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Montag, 8. Juni 2015

Spreewaldkrimis

Im ZDF läuft gerade wieder ein Spreewaldkrimi und ich schaue ihn, weil ich mich irgendwie von allem, was das Etikett "Spreewald" trägt, angezogen fühle, da es ja die Heimat meiner Ahnen ist und ich in meiner Kindheit das Leben dort kennenlernte. Die Spreewaldkrimis versuchen mit allen Mitteln, insbesondere mit allen Sagen und Aberglauben, die den Machern unter die Finger kommen, eine mystische Atmosphäre aufkommen zu lassen, aber es gelingt einfach nicht. Es wirkt immer wie gewollt und nicht gekonnt. Ich wünschte, David Lynch würde mal einen Spreewaldkrimi machen. Der könnte das ganz sicher.

Familiendia 9

Sonntag, 7. Juni 2015

Bunt

sehe ich gerade aus, bzw. sieht meine Brust aus: grün, blau, gelb mit roten Schnitten und Abschürfungen. Weh tut sie auch immer noch, genauso wie mein linker Arm, aber ich glaube, bei meinem Arm war die Ursache nur die Schonhaltung der letzten zwei Tage. Ich habe heute eine Stunde Zumba getanzt und danach war es im Arm besser. Der Knubbel ist nach der Stanze auf das Doppelte bis Dreifache angeschwollen - es war von außen direkt eine Beule in der Brust zu sehen. Dann habe ich kalte Kompressen drauf getan und inzwischen ist die Größe wieder geschrumpft. Irgendwie finde ich das alles sehr sonderbar. Ich habe noch nie gehört, daß ein Karzinom in einer Woche schrumpft, innerhalb von einem Tag wieder auf das Doppelte und Dreifache anschwillt und durch kalte Kompressen erneut kleiner wird. Aber ich bin ja auch kein Arzt und diese haben mir schon klipp und klar gesagt, daß ich mir keine Hoffnung machen soll. Also mache ich das nicht. Stattdessen habe ich mir lieber eine große Schüssel Rote DDR-Grütze mit Vanillesoße gekocht. So als Trostpflaster.

Der runde Platz und eine Frage

Im abendlichen Halbdunkel bin ich auf dem Weg irgendwohin und muß dabei den Platz zwischen zwei rechtwinkligen Häuserblöcken überqueren, der hinter zwei Torbögen verborgen liegt. Es ist ein erstaunlich großer und ausgedehnter Platz und auf ihm wurde mit weißen Pflastersteinen ein voller Kreis ausgelegt. Der Kreis selbst ist menschenleer und als ich in ihm stehe, bekomme ich Lust, ihn hüpfend zu überqueren. "Mensch" denke ich, "das wäre aber ein richtig guter Ort, um Zumba zu tanzen."
Später zuhause stelle ich fest, daß ich die Flamme des Gasherdes über Tage habe brennen lassen. Es ist aber nichts passiert. Es findet eine Geburtstagsfeier statt, nicht meine, und als die Gäste gegangen sind - es ist bereits vor 1 Uhr in der Nacht, läßt mich eine Frage nicht mehr los, obwohl ich nicht mehr weiß, wie ich auf sie gekommen bin. Laut sage ich sie vor mich hin: "Was ist eine Östrolugleose (???), eine Östrogenüberproduktion?", während ich vor einem niedrigen Bücherregal hocke. In irgendeinem dieser Bücher steht die Antwort. Eines davon scheint mir direkt in die Hände zu fliegen, aber anscheinend ist es doch das falsche Buch. Das richtige muß irgendwo sein und die Bücher durchblätternd suche ich es.

Im Ärztejargon liegt die "verdächtige Struktur" bei 1 Uhr.

Freitag, 5. Juni 2015

Stanze und Schwanenküken

Eigentlich dachte ich, die Stanze würde easy sein, zumal diese "verdächtige Struktur" diesmal außen liegt und nicht durch die ganze Brust gestochen werden muß, aber mir tut trotzdem die ganze Brust weh. Der junge Arzt, welcher den Ultraschallkopf bediente, erzählte zwischendurch was von einem 15cm-Ding und ich denke schon - redet der von mir? Aber dann sagte er etwas von Nierengegend und Aorta, also war wohl nicht ich gemeint. Man ist ja irgendwie total hellhörig bei jeder Äußerung. Im übrigen habe ich das Gefühl, daß das Teil kleiner wird, zumal ich an der Stelle schon immer einen kleinen Knubbel hatte, doch den Ärzten scheint das nicht aufzufallen. Ist aber wahrscheinlich sowieso egal.
In meinem Wochenhorroskop steht übrigens: "Würde Merkur nicht rückwärtslaufen, wäre das die beste Woche des ganzen Jahres, vielleicht sogar Ihres ganzen bisherigen Lebens." Ja, ja - fick dich selbst!

