Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

Mittwoch, 7. Juli 2010

Ich habe zwar keine Vuvuzela,

aber ein paar Kochtopfdeckel. Wenn ich die, wie beim letzten Spiel die Leute unter mir, aus dem Fenster halte und kräftig zusammenschlage.....aber gut, bevor ich gelyncht werde, lasse ich es. Hätte trotzdem gerade Lust auf Rache.

Super, alle heulen und nur ich bin gut drauf - das sind die Sahnestunden des Lebens.

Ha! *jubel* *trööööt*

Spanien, ick liebe dir!

PS: Ihr dürft mich jetzt auch ruhig entfolgen.

Tut mir leid,

aber ich bin heute für Spanien. Ich würde es mir ja anders überlegen, wenn sich die Knallköpfe von Fußballfans auch mal ohne Knaller und Raketen freuen könnten. Aber so bin ich immer für das Land, das weiter entfernt von mir ist. Einfache Gleichung - von den Knallern in Spanien werde ich nicht taub. Und ich werde mich wirklich anstrengen, beim Daumendrücken. Doch bei dem Glück, das ich zur Zeit habe, besteht keine große Gefahr, daß ich damit etwas ausrichte. Witzig finde ich im übrigen, daß die Politiker ihre Gesundheitsreform dieses Jahr wieder während der Fußball-WM verhandeln, wie schon während des legendären "Sommermärchens" diese elendige Förderalismusreform, die damals ebenfalls während der WM beschlossen wurde. Die wissen schon, wie es funktioniert - gebt dem Volk Brot und Spiele und keiner von den vorübergehend gehirnentgleisten Bürgern wird sich mehr um irgendetwas scheren. Und Jammern hilft nicht viel, wenn das Gesetz erst durch ist. Schade, daß es tatsächlich so einfach ist.



Deutlich verändert wird der Zusatzbeitrag: Schon jetzt können ihn die Kassen als eine Art Notopfer erheben - bis zu einem Prozent des Einkommens der Mitglieder (maximal 37,50 Euro pro Monat). Künftig wird der Zusatzbeitrag aber das alleinige Element zur Finanzierung aller Ausgabensteigerungen. Und er wird nur noch "in Euro und Cent" erhoben, wie Rösler es sagte - also nicht mehr als Prozentsatz vom Bruttoeinkommen. Das heißt: Der Zusatzbeitrag wird sich in eine Zusatzprämie verwandeln. Wahrscheinlich wird diese in den ersten Jahren nur bei 10 bis 20 Euro im Monat liegen, so dass sich Mittel- und Gutverdiener im neuen System besser stellen als heute.

Weil gleichzeitig die Geringverdiener nicht überlastet werden sollen, will die Bundesregierung einen Sozialausgleich etablieren. Dieser wiederum soll aus Steuermitteln bezahlt werden. Rösler rechnet damit, dass er für den Sozialausgleich 2014 rund eine Milliarde Euro braucht. Und dass sich der Finanzbedarf anschließend um einen höheren dreisteilligen Millionenbetrag pro Jahr erhöht. Nähere Zahlen nannte er allerdings zunächst nicht.

Eine Beispielrechnung verdeutlicht, wie das Verfahren im Einzelnen funktionieren soll: Angenommen, das Defizit der Krankenkassen würde 2012 zwölf Milliarden Euro betragen. Dann würde eine Behörde zunächst berechnen, wie viel jeder der rund 50 Millionen Beitragszahler über eine Zusatzprämie theoretisch im Monat zur Schließung des Finanzlochs beitragen müsste: 240 Euro pro Jahr oder 20 Euro im Monat.

Diese rechnerische Zusatzprämie ist so etwas wie der neue Referenzwert in Röslers Gesundheitswelt. Wer etwa 800 Euro Rente bezieht, muss maximal zwei Prozent davon als Prämie zahlen, also 16 Euro. Liegt die Mini-Kopfpauschale der eigenen Kasse aber bei 25 Euro, bekommt der Rentner nur die vier Euro als Sozialausgleich erstattet, die zwischen 16 (Zwei-Prozent-Regel) und 20 Euro (Rechnerische Prämie) liegen. Die verbliebenen fünf Euro müsste er aus eigener Tasche zahlen.


