein Regal, und sogar seitlich vom kleinen Vorgarten sind Regale. Und alles voll mit meinen Sachen. Je mehr ich schaue, um so mehr entdecke ich. Mein Gott, ich muß das Zeug schnellstens nach oben schaffen. Wir wohnen doch nicht mehr lange hier und sonst vergesse ich es vielleicht. Ich beginne damit, daß ich alles in die Hofmitte herausstelle - Bücherstapel, Plastikeimer und -wannen, Gläser, Halbedelsteine, Spielwürfel, Plakate. Hoffentlich gehört das wirklich alles mir. Nicht daß der Hausmeister dort auch Sachen abgestellt hat und ich die mitnehme. Aber M., der Enkel des Hausmeisters und mein Spielfreund, ist mit dabei und wird schon merken, wenn sich etwas falsches unter die Dinge geschmuggelt hat. Der gesamte Hof ist nun vollgestellt. Es sieht aus wie bei einem Umzug. Hilfe, wie kriege ich das jetzt alles nach oben? Zum Glück helfen mir M. und noch eine zweite Person (S.?). M. ist bereits mit einem Arm voller Zeug ins Haus gegangen. Ich schnappe mir einen hohen Turm aus Plastikschüsseln und -eimern. Im Haus erreiche ich seltsamerweise sofort das Dachgeschoß. Ich wundere mich darüber, daß hier alles so fremd und neu aussieht. Kein Dachboden, wie ich es erwartet habe und kenne, sondern saubere kleine Zimmer und Wohnungen, die wahrscheinlich sogar bewohnt werden. Doch wo die Sachen lassen? Irgendwo müßte der Eingang zu einer Dachkammer sein. Die Zimmerfluchten und Türen sind wie ein kleines Labyrinth. Eines der Durchgangszimmer dient wohl neuerdings als Antiquariat und ich entdecke eines meiner Bücher, mit einem Zettel, auf welchem groß "Susi" steht. Ahh, dann hat M. die ganzen Sachen also schon in die Zimmerchen verteilt, sortiert und ggf. zum Verkauf freigegeben, nicht ohne mit Zetteln zu vermerken, daß es sich um meinen Besitz handelt. Aber im Antiquariat kann ich keine Plastikschüsseln lassen. Suchend irre ich weiter umher, um die richtige Stelle zum Deponieren der Plastikteile zu finden.
Schlafen. Ich erwache im Wäschegarten der Kindheit unter einem Baum. Nanu? Was mache ich denn hier? Habe ich draußen geschlafen? Ok, im Sommer schlafe ich immer draußen unter einem Baum, es gibt nichts besseres, aber inzwischen ist es doch um dieses Jahreszeit ein wenig kühl. Die Bäume sind bereits kahl, es ist Herbst. Ich kann mich auch gar nicht erinnern, wie ich hierher gekommen bin. Mein Blick fällt auf einen kleineren Baum in der Ecke des Gartens. Einer der großen Äste ist faul und morsch, hängt gefährlich nach unten. Jemand sollte ihn entfernen, bevor er abbricht und jemanden verletzt. Ich erhebe mich und gehe ins Haus, damit ich mir keine Erkältung hole.
Wenig später stehe ich in einem anderen Hof und wundere mich, daß das Haus neben mir zwar drei Etagen hat, aber so niedrig ist. Allein die Fenster der zweiten Etage sind nur wenig höher als ich es bin. Das würde ja bedeuten, daß man sich in der ersten Etage ducken muß und gar nicht aufrecht stehen kann. Dann bemerke ich eine vergitterte Eingangstür, hinter der eine Treppe zu erkennen ist. Aha, also wohnt man nur in der zweiten Etage, die erste wird übersprungen. Vielleicht ist das eine Art Keller. Ich betrete die Wohnung und treffe dort eine mir im Traum bekannte junge Frau mit aufgestecktem Haar. Sie hat mich eingeladen, die Wohnung zu besichtigen, da sie ausziehen wird. Darüber wundere ich mich etwas, aber sie erklärt mir, daß sie eine Million Euro gewonnen hätte und sich nun eine größere Wohnung leisten könne. Diese hier aber sei auch nicht zu verachten und eine glückliche Gelegenheit. Ah! Ein wenig nagt der Neid an mir, als sie von der Million erzählt, aber nun gut, hat ja keinen Sinn, lange über solche Dinge nachzugrübeln. Stattdessen schau ich lieber, ob mir die Wohnung gefällt. Die Wohnung selbst ist zwar klein, geht aber nahtlos in zwei riesige Frühstücksräume