Alien
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Donnerstag, 10. Juli 2008

Ich kann mir nicht helfen,

aber ich habe den Eindruck, daß Garantieinformationen von Jahr zu Jahr kleiner geschrieben werden. Inzwischen braucht man eine Lupe, um sie zu entziffern. Fehlt bloß noch, daß man sie irgendwann unter dem Mikroskop suchen muß.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Die Schwimmprüfung mit Haiwarnung

In einem Haushalt wohnt Herr Books and More zur Untermiete. Ich ebenfalls, aber als eine Art Angestellte. Vor seinem Zimmer steht ein kleiner Rollwagen, auf dem immer alles deponiert wird, was er benötigt, wie frische Handtücher, Frühstücksgedecke u.ä. So wird er nicht gestört und kann sich die Sachen selbst nehmen. Er ist ein sehr sympathischer und freundlicher Mann, der stets helle Klamotten trägt und einen athletischen Körper, sowie naturblonde Haare hat. Manchmal unterhalten wir uns, sitzen dabei aber nicht auf Sesseln und Stühlen, sondern ganz leger auf dem Tisch oder der Anrichte und lassen die Beine baumeln. Zur Zeit ist er nicht da, so wie auch sonst niemand. Ich bin allein und das ist mal ganz schön so. Auf den Rolli stelle ich ein weißes Kaffeegedeck.
Später finde ich mich über eine großen Wasserfläche wieder. Dort stehe ich nur auf dem kleinen Sims einer Mauer und halte mich mit einer Hand irgendwo fest. Der Sims ist so schmal, daß man ohne das Festhalten direkt ins Wasser fallen würde, man hängt auch mehr oder weniger mit dem Oberkörper darüber, je nachdem, ob man den Arm anwinkelt oder durchstreckt. Neben mir ein Mann in der gleichen Position. Auf einem Boot kommen meine Arbeitgeber aus der Wohnung angefahren und rufen uns zu, daß es nun Zeit für die Prüfung wäre. Die Prüfung, natürlich, das mußte ja irgendwann mal kommen. Wir sollen schwimmen und mit einem leichten Köpfer lasse ich mich vom Sims aus in das Wasser gleiten. Mit weit ausholenden Schwimmstößen fliege ich regelrecht durch das Wasser. Sogar mir kommt das verdammt schnell vor. Im Hintergrund höre ich aus dem Boot einen erstaunten Wortwechsel: "Wow! Sie wiederholt ja den Sommerrekord von (Jahr). Unglaublich, wie die schwimmen kann.!" Nanu, daß ich sooo schnell bin, hätte ich nicht geglaubt. Die anderen anscheinend auch nicht. Ich habe überhaupt den Eindruck, daß sie mir nicht viel zugetraut haben und deshalb von mir um so erstaunter sind. Ein kleines Triumpfgefühl überkommt mich. Also kann ich doch etwas richtig gut. Ich bin allein im Wasser, meinen Begleiter habe ich wahrscheinlich schon abgehängt, und schwimme jetzt auf das gegenüberliegende sumpfige Ufer zu. Da höre ich aus dem Boot den Warnruf: "Du schwimmst genau auf die Haie zu!"
Ach ja, die sollen sich ja hier am Ufer aufhalten, merkwürdig, daß es hier mehr sind als in der Mitte des Wassers. Vielleicht ist das Ufer ihr Jagdgebiet. Ich bin schon so weit am Ufer, daß ich direkt an ihm entlangschwimmen muß, um auf die andere Seite zu gelangen, da Gestrüpp und Ruinen den geraden Weg zurück versperren. Wohlbehalten komme ich am Ziel an und lasse mich feiern. Meine Arbeitgeber sind plötzlich ganz anders zu mir, viel aufmerksamer, respektvoller und freundlicher, und sie nehmen mich gleich voll in Beschlag. Ich muß sie tatsächlich stark beeindruckt haben.
Nachdenklich betrachte ich meine Zehen. Sie sind noch alle dran. Seltsam, daß sich nicht ein Hai hat blicken lassen, obwohl die hier relativ häufig angreifen. Vielleicht habe ich ja irgendeinen Geruch an mir, den die Haie nicht mögen.

Dienstag, 8. Juli 2008

Telefonat

Bei Telefonaten mit meinem Kumpel muß ich immer grinsen. Heute ging das z. B. so:
Er: Na, was macht die Arbeit?
Ich: Im Moment gar nichts, weil ich Urlaub habe.
Er: Falsche Antwort.
Er: Wie lange hast du denn Urlaub?
Ich: Vier Wochen.
Er: Falsche Antwort.
Zum Ende hin:
Er: Na dann schlaf dich morgen schön aus.
Ich: Klar. Mach ich und ich werde dabei an dich denken.
Er: Ok. Ich werde dich morgen früh um Sechs daran erinnern.