Ich denke dabei nicht einmal an die Frechheit, die Profitspanne der Pharmakonzerne auf Kosten der Mittel- und Unterschicht ständig zu vergrößern, ich denke auch an die Kosten, die solch ein Verwaltungsaufwand mit sich bringt. Das kommt für den Steuerzahler sozusagen als Sahnehäubchen oben drauf. Inzwischen habe ich schon so viele Reformen hinter mir, davon jede Menge Gesundheitsreformen, daß ich bereits weiß, wie es läuft: In den Monaten nach der Reform kommen erst die positiven Meldungen in der Form, daß die Krankenkassen so und so viele Mehreinnahmen hatten, alles super ist, die Reform erfolgreich, und damit ja eventuell etwas davon wieder dem Krankenkassenmitglied künftig zugute kommt. Nochmal einige Monate später sind die Krankenkassen auf einmal erneut ganz arm dran und pfeifen auf dem letzten Loch. Es war immer so und wird auch immer so bleiben. Diese Positivmeldungen sind nur Volksverdummung, damit keiner merkt, daß es eigentlich keine wirklichen Reformen gibt.

Es gibt gewisse Stichworte,

die, sobald sie in einem Klappentext oder einer Filmbeschreibung Erwähnung finden, mein Interesse am entsprechenden Buch oder Film sofort um den Nullpunkt herum herunterkühlen, bzw. zumindest drastisch erlahmen lassen. Diese wären: "Liebe", "Dinosaurier" in allen Abarten, "Vampire", "Fantasy" und "Sex". Muß wohl an einer chronischen Übersättigung liegen.

Dienstag, 6. Juli 2010

Welten(w)ende

Der Ritter der Ratten sammelt sein Heer
auf unschuldigen Grenzgründen, lautlos,
den Schein heiliger Tücke in Herrlichkeit tragend,
gefangen im Tempelschrein die modernde Moral.
Das Böse wird stärker, gemordet der Schwan,
zerrissen das Weiß, verwundet die Nacht,
aus der blutig quillt der Mond, der Blender.
Das Glück im Klee ist verkümmert,
der Sommer verströmt die Glut der Kelche,
verzehrendes Feuer, die Hitze wird stärker.
Ich presse die Hände auf meine Ohren
und schreie, das Getöse zu übertönen
des tauben Menschheitsgebimmels.
Schneller intervallen die Intervalle,
das Universum singt in den lärmerfüllten
Raum hinein, lauter rebelliert das Leben -
am Himmel ein wandelnder Schmetterlingsstern.

Traumsplitter

Einen Bananenstrauß bekam ich im Traum wie einen Blumenstrauß überreicht - mehrere Bananen, deren geradere Seite stielartig zusammengebunden ist, während die krummeren Seiten sich wie ein Kelch auffächern. Außerdem unreife grüne Holunderbeeren.

Mehr Bananen essen? Grüne Holunderbeeren sicher nicht, die sind giftig.

Gefährlicher Tag heute,

zumindest für die nackten Zehen meiner Chefin, welche ich mit meinem Bürostuhl überrollte, natürlich ohne Absicht. Herr N. setzt aber immer noch einen drauf - Stunden später ist er zu ihr gegangen, um sich nach dem Zeh zu erkundigen und meinte dann zu mir, sie könne sich nicht einmal mehr erinnern. Er sei deshalb enttäuscht von mir, das sei eine schwache Leistung, ich hätte noch so lange drüberrollen müssen, bis eine Blutspur zu sehen ist....

In der Sprechstunde war heute jemand, dessen 77jährige Mutter, bei der er gewohnt hat, plötzlich gestorben ist, und der nun aus der Wohnung raus muß. Da es etwas Kuddelmuddel gab und wir auf Unterlagen aus dem anderen Haus warteten, erzählte er die ganze Story mit seiner Mutter und Herr N. war sehr interessiert. Ich kann sowas ja nicht mehr hören, ohne daß mir schlecht wird. Noch so ein Drama könnte ich zur Zeit nicht gebrauchen. Aber wann ist schon der richtige Zeitpunkt dafür? Immerhin dauerte es bei ihr nur einen Tag und nicht drei Jahre. Mir gehen so viele Gedanken durch den Kopf, die ich manchmal besser nicht denken möchte. Und das Blog nervt mich irgendwie. Also nicht das Blog an sich, sondern das, was ich hier schreibe. Krankheiten, Todesfälle und Ratten. Einfach nur Spaß haben, jene Parole, die man ständig zu hören bekommt und der man sich gerne anschließen würde, gestaltet sich unter diesen Bedingungen schwierig.

