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Donnerstag, 30. April 2015

Walpurgisnacht

An die Jury von 'Blogging Queen': Ist das jetzt ein adäquates Walpurgisnacht-Outfit? Meinen Besen habe ich allerdings irgendwo beim Herumfliegen stehen gelassen. Aber ich finde, es ist auf jeden Fall ein sehr passendes Outfit, um Uranus über dem MC willkommen zu heißen, der genau am 1. Mai in den Orbit eintritt. Ich weiß nicht, ob Kuchen zu backen eine bevorzugte Tätigkeit von Hexen ist, ich habe es trotzdem getan, denn mit irgendetwas muß ich mich ja stärken, wenn ich in den Mai tanze.

Walpurgisnacht2

Walpurgisnacht1

Montag, 27. April 2015

Mein neues Couchliegeoutfit

sieht irgendwie etwas nach Pippi Langstrumpf aus. Fehlt nur noch der Affe. War aber so nicht beabsichtigt.

Couchoutfit

Die Verhaftung

Auf den sumpfigen Baustellen Berlins unterwegs, lande ich irgendwann in einem Geschäft, wo es neben Speisen und einer Wursttheke auch einen Kramtisch mit Jeanshosen gibt. Zwischen Wursttheke und Kramtisch steht eine nette junge Verkäuferin. Während mir eine Speise zubereitet wird, suche ich mir drei Jeanshosen heraus, die ich später anprobieren will, und lege sie mit diesen Worten auf einen Tisch in der Mitte des Ladens. Man bittet mich, mir dann nach dem Essen die Finger abzuwischen. Aber, selbstverständlich! Zum Essen setze ich mich an den großen Tisch, die junge Verkäuferin und eine ältere, ebenfalls sehr nette, setzen sich zu mir um zu plaudern. Mit ihnen tauche ich nun in eine Geschichte ab, die ein Traum im Traum zu sein scheint. Dabei fährt die ältere zu einer Stelle am Spreeufer, wo die jüngere wie es scheint als Leiche herausgefischt wird. Doch auf der Bahre schlägt sie plötzlich die Augen auf und ist quicklebendig, woran ich nicht unschuldig zu sein scheine. Mit der ganzen Geschichte hat ein Zeitsprung stattgefunden, denn zurück am Tisch ist irgendwie die Atmosphäre verändert. Die Veränderung liegt in der Dankbarkeit, die mir entgegengebracht wird, wenn ich auch nicht genau weiß, wofür. Man bittet mich, die Jeanshosen als Gegenleistung zu behalten und zeigt mir außerdem eine Schußwaffe in Metallic-Dunkelrot. Das Metallic-Dunkelrot gefällt mir so gut, daß ich die Waffe sofort haben möchte. Ich stecke all die Dinge in einen Beutel und räume noch den Tisch sehr ordentlich auf, bevor ich den Laden verlasse.

