Alien
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Montag, 29. Mai 2006

Angeregt durch andere Weblogs....

hab ich auch mal wieder in meinen Suchbegriffen gestöbert, um zu schauen, was da für Abartigkeiten zum Vorschein kommen. Den konkurrenzlosen ersten Platz nimmt im übrigen immer noch die Goldene Hochzeit ein, sehr weit später gefolgt von den Sonnenblumen und der Prostituierten.

wie renoviere ich meine wohnung (das musste ja kommen)

wie schreibe ich einen liebesbrief (Nun ja.....)

wie mache ich ein betriebskonzept (Noch was?)

fbi ausweis selber machen (Ähm....?)

was tun wenn man genervt ist (Bin ich die Telefonseelsorge?)

warum träume ich immer ich müsste die ganze zeit alle menschen vor banditen schützen (Nun, vielleicht leidest du unter dem sogenannten Retter-Syndrom.)

was macht die Katze den ganzen Tag (Also wenn ich an meine denke, würde ich sagen schlafen.)

wann muss ich Handwerker in die Wohnung lassen (Nur mit Vorankündigung des Vermieters!)

zelten in der wohnung (spart jedenfalls die Renovierung)

vorbeugung des saurer regen (Was soll ich denn noch alles wissen?)

balzverhalten homo sapiens (ein weites Feld)

ich möchte eine frau werden (Trau dich!)

Tischlergesellenprüfung Sommer 2006 (ich habe es geahnt)

james bond küche tauchanzug (James Bond in meiner Küche? Oh ja! Nehme ich auch im Tauchanzug!*juchz*)

entenbraten in rotweinsoße

omas hirschrollbraten (also wie man mit den letzten beiden Suchbegriffen auf meinen Blog gelangt, ist mir echt ein Rätsel)

50jährige Schlafmütze (so alt bin ich noch nich)

viviana hat gar keine homepage (Achso?)

Karel Gott news

bilder von fetten männern

gruselgeschichten kostenlos

bilder abgeschnittener Finger

hinrichtungsbericht

indianische Marter

grusskarte fesseln

darbringung-im-tempel, verschollen

kobra tänzerin

tänzerin klatschnass

tänzerin zum geburtstag

prostituierte mit einem bein

prostituierte hornbach

tempel korinth sklavinnen

götterwelt in babylon

el baal astarte

seelensitz

gotteslob digital

schlappschwänze lateinisch

numerologie vatikan

engel07 kahl

personifikation mondnacht

sektflaschen gestapelt

kreativität zucker hirnhälften

linke pupille drogen

index verbotener bücher

kill bill mathematik

Also wenn...

...eine Reform durch eine Reform durch eine Reform durch eine Reform durch eine Reform reformiert werden muss, sollte man sich fragen, ob diejenigen, die für die Reformen verantwortlich sind, tatsächlich wissen was sie tun.

Sonntag, 28. Mai 2006

Das neue Bad

Die Sonne und der Regen fechten heute einen harten Kampf miteinander aus. Mal behält dieser und mal jener die Oberhand.

Jedenfalls ist es zu kalt, um es sich auf dem Balkon gemütlich zu machen, was ich zwar lieber getan hätte, aber dafür bin ich wenigstens mit dem letzten Kleinkram im Bad fertig geworden. Es sieht jetzt aus wie neu, bzw. fast neu, und die Reste des Terassenparketts haben wirklich gerade so noch gereicht, um sie im Bad auszulegen. War ja eigentlich nicht geplant, aber es war noch so viel übrig und irgendwie finde ich, dass das eine gute Idee gewesen ist, weil sich das Holz barfuss sehr gut anfühlt. Es ist viel wärmer als die Fliesen, man braucht also keinen Duschvorleger oder ähnliches. Allerdings ist es wirklich knapp gewesen, denn hinter dem Klo fehlt ein kleiner Streifen Fliesen, da ich nur noch halbe hatte. Immerhin bin ich schon froh, dass ich die Fliesen um das Klo herum vernünftig ausgesägt bekommen habe. Ich habe mir dafür extra Papierschablonen angefertigt, die ich dann auf die Fliesen übertragen habe. Und - wer hätte das gedacht - die Fliesen passen fantastisch zu meinem neuen Spiegelschrank aus Holz, der eigentlich nur ein Frustkauf gewesen ist, da ich schon seit Jahren nach einem neuen Spiegelschrank suchte. Leider kann ich nicht irgendeinen nehmen, da es in dem kleinen Bad auf jeden Zentimeter Tiefe ankommt. Mein alter Spiegelschrank war 16 cm tief und das war schon das höchste der Gefühle, aber nachdem mein Mückenschutzspray ein Loch in den Plastikboden geweicht hatte, war er absolut nicht mehr haltbar. Jeder Zentimeter mehr entscheidet darüber, ob man noch bis zum Klo durchkommt oder vorher erschlagen wird. Leider beginnen die neuen Spiegelschränke alle fast ausschließlich ab 18 cm Tiefe, was absolut zuviel ist. Das wundert mich ein bißchen, denn es kann doch nicht sein, dass nur ich so ein kleines Bad habe. Schließlich, nach jahrelangem Suchen, fand ich einen in einem Katalog, doch als ich ihn bestellte, war er schon ausverkauft (also bin ich wohl doch nicht die einzige, die ein kleines Bad hat). Dann war ich so frustriert, dass ich einfach auf gut Glück diesen Holzspiegelschrank gekauft habe, denn er gefiel mir zwar, war mit 17,5 cm eigentlich auch noch zu tief. Doch zu meiner Freude mußte ich feststellen, dass sich die 17,5 cm auf den oberen Kranz bezogen, der Korpus aber nur 15 cm mißt, was für mein Bad absolut ideal ist. Das war ein intuitiv guter Frustkauf. Jetzt stört mich nur noch ein bißchen das Plastikregal unter dem Waschbecken. Da ich schon so wenig Platz habe, versuche ich den unter dem Waschbecken natürlich auch irgendwie zu nutzen, allerdings reicht er nicht für einen normalen Waschbeckenschrank. Die passen da alle nicht. Jetzt bin ich am überlegen, ob ich, wenn man irgendwo einfache Teakholzbretter zu kaufen bekommt, mir nicht selbst ein passendes Waschbeckenregal aus ebendiesen bauen sollte. Schließlich habe ich ja schon genug fertige Möbel zusammengebaut. So schwer stelle ich mir das nicht vor. Ich sehe es echt schon kommen, dass ich tatsächlich noch anfange, meine eigenen Möbel herzustellen. Wo soll das noch hinführen?