Montag, 5. Juli 2010

Traumsplitter

In einer Art Kapelle, ganz vorne steht ein junger katholischer Priester, der auf dem Kopf ein Kruzifix und darauf eine brennende Kerze balanciert. Vielleicht sind auch noch andere Gegenstände dazwischen. Die Idee für den Aufbau war wohl von mir, allerdings weiß ich nicht mehr, welchem Zweck die Aktion dienen sollte. Der Priester muß mit dem Kopf hin und her, nach links und rechts schwanken, um Kruzifix und Kerze aufrecht zu halten. Eine ziemlich wackelige Angelegenheit, die irgendwann doch herunterfällt, wobei sich das Wachs der Kerze auf den Teppich ergießt. Ach herrjeh, denke ich, Wachs auf Teppich geht doch nie mehr raus. Hilfesuchend wende ich mich zum Priester um, der sich jedoch jetzt auf die Seite der in der Kapelle Sitzenden geschlagen hat. Auch zu ihm sage ich etwas in der Art, halb entschuldigend, hoffe aber, daß er erklärt, es wäre nicht so schlimm. Stattdessen bestimmt er, daß ich schuld sei und deshalb den Wachs auch entfernen müsse, egal wie. Das macht mich ratlos, doch meine Tante, die ebenfalls in der Kapelle sitzt und eine wilde Frisur mit blonden Rasterzöpfen trägt, kommt mir zur Hilfe und meint, daß sie weiß, wie man den Wachs wieder aus dem Teppich bekommt. Alles kein Problem.

Sport

bei tropischen Temperaturen hat etwas von Folter. Wenigstens mußten wir heute nicht über Bälle rollen, sonst wäre mir irgendwas geplatzt (JFK-Karma).
Und wenn es mich meist schon reichlich nervt, daß Männer ausgerechnet beim Einsteigen in öffentliche Verkehrsmittel plötzlich zum Kavalier mutieren, um mir den Vortritt zu lassen, möchte ich den Männern, die mir beim Betreten des Bürgersteiges den Vortritt lassen und dabei auf der Straße stehen bleiben, sagen, daß dies schlimme Konsequenzen nach sich ziehen kann und man dafür kein Denkmal für gefallene Helden gestiftet bekommt.

Sonntag, 4. Juli 2010

Ich weiß wirklich nicht,

was manche Menschen mit der Friedhofspflege haben. Meine Mutter jammert ständig wegen des Grabes herum. Ein Stein ist zwar jetzt aufgestellt, aber sie muß immer pflanzen und harken und gießen und was weiß ich. Ich habe das Gefühl, sie will das gar nicht und kann es auch nicht mehr so richtig, aber wenn ich sage, sie soll doch einfach Efeu drüber wachsen lassen und nur hin und wieder Schnittblumen hinbringen, wenn ihr so ist, dann geht das nicht. "Was sollen denn die Leute denken." Komisch, es kommt mir so vor, als ob die Leute nur sie sind. Letztens war sie mit einer Bekannten, die ihren Mann ebenfalls verloren hat, an deren Grab, und hat sich hinterher am Telefon bei mir aufgeregt, wie unmöglich das aussieht, weil diese das Grab hat zuwachsen lassen und nur Blumensträuße hinstellt. Klar, wenn man selbst so denkt, geht man wahrscheinlich davon aus, daß alle anderen auch so denken. Aber sogar wenn, mein Gott, mit 76 muß man doch nun wirklich nichts mehr darauf geben, was die Leute sagen, oder? Ich verstehe das sowieso nicht: Entweder, es ist ein inneres Bedürfnis, das Grab zum Andenken zu pflegen oder pflegen zu lassen, oder man läßt es halt bleiben und überläßt der Natur den Rest. Aber sich für die Leute sowas aufzubürden ist ja nun schwachsinnig, vor allem, da mein Vater noch nicht einmal "Grünzeug" mochte und sich immer aufgeregt hat, wenn es ihm die Sicht versperrte. Es geht schließlich niemanden etwas an, wie man jemandem gedenkt. Es gibt auch Menschen, die stellen sich ein Bild des Verstorbenen ins Zimmer und haben daneben frische Blumen, ohne sich ansonsten großartig um das Grab zu kümmern. Sie soll bloß nicht auf die Idee kommen, daß ich noch anfange, auf dem Friedhof herumzubuddeln. Wenn im Haushalt etwas zu machen ist, was sie nicht mehr schafft, oder etwas zu besorgen ist, keine Frage, dann wird geholfen, auch wenn ich mich gerade selbst kaum bewegen kann. Blöderweise haben wir die seltsame Tendenz, daß wir immer gleichzeitig Phasen haben, wo wir gesundheitlich angeschlagen sind. Das liegt wohl daran, daß wir am selben Tag Geburtstag haben und da gewisse Rhythmen ähnlich sind. Früher bin ich krank geworden, wenn es ihr schon nicht gut ging, und heute wird sie krank, wenn es bei mir gesundheitlich am kritischsten ist. Das ist extrem belastend, aber egal, es muß halt dann irgendwie gehen, doch ohne Grabpflege. Mir für meinen Teil ist im übrigen mein Grab völlig egal. Meinetwegen können sie mich unter einem Baum verscharren.