Wieder zu Hause in meinem Kinderzimmer lege ich die Waffe achtlos zwischen meine Schuhe unter einen Stuhl und gehe ins Bett. Doch bevor ich noch eingeschlafen bin, geht die Tür auf und ein kräftiger Mann betritt das Zimmer. Ich bin erst irritiert, was er hier zu suchen hat, doch an seiner Kluft erkenne ich, daß er wohl von der Polizei ist. Hm, was soll das? Sucht der etwas? Ohne irgendetwas zu erklären geht er sofort an meinen Kleiderschrank, öffnet diesen und holt ein kleines schwarzes Päckchen daraus hervor. Er öffnet es - es enthält ein graues Pulver -, streckt es mir entgegen und bittet mich zu sagen, wonach das riecht. Ich schuppere - es riecht nach Staub oder muffiger Pappe, finde ich, allerdings ahne ich bereits, daß dies wohl nicht die richtige Antwort ist. Überhaupt, wie ist dieses Päckchen in meinen Kleiderschrank gekommen?
Der Polizist reagiert etwas spöttisch auf meine Antwort, sagt aber nichts, sondern beginnt zu protokollieren. Dabei lehnt er sich gegen den Tisch und ich merke, wie sein Blick unter meinen Stuhl fällt und dort hängen bleibt. Trotzdem läßt er sich nicht sofort etwas anmerken, erst einige Minuten später stellt er seine Frage mit einem süffisanten Wortwitz: "Dann schießen Sie mal los - was wollen Sie mit der Schußwaffe?" Ich denke nur 'Ach, du sch...!' und versuche es mit der Wahrheit:
"Öhm, eigentlich nix."
"Das heißt., Sie hatten nicht vor, sie zu benutzen?"
"Genau", bestätige ich und beginne zu erzählen, wie ich dazu gekommen bin und daß mir das Rot so gut gefiel. Der Polizist registriert das wieder ziemlich spöttisch und ich werde nun in ein anderes Zimmer zu einem Verhör geführt. Hier befinden sich mehrere Beamte, die mich noch einmal zum Rauschgift und der Waffe befragen. Es scheint mir, daß sie selbst nicht so recht daran glauben, daß ich irgendwie kriminell oder gefährlich bin, aber die Indizien sind eindeutig. Sie sagen mir, daß ich meine Strafe werde abbüßen müssen, sichern mir aber Diskretion zu. Innerlich bin ich schon dabei, mich damit abzufinden, daß ich ins Kittchen muß, und frage mich nur, wie lange es wohl sein wird und ob ich das so abbüßen kann, daß es niemand bemerkt.
Aber dann gehen doch noch die Nerven mit mir durch und ich versuche immer wieder zu erklären, daß ich mit dem Rauschgift nichts zu tun habe und nicht weiß, wie es in meinen Schrank gelangt ist. Dabei bin ich so aufgeregt, daß ich statt 'Rauschgift' immer 'Schlauschgift' sage, weil mir das richtige Wort nicht mehr einfällt. Ein Beamter hält mich am Arm fest und schaut dabei direkt mitfühlend auf mich herab, aber ich schätze, das wird mir auch nicht mehr helfen. Als ich schließlich erwache bin ich aber sowas von froh zu erkennen, daß es nur ein böser Traum gewesen ist! Mindestens so froh wie damals bei dem Traum, als ich Fünflinge geboren hatte!

Verhaftung wegen Schlauschgift- und Waffenbesitz, ich glaube, für mich braucht man manchmal wirklich einen Waffenschein. Nächstens werde ich noch wegen Flauschgiftbesitz festgenommen - dafür soll es ja hin und wieder lebenslänglich geben.

Sonntag, 26. April 2015

Ein krasser Energieschub

hat mich heute ereilt. Natürlich hätte ich mit diesem Energieschub auch die Fenster putzen können, denn das wäre dringend nötig, aber mein Lustpegel zum Fenster putzen tendiert zur Zeit bei mir gegen Null. Überhaupt, wer braucht schon saubere Fenster? Im Sommer habe ich sie sowieso immer Tag und Nacht offen.
Stattdessen wurde ich die Energie beim Tanzen los und das ganze vier Stunden durch. Das ist natürlich eigentlich übertrieben, aber irgendwie konnte ich nicht mehr aufhören. Das war wohl sowas, von dem manche meinen, daß sie das beim Joggen kriegen. Ich kriege sowas beim Joggen allerdings nicht, sondern bekomme davon nur Aggressionen. Also eine Stunde Zumbathon mit Gewichten, eine Stunde die Choreografien, die ich auswendig kann oder zumindest teilweise drauf habe, auch mit Gewichten, dann zwei Stunden die Lieblings-Youtube-Choreos geübt und Freistil, aber ohne Gewichte. Und im Fernsehen läuft zur Zeit so überhaupt nix interessantes, daß man abends gleich weitertanzen könnte. Dazu kommt, daß die Wohnung unter mir noch leer ist und das muß man natürlich ausnutzen, um sich richtig auszutoben. Später darf ich wieder nur mit meiner Katzenschleichtechnik tanzen. Also Musik voll aufdrehen und ausgelassen mithopsen, und ich muß noch nicht einmal eine Perücke festhalten:

