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Donnerstag, 12. April 2007

...

Rabbi Meiir sagt: Der erste Mensch war ein großer Frommer. Als er sah, dass durch ihn der Tod als Strafe verhängt wurde, da setzte er sich zum Fasten für hundertunddreißig Jahre, trennte sich von seiner Frau für hundertunddreißig Jahre und trug Kleider aus Feigenblättern für hundertunddreißig Jahre.
(aus dem Talmud, Eruwin 18b)

Das Volk, das niemals flog (Tigerauge)

Vieles habe ich mir nicht gemerkt. Ich weiß nur noch, dass ich in der letzten Nacht äußerst witzig war. Ich habe ständig Sprüche geklopft, die auch immer gut aufgenommen und mit Gelächter quittiert wurden. Im zweiten Teil der Nacht jedoch lernte ich die Sprache der Traumzeit. Dies hört sich schwieriger an als es ist, weil die Wörter der Traumzeit genau dieselben sind, die ich schon aus meinem Wortschatz kenne, nur dass sie eine völlig andere Bedeutung haben, als man gemeinhin annimmt, wenn sie entschlüsselt sind (Blavatsky läßt grüßen). So sah ich also vier dieser Wörter auf einen Zettel geschrieben und dahinter ihre "Übersetzung". Leider kann ich mich von allen vier Wörtern nur an ein einziges erinnern, nämlich:

Endzeit = das Volk, das niemals flog

Was immer das bedeutet, im Traum wußte ich es.

Das war ja auch gerade putzig....

Kommt ein Klient und will sich nur eine Bescheinigung abholen, ich hatte schon alles vorbereitet, zieht eine kilometerlange Fahne aus Alkohol und ungewaschenen Klamotten hinter sich her. Zum Glück hatte ich Fenster offen, sonst wäre ich bei so duftintensiver männlicher Präsenz zu Boden gegangen. Doch statt die Bescheinigung zu nehmen und zu gehen, bietet er mir Brezeln an und hat anscheinend das Bedürfnis noch etwas zu plaudern. Er erzählt mir, dass ihn seine Frau, eine Tschechin mit gefälschtem Pass, auf einem riesigen Berg Schulden hat sitzen lassen, inklusive Mietschulden, da sie das Geld für die Mieten nie eingezahlt, sondern sich damit aus dem Staub gemacht hat. Jetzt hätte er die Schnauze voll von Frauen - erstmal. Aber sein kleiner Sohn hätte gerne wieder eine neue Mama. Sagt er und erklärt weiter, dass er sicherlich nochmal zu mir kommen müsse, da er diverse andere Bescheinigungen benötige, da wäre ich doch wahrscheinlich ebenfalls zuständig. Dann geht er und lässt seine Brezeln liegen.

Preisfrage

Wenn überall Strümpfe und Schuhe auf den Straßen liegen, die Vögel in den höchsten Tönen singen und ich stundenlang den Stadtplan nach Wanderwegen abgrase, ohne zu wissen, wo ich die Zeit zum Wandern hernehmen soll.....was ist es dann?

Kennt das von euch auch jemand,

dass man manchmal das Gefühl hat, dass sich in einem noch eine völlig fremde Person befindet, jemanden, den man überhaupt nicht kennt, der aber bei allem mit dabei ist. Ich mein, ich bin nicht schizophren oder so und höre auch keine Stimmen, aber es ist teilweise so, als wäre diese andere Person zum Greifen nah, so wie einem ein Wort auf der Zunge liegt, das einem aber doch nicht einfällt, aber trotzdem so nah, das es nur eines kleinen Anstoßes, einer kleinen Wirkung von außen oder auch einer minimalen Bewußtseinsänderung bedarf, damit diese Person zum Vorschein kommt, und doch scheint dieser winzige Schritt so weit entfernt, so unmöglich, dass es diese andere niemals geben wird. Sie existiert nur als ein Schatten, der auf seinen Ausbruch wartet und dessen Dasein ich stets so spüre, als würde er direkt neben mir stehen. Und wenn ich mir dann vorstelle, dass ein kleiner Anstoß zu einem Weltzusammenbruch führt und eine völlig andere Persönlichkeit den Trümmern entsteigt, frage ich mich, was für eine Person das sein würde. Manchmal denke ich, dass sie absolut großartig und wunderbar sein würde, manchmal habe ich aber auch die Vision eines übelgelaunten Rüpels vor mir. Und wer sie wirklich ist, werde ich wohl nie erfahren, da sie sich bei bisherigen Weltzusammenbrüchen immer entzog, obwohl sie doch ständig nur auf eine Gelegenheit zu warten scheint.

Mittwoch, 11. April 2007

Hm, ist das lecker....

Durch puren Zufall habe ich heute bei Netto die frühere DDR-Orangenmarmelade gefunden. Die hatte ich schon, wie andere Dinge, vermißt, aber es gibt sie tatsächlich noch - natürlich in einer neuen Verpackung. Aufgefallen ist sie mir heute nur, weil kein Firmenname draufstand und das ist ja eher ungewöhnlich, weil normalerweise die Markennamen groß, größer und noch größer auf jedem Produkt prangen. Also dachte ich bei mir, sollte das etwa...., könnte das etwa....Als ich dann las, dass die in Rostock hergestellt wird, war ich mir schon fast sicher. Ich mir also ein Weißbrot geschnappt und nach Hause und wirklich, die schmeckt ganz genauso wie früher, schön herb, aber auch nicht zu herb, sondern genau die richtige Mischung aus herb und süß, mit garantiert hauchzart geschnittener Orangenschale. Obwohl man Hundert Millionen andere Orangenmarmeladen und -konfitüren im Angebot findet, diese eine schmeckt selbst jetzt noch am besten. Was für eine glückliche Wiedervereinigung! Ab und zu findet man doch einige Vermißte wieder. Jetzt fehlen nur noch die original DDR-Schrippen. Der einzige Bäcker, den ich kenne, wo es die noch gibt, ist leider so weit entfernt, dass ich immer zu faul bin, da hinzufahren seit ich nicht mehr direkt dort arbeite. Zwei Stunden Fahrzeit für ein paar Schrippen ist dann doch etwas viel.

Traumzeit (Goldtopas)

In einiger Entfernung beobachte ich eine Frau mit einem Kind. Ich weiß zwar nicht wieso, aber im Traum bin ich mir sicher, dass es Traumzeit ist. Sie beugt sich hinunter und scheint dem Kind etwas zu erklären. Was mich bei dieser Beobachtung überrascht, ist das Aussehen von Traumzeit, denn ich finde im ersten Moment, dass sie vollkommen anders aussieht, als ich sie mir vorgestellt hätte (obwohl ich nicht wirklich eine Vorstellung habe). Sie hat kurze schwarze Haare, sehr wellig und voll, aber eher helle Haut und eine gekrümmte Nase, eine typisch südländische Nase. Spontan würde ich ihr Aussehen als spanisch oder mexikanisch bezeichnen. Doch dann denke ich, dass es eigentlich ganz klar hätte sein müssen, dass sie so aussieht, da alles darauf hinwies.