*ggg*

Liebe auf den ersten Griff

Normalerweise denkt man ja, daß sich Steine vor allem durch ihr Aussehen und ihre chemische Zusammensetzung unterscheiden. Zwar weiß man, daß sich auch die Oberflächen unterschiedlich anfühlen können, aber wie fein diese Unterschiede tatsächlich sind, erfährt man bewußt wahrscheinlich erst, wenn man sich wie ich über den Tastsinn in einen Stein verliebt. Ich mag generell Steine und es gibt herrlich anzuschauende Exemplare mit phantastischen Farben, Formen und Einschlüssen. Besonders schöne Fotos kann man in diesem Edelstein-Lexikon betrachten. Der, den ich meine, ist jedoch völlig unscheinbar und fiel mir in der großen Schublade voller Tünnef meines Vaters zuerst überhaupt nicht auf. Blaß, in hellbeige-gemuschelt und zu einer Kugel geschliffen lag er in der Ecke, wenig spektakulär anzuschauen. Beim Räumen nahm ich ihn in die Hand und wollte ihn auf einmal nicht mehr loslassen. Erst da fiel mir das Besondere auf, die unvergleichlich zarte Oberfläche. Ich betrachtete ihn nun mit ganz anderen Augen und nahm ihn begeistert mit nach Hause. Lange überlegte ich, warum sich dieser Stein so anders anfühlt als die anderen. Ich habe einige Handschmeichler und Kugeln zu Hause, aber keiner fühlt sich genau so an. Es ist nicht nur die Feinporigkeit im Vergleich zu den sonst glattesten Steinen, sondern auch eine gewisse Wärme, die von ihm ausgeht. Er ist nicht kühl und glänzend, wie zum Beispiel Jade, sondern matt, nicht nur vom Aussehen, auch beim Tasten, und im Vergleich zu anderen Steinen warm, obwohl er natürlich bei der ersten Berührung ebenfalls kühler als die Hauttemperatur ist. Es ist zwar etwas seltsam, dies von einem Stein zu sagen, aber ich empfinde ihn fast als kuschelig. Zur Zeit ist er mein Lieblingsstein. Er liegt auf der Ablage neben dem Bett und fällt dort mit seiner Tarnfarbe kaum auf. Sogar ich übersehe ihn weiterhin regelmäßig. Doch habe ich ihn erst einmal in der Hand, fällt es mir richtig schwer, mich wieder von ihm zu trennen. Ich weiß nicht genau, welche Art Stein es ist, jedoch nach Durchforsten des obigen Lexikons, würde ich sagen, es ist ein Jaspis, aber einer der völlig unscheinbaren Sorte, wie der Nunkirchner Jaspis.

Versäumnisse

Ich nehme mit Lutz nachmittags über längere Zeit an einem Photoshop-Kurs teil, allerdings kommt mir ein Studium oder eine berufliche Weiterbildung dazwischen, so daß ich schon zwei Wochen nicht mehr dort war. Der Kurs hat bereits geendet, aber da fällt mir ein, daß Lutz noch ein Buch von mir besitzt. Da es eher unwahrscheinlich ist, daß wir uns danach oft sehen werden, erinnere ich ihn daran, es mir zurückzugeben. Gleichzeitig fällt mir aber auch ein, daß ich ebenfalls noch eines von ihm besitze. Oje, das hatte ich ganz vergessen. Das werde ich natürlich ebenfalls schnellstens zurückgeben. In dem Zimmer, in welchem ich mich befinde, ist eine kleines Loch in der Decke, wo die Tapete herunterhängt und der Putz brökelt. Da muß aber jemand über mir ziemlich heftig herumgepoltert haben, daß bei mir schon der Putz herunterkommt. Ich soll das Buch in einem Exzerzitium hinterlegen. Dies ist ein Raum mit hohen Flügeltüren, der mir gezeigt wird. Aus irgendeinem Grund, der mir unbekannt ist, ist es ein besonderer Raum. Ich finde darin zwischen weiteren Bücherstapeln ein in blau-weiß gehaltenes Schreibheft, auf welchem deutlich "Tagebuch" geschrieben steht. Es ist das Tagebuch meines Bruders und es befinden sich fast nur Zeitungsausschnitte darin. Es interessiert mich sofort und ich werde es auf jeden Fall mitnehmen. Später im Traum mit Elsa in Spanien. Was ich ausgerechnet in Spanien mache ist mir unbegreiflich oder besser gesagt, kommt mir spanisch vor. Hier bin ich so weit weg von zu Hause, daß ich wahrscheinlich Schwierigkeiten haben werde, zurückzufinden, zumal sich in Spanien unsere Wege trennen und ich auf mich allein gestellt bin. Glücklicherweise bietet mir eine Frau an, sie auf der Heimreise zu begleiten, die in ungefähr die gleiche Richtung geht.