Freitag, 24. April 2015

Aussichten

Die Sonne besuchte mich heute erneut und sofort habe ich eher Lust auf beschaulichere Tätigkeiten, weshalb ich mich mit dem Zeichenblock auf den Balkon setzte und zeichnete. Was allerdings nicht ganz so einfach war, da ziemlich heftiger Wind wehte, der die Zeichenblätter dauernd verwehte, und diese Niesanfälle sind beim Zeichnen auch nicht optimal. Ich denke mal, ich werde in diesem Jahr noch häufiger zeichnen, denn man bekommt so toll den Kopf dabei frei und kann entspannen. Und Entspannung habe ich dringend nötig, was sich sicher den Rest des Jahres nicht ändern wird. Ich werde ja nun schon seit einigen Jahren vom Wirbelwind Uranus gebeutelt und durchgeschüttelt, der im Widder über einige persönliche Punkte lief und läuft, nämlich den Uranus r und Venus in der Waage, Mond und Chiron im Widder, dabei immer noch dauernd durch das Pluto-Quadrat unter Druck gesetzt. Pluto steht in meinem Horoskop für mein altes Selbst. Ab diesem Sommer nun läuft Uranus über das MC im Widder. Ich googelte mal so, was mich dann eventuell erwarten könnte:

Uranus over the MC: Exciting career changes

A new epoch is beginning in your professional life as you tire of old goals and missions and are gripped by an urge for more freedom and independence at work. If you have been thinking of striking out on your own, this is the time to do it. You chafe under authorities at this time, but you may be fortunate to find an enlightened and exciting team of people with whom you can work. Ideals are more important than materialism, and if you can travel internationally, or involve yourself with international groups, it could not be better.

This is the time to make a break with traditions and authorities of all sorts, and to capitalize on the unique talents in your possession. More satisfaction will be gained by working freelance than if you continue in an old boring role. This may well lead to a new professional era when you fully realize your potential.

When you have Aries on the 10th house cusp, you do not need much encouragement to strike out on your own. The Uranus transit will launch you into a different orbit, and you will either start your own completely unique career, or drop the nine to five job and become free-lance. The first sign will be a clash with the powers that be, whether this is the boss or parents. The only way they can hold on to you now is by giving you complete freedom.


Es bleibt ganz sicher aufregend, allerdings bin ich ja bereits frei und genieße es jede Minute. Ich kann nicht behaupten, daß ich mich langweile. Und irgendeine Karriere im Sinne des Wortes wüßte ich erst recht nicht, was da noch kommen sollte. Na ja, das Leben steckt voller Überraschungen, also abwarten. Es wird sicher noch häufiger vorkommen, daß ich in meinem Bett aufwache und denke: In welchem falschen Film bin ich hier eigentlich gelandet?

Donnerstag, 23. April 2015

Tarnung ist alles

Das Schönste am Bloggen ist doch, wenn man nach Jahren alte Anekdoten aus dem eigenen Leben wiederfindet, die man ansonsten völlig vergessen hätte. Wenn ich zum Beispiel dieses Gespräch während der Krankengymnastik mit meiner damaligen Physiotherapeutin nicht aufgeschrieben hätte, könnte ich heute nicht noch einmal darüber lachen:

Ich, mit Beinen und Oberkörper freischwebend über Bauch zusammengeklappt (Bauchmuskeltraining), auf eine Zimmerpalme starrend.

Physio: Die Übungen strengen Sie überhaupt nicht an...

Ich: Hä? (denkend, ich hätte mich verhört)

Physio: Die Übungen strengen Sie nicht an, ne?

Ich(immer noch freischwebend): Wie bitte? Natürlich strengen mich die an!

Physio: Sie sehen aber gar nicht so aus, als ob die Sie anstrengen.

Ich: Doch! Sehen Sie nicht, wie ich zittere? (mit dem Kopf in Richtung freischwebende Beine nickend)

Physio: Wo zittern Sie? Ich sehe nichts. Also andere zittern mehr.

Ich (noch immer freischwebend): Ich zittere wirklich.

Physio: Und Sie können ja sogar noch sprechen!!!

Ich lache los (freischwebend, versteht sich).

Physio: Und jetzt lachen Sie auch noch!!!Also wenn Sie die Übungen wirklich anstrengen, dann können Sie sich aber sehr gut tarnen. Nicht mal mit der Wimper zuckt se, wenn se die Übungen macht....


