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Mittwoch, 6. August 2008

Erste Selbstentwicklung

Erste Selbstentwicklung

Eines der Bilder vom ersten selbstentwickelten Film. Belichtet mit der Pentacon FM von meinem Vater. Film HP5, ISO 400.
Das Stoppbad habe ich ganz profan mit Essigessenz angesetzt und als Netzmittel destilliertes Wasser mit etwas Spülmittel benutzt.

Die Fotos sind schrecklich geworden. Man sieht, daß das Ganze mehr experimentellen Charakter hat. Aber spannend war es trotzdem, besonders, wenn man dann nach dem "Auspacken" tatsächlich Bilder auf dem Film sieht. *gg*

Kafkas Pornosammlung

Kafka hatte im Haus seiner Eltern Pornos versteckt. Welch eine Sensation! *gähn*
Am meisten wundert mich an diesem Artikel jedoch die Aussage, daß man mit einem "Heiligen-Image" des Literaten aufräumen müsse. Ja lesen denn die Leute Kafka nicht???
Mir ist es schon ein Rätsel, wie so ein Image überhaupt entstehen konnte. Wer solche Sachen wie "Die Verwandlung", "Der Prozeß" und "In der Strafkolonie" geschrieben hat, der kann beim besten Willen kein Heiliger sein, nicht im Sinne sexueller Reinheit. Das strotzt doch alles vor Lust, Lust am Leiden, masochistischer geht es schon nicht mehr. Ein Masochist möchte zwar manchmal vielleicht ein Heiliger sein, steigt aber dafür um so tiefer in die Abgründe menschlicher Triebe hinab. Ein wirklicher Heiliger, unberührt, schreibt wie Jane Austen. Und das soll absolut keine Wertung für einen von beiden sein, sondern nur eine Feststellung.

Dienstag, 5. August 2008

Herr N.

zeigt unentdeckte Qualitäten als Gärtner. Während meines Urlaubs hat er die Topfpflanze auf meinem Schreibtisch so gehegt und gepflegt, daß sie nach vier Wochen fast doppelt so hoch ist und riesige glänzende Blätter bekommen hat. Ich habe zu ihm gesagt, er sollte bei uns Blumenbeauftragter werden. Jedenfalls scheint er einen grüneren Daumen zu haben als ich. Auf Klienten allerdings, übt er eine völlig andere Wirkung aus. Während sie sonst immer nur bei ihm sterben und bei mir bisher kein einziger verschieden ist, muß er mich nur vier Wochen im Urlaub vertreten und schon sterben sie auch bei mir wie die Fliegen. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen.

Samstag, 2. August 2008

Geburtsbeginn

Etwas will aus mir heraus. Es ist ein Kind und ich hatte bisher keinen Schimmer, daß ich schwanger war. Im Moment befinde ich mich in einem Zwischenzustand, in welchem schon ein Stückchen vom Kopf zu sehen ist, aber das Baby noch nicht da ist. Ich habe zwar überhaupt keine Schmerzen, was mich etwas wundert, aber ich hatte mir auch nicht vorgestellt, daß das alles so langsam gehen würde. Denn soviel ist klar - es wird noch eine sehr lange Zeit dauern, bis es ganz auf der Welt ist, Tage, Wochen oder mehr... Vielleicht steckt es ja irgendwie fest? Doch eine innere Gewißheit sagt mir, daß alles in Ordnung ist und die Natur schon ihren vorgesehenen Lauf nehmen wird. Ok, es ist zwar etwas unbequem, aber ich habe trotzdem absolut keine Lust, irgendetwas zu beschleunigen. Stattdessen schlendere ich auf dunklen Waldwegen umher oder döse versteckt in einem Autowrack...und warte.

...