Montag, 7. Juli 2008

Es nervt mich total,

daß es nirgendwo im Umkreis in den Supermärkten Berliner Weiße zu kaufen gibt. Man möchte das mitten in Berlin kaum glauben, das ist ja wie im Ostblock. Obwohl, damals ist man in den Konsum oder in die Kaufhalle gegangen, da gab es zwar eine Menge nicht, vor allem nicht das ganze überzuckerte und fette Zeug, aber dafür IMMER Berliner Weiße und auch den dazugehörigen Sirup, den man jetzt ebenfalls mit der Lupe suchen muß und selten findet. Ich habe den Eindruck, die Supermärkte in meiner Nähe werden nicht von Berlinern geführt.

Sonntag, 6. Juli 2008

...

Du bist wie deine tiefen, drängenden Wünsche.
Wie deine Wünsche, so ist dein Wille.
Wie dein Wille, so ist deine Tat,
und wie deine Tat, so ist dein Schicksal.

(Upanishaden)

Freitag, 4. Juli 2008

Optische Täuschung

Kurz bevor ich heute morgen zur Tür hinaus wollte, fiel im Halbdunkel des Flures mein Blick auf den hohen Spiegel neben der Tür und meiner Gestalt darin, insbesonders die untere Hälfte. Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf fuhr, war: "Ich sehe ja so dünn aus, da kann doch irgendwas nicht stimmen!" Ich fand, daß ich das näher untersuchen sollte, auch wenn ich damit später zur Arbeit komme, und schaltete das Licht ein. Ich wendete mich nach links, wendete mich nach rechts, betrachtete mich von hinten und hätte schwören können, daß ich abgenommen haben müsse, denn mein Hintern sah in der Hüfthose, welche ihn sonst breiter scheinen lassen, als er ist, schmal wie der einer Gazelle aus und das kleine Bäuchlein, das immer aus den bescheuerten Hüfthosen hervorquillt, wirkte im Gegensatz zu meiner Erinnerung fast flach. Nun bin ich keineswegs dick, habe aber absolut keine Figur für Hüfthosen. Wenn ich sie trage, dann nur aus reiner Verzweiflung, weil ich sonst nichts anderes finde, worin ich mich nicht fühle wie meine eigene Großmutter. Warum es nicht möglich ist, auch modisch-lässige Hosen mit höherem Bund herzustellen, ist mir unbegreiflich. Jedenfalls war ich von dem Anblick im Spiegel angenehm überrascht und konnte es nicht wirklich glauben. Deshalb mußte ich das gleich nach der Arbeit noch einmal nachprüfen. Leider konnte ich die Gazelle vom frühen Morgen nicht mehr ganz so eindeutig im Spiegel erkennen. Vielleicht ist das morgendliche Licht anders, vielleicht war es auch mein Traum-Ich, welches ich im Spiegel sah, weil ich noch nicht wach gewesen bin, aber ich sollte generell nur noch zu dieser Zeit hineinschauen.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Zurück aus dem Loch

Knapp drei Wochen lang klemmte ich in einem schwarzen Loch, einem sehr perversen Loch, da mich gleichzeitig der Ohrwurm "Schön ist es auf der Welt zu sein" quälte, was gerade, wenn einem alles sinnlos erscheint, ungefähr genauso pervers ist, wie wenn man halb tot durch die Berge irrt, mit Boney M. im Kopf, und glaubt, dort mit Boney M. verrecken zu müssen. Jedenfalls muß nur in zwei Tagen der Urlaub anstehen und schon kann mich nichts und niemand mehr ärgern. Ich sollte öfters Urlaub haben. Ich machte mir sogar einen Spaß daraus, in all diesen verkorksten Situationen und Steinen der letzten Zeit das Gute zu suchen und zu finden, nicht weil es tatsächlich etwas Gutes gibt, sondern einfach aus reinem Trotz, um irgendjemandem da draußen die Nase zu zeigen.
Inzwischen habe ich auch wieder mehr Lust, etwas zu schreiben und mitzuteilen, während vorher jedes Wort zuviel war.
Letzte Woche hatte ich eine 24-Stunden-Rundumverkabelung, um den Blutdruck zu messen und dabei wurde festgestellt, daß mein Blutdruck, der ja schon mit Medikamenten eingestellt ist, zwar nicht besorgniserregend ist, allerdings nachts nicht absinkt. Dies ist wohl überhaupt nicht gut, da die Erholungsphase fehlt und deshalb wurde ich gleich wieder zur Ärztin zitiert. Selbst hätte ich sowas ja nie mitbekommen, da ich mir beim Schlafen schlecht den Blutdruck messen kann. Wenn ich so an meine Träume denke, wundert es mich andererseits überhaupt nicht, daß mein Blutdruck nachts nicht absinkt, allerdings frage ich mich, sinkt er nicht wegen der Träume oder träume ich so viel wegen des Blutdrucks?