Park1

Park2

Park3

Spielen

Ziemlich früh in der Nacht, ca. gegen 3:30 h wachte ich nach folgendem Traum auf:
Weil mir etwas aufgefallen ist oder ich etwas gehört habe, gehe ich in ein Zimmer, in welchem mein Vater sitzt und mich durch seine große Brille fragend, aber auch etwas ungeduldig ansieht, als würde er sich gestört fühlen. Gleichzeitig will er wissen, warum ich ihn so verwundert und fragend anschaue. "Ich frage mich so einiges." sage ich, worauf er antwortet: " Du kannst jetzt aufhören zu fragen und tun, was von dir erwartet wird, nämlich spielen!" Danach werfe ich meinen Blick auf ein anderes Zimmer, in welchem meine Familie zusammensitzt, seltsamerweise mein Bruder aber mit seiner Exfreundin dabei ist. Diese richtet den Blick auf mich, ich bin mir nicht sicher, ob sie mich sieht oder nicht, und meint auf irgendeine Frage: "Wir wollen jetzt tiefer gehen."

Donnerstag, 4. Juni 2015

Das Grauen und die Kochzauberbox (Wo 22)

Heute hatte ich Termin im Brustzentrum, in welchem ich damals gewesen bin, die Ärztin kannte ich aber nicht und sie sagte mir auch schon bei der Begrüßung, daß an diesem Tag keine Stanze möglich ist, da die dort überlastet sind. Die Schwester bemühte sich dennoch und ich habe zumindest für morgen vormittag den Termin. Im übrigen trägt das Personal in der Klinik neuerdings Rosa - ich kann mich nicht erinnern, daß das damals bereits der Fall war. Die Befundbesprechung findet jedoch erst nächsten Donnerstag statt, also noch eine weitere grauenvolle Woche. Ich bin jetzt schon völlig verpeilt. Vor lauter Herumfummeln hat sich der Bügel aus dem BH gelöst und sich in die Haut gescheuert, dann habe ich ein Pflaster drüber gemacht und dieses hat sich regelrecht in die Haut gefressen, so daß ich es kaum noch abbekommen und dabei die Hälfte der Haut mitgenommen habe. Meine Brust sieht jetzt schon total ramponiert aus, obwohl noch nicht einmal jemand darin herumgestochert hat. Schließlich wollte ich Penatencreme drauf machen, stülpte den Deckel von unten über die Dose und suchte dann eine halbe Stunde nach eben diesem Deckel, bis ich bemerkte, daß ich ihn einfach darunter angepappt hatte.
In der letzten Woche bekam ich wieder eine Kochzauberbox, was sich als ziemlich doof erwies, da mir der Appetit gründlich vergangen war, aber andererseits war es doch wieder gut, denn so war ich irgendwie gezwungen, mir jeden Tag trotzdem ein vernünftiges Essen zu machen. Es gab:

Gratinierter Spargel mit gefülltem Hähnchenbrustfilet, Tomaten-Basilikum-Vinaigrette und Salzkartoffeln (ich bin ja sowieso kein Spargelfan, aber dieses Rezept hat mir überhaupt nicht geschmeckt)
Gebratene Maultaschen mit Speck, Champingons, Bohnen und Lauch (hat sehr gut geschmeckt)
Fruchtiges Curry-Kokos-Gemüse mit Erdnüssen und Basmatireis (war auch sehr gut)

Montag, 1. Juni 2015

Schnecken und Schaukeln

Jede Menge schneckige Begegnungen hatte ich heute. Kein Wunder, bei diesem Regenwetter. Da gehen nur Schnecken aus dem Haus. Vor lauter Schneckenfotografieren drang ich so tief in das immer undurchdringbarere Urdickicht vor, bis ich keine Lust mehr hatte umzukehren und mich schließlich gänzlich völlig durchnäßt bis zum nächsten Weg durchschlug. Unterwegs fand ich auch ein leeres Schneckenhaus - dachte ich, denn drinnen waren Ameisen, die gleich über mich herfielen. Unter diesem Schneckengehäuse befand sich ein kleines Erdloch und sogleich schaute eine verwunderte Assel hervor, die wohl feststellte, daß es plötzlich in ihr Heim regnet. Tja, Pech gehabt. Das Gute am Regen ist ja, daß die Spielplätze wie ausgestorben sind, so daß ich endlich mal wieder eine Schaukel besetzen konnte. Gegen die Nässe hatte ich einen zusammenfaltbaren Einkaufsshopper dabei. Ich habe es getestet - es funktioniert, sich nur mit einer Hand festzuhalten und mit der anderen zu fotografieren. Die Schaukelsitze waren so schmal, daß ich tatsächlich gerade so draufpaßte, trotz Gewichtsabnahme. Eigentlich schaukelt man ja viel zu wenig, aber sich immer wie ein Dieb abends oder bei Regen auf die Spielplätze zu schleichen um zu schaukeln, ist ja auch ein wenig merkwürdig.
Als ich abends gegen 19 Uhr nach Hause kam, stand die Verkäuferin noch immer in der Erdbeere an der Ecke und versuchte, ihre Erdbeeren loszuwerden. Bei Regen gehen die wohl nicht so gut, denn sonst ist die Erdbeere immer viel eher geschlossen. Ich habe ihr dann noch ein Kilo abgekauft.

