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Donnerstag, 4. April 2013

Die Mondkalender-App

Alles dreht sich um den Mann, der schwanger ist und gleich entbinden wird. Ich bin zwar ebenfalls schwanger, aber ziehe mich trotzdem unauffällig zurück. Gerade habe ich sowieso keine Lust zu entbinden, mal abgesehen davon, daß ich noch gar nicht soweit bin. Soll er mal machen. Stattdessen spiele ich lieber mit meiner alten Puppenstube, ein riesiges Haus mit drei Zimmern, Küche, Bad, Schulzimmer, Vorgarten und umlaufenden Balkon. Außerdem suche ich mir aus einem Stapel von Kuscheltieren einen plüschigen Stier mit roter Stirn, den ich jetzt mit mir herumtrage. Eine fremde Frau betritt das Zimmer, die recht eingenommen von mir scheint. Seltsamerweise kann ich ihre Gedanken lesen. Sie findet, mit dem Stier auf dem Arm sehe ich aus wie eine Hohepriesterin - ich selbst muß dabei an die Tarot-Karte denken. Sie schenkt mir einen Irisstengel mit bunten Blüten, den ich in eine Vase stelle, in welcher bereits einige kunterbunte Iris stehen, und erklärt mir, daß sie mit mir gerne eine Mondkalender-App entwerfen und programmieren würde. Als Begründung führt sie an, daß ich woanders Dinge gesagt hätte, die sie wohl auf diese Idee gebracht hätten. Ich bin überhaupt nicht begeistert - zum einen bin ich sicher nicht die richtige Person für sowas und zum zweiten gibt es schon Mondkalender-Apps wie Sand am Meer.

Dienstag, 2. April 2013

Familiengeschichten

Feiertage sind so richtig schön dazu geeignet, wieder alte Kamellen aus der Geschichtenschublade zu ziehen und im Kreise der Familie zum besten zu geben. Wenn man Glück hat, kommen manchmal auch neue Geschichten dazu, dann wird es wenigstens nicht langweilig. So erfuhr meine Mutter vor kurzem von ihrem Cousin eine Anekdote über ihre Großeltern, die sie sogleich an uns weitergab. Meine Urgroßeltern waren beide bereits über 70, als sie während der Endkämpfe des zweiten Weltkriegs im Oderbruch und in Berlin zweimal zu Fuß nach Berlin flüchteten. Nach dem ersten Mal kehrten sie nach Küstrin zurück, doch das gab es nicht mehr, also wanderten sie erneut nach Berlin. Irgendwann auf dieser Flucht begegneten ihnen russische Panzer und sie versteckten sich im Straßengraben, um nicht gesehen zu werden. Die Panzer zogen vorüber, jedoch ausgerechnet der Führer des allerletzten Panzers entdeckte meine Urgroßmutter im Straßengraben und winkte sie zu sich heran. Sie glaubte, sie würde erschossen werden, aber stattdessen streckte er ihr ein Stück Brot entgegen. Auch das gab es.

Seltsamerweise ist es mir früher nie aufgefallen, daß von meiner Familie nur väterlicherseits wirklich alte Fotos existieren. Von der Sippschaft meiner Mutter gibt es erst ab 1945 Fotos. Bewußt geworden ist es mir kürzlich, aber es ist logisch, da die Familie meiner Mutter ja ausgebombt wurde und sie nichts anderes mehr hatten mitnehmen können, als ein Stück Schmalz. Meine Mutter rollt heute noch mit den Augen, wenn sie erzählt, wie sich die Sippe meines Vaters darüber aufgeregt hätte, daß die Russen ihr Klavier konfiszierten. Denn das ist natürlich kein Vergleich zu dem, was sie erlebte, wenn mit einem Mal alles, was man besitzt, weg ist und man nicht einmal mehr ein Dach über dem Kopf hat.

Die Familie meines Vaters wohnte auf dem Land, im schönen Spreewald, und hatte deshalb nicht viele Verluste zu beklagen. Jetzt sind einige sehr alte Fotos aus dem Nachlaß meiner Großeltern aufgetaucht, die ich noch nicht kannte. Auf den ersten beiden Fotos sieht man die Mutter meiner Großmutter, also meine Urgroßmutter, die sehr früh an Typhus oder Tuberkulose starb als ihre Tochter erst 3 oder 4 Jahre alt war (links). Sie trug noch die typisch sorbischen Trachten, was mich an den Bildern besonders fasziniert.