Mittwoch, 2. Juli 2008

Science Fiction

Das waren Zeiten, als das alte Raumschiff Enterprise mit dem Vater aller Raumschiffkapitäne James T. Kirk durch die Weiten des Weltalls düste, denn damals, da verstand ich noch die Dialoge und entwickelte ein zumindest transitierendes Verständnis für die neuesten Technologien der Zukunft. Warpantrieb, Phaserwaffen, Beamen und Tricoder - alles kein Problem. Wurmlöcher gab es, so glaube ich, dort auch schon, aber es wurde nicht viel darüber geredet, sondern sie wurden einfach mit viel Ruckeln und Zuckeln und manchmal einigen Blessuren durchflogen. Wenn ich mir dagegen heute eine Folge "Stargate" anschaue, verstehe ich von den Dialogen nur Bahnhof. Da ist von Subräumen, Hyperräumen, Singularitäten, Replikatoren und Alpha-Basen die Rede und ich sitze mit drei Fragezeichen über dem Kopf im Fernsehsessel und denke "Äh....wie jetzt?". Aber ok, damit Science Fiction im Zeitalter der Quantenphysik des Genre-Titels gerecht wird, sollte das schon so sein. Schließlich können wir ja nicht für ewige Zeiten mit einem läppischen vorsintflutlichen Raumschiff durch die äußerst menschlichen Galaxien eines singularen Universums fliegen.

Montag, 30. Juni 2008

Die Wadenoperation

Während ich auf einer Arztliege liege, wuseln zwei Krankenschwestern um mich herum und ich erfahre, daß an mir eine Wadenoperation durchgeführt werden soll. Hm, eine Wadenoperation. Damit kann ich wahrscheinlich hinterher schlecht zur Arbeit laufen. Da ist eigentlich eine Krankschreibung nötig. Vorsichtshalber frage ich die Schwestern, um mich zu vergewissern, denn ansonsten müßte ich die Wadenoperation wohl abblasen. Aber sie nicken und bestätigen, daß ich bis zum 21. krankgeschrieben werde. Ich rechne nach - das ist genau eine Woche. Meine Ex-Chefin erfährt von der Wadenoperation, wie auch immer, vielleicht habe ich sie angerufen und fragt mich, ob ich jetzt etwa Ballack nacheifern will. Nein, natürlich nicht. Es ist reiner Zufall, daß ich es ebenfalls mit der Wade habe. Obwohl, ein wenig seltsam ist der Zufall schon. Ob da mehr dahintersteckt?