Die Geschichte, die NICHT "Oswald - Die Terrorpuppe" heißt - Teil 8

Von den peinlichen Gedanken an meinen letzten Fettnäpfchenfehltritt, oder genauer gesagt Sahnecremenäpfchenfehltritt, wurde ich durch einen Blick auf die zerfetzte Wand mir gegenüber abgelenkt. Wie ein schwarzes, gesichtsloses Auge beobachtete mich der freigelegte Hohlraum, und dies ist nicht nur eine simple Metapher zur Hebung des künstlerischen Niveaus dieser Geschichte, oh nein, ich fühlte mich tatsächlich auf unbestimmte Weise beobachtet, sobald ich die Wand betrachtete.

Endlich entschloss ich mich aus dem Bett zu klettern, stolperte über eine leere Coladose, die auf dem Fußboden herumrollte (wie die dorthin gekommen ist, war mir ein Rätsel) und griff noch in Unterwäsche, die aus nichts weiter bestand als einem hellblauen Slip, nach dem Hammer, der in einer Ecke lag. Mit einigen geschicktem Schlägen gelang es mir, die Ränder des Loches um einige Zentimeter zu erweitern. Dann nahm ich den Schraubenzieher und schob das, was sich darin befand, mit der Spitze hin zur Öffnung. Es verhakte sich einige Male, doch schließlich, nach geduldigem Fischen, wurde ein kleines Bein sichtbar. Ich vergaß fast zu atmen vor Erstaunen, denn das, was hier das Licht der Welt erblickte, war eine kleine Puppe, kaum größer als zehn Zentimeter. Sie, besser gesagt er, wie ich aus Kleidung und Haarschnitt ableitete, schien mindestens ebenso erstaunt zu sein wie ich, denn er blickte mich mit einem geradezu komisch wirkendem, entsetzten Ausdruck an.
„Ich fasse es nicht. Da hat doch tatsächlich jemand eine Puppe versteckt.“ Fassungslos schüttelte ich mit dem Kopf. „Nein so was. Bei einem Sparstrumpf könnte ich das ja noch verstehen, aber eine Puppe!“ So führte ich noch eine Weile meine Selbstgespräche fort, setzte das Püppchen auf die Fensterbank und genehmigte mir statt eines Frühstücks ein Glas Grapefruitsaft, welchen ich trank und dabei das kleine Ding neben meinem Orchideentopf unaufhörlich anstarrte.

Zufällig bemerkte ich, dass meine Fußsohlen schwarz waren. Ich hatte zwar gestern den herabgefallenen Putz notdürftig zu einem wie mir schien riesigen Haufen zusammengefegt, doch der schmierige schwarze Staub klebte überall auf der Folie und nun an meinen Füßen.
Ich sprang deshalb unter die Dusche, was nicht nur meinen Füßen gut tat, und machte mich mit neuer Energie an die Arbeit. Dieser Mann, Robert hieß er, war völlig vergessen.

Zuerst pinselte ich eine Flasche Tiefengrund auf den sandigen Putz, welche ich hellsichtigerweise ebenfalls gekauft hatte, und als dieser getrocknet war, plünderte ich meine Spachtelpulvervorräte, welche ich in einer großen Schüssel mit Hilfe eines traditionell dekorierten polnischen Volkskunst-Kochlöffels anrührte. Eine Glättkelle war auch zur Hand und nach mehreren Stunden emsigen Rührens und Spachtelns, waren die Ziegelsteine unter einer glatten Füllschicht verschwunden. Zufrieden betrachtete ich das Ergebnis und klaubte einige Klumpen der hellen Masse aus meinen Haaren und von meinem Gesicht, da klopfte jemand an die Tür. „Himmel! Das wird doch nicht wieder mein Nachbar sein?“ betete ich, aber es kam viel schlimmer – es war Robert.
„Hi!“ grinste er und seine Grübchen sprangen mich an, während ich versuchte ruhig zu bleiben und nicht urplötzlich zu sterben.
„Wollte mal schauen, ob du gut angekommen bist und ob es dir gut geht.“

„Danke.“ erwiderte ich zerstreut, damit bemüht, meine bekleckerten Ringelleggings und das verschwitzte Unterhemd mit Würde zu tragen. Dann erst fiel mir auf, dass er immer noch vor der Tür stand und keine Anstalten machte, wieder zu gehen. Also bat ich ihn herein.
Ich merkte, wie sein Schritt kurz stockte, als er das Zimmer betrat. Eine Sekunde für ihn, eine Ewigkeit für mich, und da ich ihm nicht anbieten wollte, auf meinem zerwühlten Bett Platz zu nehmen, standen wir beide etwas verloren in der Gegend rum. Licht fiel in breiten Streifen durch das Fenster, kleine Staubflöckchen tanzten emphatisch zwischen uns in der Luft. Alle Möbel waren noch beiseite gerückt und abgedeckt.

„Hm, sieht nach Arbeit aus.“ bemerkte er scharfsinnig.

„Genau!“ antwortete ich.

„Komme ich ungelegen?“

Dämliche Frage. Die konnte er sich wohl selbst beantworten. Doch ich riss mich zusammen und erzählte schnell, was ich mit dem Zimmer vor hatte, ohne auf seine Frage einzugehen.
Dann wusste ich vor Verlegenheit nicht mehr, was ich sagen sollte und griff schnell nach der kleinen Puppe.

„Schau mal. Die habe ich in einem Ziegelstein gefunden. Ist das nicht komisch?“

Er schien weder etwas Komisches noch sonst etwas Interessantes daran zu finden, ja, ich hatte sogar den Eindruck, dass er mir gar nicht zuhörte. Wahrscheinlich hatte er sich seinen Besuch bei mir irgendwie anders vorgestellt.

„Kann man dich auch mal treffen, ohne dass du gerade blau oder beschäftigt bist?“

Dieser leise Spott in seiner Stimme gefiel mir überhaupt nicht, um es gelinde auszudrücken.
Er hätte sich ja wenigstens an seine gestrige elegantere Umschreibung erinnern können. In mir begann es zu brodeln.

„Du hast mich doch gerade erst zweimal getroffen.“ antwortete ich trocken.