Gibt es also doch eine exakte Wiederkehr in der Natur, also das vielzitierte "Murmeltier"? Die Antwort ist Nein. Schon die Berechnungen von Fermi, Pasta und Ulam wiesen nach, daß die Wiederkehr nicht vollständig erfolgt. Der Ausgangszustand erhält nur etwa 97 % der ursprünglichen Energie zurück, der Rest bleibt sozusagen im chaotischen Rauschen. Die belgischen Forscher beobachteten Ähnliches. Möglicherweise könnte dies bedeuten, daß in unserer Realität zwischen der zyklischen und der progressiven Variablen der Zeit ein Gewichtsverhältnis von 97:3 besteht. Das würde heißen, daß in unserer Welt etwa 3 % freie Willensentscheidungen existieren, während der Rest aus Wiederholungen von bereits Dagewesenem besteht. ....
Interessant ist vor allem, wenn man untersucht, wie die DNA mit Hilfe dieser fraktalen informationsstrukturen mit der Außenwelt kommuniziert. Dies geschieht nämlich nicht einfach nur durch bloßes Aussenden elektromagnetischer Strahlung. In solch einem Fall könnte die DNA eines Organismus nur mit der genetischen Information unmittelbar benachbarter anderer Organismen in Kontakt treten.
Statt dessen erfolgt die Kommunikation nichtlokal,d.h. die DNA kann, ohne an Zeit und Raum gebunden zu sein, auch mit weit entfernten Informationsträgern kommunizieren. Auch dieser Effekt geht auf ein berühmtes Paradox der Wissenschaftsgeschichte zurück, das sogenannte Einstein-Podolski-Rosen-Paradox, kurz EPR-Paradox. Es besagt, daß zwei Materieteilchen, die irgendwann einmal zusammen waren und dann getrennt wurden, für immer miteinander verbunden bleiben....
Garjajev geht noch einen Schritt weiter und vermutet, auch Information aus dem Kosmos habe mit Hilfe der Wellengenetik die Evolution des Lebens entscheidend beeinflußt. Seiner Ansicht nach erfolgt die Kommunikation nicht nur über die kosmische Strahlung, sondern auch in Nullzeit per Hyperkommunikation unter Benutzung des Einstein-Podolski-Rosen-Paradoxons...

(aus "Zeitfalle" von Fosar und Bludorf)

Donnerstag, 31. Juli 2008

...