Ein Taubenpärchen

hat sich meinen Balkon zur romantischen Liebesinsel erkoren und trifft sich dort nun bereits seit einer Woche pünktlich jeden Morgen gegen 7 Uhr, um zu turteln und zu balzen, was das Zeug hält. Als ich das erste Mal davon erwacht bin, dachte ich, auf dem Balkon liegt ein schnurrender Puma. So ungefähr hört sich das an, oder auch manchmal, als ob jemand ständig ganz erstaunt "Oooohhhhhhhh", "Oooohhhh", "Oooohhhh" rufen würde. In der Woche ist das ja ganz praktisch, weil ich im Prinzip keinen Wecker mehr stellen muß. Für das Wochenende bedeutet das aber, daß ich entweder meine Aufstehgewohnheiten dem Liebesleben der Tauben anpassen muß, oder aber doch so eine böse schwarze Plastik-Krähe besorgen werde.

Samstag, 3. Juli 2010

Es gab doch vor Jahren

irgendeine Untersuchung, die festgestellt hat, daß verheiratete Paare nur noch ca. zehn Minuten am Tag miteinander reden. Jedenfalls meine ich mich zu erinnern, daß dies durch sämtliche Zeitungen ging. Ich weiß nicht, ob das Paar in der Wohnung neben mir verheiratet ist, aber nach dieser Ergebnis müssen sie es sein, denn ich höre sie so gut wie überhaupt nicht miteinander reden. Und unser Haus ist ziemlich hellhörig. Ich kann, wenn ich will, im angrenzenden Zimmer jedes etwas lauter gesprochene Wort verstehen. Auch auf dem Balkon, im Treppenflur und in der Küche müßte viel zu hören sein, sowie bei offenem Fenster, aber ich höre nix. Vermutlich sind es noch weniger als zehn Minuten. Anfangs dachte ich sogar reichlich lange, es sei nur eine Person in die Wohnung gezogen. Nun ist sowas ja eigentlich für mich eine Art Idealbeziehung, denn ich werde schon allein von der Vorstellung verrückt, mich ständig mit jemandem unterhalten zu müssen. Ich bin ein großer Schweiger und deshalb wahrscheinlich im falschen Körper. Ich finde, Menschen, mit denen man gepflegt und gemütlich schweigen kann, sind wahrhaft noch rarer gesät, als diese, mit denen man gepflegt und gemütlich plaudern kann. Perfekt ist es natürlich, wenn mit jemandem beides möglich ist und dies auch noch jeweils abgestimmt in beiderseitig zufriedenstellender Zeit und Menge. Auch finde ich die Ruhe nebenan äußerst wohltuend im Vergleich zu dem Lärm, den die unter mir Wohnenden veranstalten. Aber trotzdem - wenn ich die beiden so auf dem Balkon schweigen höre, in der Wohnung schweigen höre, im Treppenflur schweigen höre, und vor allem auch so gut wie niemals lachen höre, wird mir dann und wann irgendwie unheimlich zumute.

Nr. 22 (Wild Rose)

Ein völlig überfüllter Seminarraum, in welchem manche Teilnehmer ohne Sitzplatz an Wänden und Fenster stehen, wie ich auch. Die Seminarleiterin, eine junge Frau mit punkig rot gefärbten langen Haaren und einer grünen Haarsträhne auf der linken Seite, ist nicht sehr erfreut darüber. Um zu prüfen, wieviele Personen sich im Seminar befinden, läßt sie durchzählen - jeder sagt der Reihe nach an, welche Nummer er ist. Als ich an der Reihe bin sage ich laut: 22. Nach mir, bei der Nummer 23 und 24, bricht die Zählung ab, da die beiden nicht aufgepaßt haben. Aber die Seminarleiterin wird es sicher schaffen, allein weiterzuzählen.

Ein wandgroßes Fenster, hinter welchem ich junge Entlein umherwatscheln sehe.

In der S-Bahn bietet mir ein älterer Türke freundlich und mit geradebrechten Worten an, auf seinem Schoß Platz zu nehmen, um unauffällig und zur beiderseitigen Entspannung Sex zu haben. Ein Angebot, daß man ernsthaft überdenken sollte. Aber er stinkt und mir fällt immer stärker auf, wie schmuddelig und dreckig er ist, vielleicht sogar ein Obdachloser, deshalb lehne ich dankend ab.