„Ja, eben. Und ich würde es gerne wieder. Ich finde dich sehr nett und ich hätte Lust, mal wirklich einen ganz entspannten Nachmittag mit dir zu verbringen, ganz ohne Stress.“

Toll! Als trächtiges Zebra fand er mich also nur noch nett. Ich seufzte. Er machte einige Schritte zur Tür und trat gegen die Cola-Dose (warum lag die eigentlich immer noch da?), dann zog er ein kleines Kärtchen aus der Jackentasche.

„Hier, meine Telefonnummer. Und auch wenn du nicht anrufen solltest, melde ich mich bestimmt wieder.“ Spitzbübig grinsend platzierte er sie auf einem der Bücherstapel im Flur und drehte neugierig das obere Buch um. Es war „Die Glut der Leidenschaft“. Schlimmer konnte es nicht mehr kommen.

Donnerstag, 25. Mai 2006

Automatisch generierte deutsche Übersetzungen....

...sind zwar unterhaltsam, aber selten hilfreich.

Sie müssen Javascript haben, das Ermöglicht Wird Stellend für und Gebrauch der Browserknopf Auf. Um Javascript auf D.H. 5 zu ermöglichen + :

1.Wählen Sie "Internetoptionen" vom "Werkzeug" Menü von D.H. aus.
2.In "Internetoptionen" wählt Dialogfenster die "Sicherheits Lasche" aus.
3.Klicken Sie "auf Bestellungshöhe" Knopf an Boden. Die Sicherheits Einstellungen Dialog boxwill 4.Knall auf.
5.Unter "Scripting" Kategorie ermöglicht "Tätigen Scripting".
6.Klicken Sie "GUT" zweimal, abzusetzen.
7.Schlag Erfrischen.

Wenn Sie den richtigen Benutzernamen und das Kennwort benutzen, bitte Kontrolle, dass Sie Plätzchen haben, die in Ihrem Browser ermöglicht werden. Plätzchen sind notwendig, Staat beizubehalten, während Benutzen der Stelle (d.h.: zu wissen, dass Sie in) geloggt haben.

Wenn Sie D.H. Forscher benutzen, soll die Stelle unter jeder Ruhe arbeiten, die (Einschließlich Mittelmäßig Hoh und Hoh) außer Gesetzt Hat, "Hemmt Alle Plätzchen". Für eine volle Beschreibung, von wie und warum wir benutzen Plätzchen bitte unseres überprüfen Ruhegrundsatz.


Dass Gewebe Web bedeutet, Diener Server, Plätzchen Cookie und Knall auf Pop up, habe ich ja inzwischen mitbekommen. Doch nach einem Schlag Erfrischung und einem tiefen Durchatmen nach dem Ruhegrundsatz, werde ich mich dann doch lieber an die Original-Englische Seite halten.

Rückwärtsschießende Stiefel und ein Geheimcode

Ich war auf irgendeinem Fest mit Buden und Schaustellern. Ich glaube fast, es fand im Tierpark statt. Jedenfalls war da ein Mann, der trug altertümliche Kleidung, welche mich ein bißchen an die Uniform früherer Grenadiere erinnerte. Schwarze Stiefel bis genau unter das Knie und weiße Hosen. Dieser Mann schoß rückwärts mit seinen Stiefeln, denn er hatte an diese hinten so eine Art Lauf anmontiert, durch welchen die Kugeln abgefeuert wurden. Als er schoß, traf er zuerst eine Frau, dann seine eigene, die gleich neben ihm stand und noch eine dritte, die in einer Bude verkaufte, und alle drei kippten sofort um. Ich fand das höchst amüsant, lachte und rief "Drei auf einen Streich!" (wobei ich glaube, dass es nur Gummigeschosse waren und den Frauen nicht wirklich was passiert ist).

Danach war ich bei irgendeiner Präsentation anwesend und mir ist so, als wäre ich dabei eine Assisstentin gewesen. Außerdem glaube ich, dass eine der Anwesenden die Großfürstin Sophia Alexejewna war. Vom Präsentationsleiter wurde mir aufgetragen, ich solle in einem Nebenraum auf einer Zeittafel oder einem Kalender ein bestimmtes Datum und Uhrzeit mit einem rosa Punkt kennzeichnen. Er gab mir einen Zettel und ich ging in das Nebenzimmer, wo ich den Zettel las. Die Uhrzeit war frei ersichtlich, es war 17:30 oder 18:30 h, aber das Datum war in einer Art Code oder Rätsel versteckt, weil da von einer anderen Zeitrechnung die Rede war (an den Wortlaut kann ich mich jedoch nicht erinnern). Ich grübelte also, was das für ein Datum sein könne und wo ich auf der Tafel den rosa Punkt setzen soll. Dabei fiel mir auf, dass der Kalender auf der Tafel gar nicht mehr 2006 anzeigte, sondern schon 2007.

Mittwoch, 24. Mai 2006

Die Geschichte, die NICHT "Das Sahnecremetortenmassaker" heißt - Teil 7

Ich schlich die vielen Treppen hinauf, zumindest bemühte ich mich zu schleichen, und als ich meine Wohnungstür aufschloß, hörte ich ein Geräusch, das eine Etage höher vom Dachboden kam. Verwundert schaute ich den dunklen Treppenschacht hinauf, in welchem sich die Stufen im schwammigen Funzellicht verloren. Kurz meinte ich das Gesicht meines Nachbarn über der Treppenbrüstung zu sehen, doch sofort war es wieder verschwunden.
"Hallo?" rief ich und erhielt keine Antwort. Für ein Versteckspiel war ich einfach zu müde, weshalb ich, schulterzuckend, in meine Wohnung trat und fast augenblicklich in das nicht gemachte Bett fiel, welches ich in eine andere Ecke des Zimmers geschoben hatte, bevor ich mit der Renovierung begann.

Das erste, was ich am nächsten Morgen bemerkte, war das pelzige Gefühl auf meiner Zunge. Minuten später meldete sich auch ein dumpf ziehender Schmerz in der Schläfengegend.
In mir wuchs eine Ahnung, dass es da etwas in letzten Nacht gewesen war, das ich besser nicht wissen wollte. Doch kaum hatte ich das gedacht, kam schlagartig die Erinnerung wieder und meine einzige Leserin wird sich sicher vorstellen können, wie ich mich fühlte, als ich mir die Vorkommnisse im silberfarbenen Audi durch den Kopf gehen ließ. Ich kam mir vor wie eine Idiotin.