"Wir müssen jetzt aus der Theorie in die Praxis gehen. Sie kennen doch bestimmt den physikalischen Satz von der Erhaltung der Energie. Es kann niemals Energie verlorengehen, sondern nur umgewandelt werden. Streng genommen gilt das jedoch nur für sogenannte konservative Systeme, in denen keine Reibungsverluste auftreten."...
"In der Realität gibt es immer solche Reibungsverluste. Ein Teil der Energie verwandelt sich in Wärme, die nicht hundertprozentig zurückverwandelt werden kann. Diese Systeme nennt man dissipativ. Früher glaubten die Wissenschaftler, daß es nur zwei Möglichkeiten gibt, wie sich ein solches dissipatives System verhalten kann. Eine Möglichkeit ist, daß es auf einen Fixpunkt zustrebt, wie ein Pendel, das mit der Zeit immer schwächer schwingt und schließlich stehenbleibt, wenn die gesamte Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt ist. Die zweite Möglichkeit ist ein sogenannter Grenzzyklus. Der Endzustand ist dann eine regelmäßige periodische Bewegung.
Heute weiß man: Es gibt noch eine dritte Möglichkeit. Das System kann auch in einem seltsamen Attraktor, oder neudeutsch: einem strange Attractor, enden. Das ist eine unglaublich komplizierte Figur, die einen bestimmten Bereich ausfüllt. Egal, von wo und mit welcher Geschwindigkeit man startet, man wird am Ende immer in diesen Attraktorbereich hineingezogen (daher der Name), das System bleibt aber nicht stehen und vollführt auch keine regelmäßige Bewegung. "....
"Das bekannteste Beispiel ist der Lorenz-Attraktor. Es ist eine Art doppelter Spirale."..."Solche Bahnen treten zum Beispiel in der Atmosphäre auf, etwa bei der Konvektion, also bei der Strömung kälterer und wärmerer Luftmassen.
Wenn man seltsame Attraktoren aus dem Blickwinkel der Dynamik betrachtet, sind sie ganz einfach chaotisch. Sehr interessant wird es jedoch, wenn man ihre geometrischen Eigenschaften untersucht - kurz gesagt: Wie sie aussehen. Das sind nämlich immer sogenannte Fraktale."...
"Die Formen sind fast unendlich kompliziert, d.h. egal wie stark man so eine Form auch vergrößert, man erhält immr wieder neue Informationen.
Fraktale sind auch zu irregulär, um mit den Regeln der herkömmlichen Geometrie beschrieben zu werden. Speziell kann ein Fraktal nicht aus einfachen geometrischen Formen wie Dreiecken, Quadraten, Kreisen und Linien zusammengesetzt werden. Aber das Merkwürdigste ist sicher die Selbstähnlichkeit. Das bedeutet, bei Vergrößerung wiederholt sich die Form immer wieder. Also ist es eine Form in der Form in der Form usw. bis ins Unendliche...."
"Mit Rückkopplung meine ich, man bildet einen Gegenstand ab, kopiert ihn sozusagen, und macht dann sofort von dem Bild wieder eine Kopie usw. Auf diese Weise sind Fraktale so aufgebaut, daß sich alles, was man im Großen sieht, im Kleinen identisch oder zumindest fast identisch wiederholt."...
"So erhät man jedoch auch eine ganz einfache Möglichkeit, Fraktale mathematisch zu beschreiben. Man nimmt sich irgendein Ausgangsobjekt, z.B. ein Quadrat.... Es ist vollkommen egal für die später entstehende Fraktalform, wie dieses Objekt aussieht. Dann definiert man eine Fransformation, also eine Abbildungsvorschrift....eine Abbildungsvorschrift ist nie exakt identisch mit dem Original. Es gibt immer kleine Fehler (im Sinne von Abweichungen)....
Am Ende, also im Prinzip nach unendlich vielen Wiederholungen, ist das Ausgangsobjekt verschwunden, man sieht nur noch eine Struktur, die aus den sich überlagernden Abbildungsfehlern zusammengesetzt ist - eine Fraktalform."
"Man muß also nur diese Abbildungsvorschrift definieren"...."Man nennt so etwas in der Mathemathik auch eine Matrix."...
"Man muß es nicht unendlich oft tun. Hundert Mal reichen meistens voll und ganz. Danach würden sich nur noch so feine Details an dem Bild ändern, daß man den Unterschied nicht mehr sieht. Dieses Fraktal, das als Endzustand entsteht, ändert sich nicht mehr, wenn man es weiter abbildet. Es ist der Attraktor des Systems, ein stabiler Endzustand."...
"Die Fehler sind keine Unzulänglichkeiten des Computers oder des Menschen, der ihn bedient. Sie sind integraler Bestandteil der Matrix. Sie sind übrigens notwendig, damit in der Natur überhaupt etwas Sichtbares und Lebendiges entsteht."...
"Aber unsere wahrnehmbare Realität entsteht tatsächlich durch eine Matrix, oder viele Matrizen, wenn man es genau nimmt. Nun sehen Sie aber, daß das Entscheidende bei der Entstehung einer Fraktalform die Rückkopplung ist, also ein Betrachtungsvorgang. Noch dazu einer, wo der Beobachter und das beobachtete Bild identisch sind. Es ist nicht eine Frage, wie unsere Realität wirklich aussieht - das weiß sowieso keiner - sondern, wie wir sie wahrnehmen."...
"Unsere Welt ist im Grunde gar nicht stabil."..."Sie ist ein unaufhörlicher Tanz von Energiequanten. Unsere Wahrnehmung stabilisiert diese Bewegungsmuster mit Hilfe der Matrix. Da wir selbst Teil dieser Realität sind, betrachten wir im Grunde uns selbst, wenn wir die Außenwelt betrachten. Das führt zu einer Rückkopplung, durch die in der Außenwelt Fraktalformen entstehen. Sie erscheinen uns stabil, obwohl in ihnen natürlich auch unablässig Bewegung ist. Doch sie ziehen jedes bewegte Teilchen als Attraktoren wieder in ihren Einflußbereich, der dadurch als Ganzes stabil aussieht."...
"Fraktale Zeit ist in der Wissenschaft nichts Neues."...."Und da wir Zeit über die Abfolge von Erreignissen definieren, gäbe es dann auch eine fraktale Geschichte."