Auszug 4 Geheimlehre II - Stichworte: Prometheus-Mythos, das Schicksal der vierten Rasse im Exodus, esoterische Cyklen, künftiges Schicksal der fünften Rasse und Entstehen der sechsten Rasse

...studiert Alte Weisheit in den alten Dramen, den indischen und den griechischen, leset sorgfältig den ,,Gefesselten Prometheus“, der vor 2400 Jahren in den Theatern von Athen aufgeführt wurde! Der Mythos gehört weder dem Hesiod noch dem Aischylos an; sondern wie Bunsen sagt, ist er ,,älter als
die Hellenen selbst“, denn er gehört in Wahrheit dem Aufdämmern menschlichen Bewußtseins an. Der gekreuzigte Titan ist das personifizierte Symbol des kollektiven Logos, der ,,Schar“, und der ,,Herren der Weisheit“ oder des Himmlischen Menschen, welcher sich in der Menschheit inkarnierte. Obendrein war, wie sein Name (Pro-metheus, ,,der vor sich sieht“ oder die Zukunft sieht) zeigt - unter den Künsten, die er erfand und der Menschheit lehrte, psychologische Einsicht nicht die letzte. Denn, wie er den Töchtern des Okeanos klagt:

Ich gab
Der Seherkunst Gebräuche
ihnen an,
Aus Träumen lehrt‘ ich sie
das Künftige
Zuerst erfahren . .
all die
schwere Kunst
Wies ich den
Menschen . . . . . . . . . . .