Ein Rollwagen von oben bis unten angehäuft mit türkischen Spezialitäten.

In der nächsten Traumsequenz befinde ich mich in einem Computerspiel. Vor meinen Augen zoome ich durch verschiedene dämmrige Räume. Als ich meine, alles in den Räumen gesehen und gefunden zu haben, fallen mir helle Stellen an der Wand in einer dunklen Nische auf. Ich zoome näher heran und stelle fest, daß die gesamte Wand mit Urlaubsangeboten in einer fremden Sprache und Strandbildern zugepflastert ist. Hm, gehört das nun noch zum Spiel oder sind es vielleicht echte Angebote, die man auch buchen kann? Wenn ja, könnte man sie sich mal genauer anschauen.

Ok, der Traum will mir anscheinend sagen, daß ich mit Sex und Urlaub entspannen sollte. Das mit dem Urlaub muß aber noch ein wenig warten.

Die Vögel

fliegen verschreckt im Kreis und ich selbst traue mich nicht einmal mehr auf den Balkon, weil mir dort die Raketen um die Ohren fliegen. Ich gehöre nicht hierher, ganz bestimmt. Beamt mich bitte umgehend wieder zu dem Planeten zurück, von dem ich gekommen bin. Ich verstehe diese Krawall-Zivilisation hier nicht.

Freitag, 2. Juli 2010

Der erste Quälgeist des Jahres

piesackte mich letzte Nacht. Wenn die Viecher wenigstens mal ihren Propeller abstellen würden, dann könnte man immerhin ruhig weiterschlafen während sie einen verspeisen. Immer diese nächtlichen Kriegszüge über Tisch und Bett und die nächtliche Sucherei nach dem Teebaumöl für den verwundeten Sieger. Und vor lauter Mordlust konnte ich bis zum Morgengrauen trotzdem nicht mehr einschlafen.

Und so kam es wie es kommen mußte, ich machte am frühen Abend ein anderthalbstündiges Nickerchen. So etwas mache ich so gut wie nie, sondern versuche es immer zu vermeiden, schließlich ist der Tag eh schon viel zu kurz. Aber bei dieser Bullenhitze, Migräne und kaum Schlaf ging gar nichts mehr. Geträumt habe ich währenddessen von einem Eichhörnchen auf einer dämmrigen Lichtung, das mich beobachtete, aber auch nicht näher kommen wollte. Es war gerade noch so hell, daß ich es als Eichhörnchen identifizieren konnte. Später stellte ich fest, daß heute ein langer Leseabend im Radio läuft, und dachte mir, da ich gerade die Bachmannpreis-Lesungen durch habe, könnte ich mit dem Radio weitermachen. Dann stand plötzlich K. vor der Tür und wollte, daß wir es noch einmal miteinander versuchen. Das fand ich aber keine gute Idee, da ich es gerade sehr genoß, alleine zu sein.

Auf dem Weg zum Supermarkt meinte ich erst, ich hätte mich verguckt, aber zwischen den vielen Deutschlandfahnen an den Fenstern hing tatsächlich eine, auf der noch Hammer, Zirkel und Ährenkranz zu sehen sind. Die haben sie einfach so dazwischen geschmuggelt und seltsamerweise fällt es wirklich kaum auf. Ich muß bereits mehrere Male daran vorbeigegangen sein. Im Supermarkt verkaufen sie leere Flaschen zum Schnaps selber brennen, aber das habe ich nicht vor, stattdessen kaufte ich etwas für meine Matschbirne:

Gehirnjogging

Proktologe für Reiche und gestrandeter Wal (Holly)