Noch tiefer vergrub ich mich unter meiner Bettdecke um zu vergessen, doch selbst in diesem finsteren Versteck stöberte mich der feindlichste aller Kritiker auf, um mich mit Selbstvorwürfen zu überhäufen.
Was mußte er nur von mir denken? Wie hatte ich mich nur benommen? Welch ein Glück, dass ich ihm nicht noch Auto vollgekotzt hatte. Oder hatte ich? Nein, bestimmt nicht. Ich war zwar wirklich ziemlich beschwipst letzte Nacht, wie er es milde nannte, aber so sehr nun auch wieder nicht. Doch das war mir nur ein schwacher Trost. Ich hoffte inständig, ihn nie mehr in meinem ganzen Leben wiedersehen zu müssen.

Wer möchte dieser Frau im Dunkeln begegnen?

Wenn man von ihrem Leben hört oder liest, wie ich gerade in der Sendung "Russland - Land der Zaren" auf dem History Channel, wird einem klar, dass der Blick und die Haltung nicht nur Pose sind.

Nach Fjodors Tod im Jahr 1682 wurde sein Halbbruder Peter I., später der Große genannt, zum Zaren proklamiert. Peters ältere Halbschwester, Sophia Alexejewna (1657-1704), gelang es jedoch mit Hilfe der Strelitzen, ihren eigenen Bruder, den geisteskranken Iwan V. (1666-1696), zum Mit-Zaren ernennen zu lassen und sich selbst zur Regentin. Nach fehlgeschlagenen Versuchen, Peter um seine Thronrechte zu bringen bzw. ganz zu beseitigen, wurde sie 1689 von Peter I., nachdem er die Volljährigkeit erreicht hatte, zum Machtverzicht gezwungen.
Sie endete übrigens als Nonne, unfreiwillig. Und in Nonnentracht war sie wahrscheinlich noch furchterregender.

Zarewna Sophia Alexejewna

Nicht meine Woche

Da hab ich mich heute also mit schleichendem Brummschädel zu meinem Vater begeben, um zu putzen und die Post zu holen und was passiert? Auf der Rückfahrt im Bus fällt doch so ein Besoffener, der mir schon die ganze Zeit seine Bierfahne entgegengeweht hatte, voll auf mich drauf. Oder besser gesagt: er fiel nur gegen mich und ich trat geistesgegenwärtig beiseite, weil ich ihm keinesfalls den Weg zu seinem angestrebten Ziel, den Boden, versperren wollte. Ich dachte erst, der hat einen epileptischen Anfall, da wir ja auf Arbeit auch Klienten haben, die immer mal zwischendurch vom Stuhl fallen, aber anscheinend war er nur zu besoffen um sich festzuhalten, denn er rappelte sich wieder auf. Es ist mir ein Rätsel, warum Betrunkene überhaupt ohne Gurtpflicht mit dem Bus fahren dürfen, wenn es ja nicht mal gesunde und nüchterne Menschen immer schaffen, bei den delikaten Bremsvorgängen das Gleichgewicht zu bewahren. Jedenfalls bin ich jetzt, nachdem mir seit dem Wochenende nur noch beknackte Leute und Neidhammel begegnen, nach dem Migräneanfall und den bescheuerten Träumen, sowie nach der Tatsache, dass ich gestern anderthalb Stunden für einen Verbandswechsel gewartet habe, da man mich in der Praxis schlichtweg vergessen hatte und natürlich nicht zu vergessen dem heutigen Vorfall, zu dem Ergebnis gelangt, dass dies nicht meine Woche ist. Ich hoffe nur, sie vergeht ganz schnell und das möglichst ohne weitere Vorkommnisse. *sich 'nen Knoblauchkranz um den Hals hängt*

Dienstag, 23. Mai 2006

Buch Kleio

Als alles fertig war, sandte Kroisos es nach Delphi und dazu noch zwei große Mischkrüge, einen goldenen und einen silbernen. Der goldene stand früher rechts, der silberne links im Eingange des Tempels. Nach dem Tempelbrande aber erhielten auch sie einen anderen Platz, der goldene steht jetzt im Schatze der Klazomenaier und wiegt achteinhalb Talente und zwölf Minen, der silberne aber in einer Ecke im Vorbau des Tempels. Er faßt sechshundert Amphoren und wird an dem Feste, wo die Götterbilder zur Schau gestellt werden, von den Delphiern mit Wein gefüllt. (S.29)

Als der Schmied sah, wie er sich wunderte, hielt er in der Arbeit inne und sagte: "Freund Spartaner, wenn du dich schon so über die Schmiedearbeit wunderst, wie würde dich erst gewundert haben, wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe. Ich wollte mir nämlich hier auf dem Hofe ein Brunnen graben und stieß dabei auf einen Sarg, der sieben Ellen (Anmerk.: eine Elle ca. 47,4 cm) lang war. Da ich mir nicht denken konnte, daß die Menschen früher soviel größer gewesen als jetzt, öffnete ich den Sarg und sah nun, daß der Leichnam wirklich auch so lang war wie der Sarg. Nachdem ich ihn gemessen, schüttete ich ihn wieder zu." ( S.39/40)

Da hat das Horrorskop nun eher recht behalten,

als ich dachte. Jedenfalls bin ich heute früh um Fünf mit einem monstermäßigem Kopf erwacht, im übrigen nach einem Albtraum. Das hatte ich schon öfters und ich frage mich, ob ich die Migräne von den Albträumen bekomme oder umgekehrt die Albträume von der Migräne. Letzte Nacht träumte ich, dass ich mich erst vor irgendwelchen Verbrechern in der Wohnung unter einer Decke versteckt habe, die viel zu klein war. Natürlich fanden sie mich und dann verlangten sie von mir, dass ich Sand siebe. Ich hatte überall Schüsseln voller Sand um mich herum zu stehen und versuchte nun, Steine und Klumpen so auszusieben bis nur noch feiner weißer Sand übrig blieb. Natürlich gelang mir das nie, denn es rutschten immer wieder Steine und Klumpen mit hinein. Dann wachte ich auf, schlief aber wieder ein und träumte, dass Harald Schmidt in meiner Wohnung ist und irgendeinen Schlüssel von mir möchte (ich glaube, für ein Kästchen oder so). Natürlich fand ich den im jetzigen Chaos nicht, weshalb ich mich entschuldigte und erklärte, dass ich gerade neu eingerichtet und umgeräumt hätte. Harald Schmidt ging dann raus auf eine große verglaste Veranda, die sich im Traum an meiner Wohnung befand und direkt in einen Garten führte. Dort hielten sich ein Junge und ein Hund auf. Der Hund war ziemlich merkwürdig, denn er trug blau-gemusterte Bekleidung und hatte einen Rüssel wie ein Ottifant. Er sprang immer hoch und saugte sich mit diesem Rüssel an einer Arschbacke des Jungen fest, bis er daran hängen blieb und herunterbaumelte. Und Harald Schmidt fand das sehr witzig. *augenroll*