Der Menschheit Künste sind Prometheus‘ Werk.
Der prometheische Mythos ist in der That eine Weissagung; aber er bezieht sich nicht auf irgend einen der cyklischen Heilande, welche periodisch in verschiedenen Ländern und unter verschiedenen Nationen in ihren vergänglichen Entwicklungsbedingungen aufgetreten sind. Er deutet auf das letzte der Geheimnisse der zyklischen Umwandlungen, in deren Verlauf die Menschheit, nachdem sie vom ätherischen zum festen körperlichen Zustande, von der geistigen zur physiologischen Fortpflanzung übergegangen ist, nun mehr vorwärts auf dem entgegengesetzten Bogen des Zyklus nach jener zweiten Phase ihres ursprünglichen Zustandes geführt wird, wo das Weib keinen Mann kannte, und die menschliche Nachkommenschaft erschaffen, nicht erzeugt wurde.
Jener Zustand wird für sie und für die Welt im ganzen wiederkehren, wenn die letztere die Wahrheiten, welche diesem großen Geschlechtsprobleme zu Grunde liegen, entdecken und wirklich erfassen wird....
....Dann wird, wie einstmals in einem Briefe an einen Theosophen ausgesprochen wurde:
Die Welt eine Rasse von Buddhas oder Christussen haben, denn die Welt wird entdeckt haben, daß die Individuen es in ihrer eigenen Macht haben, Buddhagleiche Kinder - oder Dämonen zu erzeugen. . . . Wenn jene Erkenntnis kommt, werden alle dogmatischen Religionen, und mit diesen die Dämonen aussterben...
....Wenn wir über die fortlaufende Entwicklung der Allegorie und den Charakter der Helden nachdenken, kann das Geheimnis enträtselt werden. Kronos ist natürlich die ,,Zeit“ in ihrem zyklischen Verlaufe. Er verschlingt seine Kinder - einschließlich der persönlichen Götter der exoterischen Dogmen. Anstatt des Zeus hat er sein Steinbild verschlungen, aber das Symbol ist gewachsen, und hat sich nur in der menschlichen Phantasie entwickelt, so wie die Menschheit auf ihrem abwärts gerichteten Cyklus nur zu ihrer physischen und intellektuellen - nicht zur geistigen- Vervollkommnung fortgeschritten ist. Wenn sie in ihrer geistigen Entwicklung ebenso weit vorgeschritten ist, wird Kronos nicht länger getäuscht sein. Anstatt des Steinbildes wird er die anthropomorphische Dichtung selbst verschlungen haben. Denn die Schlange der Weisheit, repräsentiert in den Sabazischen Mysterien durch den anthropomorphisierten Logos, die Einheit der geistigen und physischen Kräfte, wird in der Zeit (Chronos) eine Nachkommenschaft erzeugt haben - den Dionysos-Bacchus‘ oder den ,,dunklen Epaphos“, den ,,Mächtigen“,die Rasse, welche ihn besiegen wird....
......
Von der vierten Rasse erhielten die frühen Ârier ihre Kenntnis von dem „Bündel wundervoller Dinge“, der Sabhâ und Mâyâsabhâ, erwähnt im Mahâbhârata, dem Geschenk des Mâyâsura an die Pândavas. Aus ihnen lernten sie die Aeronautik, Vimâna Vidyâ, die ,,Kenntnis des Fliegens in Luftfahrzeugen“, und daher ihre großen Künste der Meteorographie und Meteorologie. Von ihnen ererbten auch
die Ârier ihre höchst wertvolle Wissenschaft von den verborgenen Kräften kostbarer und anderer Steine, von der Chemie oder vielmehr Alchimie, der Mineralogie, Geologie, Physik und Astronomie.
Verschiedene Male hat sich die Schreiberin die Frage vorgelegt: ist die Geschichte des Auszuges zum mindesten in seinen Einzelheiten - wie sie im alten Testamente erzählt wird, originell? Oder ist sie, wie die Geschichte des Moses selbst und viele andere, einfach eine andere Lesart der von den Atlantiern erzählten Sagen? Denn wer, wenn er die über die letzteren erzählte Geschichte hört, wird verfehlen, die große Ähnlichkeit in den Grundzügen wahrzunehmen?
Man erinnere sich an den Zorn ,,Gottes“ über die Halsstarrigkeit des Pharaoh, an seinen den ,,Auserwählten“ gegebenen Befehl, die Ägypter vor der Abreise ihrer ,,silbernen und goldenen Gefäße“ zu berauben“, und schließlich an die samt ihrem Pharaoh im roten Meere ertränkten Ägypter. Dann lese man das folgende Bruchstück der früheren Geschichte aus dem Kommentare:
Und der ,,Große König mit dem glänzenden Gesicht“, der Führer aller Gelbgesichtigen, war traurig, da er die Sünden der Schwarzgesichtigen sah. Er sendete seine Luftfahrzeuge (Vimânas) an alle seine verbrüderte Führer (Führer anderer Nationen und Stämme) mit frommen Männern darin, sagend:
,,Bereitet euch vor. Erhebet euch, ihr Männer des guten Gesetzes, und durchqueret das Land, dieweil es (noch) trocken ist.
„Die Herren des Sturmes kommen heran. Ihre Wagen nähern sich dem Lande. Eine Nacht und zwei Tage nur sollen die Herren des dunklen Gesichtes (die Zauberer) auf diesem geduldigen Lande leben. Sein Schicksal ist besiegelt, und sie müssen mit ihm untergehen. Die niederen Herren der Feuer (die Gnomen und Feuerelementale) bereiten ihre magischen Agnyastra (durch Magie erzeugte Feuerwaffen) vor. Aber die Herren des dunklen Auges (,,bösen Auges“) sind stärker als sie (die Elementale), und sie sind die Sklaven der Mächtigen. Sie sind bewandert in Astra (Vidyâ, der höchsten magischen Wissenschaft). Kommt und gebrauchet die euren (d. i. eure magischen Kräfte, um jenen der Zauberer entgegenzuarbeiten). Möge jeder Herr des glänzenden Gesichtes (ein Adept der weißen Magie) den Vimâna eines jeden Herrn des dunklen Gesichtes in seine Hände (oder seinen Besitz) kommen lassen, damit keiner (der Zauberer) durch dieses Hilfsmittel den Wassern entkommen, der Rute der Vier (karmischen Gottheiten) entgehen und seine verruchten (Anhänger oder Leute) retten könne.
,,Möge jedes Gelbgesicht von sich Schlaf aussenden zu (mesmerisieren?) jedem (jedes) Schwarzgesicht. Mögen selbst sie (die Zauberer) Schmerz und Leiden entgehen. Möge jeder den Sonnengöttern treue Mensch jeden unter den Mondgöttern stehenden Menschen binden (paralysieren), damit er nicht leide oder seinem Schicksale entrinne.
„Und möge jedes Gelbgesicht von seinem Lebenswasser (Blut) dem sprechenden Tiere eines Schwarzgesichtes anbieten, damit es seinen Meister nicht aufwecke. ]
„Die Stunde hat geschlagen, die schwarze Nacht ist nahe.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
„Ihr Schicksal sei erfüllt. Wir sind die Diener der Großen Vier. Mögen die Könige des Lichtes zurückkehren.“
Der Große König fiel auf sein glänzendes Gesicht und weinte. . . .Als die Könige sich versammelten, hatten die Wasser sich bereits geregt. . . .(Aber) die Völker hatten jetzt die trockenen Länder durchquert. Sie waren jenseits der Wassermarke. Ihre Könige erreichten sie in ihren Vimânas, und führten sie hin zu den Ländern von Feuer und Metall (Ost und Nord). An einer anderen Stelle wird noch gesagt:
Sterne (Meteore) hagelten auf die Länder der Schwarzgesichter; aber sie schliefen. Die sprechenden Tiere (die magischen Wächter) verhielten sich ruhig.
Die niederen Herren warteten auf Befehle, aber sie kamen nicht, denn ihre Meister schliefen.
Die Wasser erhoben sich, und bedeckten die Thäler von einem Ende der Erde bis zum andern. Hochländer blieben übrig, der Grund der Erde (die Länder der Antipoden) blieb trocken. Dort wohnten jene, die entkamen; die Menschen mit den gelben Gesichtern und dem geraden Auge (die offenen und aufrichtigen Menschen).
Als die Herren der dunklen Gesichter erwachten und sich an ihre Vimânas erinnerten, um den steigenden Gewässern zu entrinnen, fanden sie dieselben verschwunden....
...Das klingt in hohem Maße wie das ursprüngliche Material, auf dem die ähnliche Geschichte im Exodus viele hunderttausend Jahre später aufgebaut wurde. Die Lebensbeschreibung des Moses, die Geschichte seiner Geburt, Kindheit und Rettung aus dem Nil durch die Tochter des Pharaoh ist, wie jetzt nachgewiesen, nach der chaldäischen Erzählung vom Sargon bearbeitet worden. Und wenn so, wofür die assyrischen Ziegel im britischen Museum ein guter Beweis sind, warum nicht auch jene von den Juden, die den Ägyptern ihre Juwelen raubten, vom Tode des Pharaoh und seiner Armee und so fort? Die riesigen Magier von Ruta und Daitya, die ,,Herren des dunklen Gesichtes“ können in der späteren Erzählung zu den ägyptischen Magiern geworden sein, und die gelbgesichtigen Völker der fünften Rasse zu den tugendhaften Söhnen Jakob; zum ,,auserwählten Volk!“....
....Die Zivilisation der Atlantier war größer als selbst jene der Ägypter. Ihre entarteten Nachkommen, das Volk von Platos Atlantis, waren es, die die ersten Pyramiden in dem Lande erbauten, und das sicherlich vor der Ankunft der „östlichen Äthiopier“, wie Herodot die Ägypter nennt. Dies kann wohl geschlossen werden aus der von Ammianus Marcellinus aufgestellten Behauptung, welcher von den Pyramiden sagt:
Da sind auch unterirdische Gänge und gewundene Verstecke, welche, wie es heißt, von Männern, die in den alten Mysterien geschickt waren, mit Hilfe welcher sie das Herannahen einer Flut wahrsagten, an verschiedenen Stellen erbaut wurden, damit nicht die Erinnerung an alle ihre heiligen Gebräuche verloren gehen solle. Diese Menschen, die „das Herannahen von Fluten vorhersagten“, waren nicht Ägypter, welche niemals eine solche gehabt hatten, ausgenommen das periodische Steigen des Nils. Was waren sie? Die letzten Überreste der Atlantier....
Da die Europäer mit den wirklichen Tierkreisen von Indien unbekannt sind und jene, von denen sie zufällig Kenntnis haben, nicht verstehen, wofür Bentley Zeuge ist, so wird dem Leser empfohlen, zur Bewahrheitung des Satzes sich dem Werke des Denon zuzuwenden, in welchem die zwei berühmten ägyptischen Tierkreise gefunden und untersucht werden können. Da die Schreiberin sie persönlich gesehen hat, so braucht sie nicht länger auf das zu vertrauen, was andere Forscher - welche beide sehr sorgfältig geprüft und studiert haben - über dieselben zu sagen haben. Die Behauptung der ägyptischen. Priester gegenüber Herodot, daß der irdische Pol und der Pol der Ekliptik früher zusammengefallen sind, ist durch Mackey bestätigt worden, welcher feststellt, daß die Pole auf den Tierkreisen in beiden Lagen dargestellt sind. Und auf jenem, welcher die Pole (Polaraxen) unter rechten Winkeln zeigt,befinden sich Zeichen, welche zeigen, daß es nicht das letzte Mal war, daß sie sich in jener Stellung befanden; sondern das erste (- nachdem die Tierkreise gezeichnet worden waren). Der Steinbock ist darin am Nordpole dargestellt; und der Krebs ist nahe seiner Mitte am Südpole geteilt; was eine Bestätigung dafür ist, daß sie ursprünglich ihren Winter hatten, als die Sonne im Krebs war. Aber die Hauptkennzeichen dafür, daß es ein Denkmal ist, das an das erste Mal erinnert, daß der Pol in jener Lage gewesen war, sind der Löwe und die Jungfrau...