Schnecke1

Schnecke2

Schnecke3

Schnecke4

Schnecke5

Schnecke6

Schnecke7

Schnecke8

Donnerstag, 28. Mai 2015

Alles wird schlimmer

Bei der Mammografie und Sonografie erhielt ich die Diagnose Zweitkarzinom. Ich wundere mich zwar, daß man sich da schon so sicher ist, schließlich hieß es selbst beim ersten und viel größeren Tumor im Befund "Verdacht auf...", aber wahrscheinlich ist es sowieso sinnlos, jetzt noch auf solche Feinheiten Wert zu legen.
Ich bin völlig bedient und habe einfach keinen Bock mehr auf diesen Scheiß.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Gestern

fragte mich eine Mittänzerin beim Zumba, ob ich abgenommen hätte und tippte auch sofort völlig richtig auf 10 Kilo. Ein sehr scharfes Auge, das muß ich schon sagen. Als ich noch fülliger war, hatte ich mir extra einen neuen Bademantel in Größe XXL zugelegt. In diesen passe ich jetzt dreimal hinein, es sieht aus, als hätte mich der Bademantel verschluckt. So viel, wie ich gerade Kuchen backe, ist das Zumbatanzen schon ein guter Ausgleich, denn schließlich esse ich die Kuchen auch. Aber so viel, wie ich Angst habe, kann ich gar nicht tanzen, außer ich falle dabei tot um. Seit Dezember habe ich mich recht erfolgreich und tapfer in meinem Gefühlskarussell gehalten, trotz nicht so toller Umstände. Und als wäre es nicht schon schwer genug, mit all den Gefühlen zu jonglieren, taucht aus heiterem Himmel auch noch jemand auf, der ganz dringend von mir naschen möchte. Das erhöht die Schwierigkeitsstufe abermals um einiges. Ab morgen kann es nur besser oder so richtig, richtig mies werden.

Dienstag, 26. Mai 2015

Russischer Zusammenprall

Wegen irgendeiner Angelegenheit habe ich in der Senatsverwaltung zu tun und biege in die entsprechende Straße ein, ohne die genaue Hausnummer zu kennen. Aber ich denke mir, daß mir das Gebäude auch so auffallen dürfte. Gleich hier links ist zum Beispiel eines, das die Senatsverwaltung sein könnte, ein Schild fehlt jedoch. Ich betrete es und gehe durch die langen, leeren Gänge voller Türen, aus denen nur einmal eine Frau tritt. Irgendwie weiß ich doch nicht so recht wohin, weshalb ich beschließe, noch einmal auf das Schreiben in meiner Tasche zu schauen. Dazu gehe ich in einen der Treppenaufgangsräume, von welchen die Gänge abzweigen. Dieser ist mit einigen Tischen und anderem Krempel vollgestellt. Während ich in der Tasche krame, kommen zwei Männer herein, der eine mit schwarzen Haaren, einer schwarzen Mütze und seltsamerweise außerdem im Gesicht schwarz eingefärbt, der andere mit roten Haaren. Ich sage kurz 'Hallo', obwohl ich sie gar nicht kenne und sie werden gleich zutraulich, erzählen, daß sie Russen auf einer Reise sind und packen Musikinstrumente aus, um mir darauf etwas vorzuspielen. Ich habe mich beinebaumelnd auf einen der Tische gesetzt, als sich der Rothaarige neben mich auf den Tisch legt und seinen Kopf vertrauensvoll in meinen Schoß bettet, um ein kurzes Nickerchen zu halten. Aus diesem Grund bleibe ich und lasse mir von dem anderen über Russland und ihre Reise erzählen. Bald ist der Rothaarige wieder wach, aber wir hängen trotzdem noch eine ganze Weile miteinander herum, flirten ein bißchen, es fühlt sich warm und leicht an. Doch dann ist es Zeit, uns zu trennen. Ich umarme den Rothaarigen, der einen halben Kopf kleiner als ich ist, und er sagt, daß ich ja jetzt von ihm träumen könne. Ich resümiere darauf, daß die Begegnung wie der kurze und plötzliche Zusammenprall bei einem Autounfall war, bei welchem aber nichts passiert ist. Ein letzter Handschlag und ich gehe die Treppe hinunter. Dabei überlege ich, daß er ja vielleicht meine Adresse hätte haben wollen, denke aber gleich, daß es gut so ist. Denn es gibt längere und es gibt kürzere Begegnungen, und es kommt darauf an zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt ist, um wieder loszulassen.