Ich habe zwei Kopfschmerztabletten genommen und gehe gleich wieder ins Bett. Auf Arbeit hab ich mich zwei Tage krank gemeldet, muss aber trotzdem heute noch zu einem Arzttermin und morgen Putzen gehen. Ich hoffe, dass ich bis dahin die Kopfschmerzen etwas unter Kontrolle habe.

Montag, 22. Mai 2006

Vater

Ein Denkmal deiner Seele
steht in mir
von Blumen umkränzt
ein lebloses Bild
vergangener Zeit
Und noch immer
ist es nicht gestürzt,
das Relikt einer Diktatur

Vielleicht hilft ja ein bißchen Jammern.....

gegen etwaige Neidgefühle: Obwohl ich nur acht Stunden gearbeitet und nach der Arbeit Putzfrau bei meinem Vater gespielt habe, während meine Wohnung aussieht als hätte der Blitz eingeschlagen, weil ich gestern abend noch auf die Idee gekommen bin, den Fußboden im Bad zu verlegen, fühle ich mich wie durch den Fleischwolf gedreht. Und da ich gestern mit dem Fußboden nicht fertig geworden bin, muss ich eigentlich heute weitermachen, fühle mich aber kaum in der Lage, auch nur noch eine Säge hochzuheben.

...

Eigentlich denke ich ja immer, ich hätte nichts, worum mich jemand auch nur ansatzweise beneiden müsste. Im Gegenteil. Doch manche scheinen da anderer Ansicht zu sein. Das ist zwar manchmal lästig, aber irgendwie auch immer wieder sehr aufbauend. Denn ich nehme das als ein positives Zeichen, dass ich mich wohl irren muss in der Annahme, in meinem Leben gäbe es nichts erstrebenswertes.

Und es erinnert mich an das Ergebnis des EQ-Tests:
Frau Zu cker kann sich glücklich schätzen, daß dieser Charakterzug bereits sehr ausgeprägt vorhanden ist. Dafür hat sie aber auch einige Anstrengungen unternommen. Schon sehr früh erkannte sie, dass Erfolg etwas ist, das einem nicht durch Zufall begegnet, sondern dass man dafür hart arbeiten muss. Und das hat sie auch getan. Sie erntet also jetzt die Früchte der vorangegangenen Mühen. Dabei haben sich zwei sehr positive Eigenschaften bei Frau Zu cker verfestigt. Nämlich einmal eine gehörige Portion Selbstvertrauen und dazu noch eine Prise allerfeinster Humor. Von diesen beiden Qualitäten kann sie gar nicht genug besitzen. Sie sollte sie deshalb ganz besonders hegen und pflegen und nach Möglichkeiten suchen, diese Talente täglich weiter zu vervollkommnen. Viele Mitmenschen sehen jedoch nur die äußerliche Fassade. Sie glauben, dass Frau Zu cker alles ohne jede Anstrengung gelingt. Oft entwickelt sich dabei ein Gefühl von Neid und Eifersucht. Sie sollte sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie sollte vielmehr das Bewußtsein genießen, unter schweren Anstrengungen alles so in Gang gebracht zu haben, dass es jetzt mit relativ geringem Kraftaufwand fast von selbst reibungslos funktioniert. Weiter so!
Oder in Abwandlung eines indianischen Sprichworts: Beneide niemanden bevor du nicht in seinen Mokkasins gelaufen bist.

Die Geschichte, die NICHT "Das Sahnecremetortenmassaker" heißt - Teil 6

Wie aus Versehen strich ich über seinen ärmellosen, muskulösen Unterarm, streifte seinen Nacken mit meinen Fingern, spürte die feinen Härchen seines Haaransatzes, ließ meinen Zeigefinger die Linie seines Halses hinuntergleiten – im Autoradio stampfte gerade der hypermoderne Goa-Beat eines Ravesamplers und ich war mir nicht sicher, ob es entweder der Technoremix oder aber mein Herz auf mehr Beats per minute brachte -, und schon sah ich mich meine Hand unter sein jeansfarbenes T-Shirt schieben, das so herrlich auf seiner jugendlichen Haut leuchtete. Er fing sie auf und hielt sie fest, wobei er breit lächelte. Warum waren mir diese faszinierenden Grübchen um seinen Mund noch nicht aufgefallen? Wie hypnotisiert starrte ich sie an.
"Du bist süß, wenn du beschwipst bist.“ Wie? Was? Hatte er gerade was gesagt? Ich bin beschwipst? Was soll das schon wieder heißen? Bin ich nur süß, wenn ich beschwipst bin? Und überhaupt, was soll das bedeuten "Du bist süß.“? Süß wie eine Kremtorte - Kremtörtchen. Zuckerguss, Mandelmarzipan, Amarena-Kirsche, Cremesahneschlag......Schlagsahneschlag.......Schlagcremesahne.........

"Ich kann nichts.....nichts................dafür. So.....viel Kremtorte.................“ murmelte ich. Dann schlummerte ich auch schon im Autositz ein.

Wir fuhren und fuhren. Über dunkle Landstraßen, menschenleere Straßen, vorbei an kleinen Dörfern und hellerleuchteten Fabriken, vorbei an drohend aufragenden Windrädern und fernen Kirchtürmen. Die Fahrbahnmarkierung hatte Füße. Kleine, winzige Füße, die sich wie die Beinchen eines Tausendfüßlers unermüdlich fortbewegten, um neben mir Schritt zu halten. Füße.....Laufen....Die Bäume können nicht laufen. Stumm und traurig schauen sie mir aus der Dunkelheit hinterher. Etwas Schwarzes steht auf dem Weg und zwei weiße Stoßzähne wölben sich in die Nacht. Ein Mammut! Zwei kleine Augen blicken mich unverwandt an. Es macht keine Anstrengungen, sich von der Stelle zu bewegen. Ich greife nach dem Speer in meinem Köcher und schwinge ihn drohend über meinen Kopf. Weiße Sichelmonde in der Nacht. Sie blinzeln und ich steche zu. Sahnecreme spritzt aus der Wunde und aus dem Nüstern des Mammuts. In Sahnecreme verendet es.