...Welche Zeit ist diesem Volke zuzuschreiben? Wir hören von 4000, höchstens 5000 Jahren v. Ch. (Maspéro). Nun wird behauptet, daß mit Hilfe des Cyklus von 25 868 Jahren (des siderischen Jahres) das annähernde Jahr der Aufrichtung der großen Pyramide festgestellt werden kann.
Unter der Annahme, daß der lange, enge, abfallende Gang, der vom Eingange ausgeht, gegen den Polarstern der Pyramidenerbauer gerichtet war, haben die Astronomen gezeigt, daß im Jahre 2170 v. Chr. der Gang auf Alpha Draconis, den damaligen Polarstern, zeigte. . . . Der Astronom Herr Richard A. Proctor,sagt, nachdem er festgestellt, daß der Polarstern in der verlangten Lage sich ebensowohl um 3350 v. Chr. befunden hat, wie zu 2170 v. Chr.: ,,Jede von diesen beiden wurde der Lage des absteigenden Ganges in der großen Pyramide entsprechen; aber die Ägyptologen sagen uns, daß unbedingt kein Zweifel darüber sein kann, daß die spätere Periode viel zu spät ist.“
Aber es wird uns auch gesagt:
Da diese gegenseitige Stellung von Alpha Draconis und Alkyone eine außergewöhnliche ist, . . . . konnte sie sich ein ganzes siderisches Jahr lang nicht wieder ereignen. Dies beweist, daß, nachdem der Dendera - Tierkreis den Ablauf von drei siderischen Jahren zeigt, die große Pyramide vor 78000 Jahren erbaut worden sein muß, oder daß doch diese Möglichkeit zum mindesten ebenso leicht angenommen zu werden verdient, als das spätere Datum von 3350 v. Ch. Nun finden sich auf dem Tierkreise eines gewissen Tempels im fernen Nordindien dieselben Eigenschaften der Zeichen, wie auf dem Tierkreise von Dendera. Jene, welche die indischen Symbole und Konstellationen gut kennen, werden imstande sein, aus der Beschreibung der ägyptischen herauszufinden, ob die Zeitangaben richtig sind oder nicht. Auf dem Tierkreise von Dendera, wie er von den modernen ägyptischen koptischen und griechischen Adepten aufbewahrt, und von Mackey etwas anders erklärt ist, steht der Löwe auf der Hydra und sein Schweif ist nahezu gestreckt, und deutet in einem Winkel von vierzig oder fünfzig Graden nach abwärts, welche Lage mit der ursprünglichen Gestaltung dieser Konstellationen übereinstimmt. Doch fügt Mackey hinzu:
An vielen Orten sehen wir den Löwen (Sinha), wie sein Schweif über seinen Rücken emporgerichtet ist und in ein Schlangenhaupt endet; wodurch gezeigt wird, daß der Löwe umgekehrt worden ist: was in der That mit dem ganzen Tierkreise, und mit jeder anderen Konstellation der Fall gewesen sein muß, als der Pol umgekehrt wurde.
Einen kreisförmigen Zodiak besprechend, der auch von Denon gegeben ist, sagt er:
Dort . . . . steht der Löwe auf der Schlange, und sein Schwanz bildet eine Krümmung nach abwärts, woraus wir finden, daß, obwohl sechs- oder siebenhunderttausend Jahre zwischen den beiden Positionen vergangen sein müssen, sie doch nur wenig oder keinen Unterschied in der Konstellation des Löwen und der Wasserschlange hervorgebracht haben; indessen die Jungfrau auf den beiden sehr verschieden dargestellt ist - auf dem kreisförmigen Zodiak säugt die Jungfrau ihr Kind: aber es scheint, daß sie diese Vorstellung nicht hatten, als der Pol das erste Mal in der Ebene der Ekliptik war; denn auf diesem Zodiak, wie er von Denon gegeben ist, sehen wir drei Jungfrauen zwischen dem Löwen und der Waage, von denen die letzte in ihrer Hand eine Kornähre hält. Es ist sehr zu bedauern, daß in diesem Zodiak ein Bruch der Figuren in dem hinteren Teile des Löwen und am Anfange der Jungfrau sich befindet, der von jedem Zeichen einen Dekan weggenommen hat.
Nichtsdestoweniger ist die Bedeutung klar, nachdem die drei Tierkreise drei verschiedenen Epochen angehören; nämlich den letzten drei Familienrassen der vierten Unterrasse der fünften Wurzelrasse, von denen eine jede annähernd 25 000 bis 30 000 Jahre gelebt haben muss. Die erste von diesen, die ,,Âryo-Asiaten“, waren Zeugen des Schicksals der letzten von den Bevölkerungen der riesigen Atlantier (der Ruta und Daitya Insel-Kontinente), welche vor etwa 850 000 Jahren zu Grunde gingen gegen den Schluß des Miocänzeitalters.
Die vierte Unterrasse war Zeugin der Vernichtung des letzten Überrestes der Atlantier - der Âryo-Atlantier auf der letzten Insel der Atlantis, nämlich vor etwa 11 000 Jahren. Der Leser wird ersucht, um dies zu verstehen, einen Blick zu werfen auf das Diagramm des Stammbaumes der fünften Wurzelrasse - die allgemein, wenn auch kaum korrekt, die ârische Rasse genannt wird und auf die demselben beigefügten Erklärungen.
Der Cyklus des Kali Yuga soll zwischen dem 17. und 18. Februar im Jahre 3102 v. Ch. begonnen haben. Nun behaupten die Hindus, daß im Jahre 20400 vor dem Kali Yuga der Anfang ihres Tierkreises mit demFrühlingsäquinoktium zusammenfiel - wobei damals eine Konjunktion von Sonne und Mond stattfand - und Bailly bewies durch eine langwierige und sorgfältige Berechnung jenes Datums, daß, selbst wenn fingiert, die Epoche, von der sie ausgegangen waren, um den Anfang ihres Kali Yuga festzustellen, sehr wirklich war. Jene ,,Epoche ist das Jahr 3102 vor unserer Ära“, schreibt er. Die Mondfinsternis, welche gerade vierzehn Tage nach dem Beginne des schwarzen Zeitalters sich ereignete, fand an einem zwischen der Kornähre der Jungfrau und dem Sterne [korrekter Abdruck siehe Buch] desselben Sternbildes gelegenen Punkte statt. Einer ihrer esoterischesten Cyklen beruht auf gewissen Konjunktionen und gegenseitigen Stellungen der Jungfrau und der Plejaden(Krittika). Daher war, da die Ägypter ihren Tierkreis aus Süd-indien und Lankâ brachten, die esoterische Bedeutung offenbar gleich. Die ,,drei Jungfrauen“, oder Virgo in drei verschiedenen Positionen, bedeuteten bei beiden die Aufzeichnung der ersten drei ,,göttlichen oder astronomischen Dynastien“,
welche die dritte Wurzelrasse unterrichteten; und nachdem sie die Atlantier ihrem Schicksale überlassen hatte, während der dritten Unterrasse der Fünften zurückkehrten oder vielmehr wieder herabstiegen, um der geretteten Menschheit die Geheimnisse ihres Geburtsortes - der Sternenhimmel - zu enthüllen. Dieselbe symbolische Aufzeichnung der menschlichen Rassen und der drei Dynastien (Götter, Manen - Halbgöttlicher Astrale der Dritten und Vierten - und der Heroen der fünften Rasse), welche den rein menschlichen Königen vorangingen, fand sich in der Verteilung der Stockwerke und Gänge des ägyptischen Labyrinths. Da die drei Umkehrungen der Pole naturgemäß den Anblick des Tierkreises veränderten, mußte jedesmal ein neuer konstruiert werden. In Mackey‘s Sphinxiad müssen die Spekulationen des kühnen Verfassers dem orthodoxen Teil der Bevölkerung von Norwich Entsetzen eingejagt haben, denn er sagtphantastisch genug:
Aber die letzten Überreste des fünften Kontinentes werden erst einige Zeit nach der Geburt der neuen Rasse verschwinden; wenn eine andere und neue Wohnung, der sechste Kontinent, über den neuen Wassern auf der Oberfläche der Kugel erschienen sein wird, um so die neuen Fremdlinge aufzunehmen. Dahin werden auch alle jene auswandern und sich dort niederlassen, die glücklich genug sein werden, dem allgemeinen Untergange zu entrinnen. Zu wissen, wann dies sein wird, ist wie bereits gesagt - nicht Sache der Schreiberin. Nur werden, da die Natur nicht mehr in plötzlichen Sprüngen und Rucken fortschreitet, als sich der Mensch plötzlich aus einem Kind in einen erwachsenen Mann verwandelt, der schließlichen Umwälzung viele kleinere Versenkungen und Zerstörungen durch Wogen sowohl, als auch durch vulkanische Feuer vorausgehen. Der jauchzende Puls wird hoch schlagen in dem Herzen der jetzt in der amerikanischen Zone befindlichen Rasse, aber es wird keine Amerikaner mehr geben, wenn die sechste Rasse beginnt; nicht mehr in der That, als Europäer; denn sie werden jetzt zu einer neuen Rasse und zu vielen neuen Nationen geworden sein. Noch wird die fünfte nicht sterben, sondern wird eine Weile überleben; in die neue Rasse durch viele Hunderttausende zukünftiger Jahre hinüberragend, wird sie, wie wir soeben gesagt haben, mit ihr langsamer umgewandelt werden, als ihr neuer Nachfolger - doch wird sie in Mentalität, allgemeinem Körperbau und Gestalt gänzlich verändert werden. Die Menschheit wird nicht wieder zu riesigen Körpern heranwachsen, wie es bei den Lemuriern und den Atlantiern der Fall war; weil, während die Entwicklung der vierten Rasse die letzteren bis zum tiefsten Grunde der Materialität in ihrer körperlichen Entwicklung hinabführte, die gegenwärtige Rasse auf ihrem aufsteigenden Bogen ist; und die sechste wird rasch aus ihren Banden der Materie, und selbst des Fleisches herauswachsen.
Somit ist es die Menschheit der neuen Welt, die weit älter ist als unsere alte eine Thatsache, welche die Menschen auch vergessen hatten - von Pâtâla (den Antipoden, oder der Niederen Welt, wie Amerika in Indien genannt wird), deren Sendung und Karma es ist, die Samen für eine zukünftige, großartigere, und viel herrlichere Rasse zu säen, als irgend eine von jenen ist, von denen wir gegenwärtig wissen. Den Cyklen der Materie werden Cyklen der Geistigkeit und eines voll entwickelten Gemütes folgen. Nach dem Gesetze paralleler Geschichte und Rassen wird die Mehrheit der zukünftigen Menschheit aus erhabenen Adepten bestehen.