Samstag, 28. Juni 2008

Reduziert

Reduziert

Aufwachtraum mit Exzorzismus

Ich erwache in meinem Bett und stehe auf, um durch die Wohnung zu laufen. Schon bald wird mir klar, daß irgendetwas nicht stimmt. Dies muß ein Traum sein. Um diese Feststellung zu untersuchen, betrachte ich nun genau alle kleinen Details in der Wohnung. Ja, bestimmte Details stimmen nicht mit der Realität überein, also träume ich. Plötzlich schwebe ich unvorbereitet und mit so viel Schwung nach oben, daß ich mit dem Kopf gegen die Decke stoße. Diese gibt wie Gummi nach, so daß auf der anderen Seite wohl eine Beule zu sehen war. Merkwürdig. Es ist zwar ein Traum, aber gummiartige Wände scheinen mir selbst hier etwas deplaziert zu sein. Leider schwebe ich weiter zwischen Fußboden und Decke, ohne daß ich etwas dagegen unternehmen kann. Inzwischen habe ich im Rücken eine Wand und schwebe etwas niedriger, aber meine Füße hängen immer noch zu weit über dem Fußboden, als daß ich ihn erreichen könnte. Ich bekomme es mit der Angst zu tun, da ich absolut keine Kontrolle über die Situation habe und das Gefühl, einer unsichtbaren Macht absolut ausgeliefert zu sein. Diese Macht hebt mich in die Luft und läßt mich da baumeln, selbst mit aller Anstrengung gelingt es mir nicht, auf den Boden zu kommen. Allerdings fühle ich nicht, daß mich irgendjemand anpackt - ich spüre, während ich hänge, ganz genau an meinem Körper nach -, es ist eher, als würde ich in sehr tragendem Wasser schweben. Panisch überlege ich, wie ich der Situation entkommen kann, denn daß ständige Schweben wird mir immer unheimlicher, außer Beten fällt mir allerdings nichts ein. Nun verdächtige ich jedoch im Augenblick gerade Gott, der Übeltäter zu sein, weshalb ich mich frage, ob es überhaupt Sinn macht jetzt zu beten, wenn er solche Spielchen mit mir spielen will. Gleichzeitig fallen mir aber auch die Exzorzisten-Filme ein. Schweben die Besessenen da nicht auch in der Luft rum? Da ich absolut keine andere Idee habe und mir Beten in manchen Situationen schon oft geholfen hat, beschließe ich, es einfach zu tun. Erschreckt murmle ich ein paar Gebetsformeln und werde augenblicklich sanft auf dem Fußboden abgesetzt. Erst hinterher wird mir bewußt, daß ich in meiner Aufregung gar nicht zu Gott, sondern zu Maria gebetet habe. Upps.
Vor mir steht jetzt meine Haushaltsleiter, auf welcher eine seltsame Gestalt in langem, jägergrünem Gewand und schwarzem Hut hängt und mir den Rücken zukehrt. Hängen ist das richtige Wort dafür, denn eigentlich wirkt es so, als wären nur ein Hut und ein Gewand auf der Leiter drapiert, Trotzdem spüre ich, daß eine Kreatur darin steckt. Diese wendet sich nun unendlich langsam zu mir um. Ich vermute den Tod darin und fürchte mich vor dem Anblick des Gesichtes, denn dieser hat mich schon einige Male besucht und war nie besonders schön anzuschauen. Trotzdem schaue ich nicht weg, sondern ganz genau hin, schließlich möchte ich wissen, mit wem ich es zu tun habe. Doch ein ganz normales männliches Gesicht blickt mich jetzt an und sagt etwas zu mir. Ich habe vergessen, was gesagt wurde und wer das war.
Wieder gehe ich in der Wohnung umher und bin mir nicht sicher, ob ich inzwischen aufgewacht bin, oder ob dies immer noch ein Traum ist. Erneut versuche ich dies an den Details der Wohnung zu erkennen. Mein Blick fällt aus dem Fenster auf eine Straße, die von einer Allee von Bäumen gesäumt ist. An den Bäumen hängen unzählige schimmernde Objekte, es scheinen Glocken zu sein, welche aus einem weiß schimmernden Gespinst nur in den Umrissen flächig und zart dargestellt sind. Es ist ein überirdischer und zauberhafter Anblick. Ist denn etwa Weihnachten? Nein, es ist mitten im Sommer und das Leuchten der Objekte stammt nicht von Elektrizität. Dies kann nur ein Traum sein. Also träume ich immer noch.
Jetzt befinde ich mich mitten in einem Besuchskreis bei meiner Mutter. Ich kenne die Leute alle nicht, aber zu dieser Feier gehören auch zwei geschlossene Särge, die im Zimmer stehen. Es klingelt an der Tür, ein neuer Besucher kündigt sich an. Meine Mutter möchte, daß wir uns alle mitsamt der Särge in einem zweiten großen Zimmer, welches in der Wohnung etwas geheim liegt, verstecken. Anscheinend darf der neue Besucher uns nicht erblicken. Mit den Gästen meiner Mutter sitze ich nun in einem Schulungsraum an mehreren Computern. Ich werde darauf hingewiesen, daß ich drei Websites unbedingt wiederfinden und lesen soll. Diese scheinen ungemein wichtig zu sein und Hinweise oder Adressen dazu werden mir mitgeteilt. Ich finde die Websites und speichere sie als Favoriten. Dabei hoffe ich, sie nicht wieder zu verlieren, denn sie sind anscheinend für eine mir übertragene Aufgabe unabdingbar.

Bemerkung: Der zauberhafte und überirdische Schmuck an den Bäumen ist wahrscheinlich auf den gestrigen Anblick dieser Fotos von Licht zurückzuführen.