"Kremtorte......“ nuschelte ich, dann merkte ich, wie mich jemand an der Schulter packte und schüttelte.
"Wir sind da!“
Gerade fünfzehn Minuten hatte er gebraucht, um sich mit dem Wagen vor mein Haus zu stellen und zu fragen, ob ich es alleine bis in die Wohnung schaffe.
Hätte er gefragt, ob er noch auf einen Kaffee mit hochkommen darf, den ich zwar generell nie zu Hause habe, was aber den Frager und mich selten stört, ja dann.......
Aber so, "ob ich es alleine schaffe“......pffff. Was besseres fällt dem wohl nicht ein. Stolz erhobenen Hauptes stakste ich davon.

Meine Namensrune

Ihre Namensrune = Perthro (14)

Geheimnis, Weissagung, Macht des Schicksals und der eigenen Bestimmung, Karma.
Perthro bedeutet Unsicherheit und Geheimnis. Die Rune symbolisiert weiterhin okkulte Fähigkeiten, Initiation, und Wissen über die Zukunft. Sie steht auch für weibliches Wissen, Fruchtbarkeit und Partnerschaft. Perthro bedeutet evolutionäre Entwicklung. Auf der anderen Seite symbolisiert sie Sucht, Stagnation und Einsamkeit.

http://runen.net/voodoo/runen/runen.php

Sonntag, 21. Mai 2006

Eine seltsame Nacht

habe ich hinter mir. Ich bin ziemlich früh ins Bett gegangen und war plötzlich um 4 Uhr wieder hellwach. Zuerst dachte ich das liegt daran, weil ich ich mich auf Puschels Ohren gelegt habe, aber dann merkte ich dass meine Narbe am Bein wieder juckte und angeschwollen war. Das macht sie manchmal, wenn feuchtes Wetter ist, im Moment allerdings regnet es ja nun schon seit drei Tagen, und trotzdem war sie frühmorgens wieder normal. Überhaupt ist das eine seltsame Narbe. Wenn sie anschwillt sieht sie aus wie ein kleiner Ring und ich habe sie schon, so lange ich denken kann, sogar als ich noch im Sandkasten spielte. Im Prinzip könnte man sie für eine Impfnarbe halten, nur mit dem Unterschied, dass die Impfnarben, die ich am Arm habe, eben nicht jucken und anschwellen. Meine Mutter kann sich auch keiner Impfung entsinnen, die ich am Bein bekommen habe. Manchmal frage ich mich, ob ich vielleicht das Erzeugnis eines interplanetaren Genexperimentes bin und mir von den Außerirdischen schon vor meiner Geburt irgendwas in das Bein eingepflanzt wurde. Letzte Nacht haben sie wohl wieder Kontakt aufgenommen.

Samstag, 20. Mai 2006

Beim Herrn Kaiser gefunden

1. Mit welchem Star würdest du sofort ins Bett gehen?
Billy Idol. Allerdings nur im Dunkeln und wenn er mir dabei ganz viel ins Ohr sagt.

2. Wenn deine Seele eine Farbe hätte, welche wäre das?
Dunkelviolett.

3. Durch diverse Katastrophen gibt es nur noch drei Nahrungsmittel. Welche müßten das sein, um dein Überleben zu sichern?
Kartoffeln, Bananen, Wassermelone. Ich hab mich mal ein ganzes Jahr lang nur von Kartoffeln, Olivenöl und Nußschokolade ernährt. Das ging wunderbar. *gg*

4. Drei Dinge, die dir unendlich auf die Nerven gehen.
Dummheit (ich weiß, Dummheit ist relativ, aber bei gewissen Gelegenheiten fällt es mir wirklich schwer, die Ruhe zu bewahren), exessives Opferverhalten inklusive diverser Manipulationstechniken, Arroganz

5. Mit welchem Superheld kannst du dich am meisten identifizieren?
Superhelden? Ich kenne gar keine.

6. Was wolltest du werden, als du ein Kind warst?
Superheldin.*gg*
Im Ernst, ich wollte immer so werden wie Emma Peel und habe das nicht einmal ansatzweise erreicht.

7. Drei dich beschreibende Substantive.
Gegensatz, Leidenschaft, Alien

8. Was / Wer bringt dich regelmäßig zum Weinen?
Filme, Musik

9. Dein größter Fehler / deine größte Stärke:
Meine Distanziertheit.

10. Was macht dir Angst?
Innere Einsamkeit, jedoch nicht das Alleinsein.

11. Dir steht eine Organtransplantation bevor. Was muss ersetzt werden?
Die Niere.

12. Wenn Tom Cruise / Angelina Jolie an deiner Tür klingeln würde, was würdest du tun?
Ich würde sie sofort wieder zu machen.

13. Der letzte schlimme Alptraum, an den du dich erinnern kannst.
Der Traum, in welchem ich Sterne im Universum machte. Zwischendurch hatte ich zwar auch welche, aber die waren nicht so, dass ich mich daran erinnern kann.

14. Drei kleine Eigenheiten.
Ich teile ungern meine Pralinen, hasse es zu telefonieren und stehe manchmal völlig neben mir, bin abwesend und denkblockiert.

15. Wenn du jetzt sterben würdest, was wären deine letzten Worte?
Ich will nicht.

Verstoßene Windsbraut

An solchen stürmischen Tagen wie heute merke ich immer wieder, was mich an den neuen Fenstern stört:

Ich höre den Wind nicht mehr.