(aus "Die Geheimlehre II" von Blavatsky)

Dienstag, 10. April 2007

Letzte Woche Dienstag

habe ich im Stress der Ostervorbereitungen vergessen, mir ein neues Rezept zu besorgen. Das geht nur Dienstags, weil das der einzige lange Sprechtag bei den Ärzten ist, an dem ich es von der Arbeit aus schaffe. Also dachte ich, ok, dann lässt du zu Ostern zwei Tage ausfallen und gehst heute hin. Nur leider stand ich heute mal wieder vor verrammelten Türen, weil in der Praxis Urlaub ist. Ich bin ja stets erstaunt darüber, wie oft manche Arztpraxen Urlaub haben. Gerade bei meiner Hausärztin kommt es mir so vor, als ob sie IMMER im Urlaub ist, ich weiß gar nicht, wann ich sie das letzte Mal gesehen habe. Also ein halbes Jahr Urlaub insgesamt ist das bestimmt und natürlich gerade dann, wenn ich dort hin gehe, und spreche ich sie doch mal, sieht sie IMMER wie gerade frisch aus dem Urlaub gekommen aus. Die Ärzte wissen eben ganz genau, was gesund ist, nur ihren Patienten verschreiben sie die Chemiebomben. So ein Leben hätte ich auch gerne und ich denke mir jedesmal, sooo schlecht kann es den Arztpraxen ja dann doch nicht gehen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil sie, wenn ich zwei Wochen vor Ostern gekommen wäre, mich wieder weggeschickt hätten, weil ich erst im neuen Quartal wieder ein Rezept bekomme. Dass ICH kein halbes Jahr Urlaub habe und deshalb meine Möglichkeiten unter der Woche bei diesen Sprechzeiten ein Rezept zu holen ziemlich begrenzt sind, interessiert niemanden.

Montag, 9. April 2007

Ich finde es wirklich immer wieder faszinierend,

wie leicht und schnell in der Regel Zahnextraktionen im Fernsehen vor sich gehen. Selbst in alten Filmen oder Filmen, die in der Vergangenheit handeln, wo es noch keine Betäubung für diese Fälle gab, geht so eine Extraktion meist ratz-fatz.
Dabei denke ich dann regelmäßig an die Zahnextraktion bei meiner Zahnärztin - sie kniet fast auf mir drauf, die Schweißperlen laufen über ihr Gesicht, während sie stundenlang versucht, meinen Backenzahn auch nur einen Millimeter zu bewegen, schließlich holt sie ihre Kollegin, eine mächtige Walküre zur Hilfe, die sich ebenfalls auf mich drauf kniet und sich mit einer Kraft zu schaffen macht, dass ich ständig denke, mir bricht jeden Moment der Unterkiefer ab, doch leider ebensowenig Erfolg hat, meine Zahnärztin übernimmt wieder selbst - anscheinend macht sie sich ebenfalls schon Sorgen um meinen Unterkiefer - und beginnt mit dem Bohrer den Zahn so zu bearbeiten, dass nur noch kleine Stückchen übrig sind und sammelt diese einzeln aus meinem Zahnfleisch. Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich auf diesem Stuhl verbracht habe, aber ich stelle mir gerne vor, was für ein Spaß das vor 200 Jahren, so ohne richtige Betäubung gewesen wäre. Und sicherlich kaum fernsehtauglich.

In der Diskothek (roter Aventurin)

Ausgelassen tanze ich zu wilden Technorhythmen. Die Sprünge werden immer höher, bis ich fast nur noch durch die Luft fliege. Dann stehe ich wieder am Rand der Tanzfläche und unterhalte mich mit einem Mann. Jemand zupft mich am Ellenbogen, greift meinen Arm und will mich anscheinend wegziehen. Es ist eine ehemalige Schulkameradin, seltsam klein ist sie, und sie sagt, dass ein Mann mich kennenlernen will, ich solle mit hinauskommen, sie wolle uns miteinander bekannt machen. Ich mache mich fertig mitzugehen, habe aber ein mulmiges Gefühl, da ich glaube, dass es eine Falle und ein Vorwand ist, für was auch immer. Da komme ich auf die Idee, den Mann, mit dem ich mich unterhalten habe, zu fragen, ob er mich begleitet. Er sieht hinreißend aus und ist sehr sympathisch. Sofort sagt er zu und es gibt mir eine angenehme Sicherheit, dass er bei mir ist, zumal zwischen uns eine warme Vertrautheit herrscht, obwohl wir uns kaum kennen.