Mit meiner Mutter zusammen hole ich eine ihrer Bekannten vom Proktologen ab. Das ist wohl nötig, weil meine Mutter unbedingt die Diagnose erfahren muß. Die Praxis des Proktologen ist sehr edel eingerichtet. Im Warte- und Empfangszimmer stehen schöne gedrechselte Möbel im Landhausstil. Anscheinend ist es ein sehr gut situierter Arzt, vielleicht ein Arzt für Reiche. Ich denke darüber nach, daß sich auch meine Mutter immer solche repräsentativen Praxen aussucht. (Tut sie das? Nicht, daß ich wüßte.) Aus einem Nebenzimmer kommt jetzt der Arzt ohne uns weiter zu beachten. Er ist sehr attraktiv mit angegrauten Haaren und einem Schnurrbart. Außerdem hat er eine junge, aber bereits erwachsene Tochter, blond und ebenfalls attraktiv, die er in der Praxis überall "mitmischen" läßt. Die Sprechstundenhilfe ist eine hagere, etwas genervt wirkende Frau mit kurzen Haaren und Brille. Wir setzen uns an ihren stämmigen (Eichen?)tisch und warten. Eine fremde Frau sitzt mit uns am Tisch und wartet ebenfalls. Die Einrichtung des Wartezimmers geht völlig unbegrenzt in einen öffentlichen Straßenplatz über, so daß ich vom Stuhl aus die öffentliche Telefonzelle beobachten kann. Jemand aus der Praxis betritt sie, um zu telefonieren. Mir fällt an einer Hauswand ein großer rechteckiger Spiegel auf, in welchem sich viele kleinere Spiegel spiegeln, sowie ein buntes Bild mit viel Rot. Seltsamerweise bin ich in dem Spiegel nicht zu sehen, was ich im Traum aber nicht bemerke. Stattdessen versuche ich die Spiegelung zu fotografieren, da mir die Komposition gefällt. Es gestaltet sich jedoch schwierig, die Spiegelung zu knipsen, da sich je nachdem, ob in der Praxis eine Tür offen steht oder nicht, der Lichteinfall massiv ändert und es teilweise zu dunkel wird, um von dem Bild, das am weitesten entfernt ist, noch etwas zu erkennen. Deshalb bleibe ich vor dem Spiegel stehen und versuche, bei einer günstigen Gelegenheit "zuzuschnappen". Die fremde Frau beobachtet interessiert und wohlwollend meine Bemühungen und kommentiert sie mit lauten, bestätigenden Worten. - Ja, das ist gut.- Genau dorthin stellen. - Vielleicht niedriger halten. - Jetzt geht die Tür auf. usw.

Beim Blick aus einem Fenster erkenne ich linksseitig einen grünen, umzäunten Hügel. Kinder rennen den Hügel herunter und klettern über den Zaun auf die Straße. Ich schaue kurz weg und als mein Blick erneut aus dem Fenster fällt, sehe ich einen großen schwarzen gestrandeten Wal auf der Straße liegen. Nanu? - wundere ich mich, - Wo kommt der denn her? Ist hier irgendwo Wasser?
Ich versuche seine Größe zu schätzen und sage laut zu einem Kind neben mir: "Ca. 20 Meter."
Innerlich korrigiere ich mich jedoch und denke, daß es wohl doch nur zwischen 15 und 19 Meter sind.

Bemerkung: Als ich nach dem Aufwachen im Halbschlaf versuchte, die Träume zu rekonstruieren und erste Sätze zu bilden, begann ich so: "Mit meiner Mutter zusammen hole ich einen Wal vom Proktologen ab." Das wäre allerdings sogar für einen Traum ziemlich "dick" aufgetragen. *gg*

Was macht man, wenn die Birne Matsch ist?

Man orakelt:

AMUN - Der Herr des Verborgenen
Geheimnisvolle Kräfte wirbeln durch Ihr Leben. Seien Sie also vorbereitet! Jenseits Ihres Begriffsvermögens und außerhalb Ihrer Kontrolle, werden sich Dinge in Ihrer Umgebung verändern. Gehen Sie nicht dagegen an, denn diese Kräfte entsteigen aus Ihnen selbst. Haben Sie Vertrauen in sich, zum Leben und fügen Sie sich dem Lauf des Universums.

AMUN sagt häufig eine Zeit voraus, in der Sie eine größere Wirkung aus der Ferne und durch Ihren Ruf, als durch unmittelbaren persönlichen Kontakt haben. Im Geschäftsleben wäre es nun besser, Verhandlungen aus dem Verborgenen heraus zu leiten, an Mitarbeiter oder jüngere Angestellte zu delegieren und nicht alles selbst zu erledigen. Um sich Ihre Erfolge zu sichern, machen Sie eine Pause und denken Sie über Ihre weiteren Schritte nach, ehe Sie handeln.