Ich kann ihn nur noch durch das Fenster hindurch in den Bäumen beobachten. Das hat durchaus seine Vorteile, zum Beispiel nachts, wenn man nicht mehr von dem pfeifenden Singsang und dem übermütigen Klappern der Fenster aufgeweckt wird. Aber eben auch Nachteile, wie ich im letzten Herbst bemerken durfte, wenn man nur zwei Schritte entfernt vom Fenster sitzt und überhaupt nichts davon mitbekommt, dass draußen ein Orkan tobt, was zur Folge hat, dass sämtliche Abdeckungs- und Pflanzenbefestigungsmaterialien den Abgang über die Balkonbrüstung machen, vom Winde verweht sozusagen. Als ich noch vom immer lauter werdenden Geräusch des Sturmes gewarnt wurde, konnte ich dieser Situation stets vorbeugen, in dem ich todesmutig auf den Balkon sprintete und mich in die tosenden Böen warf, um alles, was nicht niet-und nagelfest ist, in Sicherheit zu bringen. Und es hat noch einen anderen Nachteil - man fühlt sich so abgeschnitten von den Elementen. Ein Sturm ohne das Klappern der Fenster und das Pfeifen des Windes ist einfach kein richtiger Sturm, genauso wie ein Sommer ohne die abendlichen Schreie der Mauersegler einfach kein richtiger Sommer ist. Finde ich.

Freitag, 19. Mai 2006

Hab gerade den Herodot heimgetragen....

und bin schon beim Blättern an einigen lustigen Stellen hängengeblieben. Ich glaube, der wird sich wohl trotz der 754 Seiten ganz gut lesen, wobei ich ja seine Sprache fast sogar irgendwie ulkig finde. Das kann aber auch einfach nur an der Übersetzung liegen.
Da schreibt er zum Beispiel darüber, wie Kater ihre eigenen Jungen töten, um wieder von der Katze "rangelassen" zu werden - ich wußte gar nicht, dass sowas schon im Herodot steht -, "denn das Tier ist sehr kinderlieb." Das könnte man nun zweideutig, wenn nicht sogar dreideutig verstehen. Dann erzählt er weiter:

Auch bei einer Feuersbrunst geht es mit den Katzen wunderbar zu. Während die Ägypter um das Feuer herumstehen und auf die Katzen achten, ohne an das Löschen zu denken, schleichen sich die Katzen zwischen den Menschen durch oder springen über sie weg und stürzen sich in die Flammen. Darüber sind dann die Ägypter sehr traurig. Wenn in einem Hause eine Katze von selbst stirbt, schneiden sich alle Bewohner nur die Augenbrauen ab, wenn aber ein Hund stirbt, scheren sie sich den Kopf und den ganzen Leib.
Als mein Vater mir das Buch gab, fing er ebenfalls an im Buch zu blättern und hätte es dann am liebsten gleich selbst gelesen. Er meinte, wenn er sieht, was da so alles drin steht, müßte er auch mal wieder reingucken und ich solle es ja schnell wieder zurückbringen.

Im übrigen lag er wie immer im Bett und klagte, als ich heute kam, dass es ihm so schlecht geht, dass er gar nicht viel isst und gar keine Lust habe, irgendwas zu machen außer zu schlafen, aber der Papierkorb, den er am Bett zu stehen hat, war voller leerer Pralinen-, Keks- und Schokoladenschachteln. Kein Wunder, dass er keinen Hunger hat und nicht viel isst, wenn er seine ganzen Süßigkeitenvorräte plündert, von denen er jede Menge hat und generell nie was abgibt.
Inzwischen hat er sich an seinem Bett schon so eingebaut, wie Marlene Dietrich in ihren letzten Jahren, allerdings ohne Telefon, da er ja nicht telefonieren kann und will. Wenigstens geht er noch alleine auf's Klo.
Aber ich frage mich ehrlich, wozu er, wenn er den ganzen Tag im Bett liegt, drei Armbanduhren trägt - zwei an einem Handgelenk und eine am anderen. Nun ja, darüber darf man sich wahrscheinlich nicht mehr wundern. Wer weiß schon, wie schrullig ich mit 76 sein werde.

Die Geschichte, die NICHT "Freibeuter des Herzens" heißt - Teil 5

„Ich bin Robert.“ stellte er sich vor.

Nachdem ich ebenfalls meinen Namen genannt hatte, wagte ich sogleich einen invasiven Vorstoß, indem ich fragte: „Und warum habt ihr euch getrennt?“, womit ich ihm außerdem subtil zu verstehen geben wollte, dass ich schon einiges über ihn wusste, damit er nicht auf die Idee käme, mir irgendetwas Falsches zu erzählen.

„Wir haben uns auseinandergelebt.“ antwortete er stereotyp und setzte hinzu: „Und es gab Konflikte wegen des Erbes.“ Seine unwirklich blauen Augen huschten verlegen umher.

Das interessierte mich nun in der Tat brennend. Was für Konflikte konnte es da wohl geben? Ich wusste, dass Großonkel Albert 97 Jahre alt war. Betraf es die Taubeninsel und den Grundbesitz? Doch direkt danach zu fragen erschien mir etwas zu unhöflich, weshalb ich mich, nicht ohne Anstrengung, zurückhielt.
Langsam merkte ich, wie mir die Müdigkeit in alle Glieder kroch, und noch ehe ich selbst diesen Gedanken denken konnte, fragte er mich, ob ich gehen wolle und er mich vielleicht nach Hause bringen dürfe.

Wir schlenderten in das Wohnzimmer zurück, um uns zu verabschieden. Onkel Gustav fummelte gerade unter dem Pulli an Tante Bärbel’s BH und auch bei den anderen schien die Stimmung noch immer ungebrochen gut zu sein, wenn man sie so zu den Polkaklängen von „In Rixdorf ist Musike“ in einer Polonaise um den Tisch herumkriechen sah. Irgendwie war ich ganz froh darüber, dem Anblick einer Rentner-Gruppensex-Orgie zu entkommen.

Inzwischen war es Nacht geworden. Ein atemberaubender Sternenhimmel hatte sich über die dunklen Dächer gebreitet und der warme Frühlingswind strich wie ein sanftes Kätzchen um meine Beine. Genau die richtige Kulisse für ein filmreifes Tete a tete, das unvergesslich bleiben würde, dachte ich. Doch leider hatte ich die Rechnung ohne seinen Wagen gemacht, dem er schnurstracks entgegenstrebte, ohne dabei aufzuhören mich zu stützen, als wäre ich selbst schon altersschwach oder als würde ich zumindest unter gefährlichen Gleichgewichtsstörungen leiden. Das konnte unmöglich der Fall sein, aber ich sagte nichts und ließ mich widerstandslos zum silbermetallicfarbenen Audi führen. Also wurde doch nichts aus der Romantik unter sternenklarem Himmel, mit verbummelten Schritten und ebenso verbummelten Worten. Leise verfluchte ich mal wieder den technischen Fortschritt, der mit seiner sich fortwährend steigernden Schnelligkeit jedwede romantische Augenblicke zerstörte, mal ganz abgesehen davon, dass ich auch wenig Lust verspürte, in mein Katastrophengebiet zurückzukehren. Sollte ich ihn fragen, ob ich mit zu ihm kommen kann? Himmel, nein! Das ging überhaupt nicht! Was würde er von mir denken!