Der Taschentuchknoten "Geist des Willens"

Bloßen Fußes schritt ich über samtenen Schnee,
weiß lag er in der schwarzen Nacht,
rein und klar bedeckte er das Land,
trennte das Obere vom Unteren.
Da begegnete mir ein Wesen, formlos von Gestalt,
seine Augen glühten in der Scheibe des Gesichtes
und ich fragte: "Warum bist du so durchsichtig?
Ich kann dich kaum erkennen. Wer bist du?"
Und es sprach: "Ich bin der Geist des Willens.
Ich habe weder Hand noch Fuß,
da ich nicht fertiggeträumt und ohne Kraft bin."
"Was kann ich tun, um dir Form zu geben?"
wollte mitleidig ich wissen und es sagte mir:
"Folge dieser Straße, der Straße des Träumens,
doch denk dabei an mich."

Sonntag, 8. April 2007

Ostersonntag

Zuerst sind wir gesammelt in das Pflegeheim eingefallen, mein Vater schien heute ziemlich gut gelaunt zu sein, er war sogar bereit, seine Amaretto-Ostereier zum Kosten anzubieten, und der Grund entdeckte sich uns später beim Gespräch mit der Schwester. Diese meinte, der Koch hätte sich heute selbst übertroffen und mein Vater gegessen wie eine siebenköpfige Raupe. Zuerst das Mittagessen, und als dann noch ein Stück Torte kam, hätte er schon die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, doch wenig später war auch das verschwunden. Und als wir kamen, war er schon wieder sehr interessiert an den Ostereiern, die wir mitgebracht hatten. Außerdem entschuldigte sie sich schnell, ehe es uns unser Vater erzählen würde, dass sie das Glas Wein für ihn vergessen habe. Wir hatten nämlich am Aushang gelesen, dass es heute für jeden ein Glas Wein gab und das hatte sie gesehen, aber sie schwor hoch und heilig, dass er das Glas Wein noch bekommt. Als er mich sah, fragte er gleich, ob ich gestern bei irgendeinem Tierfest gewesen sei. Er hätte mich im Fernsehen gesehen. Als ich verneinte, meinte er, diejenige sah genauso aus wie ich. Aber seine Schwester a la Angela Merkel sieht er ja auch ständig im Fernsehen. *gg*

Ich finde es ein bißchen schade, dass man da nicht wirklich lange bleiben kann. Nicht dass ich es im Heim so schön finde, aber ich habe auch schon zu Weihnachten gemerkt, dass es ihm gefallen würde, wenn wir uns alle dort in das Zimmer setzen und Kaffeetrinken oder erzählen würden, selbst wenn er überhaupt nichts davon mitbekommt, da er nichts hört und wir uns nicht weiter um ihn kümmern würden. Es ist wahrscheinlich einfach das Gefühl von vertrauter Gesellschaft und halt nicht ganz ausgeschlossen zu sein. Er sagt dann auch immer zu meiner Mutter, sie soll doch Sitzgelegenheiten holen und ob wir nicht noch bleiben usw., bloß leider ist dieses Zimmer so klein, dass man sich schon zu dritt auf die Füße tritt, ich selbst bin froh, wenn ich wieder draußen bin, weil es so beengt ist, und gar kein Platz zum Sitzen ist. Der Raum ist zwar an sich schön, mit einem großen Panoramafenster mit Blick auf den Park, aus welchem er auch die "Bären", die Leute gegenüber beobachtet, und so für den alltäglichen Gebrauch für einen bettlägerigen Menschen ausreichend, aber eben wirklich nur das mindeste. Wenn man dann nicht mehr so mobil ist, um in den Gemeinschaftsraum zu kommen, kann man auch nicht mehr viel Besuch empfangen. Und wahrscheinlich fänden die Schwestern es auch etwas seltsam, wenn wir dort unsere Familienfeiern abhalten, aber ich kann mir nicht helfen, ich finde es einfach schade.
Da wird mit dem Platz gegeizt, um so viele Leute wie möglich aufnehmen zu können, und aus Blick des Heimes ist das auch finanztechnisch verständlich, aber eine Kaninchenbuchte muss dann halt ausreichen. Ansonsten kann man aber über das Heim nichts Negatives sagen, es ist wohnlich, sauber, gemütlich und die Schwestern kümmern sich wirklich sehr gut. Mein Bruder hat schon geäußert, er wolle dort auch hin und an den Betreuungsangeboten, wie Bastelnachmittage usw. teilnehmen. Na ja, aber mit seinen 50 Jahren ist es hoffentlich noch eine Weile hin, bis er sich auf das Altenteil setzt.

Nach dem Besuch sind wir auf einen kleinen Osterspaziergang durch den Park und mussten feststellen, dass es dort anscheinend einen Brand gegeben hat. Einer der Pavillions ist völlig ausgebrannt und es sieht stark nach Brandstiftung aus.

Danach haben wir gemütlich in einem kleinen Restaurant gegessen und wurden zu Hause bei meiner Mutter noch ca. vier Stunden mit "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" gequält. Meine Schwägerin hat nämlich dieses Spiel gekauft, dass es inzwischen davon gibt, mit ca. 200 Karten bzw. Fragen. Das war ist ja immer wieder recht interessant, doch merken tue ich mir das trotzdem nie. Jetzt weiß ich außerdem, dass meine Sprache veraltet ist, da es für mich noch immer heißt: "Wenn ich ein Fischlein wär, schwämme ich zu dir.", aber es heute angeblich richtig ist zu sagen "Wenn ich ein Fischlein wär, schwömme ich zu dir.". Na ja, egal, dann bin ich eben antiquiert, ich bleibe bei "schwämme".

Zu Ostern

noch ein Sprüchlein aus "Die Stimme der Stille":

Möge deine Seele jeden Schmerzensschrei hören gleich dem Lotus, der sein Herz öffnet, um die Morgensonne zu trinken.
Lass die feurige Sonne nicht eine Schmerzensträne trocknen, bevor du selbst sie von des Leidenden Auge genommen hast.

Ein schönes Osterfest an alle!

...

Wir nähern uns dabei der Erfahrung, dass Wachsein sich wohl aus den Träumen entwickelt hat. So wie die Kinder noch heute das Erwachen lernen und dabei erwachsen werden, so haben Menschen im Laufe vieler Generationen ihr Bewusstsein zur Wachheit erzogen. Heute ist es eine Hyperwachheit. Aber vielleicht braucht ein Homo sapiens für seine nächste Bewusstseinsmutation ein hochfrequent pulsierendes Bewusstsein.
(aus "Der schamanische Weg des Träumens" von Carlo Zumstein)

Oder anders gesagt, wir kommen aus den Träumen und kehren wieder dorthin zurück.