Urgroßmutter 1

Urgroßmutter 2

Dieses Bild ist, wie auf der Rückseite vermerkt, von Pfingsten 1921. Ich könnte nicht sagen, wer darauf abgebildet ist, aber das Foto gefällt mir an sich gut, weil es das alte Interieur so stimmungsvoll zeigt:

Pfingsten 1921

Diesen Schnappschuß fand ich auch witzig, dürfte jedoch keine Familie gewesen sein, sondern lustiges Dorftreiben:

Spreewalddörfliches Treiben

Und zum Schluß noch zwei fesche Fotos von meiner Oma aus den 20igern. Wie man sieht, hatte sie mit sorbischen Trachten nix mehr am Hut, sondern war modisch up-to-date:

Oma in den 20igern 2

Oma in den 20igern 1

Mittwoch, 27. März 2013

Meine erste Glossybox

Eigentlich kaufe ich nicht viel Kosmetik und wenn doch, dann eher Naturkosmetik, doch ich mag Überraschungen. Natürlich nur die angenehmen, die unangenehmen dagegen können mir gestohlen bleiben. Ich mag Überraschungen so sehr, daß ich nicht widerstehen konnte, jeden Monat ein Überraschungspäckchen zu bekommen. Meine erste Glossybox habe ich inzwischen erhalten, im Schnitt zahle ich monatlich knapp 11 Euro für diesen Spaß. Mein Favorit aus der ersten Box ist die Menard Herb Mask, ein Kräuterpeeling und pflegende Maske, sowas benutze ich öfters mal und kostet in Originalgröße mit 120 ml um die 60 Euro. In der Probegröße von 20 ml also ungefähr 10 Euro. Das nächste Produkt ist ein Lippenstift in Originalgröße von être belle, der Lip Sensation Vollumizing Lipstick, mit einem Wert von ungefähr 11 Euro und zum Glück in einer solch dezenten Farbe, daß man sie zu jeder Gelegenheit tragen kann. Weiter dabei ein luxuriös golden schimmerndes Creme-Bad mit Ginseng im Wert von ca. 4 Euro für 41 ml, sowie 15 ml Tagescreme von Astalift im Wert von 26 Euro. Leider weniger anfangen kann ich mit dem gold-bronze-farbenden Mineral-Schimmer-Puder von Da Vinci Cosmetics für ungefähr 8 Euro, da ich ein Sommertyp mit heller Haut bin und mir deshalb die Silberpalette und kühle Farben besser stehen. Mit Gold oder Bronze sehe ich so richtig schön krank aus, egal wo ich mir das hinpudere. Man kann im Account der Glossybox zwar ein Beauty-Profil erstellen, allerdings nur ein ziemlich oberflächliches und nach Farbtypen wird bedauerlicherweise nicht gefragt. Zumindest eine Grobeinteilung in Gold- oder Silbertyp wäre hilfreich. Aber wahrscheinlich wäre es auch zu aufwendig, wenn man bei jedem Abonnenten auf den Farbtyp achten sollte. Shampoo benutze ich zwar regelmäßig, aber das letzte Produkt Lissea glättendes Shampoo (ungefähr 6 Euro für 50 ml) ist eines für widerspenstiges Haar und meines ist alles andere als widerspenstig. Im Gegenteil, ich wäre froh, wenn es nicht immer so glatt und dünn an mir herunterhängen würde und befürchte, daß es durch das Shampoo noch schlimmer wird. Deshalb werden die letzten beiden Produkte wohl als Mitbringsel enden und es freuen sich hoffentlich andere darüber. Außerdem dabei waren in der Glossybox ein Kulturbeutel und ein kleiner Travel-Guide. Ich bin jetzt schon gespannt auf mein nächstes Überraschungspäckchen.

Diese kleine Extravaganz, die ich mir geleistet habe, hat mich zudem noch dazu inspiriert, mal wieder meinen gesamten Kosmetik-Bestand durchzuforsten und zu entrümpeln, ebenso wie meinen Kleiderschrank. Drei große Säcke mußten dran glauben und es wurde Zeit, denn ich fand eine Hose in Größe 36. Kaum zu glauben, daß ich da mal hineingepaßt habe! Und daß dies noch einmal geschieht, darauf brauche ich wohl nicht mehr zu hoffen. Die Waage hat sich in den letzten zwei Jahren beständig auf drei Kilo mehr eingependelt, allerdings von einer damaligen Größe 40. Liegt sicher daran, daß ich zu Hause oft zwei Mahlzeiten esse, während es früher während der Bürotage nur eine Mahlzeit war, oder an den Hormonen, oder auch nur an meiner dummen neuen Waage, die ständig völlig unterschiedliche Ergebnisse von bis zu drei Kilo mehr oder weniger anzeigt. Vorher hatte ich eine mechanische, die konnte man so einstellen, daß sie eine beliebige Anzahl Kilos weniger wiegt. Ich trauere ihr ein wenig hinterher.