Aus der Ferne, aha. Ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll. Da ich keinen Praktikanten habe, den ich für mich arbeiten lassen kann, werde ich meinem Arbeitgeber vorschlagen, künftig meine Arbeit telepathisch zu erledigen, während ich auf meinem kühlen Backsteinbalkon mit einer eiskalten Cola Vögel beobachte.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Herr N.

hat mir heute erzählt, daß wohl zwei Kolleginnen vom Arbeitgeber einen großen Sitzball gesponsort bekommen haben. Und ich habe mir das Ballsitzkissen für den Bürostuhl noch privat zum Geburtstag schenken lassen. Schön blöd, aber ich wäre niemals im Traum darauf gekommen, daß man so etwas beantragen kann. Wobei ich viel lieber als einen Sitzball ein extra für mich eingebautes Reck hätte. Während der Arbeit überkommt mich nämlich immer mal wieder das unwiderstehliche Verlangen, mich an die Lampe über den Schreibtisch, die Regenrinne oder den nächstbesten Baum zu hängen. Während das Stehen oder Hopsen bei der Arbeit aber schon gesellschaftlich akzeptiert ist, habe ich von Hängevorrichtungen zur Gesundheitsvorsorge noch nichts gehört. Doch am allerliebsten wäre mir gerade, wenn endlich mal jemand diese sch... Migräne in meinem Kopf ausschalten würde. Zwei Wochen reichen, finde ich, und bei dieser Hitze ist die abendliche Cola mit dem buntem Schmerztablettencocktail das einzige, das mich irgendwie am Leben hält und zumindest einmal am Tag aus dem Wattewolkenkoma holt.

Klasse Versprecher

bei der Anmoderation der Verleihung der Bachmannpreises:

"Herzlich Willkommen zu den Klagen der Deutschen Literatur"

statt

"Herzlich Willkommen zu den Tagen der Deutschen Literatur in Klagenfurt"

Ich finde, die erste Version würde fast besser passen. *gg*

Mittwoch, 30. Juni 2010

Traumsplitter (Holly)

Mehrere Leute um einen quadratischen Tisch versammelt. Ich stehe daneben. M. kommt herein und beachtet mich kaum, erst als ich mich zu ihm drehe, gratuliert er mir kurz angebunden zum Geburtstag und läßt sich auf einen Platz am Tisch fallen. Es macht mich traurig, daß er mich so übergeht, vielleicht hat er meinen Geburtstag sogar vergessen. "So geht das nicht." denke ich. "Das kann so nicht bleiben." Erstaunt, fast ein wenig erschrocken, bemerke ich, daß ich es kaum ausgedacht, laut sage. Damit habe ich selbst nicht gerechnet. Aber wenn es nun schon so ist, dann muß ich auch gleich sagen, was ich meine. Ich beuge mich über M., einen Arm auf seiner Schulter und bedeute ihm liebevoll, aber bestimmt, daß wir nachher reden müssen. Eigentlich würde ich es gern in Ruhe klären, doch irgendwie kommt es gleich dazu, wobei ich gar nicht viel sagen muß. M. scheint auch so zu verstehen, steht jetzt neben mir, seinen Arm um meinen Rücken gelegt. Das fühlt sich besser an, es war anscheinend keine böse Absicht, daß er mich übersehen hat. Mir fällt auf, daß er sehr müde und erschöpft wirkt, und außerdem seltsam riecht, nach Eiter oder Zahnarzt. Ist er vielleicht krank?

Einen Gehsteig von feinem Sand freifegen, der wohl vom Strand hier gelandet ist. Doch will sich der Sand vom Besen nicht mitnehmen lassen und sammelt sich immer wieder in niedrigen Dünen auf den Gehplatten. Eine wahre Sisyphos-Arbeit.

Dienstag, 29. Juni 2010

Bin ich zu naiv, zu dumm?

Wenn ich es bin, dann wäre ich gerne andersrum dumm, nämlich so, daß ich es wirklich nicht mehr mitkriege, wenn man mich für blöd verkaufen will. So ein bißchen Dumpfheit erleichtert das Leben ungemein, glaube ich. Stattdessen erstaunt mich die ungeheure Kreativität anderer, mit der sich Gehässigkeiten, Lügen, Boshaftigkeiten u.ä. ausgedacht werden, nur um von der eigenen Dummheit abzulenken. Und das, was gemeinhin als "Liebe" bezeichnet wird, ist scheinbar meistens nicht mehr als ein Territorium, das es zu erobern, zu besetzen und notfalls zu verwüsten gilt. In der Christenlehre haben wir einmal ein Spiel gespielt, in dem jeder sagen sollte, was der Spielpartner für ein Tier ist. Ich bekam das Prädikat "Reh". Langsam fühle ich mich tatsächlich wie eines, das beim minimalsten Beben des Bodens oder eines Mundwinkels schon die Flucht ergreift. Gelernt ist gelernt. Schließlich sitze ich in einer perfiden Zeitschleife fest, in der ich regelmäßig alle zehn Jahre auf die Nase falle. Leider wird es mit der zunehmenden Anzahl der Dekaden nicht besser, viel mehr schlimmer, weil ich jedesmal sensibler werde für die kleinsten Anzeichen, die ich früher noch gar nicht wahrgenommen habe, und trotzdem aber ist der Schock genauso groß, wenn nicht sogar größer. Gut, wenn man dann überhaupt noch die Möglichkeit zum Flüchten hat und nicht so tun muß, als würde man ein bißchen schwer von Begriff sein und nichts vom bösen Spiel bemerken. Leider bin ich darin überhaupt nicht schwer von Begriff, habe aber keine Lust, mich in dieser Sache auch noch als bekloppt hinstellen zu lassen.