Samstag, 7. April 2007

Sehr verehrter Herr Rilke,

seit einer Nacht und einem Tag überlege ich nun hin und her, ob ich es wagen soll, Ihnen einen Brief zu schreiben. Natürlich kennen Sie mich nicht, und ich fürchte, es wird Ihnen nicht recht sein, dass ich auf Briefe antworte, die eigentlich nicht für mich bestimmt sind. Ich weiß, dass es sich normalerweise nicht gehört, fremde Post zu lesen, doch bei großen Dichtern (wie Sie einer sind) wird eine Ausnahme gemacht, und das ist gut so, denn was für eine Verschwendung an wundervollen Gedanken wäre es, wenn es Ihre Briefe heute nicht überall in gedruckter Form zu kaufen gäbe. Man könnte fast ein wenig neidisch auf den Herrn Kappus werden, der so beseelende und bezaubernde Zeilen von Ihnen erhalten hat. Natürlich weiß ich auch, dass es Ihnen in Ihrem jetzigen Zustand kaum möglich sein wird, auf diesen Brief zu antworten - ich hätte ganz einfach eine Unterhaltung mit Ihnen führen können, denn Ihr zarter Geist umgibt uns noch heute überall, wenn man denn empfänglich dafür ist, aber da ich las, wie hoch Sie das Briefeschreiben schätzen, entschied ich mich, meine Gedanken auf diese Weise offenzulegen. Ich hoffe sehr, dass meine ungelenken Sätzen Ihr ästhetisches Empfinden nicht gar zu sehr stören. Ich gebe mir wirklich jede Mühe, mir Mühe zu geben, glaube aber, dass es damit alleine nicht getan ist, wenn nicht auch das Lesen mühselig und beladen sein soll. Deshalb ist es ein fast beschämendes Gefühl, gerade Ihnen zu schreiben, dessen Feder von so viel Schwere schreibt, aber dessen Worte so leicht und anmutig zu fließen scheinen, als seien Elfenfüße über das Papier getanzt, und dabei nicht leer sind, wie es so viele schöne Worte sind, sondern Gewicht und Tiefe haben. Es gelingt mir nur annähernd zu beschreiben, was ich empfand, als ich diese nicht für mich bestimmten Zeilen las, und noch weniger, es auch nur im entferntesten so wohlklingend wie Sie zu tun. Aber gerade das ist der Grund, weshalb ich Ihnen schreiben möchte, so dass dies kein Grund sein darf, es zu unterlassen.

Der Inhalt Ihrer Briefe hat Dinge aus meiner tiefsten Seele ausgesprochen und mir verständlich und klar in Sätze gefasst, wie es mir selbst bisher nicht gelungen ist. Nach dem Lesen hatte ich das starke Verlangen, das Buch an mein Herz pressen und mit ihm zusammen einzuschlafen, ein Privileg, das ansonsten nur meine liebe Puschel geniesst. Ich habe es nicht getan, um das Buch nicht zu zerknittern. Das alles mag für Sie vielleicht komisch klingen (zumal ich vielleicht auch ein wenig komisch schreibe), ist es für mich aber keineswegs. Und überhaupt müssen Sie nicht denken, dass ich, nur weil ich die Angewohnheit habe, mich gerne etwas spaßig auszudrücken, nicht verstehe, was Sie sagen wollen oder gar oberflächlich bin. Was gewisse menschliche Spitzfindigkeiten betrifft, mag das vielleicht so sein, aber nicht was die wirklich wichtigen Fragen unserer Existenz und meines eigenen Daseins angeht. Mit diesem Humor versuche ich der Schwere des Lebens wütend zu trotzen, so wie ich sie selbst sehr gut kenne, denn das Dasein ist schon schwer genug auch ohne dass ich dessen Ernst wie einen Orden vor mich her trage, bewundere aber ebenso die Ernsthaftigkeit und Hingabe, mit welcher Sie sich, den Briefen nach zu urteilen, dem Schrecken und der Traurigkeit zu stellen suchen, um Ihr Selbst zu bewahren, nicht zu dulden, dass es begrenzt wird und um andere Menschen wahrhaft lieben zu können, so wie es Ihrer
Vision der menschlichen Liebe entspricht. Und dennoch spricht aus allem, was Sie über die Schwere schreiben, ein großer Optimismus. Ich kenne Sie und Ihr Leben nicht gut genug, um zu wissen, wie weit Sie tatsächlich die Ängste der Einsamen kennen, die sogar jene befallen, welche die Einsamkeit brauchen wie die Luft zum Atmen, jedoch zeigen mir Ihre Zeilen, dass Sie zumindest teilweise aus eigenem Empfinden wissen müssen, worüber Sie schreiben und gerade das macht Ihre Briefe tröstlich in der Gewissheit, dass es immer Menschen gab und geben wird, die den Mut haben, der inneren Wahrheit in das grausame Gesicht zu sehen, aus der Hoffnung heraus, damit zur Geburt einer besseren Welt beizutragen. Eigentlich wollte ich noch viel mehr schreiben, gerade auch über das, was Sie über das Schaffen und die Kunst erklären, doch genau genommen gibt es dazu nicht mehr zu sagen, als dass es genau so ist, auch das, was Sie über das natürliche Wachstum schreiben, und doch wieder nicht ist, weil das Innere nichts ist ohne das Äußere und das Äußere nichts ohne das Innere, ebenso wie ein Same zwar im Dunkel keimen, aber der zarte Keim nicht ohne Nahrung und Licht wachsen und blühen kann. Aber es ist wahr, je jünger das Pflänzchen ist, um so wichtiger ist das richtige Maß, denn genauso wie zu wenig Sonne und Nahrung, so können auch zu viel Sonne und andere äußere Einflüsse das Pflänzchen verbrennen und töten. Weder ein Zuviel noch ein Zuwenig kann die Entwicklung beschleunigen, deren Geschwindigkeit ganz im eigenen Sein angelegt ist.

Ich danke Ihnen ganz herzlich für die wunderbaren Zeilen, die es mir vergönnt war zu lesen, und die ich sicherlich in meinem Leben noch öfters zur Hand nehmen werde, um mich an ihnen zu erfreuen.

Ihre

Zucker

Ich schaue

gerade "Goebbels und Geduldig" im Ersten. Das ist ja wirklich mal ein richtig witziger Film zu dem Thema. Ich lach mich schlapp.

Freitag, 6. April 2007

Von Links nach Rechts singen (Fluorit)

Im Traum singe ich eines meiner Lieblings-Geschichtenlieder:

Es war einmal ein König,
der schlief des nachts nur wenig,
denn er zählte alle Sterne
und er hätte so gerne
nur für sich allein besessen,
sie am liebsten aufgefressen.
Er wurde ganz von Sinnen
und fiel von seiner Zinnen
in einen tiefen Teich
ein Goldfisch frass ihn gleich,
ein Goldfisch frass ihn gleich.

Eine junge Frau hört mir fasziniert dabei zu. Als ich fertig bin, sagt sie, dass es eine Art zu singen gäbe, die die meisten nicht hören könnten, so eine Art räumliches Singen oder Surround-Singen. Ich könne so singen, auch wenn ich es selbst nicht weiß. Ich würde von Rechts nach Links singen.

Zitat: Der Fluorit hilft dabei, sich selbst zu strukturieren und eine eigene, authentische Ordnung zu entwickeln.
Wenn Chaos herrscht, bringt er Ordnung ins Denken und Handeln, wirkt positiv auf Koordination, Konzentration und Verstand. Er wirkt auch anregend bei starrer Ordnung und festgefahrenem Leben. Hier regt er den Freigeist an, stärkt den Bewusstseinssinn und macht kreativ und erfinderisch.
Er verleiht Gefühlstiefe und löst kleinkariertes Denken auf.
Der Fluorit hält den Geist wach, flexibel und weitsichtig.

Donnerstag, 5. April 2007

Ist ja ein Ding!

Altägyptische Mumie in Jena gefunden:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,475824,00.html

Erstaunlich, was man so alles hier finden kann...