Montag, 25. Mai 2015

Einhorn-Elfe

Während ich damit beschäftigt bin, mich zu fragen, wo die zwei bis drei alten schwarzen Sessel und Stühle in meinem Zimmer herkommen, warum ich sie aufgehoben habe und welche davon ich schleunigst rausschmeißen sollte, fällt mir im Augenwinkel ein sanft schwebendes Ding auf. Es könnte ein großer Staubfussel sein, der durch die Gegend fliegt. Aber irgendetwas daran sieht wie ein Flügel aus. Also doch eher ein seltsames Insekt, welches in hellen Grün-und Blautönen schillert? Als ich es genauer betrachte, meine ich zu meiner Überraschung eine Elfe zu erkennen, mit zarten Flügeln und einem durchsichtigen Schleier. Doch nein, Moment - es ist ein Einhorn! Ein winziges Einhorn mit eben diesen zarten Flügeln und einem leichten Schleier über sein Horn gebreitet, welches durch die Luft tanzt und sich langsam entfernt. Verblüfft überlege ich, ob ich schnell meine Kamera holen soll, um es zu fotografieren, befürchte aber, daß es verschwunden sein wird, wenn ich wiederkomme.

Samstag, 23. Mai 2015

Kurz mal eben

Am Vormittag backte ich kurz mal eben einen Kuchen. Dann wollte ich kurz mal eben endlich die Glühbirnen austauschen, die in den letzten Wochen bei mir durchgeknallt sind und nur mit Leiter zu erreichen sind. Für die eine Lampe brauchte ich einen bestimmten Schlüssel, den ich erstmal eine halbe Stunde lang suchte. Die Deckenlampe im Bad hängt an einem an der Decke befestigtem Sockel, an welchem wiederum die Glühbirnenhalterung befestigt ist. Als ich die Glühbirne herausschraubte, fiel die ganze Halterung herunter, weil sich im feuchten Bad anscheinend das die Schraube umgebende Gewinde aufgelöst hatte. Toll! Erst durchwühlte ich meinen Vorrat an Schrauben, um evtl. eine zu finden, die trotzdem noch hält, mußte aber einsehen, daß dies wohl zwecklos ist. Dann kam ich auf die Idee, die Glühbirnenhalterung mit einem doppelseitigen Klebeband festzukleben. Ich pappte das Ding mit der neuen Glühbirne also an den Sockel und schraubte schnell den Lampenschirm wieder ran. In ein Paar Tagen fällt die Halterung bestimmt in den Lampenschirm, aber egal, Hauptsache, die Glühbirne funktioniert. Das war dann zwei Stunden später. Ich hasse ja sowas, wenn man schnell mal eben etwas erledigen möchte und es sich zu einer mittleren Katastrophe ausweitet, mit der man Stunden beschäftigt ist. Früher war es in meiner Wohnung so, daß ich, wenn ich schnell mal eben die Tapette erneuern wollte, gleich die ganze Wand herunter kam. Auch sehr nett.
Zum Abend hatte ich vor, das Kaninchen zu machen, das schon viel zu lange in meinem Gefrierschrank herumliegt. Also kein ganzes, sondern vier Läufe davon. Im Rezept las ich folgendes: Kopf (gespalten, ohne Augen und sehr gründlich gewaschen), Hals, Brust, Bauchlappen, Vorderläufchen, Herz und Lunge abspülen. Da verging mir erstmal kurzzeitig der Appetit. Doch schließlich gab es doch noch Senf-Thymian-Karnickel mit Thymian-Kartoffeln (der Zitronenthymian auf dem Balkon sieht bereits ziemlich geplündert aus) und grünen Bohnen.
Manchmal frage ich mich, was meine Mutter dazu sagen würde, wenn sie wüßte, was ich so den ganzen Tag zu Hause mache. Wenn sie anruft, mokiert sie sich gerne über eine ihrer Bekannten, die den ganzen Tag zu Hause Kuchen bäckt. Sie behauptet, diese mache das, weil sie einsam ist, da sie alle Leute vergrault. Ich denke mir dann, vielleicht macht es ihr ja einfach auch nur Spaß. Ich jedenfalls habe für morgen eine Einladung zu einem Brandenburger Zoobesuch ausgeschlagen, aber nicht, um Kuchen zu backen. Diesen habe ich ja schon.