Aber vielleicht konnte ich ihn dazu bringen, ein bisschen rumzuknutschen? Schnell kramte ich sämtliches Repertoire meiner Verführungskünste aus dem Gedächtnis hervor, wo es lange ungenutzt gelegen hatte. Irgendwie machte er nicht den Eindruck, als hätte er jetzt sowas im Sinn, aber mein Gott, ich würde ihn schon nicht vergewaltigen, wenn er nicht wollte. So ein bisschen Knutscherei, was machte das schon? Früher war das Standard auf jeder Schulparty.

Donnerstag, 18. Mai 2006

Die Geschichte, die NICHT "Freibeuter des Herzens" heißt - Teil 4

Albert von der Taubeninsel entstammte einer Dynastie von Piraten, die auf den gefürchteten Ferdinand den Seebeuter zurückging, welcher genau vor 317 Jahren am höchsten Mast eines Dreimastschoners von seiner Mannschaft aufgeknüpft worden war. Nichtsdestotrotz hatte er zu diesem Zeitpunkt schon ein erkleckliches Sümmchen beiseite geschafft, dessen Aufbewahrungsort er nur an eines seiner Kinder weitergegeben hatte, von denen es jedoch noch viele mehr an jedem Ende der Welt gab. Und während die meisten anderen der ehrenwerten Tradition ihres Vaters und der Freibeuterei folgten, spazierte Karl, der Sohn Ferdinands mit einer polnischen Dienstmagd, einundzwanzigjährig auf einen großen Raddampfer, um sich mitten im sumpfigen Delta der Spree eine kleine Insel zu kaufen und eine herrschaftliche Villa darauf zu errichten. Diese Insel, die Taubeninsel, ist nur den wenigsten Leuten bekannt, ganz im Gegensatz zu der Pfaueninsel, einem beliebten Ausflugsort, und versteckt sich hinter einem undurchdringlichen Wald aus alten Eichen. Kaum einer hat sie je betreten.

Versonnen beobachtete ich den neuen Gast und vermeinte das kühn geschwungene Profil eines Piraten in seinen Zügen zu erkennen, was natürlich völliger Unsinn war, da er ja gar nicht dieser Linie abstammte. Sehr bald wurde ich dann auch aus meinen Träumereien gerissen, weil Tante Bärbel mit mir plaudern wollte.

„Was machen dein Bruder und seine neue Freundin?“

„Denen geht es gut.“

„Ich habe gehört, seine neue Freundin, wie heißt sie doch – Gunhilde, soll ein wenig eigenartig sein?“ Ihre Augen funkelten lüstern.

„Wie kommst du darauf?“

„Na, deine Mutter hat überall erzählt, sie hätte schon nach drei Wochen des Kennenlernens seine dreckige Wäsche in ihrer Waschmaschine gewaschen.“

„Ach weißt du, sie fand es vorher ebenso merkwürdig, als die damalige Freundin jahrelang seine Wäsche NICHT gewaschen hat. Ich glaube, das hat nicht viel zu sagen.“

Insgeheim fragte ich mich, nach welcher Zeitspanne es wohl gesellschaftlich akzeptiert und nach welcher sogar gesellschaftlich gefordert wird, die dreckige Wäsche seines Liebhabers zu waschen.

Um mich herum war die Stimmung genau wie der Lautstärkepegel rapide angestiegen, denn nicht nur ich hatte kräftig mit alkoholischen Getränken desinfiziert. Die alten Leute - Bekannte, Freunde und Geschwister meiner Tante -, die vor zwei Stunden noch relativ still ihren Kuchen zermatscht hatten, wurden mopsfidel, wie man so schön sagt. Einige verlangten lautstark nach Musik und eine Vinylplatte mit Gassenhauern aus den zwanziger Jahren wurde aufgelegt.
Schon bei „Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln geh’n“ schunkelten die ersten lustvoll auf ihren Stuhlkanten mit und summten pianissimo im Takt. Zur Melodie „Das ist die Berliner Luft“ grölte schließlich die ganze Runde entfesselt mit und hämmerte mit den Fäusten im Rhythmus auf den Tisch, dass die Wände wackelten. Der famose Ex, dem wohl mein sowohl amüsierter wie auch fassungsloser Blick nicht entgangen war, zwinkerte mir vergnügt zu. Und spätestens als die Zeilen „Die ganze Welt ist wie verhext. Veronika, der Spargel wächst.“ erklangen, hatte sich das kleine Zimmer in einen Hexenkessel verwandelt, in welchem Onkel Gustav Tante Sieglinde auf den noch immer drallen Hintern klapste, während Onkel Herrmann, ihr Mann, süffisant grinste und Tante Helga das Knie tätschelte, ohne dabei zu vergessen, auch Tante Barbara mit einigen Spritzern Sekt in ihr hasenpelz-geschmücktes Dekollete zu beglücken, welche daraufhin kokett kreischte. Tante Bärbel hingegen lachte lauthals und ließ ihre Brüste unter dem Strickpullover undefinierbarer Farbe im Takt zur Musik mithüpfen.

Nicht nur die Leidenschaften kochten, auch die Luft im Wohnzimmer war siedend heiß, zumindest schien es mir so. Mein Gesicht glühte und auch meine Zunge wollte mir nicht mehr so recht gehorchen. Gerade schunkelte die versammelte Mannschaft ausgelassen Busen an Busen zu „Püppchen, du bist mein Augenstern. Püppchen, hab dich zum Fressen gern...“ als ER sich neben mich auf die Sofakante setzte und fragte, ob ich auch Lust auf ein bisschen Abkühlung hätte.
Natürlich hatte ich das! Und so ließ ich mich nicht lange bitten und folgte ihm in die kaum merklich kühlere Küche, wo wir uns ein kaltes Mineralwasser eingossen.

„Sodom und Gomorrha.“ lachte er.

„Ja, unglaublich!“ antwortete ich und lachte zurück.