(aus "Zeitfalle" von Fosar und Bludorf)

Mittwoch, 30. Juli 2008

Ich habe gerade

eine geschlagene dreiviertel Stunde in einem blickdicht verschlossenem Raum zugebracht, um einen kleinen Film auf eine Entwicklerspirale zu fädeln. Die Sache entpuppte sich als schwieriger als gedacht, zumal ich vorher extra dreimal mit geschlossenen Augen und einem bereits entwickelten Film geübt hatte. Schon nach dem zweiten Mal ging es fast problemlos und ratzfatz. Allerdings scheinen unentwickelte Filme ein anderes Verhalten zu zeigen und etwas störrischer zu sein. Es ist auch gar nicht so einfach, im völlig Dunkeln die Sachen wiederzufinden, die man gerade weggestellt oder -gelegt hat. Außerde entzieht es sich bisher total meiner Kenntnis, wie ich diese ganze Prozedur durchführen kann (besonders das Kapselaufbrechen), OHNE mit den Fingern ständig auf dem Film herumzugrapschen.

Dienstag, 29. Juli 2008

...

Was blieb mir jetzt übrig, als die Geschichte von der Errettung der Gottesmutter zu erzählen, um anschließend meine Zuhörer als qualifizierte Kunstkenner zu bitten, mir das Phänomen der Doppelgesichtigkeit der alten Ikone zu erklären, das ich mit Nikolajew im nächtlichen Dunkel der Klosterkirche erlebt hatte. Im Gegensatz zu Kruschinski nahmen die beiden die Sache ernst.
"Eine Projektion mit der Laterna magica ist ausgeschlossen?" fragten sie nach einigem Nachdenken.
"Ausgeschlossen. Wir haben alles ringsum gründlich untersucht."
"Die Maler des Mittelalters verstanden sich darauf, die Augen so zu malen, als folgten sie den Bewegungen des Beschauers", sagte der eine Wissenschaftler. "Eine einfache Erklärung, kein mystisches Geheimnis. Sie malten das Gesicht streng en face und erzielten so den Eindruck wandernder Pupillen. Im Fall Czestochowna aber veränderte sich doch das ganze Gesicht?"
"Das Antlitz des Erlösers auf einer großen Freske an der Kuppel der Nerediza-Erlöserkirche in Nowgorod wechselt seinen Ausdruck je nach Beleuchtung". sagte der andere.
"Einmal wirkt er zart und gütig, dann wieder streng und zornig, und die Rechte des Erlösers hebt sich bald segnend, bald drohend. Ein uraltes Gemälde. Nach einer Legende soll der See über die Ufer treten und die Stadt unter seinen Fluten begraben, wenn die Faust sich öffnet. Viele Geheimnisse haben die alten Maler mit ins Grab genommen....."