In meine Yoga-Übungen, die ich mehr oder weniger regelmäßig mache, habe ich inzwischen die Asana 'Das Brett' aufgenommen, allerdings kann ich sie bisher nur 13 Atemzüge lang halten. Die ist für die Bauchmuskeln jedoch auch um einiges anspruchsvoller.

Übrigens ist mir aufgefallen, daß meine Waage eine sehr seltsame Logik besitzt. Ich bin aus Versehen auf einen anderen Personenspeicher gekommen, wo ich noch mit 40 Jahren drin stehe und mußte feststellen, daß ich mit dem aktuellen Speicher von 44 Jahren gleich ganze 500 g mehr wiege. Wiegen jetzt Zahlen auch schon mit, oder wie? Dann ist es ja kein Wunder, daß man mit zunehmendem Alter stets mehr Gewicht hat. Die Waage ist schuld! Vielleicht ist das ja ebenfalls so ein physikalisches Phänomen, welches über meinen Ereignishorizont geht.

Ansonsten konnte ich endlich Ordnung auf dem Balkon schaffen und stellte dabei fest, daß die Topinambur wieder zahlreich ausgeschlagen hat. Anscheinend ist sie die einzige Pflanze, die sich in diesem Schattenkübel hält. Wenn ich sie den gesamten Kübel überwuchern lasse, reicht es im Herbst vielleicht für eine halbe Mahlzeit. Evtl. könnte ich es ja auch mal mit Kartoffeln versuchen. Während des Aufräumens konnte ich gleich das erste Sonnenbad nehmen, herrlich! Es war tatsächlich Sonne da. Also so wirkliche, echte Sonne, Sonne, die wärmt. Was für ein Genuß!

Dienstag, 21. April 2015

Die süßen Kleinen

Wie stets, wenn ich zum Zumbakurs laufe, kam ich auch heute am Spielplatz eines Kindergartens vorbei. Am Zaun standen zwei kleine Mädels und schauten wie hypnotisiert auf die andere Straßenseite, wo sich eine aktive Baustelle befindet. Dann riefen sie laut zu den Bauarbeitern hinüber: "Ey, nackte Bauarbeiter! Ey, nackte Fotzenbauarbeiter!" Upps, denke ich, hier geht es ja ab im Kindergarten. Das erinnert mich an den Wehrerziehungsunterricht, den ich noch in der 10. Klasse erleben durfte. Als Mädels blieben wir mit dem jungen Physiklehrer als Hahn im Korb in der Schule, während die Jungs in ein Lager geschickt wurden, wo sie anscheinend nichts als schmutzige Witze lernten. Diesen Eindruck gewann ich deshalb, weil ich später einmal mit einem der Jungen im PA-Unterricht (Produktive Arbeit) Nelken erntete, was in der Tat eine eintönige Arbeit ist, allerdings nicht so eintönig wie Geranienpollen absaugen, und er mir während der gesamten vier Stunden alle schmutzigen Witze erzählte, die sie von ihrem Offizier gelernt hatten. Ich war ja fast ein wenig neidisch, denn Witze hatten wir Mädels nicht gelernt. Stattdessen gingen wir auf Schnitzeljagd. Natürlich hieß das nicht Schnitzeljagd, sondern militärisch korrekt irgendwie anders. Am frühen Samstagmorgen wurden wir nach ausgiebigem sich über den Sportplatz anschleichen und anrobben in vier Gruppen aufgeteilt und sollten jeweils eine Ecke des Schulhofes auskundschaften. Nun war in der DDR an einem Samstagmorgen nicht wirklich viel los. Wir standen also gut getarnt hinter dem Schornstein der Schule und beobachteten die Straße, auf der alle zehn Minuten mal ein Trabi vorbeiknatterte. Aber auf den Balkonen tat sich etwas bezüglich nackter Männer. Das wurde natürlich ausführlich im Detail ausgewertet und protokolliert, so wie es unser Auftrag war. Mann mit Brustbehaarung auf Balkon 9/3, Mann ohne Brustbehaarung auf Balkon 2/4, Mann mit Brustbehaarung und Glatze auf Balkon 1/4 usw. usf. Allerdings haben wir damals die Männer noch nicht sexuell belästigt. Nun ja, die Zeiten ändern sich.