über, die von allen Bewohnern des Hauses gemeinsam benutzt werden. Anscheinend ist es hier üblich, daß alle zusammen in diesen Räumen die Mahlzeiten einnehmen. Der erste Raum ist fast voll besetzt mit älteren Nachbarn, die angeregt miteinander an Tischen plaudern. Von ihm geht eine Tür in das zweite Zimmer ab, in welchem sich sehr viele jüngere Bewohner aufhalten. Diese stehen wie bei einer zwanglosen Veranstaltung, und scheinen hier gemeinsam "abzuhängen" und ihre Zeit zu verbringen. Ich merke enttäuscht, daß diese Wohnung wohl nichts für mich sein wird. Sicherlich würde diese ständige Gemeinschaft mit den Nachbarn einigen Leuten gut gefallen, aber ich kenne mich und weiß, daß ich nicht dauernd mit anderen zusammen sein möchte. Ich ziehe mich gerne zurück und suche die Ruhe. Diese Gemeinschaft ist zwar sicher kein Zwang, würde ich mich aber immer zurückziehen und in den Gemeinschaftsräumen nicht anwesend sein, würde man über mich reden und wahrscheinlich würde ich bald zum Außenseiter werden. Fraglich, ob ich mich dann noch in der Wohnung wohl fühlen würde. Von den Gemeinschaftsräumen gerate ich zufällig in eine andere kleine Wohnung, in der sich eine jüngere blonde Frau und eine sehr alte grauhaarige aufhalten. Beide begrüßen mich freundlich und wir kommen ins Gespräch. Die alte Frau hält ein vollgekritzeltes Tagebuch auf den Knien und läßt eine Bemerkung darüber fallen, daß sie einmal Fliegerin war. Mein Interesse ist mit einem Schlag geweckt. Was muß sie für ein spannendes Leben gehabt haben! Ich hätte jetzt Lust, mir von ihr aus ihrem Leben erzählen zu lassen. Außerdem fühle ich mich bei den beiden sehr wohl. Die hätte ich gerne als Nachbarn und sie scheinen sich ja selbst auch eher von der "Massengemeinschaft" etwas fern zu halten. Um nicht aufdringlich zu wirken, beginne ich vorsichtig: "Eine Fliegerin! Da müssen Sie eine Menge erlebt haben!" Die Augen der Alten beginnen zu leuchten, ein letztes Aufleuchten der Vergangenheit, und freudig setzt sie an, mir ihre Geschichte zu erzählen, als die junge Frau unterbricht. "Ach nee, bitte nicht." Anscheinend hat sie die Geschichte schon zu Genüge gehört und die Greisin verstummt sofort. Schade! Ich hätte ihre Geschichte wirklich gerne erfahren.
Die verstorbene Freundin meiner Mutter ist zu Besuch in der alten elterlichen Wohnung. Da sie mir zum Geburtstag ein Geschenk hinterlassen hat, gehe ich zu ihr und spreche sie an, um mich zu bedanken. Sie möchte wissen, was sie mir geschenkt hat, anscheinend hat sie es bereits vergessen. Ich zeige ihr zwei kleine Handtäschen. Das eine ist leer, im anderen sind interessante Kindheitsfotos von mir.
Jetzt befinde ich mich im Wohnzimmer und stelle fest, daß meine Mutter dort schon einen vollständig geschmückten Weihnachtsbaum zu stehen hat. Ich bin überrascht - ist das nicht ein bißchen früh? Außerdem fällt mir auf, daß der Baum nicht besonders frisch und schön aussieht. Bis Weihnachten hält der nicht mehr durch. Die Nadeln scheinen jetzt bereits sehr trocken zu sein und in den Zweigen klaffen größere Lücken. Auf der Spitze trägt der Baum eine perlmuttweiß schimmernde Kugel, die an eine Gartenkugel erinnert. Beim weiteren Betrachten des Baumes scheint er sich in eine weißgekleidete Jungfrau zu verwandeln. Ich stelle fest, daß immer, wenn ich den Baum lange anstarre, dieses passiert. Das muß so eine Art Krankheit sein. Merkwürdig.
Bemerkung: Im gestrigen Traum kam ebenfalls ein Weihnachtsbaum im Büro vor. Ich hoffe, ich träume jetzt bis Weihnachten nicht ständig von Weihnachtsbäumen. Im Bett las ich gestern in Werfels Lied von Bernadette und muß mitten bei der dritten Erscheinung der Jungfrau eingeschlafen sein, aber so, daß ich noch das Licht gelöscht und das Buch beiseite gelegt habe, ohne mich daran erinnern zu können.