Die erste Glossybox 03/13

Dienstag, 26. März 2013

Ausflug zur Charité

Wie man an den letzten Fotos bereits erkennen konnte, war ich mal wieder in Mitte unterwegs. Genauer gesagt hatte ich einen Termin in der Charité, den Gentest betreffend. Bei dem Termin wurde ein Gespräch mit mir geführt, meine Abstammung genauestens abgefragt und aufgezeichnet, bis hin zu den Geschwistern meiner Großeltern. Alleine einer meiner Großväter hatte elf Geschwister. Es wurde gefragt, ob unter diesen Krebserkrankungen bekannt sind, aber die hatten gar keine 'Chance', an Krebs zu erkranken, weil sie vorher schon im Krieg gefallen sind. Mir wurde erklärt, daß dies alles in einen Computer eingegeben wird und dieser das genaue Risiko berechnet. Erst wenn das Risiko über einem bestimmten Prozentsatz liegt, wird der Gentest überhaupt durchgeführt. Wenn man es dann trotzdem genau wissen will, muß man sich anscheinend einen Privatanbieter suchen, allerdings bezweifel ich, daß die Tests dort sehr gründlich durchgeführt werden. Immerhin hat die Krankenkasse schon klaglos allem zustimmt. Was der Computer ausrechnet, erfahre ich jedoch erst Mitte Mai, und zwar im Virchow-Klinikum. Außerdem wurden mir auch gleich einige 'Wellness'-Angebote gemacht. Falls mein persönliches Risiko hoch genug ist, darf ich mir in der Charité die Eierstöcke entfernen lassen, ebenso die Brustdrüsen mit Möglichkeiten des Aufbaus aus Silikon oder Eigengewebe. Wird dort alles angeboten. Cool, Eierstöcke brauche ich sowieso nicht, die nerven nur, und einen Silikon-Busen wollte ich auch schon immer haben. Nein, quatsch, war nur ein Witz. Ich mußte immer daran denken, wie ich mit Herrn N. gemeinsam über eine Kollegin geflachst habe, die jedes Jahr einen Krankenhausaufenthalt hatte und nach jedem dieser Krankenhausaufenthalte mit einem Organ weniger entlassen wurde. Tja, so schnell kommt man selbst dahin, zum 'Hohlkörper' zu werden.

Danach besuchte ich den Dorotheenstädtischen Friedhof, auf dem ich, wie ich zu meiner Schande gestehen muß, noch nie gewesen bin, obwohl dort die vielen Berühmtheiten liegen. Gerade mit der Schneedecke war es, als würde man nur durch einen kleinen Schritt seitwärts von der Straße in eine andere Welt eintauchen, weil die Straße grau und matschig lag, während auf dem Friedhof das Schneeweiß bis auf die Hauptwege fast unversehrt war. Um die Wege zwischen den Gräbern zu finden, mußte man den Fußstapfen folgen, die dort bereits hinterlassen wurden. Und diese weiße Schneelandschaft hatte wohl jemanden dazu inspiriert, seltsame Schneeskulpturen zu hinterlassen. Neben der Friedhofskatze fand ich außerdem eine Eule, sowie das Grab von Christa Wolf.

Dorotheenstädtischer Friedhof 1

Dorotheenstädtischer Friedhof 2

Dorotheenstädtischer Friedhof 3

Montag, 25. März 2013

Berlin-Mitte

Dorotheenstädtischer Friedhof in Berlin-Mitte

Dorotheenstädtischer Friedhof

Donnerstag, 21. März 2013

Die Friedhofskatze

Friedhofskatze 2

Friedhofskatze

Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof gibt es auch ein schwarze Friedhofskatze, wird ja sicher nicht dieselbe sein, die über den Jüdischen Friedhof streift. Allerdings saß sie die ganze Zeit vor dem Regenrohr und schaute ständig sehr fasziniert hinein, so als wartete sie darauf, daß aus dem Rohr Mäuse kommen.