Samstag, 18. April 2015

Sonnenaufgangstraum

Eigentlich mag ich keine Morgengrauen und Sonnenaufgänge. Ich finde, das erstere Wort hat durchaus seine Berechtigung, weshalb ich tunlichst immer alles versuche, diese Zeit des Tages zu verschlafen. In einem Buch las ich einmal, wenn man das Morgengrauen nicht leiden kann, könnte es daran liegen, daß man in einem vergangenen Leben im Morgengrauen geköpft wurde. Irgendwie zieht es mir gerade so komisch im Nacken. Das mit dem Verschlafen klappte heute nicht, aber diesmal erinnerte mich der Sonnenaufgang zu meiner Überraschung an Sommerferien auf dem Dorf. Gar nicht unangenehm. Die Stille, noch von keinem Autolärm unterbrochen, das Vogelgezwitscher, die klare Sonne unter blauem Himmel, nur der Hahn fehlte. Dabei gibt es, wenn man etwas in die Gärten hineinläuft, tatsächlich einen Hof mit Hühnern. Dieser ist aber zu weit weg, um den Hahn zu hören. So versank ich denn am Küchenfenster offenen Auges in Sommerträume. Und so weit hin ist es ja gar nicht mehr, auch wenn man erst durch diesen lästigen Frühling muß. Frühling ist überhaupt nichts für mich. Ist die Haut im Winter nur blaß, ist sie im Märzen blaß, fettig und picklig. Überall sprießen Haare mit einer Geschwindigkeit, die verboten und unter Strafe gestellt werden sollte. Und stets lauert die unsichtbare Gefahr eines heimtückischen Pollenüberfalls. Wirklich nichts für mich. Frühling ist die Jahreszeit, in der ich mich generell am unwohlsten fühle. Dann schon lieber ein stürmischer und verregneter Herbst. Aber vorher kommt erst der herrliche Sommer dran...

Sonnenaufgang



Diese Version von Mahalia Jackson ist immer noch die schönste, da kann man sagen, was man will. So breit und träge, wie man sich einen heißen Sommertag nur vorstellt.

Donnerstag, 16. April 2015

Verkleidungsparty und Todesspiel

Im ersten Teil der Nacht ging es noch ganz lustig zu. Es gab eine Verkleidungsparty, das heißt, jeder durfte sich aus einem Stapel alter Klamotten ein oder mehrere Outfits für die Party zusammenstellen. Ich wählte himbeerrrote Beinstulpen (natürlich!), einen beigebraunen halblangen Häkelrock, sowie ein zweilagiges Oberteil, dessen untere Lage dunkelbraun und die obere Lage wie Seide changierendes Orange war. Dazu gab es Pizzen vom Lieferservice und auch der Kühlschrank des Gastgebers war freigegeben und irgendwann fast leergegessen. Eine ehemalige Kollegin kam zu mir, in der Hand eine geöffnete Flasche Marzipanlikör, die ich bei mir real noch unangetastet im Kühlschrank habe, und fragte mich sinngemäß, warum und wie man so ein ekliges Zeug herstellt. Seit dem Aufwachen bin ich nun neugierig, ob der Marzipanlikör tatsächlich so eklig ist und ich sozusagen eine hellsichtige Geschmacksvision hatte.