Mittwoch, 4. April 2007

Heute scheint ein Abend der Überraschungen zu sein...

Nicht nur das Päckchen von Xchen kam an, nein, ich erhielt auch noch einen Brief, der mir den Atem stocken ließ, denn der Absender nennt sich Benedetto di Savonarola vom Vikanischen Konzil zur medialen Ahnenforschung. Beim ersten flüchtigen Blick dachte ich erst an das Vatikanische Konzil, aber die können wirklich nichts von mir wollen. Seltsam ist, dass das Vikanische Konzil ebenfalls seinen Sitz in Rom zu haben vorgibt. Was für ein Zufall!
Der ehrenwerte Benedetto di Savonarola schreibt mir:

am 2. April im Jahre des Herrn 2007

Hochverehrte Frau XXXXXx!

Das Vikanische Konzil zu Rom und Köln hat am heutigen Montag in einer gemeinsamen Sitzung im Rahmen der XX. Internationalen Ahnenforschung 2007, beauftragt durch die ehrenwerte Golden Esoteric Society, festgestellt, dass auch Sie heute in dieser ganz besonderen Angelegenheit angeschrieben werden müssen. (Hui!)....

...Sie haben körperliche Ahnen, denen Sie Ihr Dasein als Mensch zu verdanken haben. Das sind Ihre Eltern, Ihre Großeltern, und so weiter.....
...Ihre Ahnen sind wichtig für Sie, denn sie prägten Sie und sie verantworten Ihre Gene und vieles, was Sie in körperlicher und persönlicher Weise heute sind.

Doch viel, viel wichtiger für Sie, wie für alle Menschen, sind Ihre medialen Ahnen!
Das sind Seelen, die sich im Laufe der Jahrtausende, die wir Menschen auf Erden wandeln, wiederum mit Ihrer Seele verbunden haben, und die Sie in der Entwicklungsgeschichte Ihrer Seele und Aura geprägt und geleitet haben....

...Ihre medialen Ahnen sind von allergrößter Wichtigkeit für die folgenden drei Bereiche Ihres Lebens, wir nennen Sie auch das "mediale Dreieck": Gesundheit, Wohlstand, Zuneigung. (Aha!)

...Und Sie, liebe XXXX, haben nach unserem Erkenntnisstand unter vielen anderen einen ganz besonderen medialen Ahnen, der für Sie ein unglaubliches Glück bedeuten wird...

Einer meiner direkten Vorfahren, der 1498 verstorbene große Girolamo Savonarola, der eines der größten spirituellen Leitbilder aller Zeiten ist, ist nach diesem Erkenntnisstand einer Ihrer medialen Urväter, verehrte XXX! (Wow! Der große.....wie war nochmal der Name?........Girolamo Savonarola! Wahnsinn! *umkippt*)


Leider will mein mir bis heute unbekannter Urvater Girolamo Savonarola gerne 29,73 €, bevor er mir verrät, wie ich für immer ein glückliches und sorgenfreies Leben führen kann.
Was mich aber absolut beunruhigt ist das seltsame Gefühl, dass man irgendwo und irgendwie meine tägliche Lektüre überwacht. Wie kann es sonst sein, dass ich Post von Indianern bekomme, wenn ich schamanische Bücher lese, Post von Wahrsagern und Astrologen bei astrologischen Büchern und Post von medialen Urvätern bei Blavatsky? Und vor allem die Briefe immer ganz genau irgendwelche in meinem Blog kürzlich gefallene Begriffe wiederholen, wenn auch in etwas merkwürdigen Zusammenhängen? *langsam paranoid wird* *sich hektisch umschaut*

Heiliger Girolamo Savonarola, verschone mich!

Etwas,

was ich wirklich hasse, sind diese Leute, die hinter einem an der Kasse stehen und meinen, mir ständig ihren Einkaufswagen in den A..... schieben zu müssen. Sie könnten ja etwas verpassen, wenn sie zwei Sekunden später 20 cm weiter sind. Bei mir weckt sowas immer spontan den Eselreflex - ich bleibe erst recht stehen und mache richtig schööööön laaaangsaaaam. Selbst schuld...

Dienstag, 3. April 2007

Irgendwie

habe ich den Eindruck, das Geiselnahme langsam zur neuen Trendsportart wird.

Ich habe

jetzt bereits Angst vor dem Fensterputzer, der im Frühjahr immer durch unsere Büros zieht. Meine Gedanken drehen sich nur noch darum, dass er plötzlich in der Tür steht. Wie kann man Angst vor einem Fensterputzer haben? Ganz einfach, ich seh ihn jetzt schon wieder vor mir, wie er auf das Fensterbrett steigt und darauf herumbalanciert. Alleine bei dem Gedanken wird mir schlecht. Als er beim letzten Mal da war, habe ich mich unauffällig unter dem Tisch verkrochen, wie früher als Kind, wenn ich Angst vor dem
Weihnachtsmann hatte. Natürlich hätte es weder ihm, noch mir irgendetwas genutzt, wenn er den Absturz gemacht und ich dabei untem Tisch gehockt hätte. Und natürlich kann er auch aus jedem anderen Fenster fallen, aber dann bin ich wenigstens nicht dabei. Ich überlege, ob ich ihm sage, dass er oben nicht zu putzen braucht, aber wahrscheinlich hat er andere Anweisungen.
Erleichtert war ich übrigens, als meine Schwägerin erzählte, wie sich beim Anbringen der neuen Markise auf dem Balkon im 10. Stock alle Männer geweigert haben, auf die Leiter zu steigen. Sie ist selbst hinaufgestiegen, während mein Bruder und ihr Bruder unten die Leiter festgehalten haben. Normalerweise würde ich ja sagen: typisch Männer, schicken wieder die Frau vor, aber ganz unter uns und im Vertrauen gesagt - ich könnte auf meine Schwägerin eher verzichten als auf meinen Bruder.

Pünktlich wie der Glücksklee

Ich brauche nicht mehr hinauszugehen, brauche nicht aus dem Fenster zu schauen, kann alles verriegeln und verrammeln und die nichtvorhandenen Fensterläden schließen, trotzdem würde ich es sofort mitbekommen, wenn der Frühling da ist. Das liegt an dieser kleinen fabelhaften, falterhaften, aber alles andere als flatterhaften, und selbst von mir unausrottbaren kleinen Blume in meiner Küche. Ich weiß nicht, wie die es macht, aber obwohl sie bei mir warm, trocken und sonnig steht, verliert sie pünktlich zum Herbst alle ihre Blätter, bis nur noch die blanke Erde aus dem Topf guckt. Den lasse ich dann den Winter irgendwo rumstehen, vergesse ihn in irgendeiner Ecke, bis die Erde steinhart ist. Jedes Jahr denke ich, wenn mein Blick darauf fällt: "Na, das wird doch nix mehr...." Und jedes Jahr wieder, seit ich weiß nicht wie vielen Jahren, muss ich erstaunt feststellen, wie sich pünktlich zum Frühjahr das erste Stengelchen aus der harten Erde schiebt und bald der ganze Topf mit mahagonifarbenen Faltern übersät ist. Es ist ein Wunder!
Ich kann nur hoffen, dass das Glück, das sie bringen, genauso unvergänglich ist.