Montag, 28. Juni 2010

Das Jahr der Ratten und Gebrechen

Zitat:Neptun Opposition Sonne, ,
aktuell ab Anfang April 2009 bis Ende Januar 2011

Ein schwieriges Wegstück ***
Während vieler Monate gültig: Während dieser Zeit sollten Sie vorsichtig sein. Die körperliche Vitalität läßt zu wünschen übrig - wer nicht aufpaßt, mag durch verschiedene Gebrechen geschwächt werden. Deshalb sollten Sie jetzt möglichst auf Drogen oder Medikamente jeder Art verzichten, selbst wenn sie vom Arzt verschrieben sind. Sie sollten nur Nahrung zu sich nehmen, die Ihnen gut tut und nicht einer ausgefallenen Diät folgen, bei der aus weltanschaulichen Gründen auf bestimmte Speisen verzichtet werden muß. Eisenmangel und ähnliche Mangelerscheinungen wirken in dieser Zeit stärker als sonst.

In Ihren mitmenschlichen Beziehungen sollten Sie jetzt darauf achten, daß Sie sich so klar und verständlich ausdrücken, wie es Ihnen nur möglich ist, und bei niemandem Zweifel über Ihre Absichten und Meinungen aufkommen lassen. Arbeiten Sie nur mit Menschen zusammen, denen Sie vertrauen und mit denen die Kommunikation funktioniert, damit eventuell auftauchende Mißverständnisse sofort ausgeräumt werden können. Jedem Menschen, mit dem Sie jetzt Kontakt aufnehmen, sollten Sie reichlich Zeit und Gelegenheit einräumen, seine ehrlichen Absichten unter Beweis zu stellen.


Ich habe keinen Bock mehr. Am liebsten würde ich dieses Jahr gleich abhaken und überspringen. Muß ich den Rest jetzt unbedingt noch mitmachen? Ich weiß ja manchmal kaum, wie ich über die Woche komme. Nächstes Jahr wird es besser, wird zumindest versprochen, und wenn nicht, dann weiß ich auch nicht. Dann bin ich wohl auf dem absteigenden Ast. Und ich dachte immer, es geht erst mit 50 abwärts.

Die Ratten lassen mich nicht in Ruhe. Besonders nachts kommen sie, aber auch tagsüber, wenn man nicht damit rechnet. Dann kriechen sie aus ihren Löchern und werden zu riesigen Monstern aus Boshaftigkeit, Gehässigkeit, Intriganz, Häme und Gemeinheit. Es scheint beinahe so, als würden sie sich von den Irrtümern und Erinnerungsfetzen eines ganzen Lebens nähren und so immer dicker und fetter werden, bis man am liebsten keinem Menschen mehr trauen möchte und sich nur noch bedroht fühlt. Am Tag ist da sonst nur der Gedanke "einfach weitermachen" und ich mache einfach weiter, so wie ich es gewohnt bin, ohne groß nachzudenken. Denn ich weiß manchmal nicht mehr, was ich denken soll. Einerseits ist da das Gefühl, daß es Menschen gibt, die es gut mit mir meinen, andererseits gibt es aber auch jene, die mir feindlich gesinnt sind oder mir sogar schaden wollen, zumindest verhalten sie sich so, und mir scheint es nicht mehr zu gelingen, herauszufinden, wer denn nun wer ist. Ich bin komplett verwirrt und das macht mir Angst, weil das doch nur schiefgehen kann. Welches ist denn nun das kleinere Übel: Der verkehrten Person zu mißtrauen? Oder der verkehrten Person zu vertrauen? Beides ist gleichermaßen schmerzlich.

Und dann immer diese kleine fiese Stimme im Kopf, die sagt: "Du bist schuld. Du bist einfach nicht er-tragbar. Wahrscheinlich hast du wieder irgendwas übersehen, bist irgendjemanden versehentlich auf den Schlips gelatscht oder sehenden Auges in ein Fettnäpfchen." Aber HALLO - möchte ich ihr antworten - mir treten ständig und unentwegt Leute auf den Schlips, ohne daß ich deshalb bösartig oder werde. Also was ist das Problem?