Dann schlief ich wieder ein und die Parties wurden heikler, es ging nämlich nun um ein sogenanntes Todesspiel. Dazu wurde eine ausgewählte Gesellschaft in einen stillgelegten U-Bahnhof und ein leerstehendes Bahnhofsgebäude eingeladen. Ich war auch dabei, allerdings nicht als direkter Mitspieler, sondern als Hure, von denen genau 47 an der Zahl gebucht wurden, um den Spaß für die anwesenden Herren zu erhöhen. Wir hatten als Hure alle ein kurzes Mäntelchen aus weißen Federn zu tragen. Um in das Haus zu gelangen, wo das Spiel stattfand, mußte ich erst der Länge nach den stillgelegten U-Bahnhof durchqueren, welcher völlig mit Mörtel eingestaubt war und auf dessen Bänken die zu Stein gewordenen Mitspieler des letzten Spieles saßen. Denn in dem Spiel geht es darum, in einer vorgegebenen Zeit von mehreren Tagen das Rätsel zu lösen, woher die Gefahr droht und dann die Todesspirale zu stoppen. Gelingt das nicht, sterben alle Mitspieler. Im Haus selbst befand ich mich mit anderen zusammen in einem Zimmer, in welchem eine Kerze auf einem seltsamen Gestell brannte. Alle rätselten herum, was das zu bedeuten habe, bis jemand auf die Idee kam, daß die Belüftung kontaminiert sein könnte. In den Belüftungsschächten fand sich jedoch nichts, bis jemand das Fenster öffnete. Irgendetwas schien durch das Fenster hereinzuziehen und die Luft zu vergiften. Kohlenmonoxid, schießt es mir durch den Kopf, und das Fenster wird schnell wieder geschlossen. Bei einer Gelegenheit erfuhr ich beiläufig, daß wir Huren in diesem Spiel eine Art Bauernopfer darstellen, das heißt, wir haben die 'Lizenz' dazu, als erste zu sterben. Das fand ich gar nicht nett, weshalb ich versuchte, mich aus dem Staub zu machen. Dabei mußte ich feststellen, daß in diesem Haus, wenn man die Treppe zwei Biegungen nach unten lief, die nächste Biegung auf einmal wieder nach oben führte, wie in einer endlosen Schleife. Wenn man weiter hinunter kommen wollte, mußte man nach jeder zweiten Biegung nach einem neuen Treppenzugang suchen, welcher in der Nähe zu finden war.

Mittwoch, 15. April 2015

Bärlauchzeit

Im Supermarkt gibt es endlich Bärlauch, aber wie immer nur für kurze Zeit. Ich liebe Bärlauch! Also habe ich mich gleich mit einigen Packungen und ausreichend Vollkornbrot eingedeckt, denn am liebsten esse ich ihn pur gehackt auf Vollkornbrot mit Butter oder Quark. Die einfachsten Dinge sind meist auch die besten, wie das bei Pellkartoffeln ebenfalls der Fall ist. Kalte Pellkartoffeln könnte ich tonnenweise essen. Dafür würde ich jede Haute Cuisine stehen lassen. Leider ist die Bärlauchzucht auf dem Balkon in die Hose gegangen. Irgendwie wächst der bei mir nicht, dabei wächst er sonst überall. Der ganze Berliner Plänterwald duftet höchstwahrscheinlich gerade wieder nach Bärlauch. Auch in einem meiner Gedichte fand der Bärlauch bereits Erwähnung. So gesehen ist es vielleicht ganz gut, daß er bei mir nicht wächst, denn wenn es bei mir auch so duften würde, hätte ich ständig Hunger. Durch den Plänterwald kann man jedenfalls zu dieser Zeit nicht spazieren, ohne dauernd an würzige Mahlzeiten zu denken.