Mittwoch, 20. März 2013

Die Schneeträgerin

Schneeträgerin

Heute auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Mitte.

Dienstag, 19. März 2013

Geschichtsprüfung und Schneesterne

Zwei weibliche Prüferinnen fragen mich über Geschichte ab. Dabei verwickle ich sie in ein das Thema betreffende Gespräch, da mir der Stoff gänzlich fremd erscheint, obwohl ich sicher bin, im Unterricht aufgepaßt zu haben, und ich so zumindest mein Interesse signalisieren möchte. Dazu kommt, daß ich manches, was sie sagen, auch einfach nicht mitbekomme. "Ich verstehe Sie akustisch nicht." sage ich dann. Jetzt erklärt mir die eine, daß es linke Tropfen, stille Tropfen und besondere Tropfen gibt. Aha. Warum habe ich davon noch nie etwas gehört? Ich bin mir sicher, daß dies nicht im Unterricht gelehrt wurde, behalte das aber für mich. Schließlich das Prüfungsergebnis: Man bescheinigt mir, daß ich süß sei. Ein etwas seltsames Ergebnis, aber es scheint, als hätten die Prüferinnen nichts an mir auszusetzen. Ob ich damit die Prüfung bestanden habe?

Im Inneren einer kleinen Kapelle schaue ich fasziniert auf ein kleines Fenster, welches hoch oben in eine ansonsten kompakte Wand eingelassen ist. Man kann durch dieses Fenster den nächtlichen Himmel sehen und im Mondlicht glänzt das dekorative Motivgitter vor dieser, durch kein Glas geschützten Öffnung golden. Es stellt einen Engel dar, wie ich feststelle. Schwärme von Schneeflocken tanzen mit einem Mal durch das Gitter hindurch in die Kapelle hinein und leuchten hell wie tausend Sterne im ansonsten dunklen Gebäude.

Sonntag, 17. März 2013

Frau Dr. (Katzen)Streu

Eine schwarze Katze hat sich dicht an mich herangeschmiegt, hier auf einem Sofa, und sich neben meinem Oberschenkel zusammengerollt. Doch sie zittert immer erbarmungswürdiger. Ich frage mich, was mit ihr los ist. Da fällt mir ein, dort im Sessel sitzt ja eine Psychologin, die könnte ich fragen. Wie heißt sie nochmal? Ach ja, Frau Dr. Streu. "Frau Streu? Wissen Sie, warum die Katze so zittert?" Sie zuckt mit den Schultern und schüttelt bedauernd den Kopf. Mit Katzen scheint sie sich nicht auszukennen.

Mittwoch, 13. März 2013

Ein Herz und eine Farbe

Durch das Einkaufscenter schlendernd und in einem Ramsch- und Dekoshop stöbernd, fällt mir ein älteres Ehepaar auf. Die Frau bleibt vor jedem Tünnef stehen, der rosa ist und ganz besonders gräßlich. Zuerst gefallen ihr rosa Kunstblumen, von denen sie einige Zweige nimmt und anscheinend kaufen will. Der Mann ist völlig begeistert: "Die sind wunderwunderschön!". Als nächstes haben ihr es rosa geblümte häßliche Teelichter angetan und der Mann findet sogar welche, die rosa und noch häßlicher sind: "Die sind so süß! Guck mal, sind die süß?". Bei jedem rosa Kitsch, den sie danach findet, bricht er in Begeisterungsstürme aus und ich frage mich so langsam, ob er das tatsächlich meint oder ob er bereits so konditioniert wurde. Schließlich ist es die Frau, die ihr gesammeltes rosa Grauen wieder in die Regale zurücklegt und sagt, daß sie doch lieber zur Apotheke gehen und etwas zum Essen holen sollten. Guter Plan! Und überhaupt war das alles wahrscheinlich nur ein spitzfindig ausgeklügelter Test.

Immerhin ist mir jetzt aufgegangen, warum es in Einkaufscentern keine Ausschilderungen gibt, zumindest nicht in diesem speziellen Center in meiner Nähe. Man soll das gesamte Center von unten nach oben und von hinten nach vorne ablatschen und möglichst viel kaufen, bevor man endlich den Shop gefunden hat, zu dem man eigentlich wollte. Vor Schreck mußte ich gleich erstmal Geld erwerben, für 5 Euro. Das kommt in die Ostereier. Die echten Scheine behalte ich natürlich selbst.

Falschgeld