Montag, 13. April 2015

Sonogen geworden

Meine Schwägerin meinte letztens zu mir, ich hätte eine komplett neue Figur bekommen, denn früher hätte ich ein gebärfreudiges Becken gehabt. Hm, das höre ich zum ersten Mal, daß ich ein gebärfreudiges Becken besessen haben soll, aber auch der Onkologin ist es heute nicht entgangen, daß ich abgenommen habe. Dann setzte sie das Ultraschallgerät an den Bauch und rief ganz überrascht: "Ohhh, ich habe ja so eine klare Sicht hier! Sie sind ja richtig sonogen geworden!" Kein Wunder, wenn die Fettschichten weg sind. Sie wollte schon wieder Blut abnehmen und da sie die letzten beide Male bereits die Laborwerte hat bestimmen lassen, rief ich ganz entsetzt, daß ich auch noch etwas Blut für mich bräuchte. Na gut, lenkte sie ein, aber das nächste Mal darf sie dann wieder. Außerdem ist sie der Meinung, daß sie wegen mir noch einen Herzinfarkt bekommt, weil ich sie ständig in Panik versetze. Was soll ICH denn da erst sagen? Ich lebe sozusagen mit der Panik und soll dann noch das Kunststück vollbringen, mich von der Panik der Ärzte nicht anstecken zu lassen und einen klaren Kopf zu behalten. Gerade jetzt nervt es mich besonders, daß ab heute der Ärztemarathon erneut losgeht. Und dann will man seine Angst wegtanzen und es geht gar nicht, weil die Internetverbindung dauernd abbricht und ich keine Musik spielen kann. Die Telekom nervt mich mit diesen andauernden Verbindungsabbrüchen, vor allem abends, ebenfalls immer mehr. Einmal meldete ich eine Störung und erhielt zwei Tage lang, die Nachricht, daß die Störung noch nicht bearbeitet werden konnte. In diesen zwei Tagen ging das Internet einwandfrei. Am dritten Tag hieß es dann, die Störung wäre beseitigt und die Verbindungsabbrüche waren wieder da. Ich bin bloß froh, daß ich Fernsehen und Telefon nicht über das Internet betreibe. Da würde ich ja völlig abkotzen. Glücklicherweise brauche ich zumindest für die Playstation kein Internet und kann über die Spiele-Disc Zumba tanzen. Wenn man aber den Zumbathon schon hundertmal durchgetanzt hat, wird das auf Dauer etwas langweilig. Dafür ist er aber gut geeignet, um frustig zu tanzen, denn je wütender man tanzt, um so mehr Sterne bekommt man. Gestern tanzte ich mit Gewichten und erhielt trotzdem die Trophäe "Energizing". Daran kann man sehen, WIE wütend ich gewesen bin. Übrigens sieht es so aus, als seien die Leute in der Wohnung unter mir ausgezogen...

Gaga Nielsens Überraschungseventgutschein

Zusammen mit Gaga Nielsen mache ich einen Spaziergang. Es geht durch einen Park, wo wir ein Terrarium mit verschiedenen exotischen und großen Käferarten besuchen. Unter ihnen ein Ochsenkopfkäfer, der ein wenig wie eine Schildkröte aussieht. Gaga fragt mich, ob ich finde, daß der Ochsenkopfkäfer krank aussieht. Ich schaue genauer hin und stelle fest, daß er seine Gliedmaßen in der Tat sehr seltsam abheben und abspreizen kann. Aber ob er deshalb krank ist? Vielleicht muß das ja so sein.
Bereits etwas vorgelaufen, entdecke ich irgendwo einen kleinen versteckten idyllischen Hof und winke Gaga, damit sie mir folgt und mich nicht sucht. Im Hof steht ein Baum voller bunter Vögel und darunter eine breite Holzbank mit einer bequemen Polsterung in dunkelrot mit opulenten Blüten darauf. Gaga ist gleich begeistert von der Bank und setzt sich darauf. Neben ihr liegt ein Poststapel, den wohl jemand dort abgelegt hat. Uns gegenüber im Gebäude ist das Schaufenster eines sehr besonderen Ladens. Es ist nicht genau auszumachen, was dieses Geschäft eigentlich anbietet, es scheint ein Kramladen für alles zu sein. Auf dem Poststapel liegt ganz oben ein dunkelrotes Briefkuvert, welches sich auffällig von der anderen weißen Post abhebt. Gaga nimmt diesen Briefumschlag und gibt ihn mir, mit dem Hinweis, daß er von ihr sei und ein Geschenk für mich enthalte. Sie möchte sich, so wie ich das verstehe, für irgendetwas revanchieren. Das Kuvert enthält einen ebenfalls dunkelroten Gutschein für diverse Überraschungen, allerdings nur zwei Tage ab diesem Datum gültig. Die Überraschungen werden von eben jenem Laden gestellt, allerdings ohne daß ich sie mir aussuchen kann, schließlich sollen es ja Überraschungen sein. Ich bin ziemlich skeptisch, ob mir das gefällt und ob ich mit diesen Überraschungen etwas anfangen kann, bedanke mich aber trotzdem artig.