(aus "Berlin 896 km" von Boris Polewoi)

Die schwarze Madonna von Czestochowna

In Berlin nieselt es (historisches Dokument vom 23.04.1945 oder einige Tage davor)

Der General setzte den Kneifer auf und übergab mir lächelnd die Übersetzung des aufgezeichneten letzten Gesprächs zwischen der Nachrichtenzentrale des Oberkommandos des Heeres und deutschen Heerführern in Süddeutschland und noch besetzten Ländern. An einem Ende der Leitung sprachen die aufgeschreckten militärischen Satrapen Hitlers, am anderen vier im Bunker begrabene betrunkene Nachrichtensoldaten, die mit dem Leben abgeschlossen hatten...
....
"Edelweiß: An General Krebs. Sofort auszuhändigen. Da ohne jede Information, bin ich gezwungen, mich an englischen Rundfunksendungen zu orientieren. Melden Sie die Lage und informieren Sie mich über weitere Handlungen. Gezeichnet A-19.
Antwort: Kann das Fernschreiben weder weitergeben noch jemanden rufen. Bin lebendig begraben. Ende der Durchsage.
Edelweiß: Was sind das für dumme Scherze? Wer ist am Apparat? Rufen Sie sofort Ihren leitenden Offizier!
Antwort: Der Offizier hat sich davongemacht. Alle sind geflitzt. Halt den Mund, mir langt's.
Edelweiß: Welch besoffenes Schwein spricht da. Rufen Sie sofort den diensthabenden Offizier. Ein General ist an der Leitung!
Antwort: Leck deine Großmutter am A.... du Scheißhaufen.... Halt die Fresse.
Edelweiß: Den U-16 an den Apparat. M-11 verlangt ihn. Es ist dringend.
Antwort: Du kommst noch früh genug an den Galgen.
Edelweiß: Nicht verstanden, wiederholen!
Antwort: Kommst noch früh genug an den Galgen, stinkender Idiot... Alle sind ausgerissen. Die Iwans sind über uns. Sind sie noch nicht bei dir?
Edelweiß: Ich bestehe auf einer Verbindung mit Krebs. Melden Sie die Lage in Berlin, M-11.
Antwort: In Berlin nieselt es. Hau ab.
Edelweiß: Wer spricht da? Nennen Sie Namen und Dienstgrad.
Antwort: Ersticken sollst du.... Jetzt langt mir's. Alle sind geflitzt. Verstanden? Über uns rollen die Panzer der Iwans."

(aus "Berlin 896 km" von Boris Polewoi, Frontkorrespondent der russischen Armee)

Montag, 28. Juli 2008

Das Rheingold

Bayern4Klassik hat heute "Das Rheingold" von Wagner aus dem Bayreuther Festspielhaus übertragen. Ich wollte die Oper schon immer einmal hören, für einen Opernbesuch war sie mir aber zu lang und zu riskant, da ich bisher mit Wagner nicht wirklich etwas anfangen konnte. Der Walkürenritt, den wohl jeder kennt, ist einfach nur grausam und die Ausschnitte aus diversen Opern rauschen bei mir zum einen Ohr hinein und zum anderen hinaus, ohne daß ich dabei viel Beachtenswertes finde. Die Hintergrundmusik ist manchmal ganz nett, aber die Gesangspartien dagegen irgendwie rudimentär. Die Overtüre zu Parsifal gefällt mir, aber das war es dann auch schon. Das Rheingold konnte daran nicht viel ändern. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, was die alle mit diesem Wagner hatten - König Ludwig, Hitler....Nicht daß ich gerne denselben Geschmack wie Hitler hätte, aber ich würde es gerne verstehen, wie Wagners Musik auf diese Männer so viel Faszination ausüben konnte. Doch dafür fehlt mir wohl etwas.

Gehts noch?

Bei diesen Temperaturen hält man es am optimalsten im Freibad aus. Zum Glück habe ich noch Urlaub und deshalb Gelegenheit, den neuen Jeans-Bikini zu testen, wie gut er im Wasser hält. Das Wasser war allerdings a....kalt und man wurde erst warm, wenn man ein paar Bahnen hinter sich gelassen hat. Witzig ist es zuzuschauen, wie sich "Neueinsteiger" minutenlang panisch und japsend an den Beckenrand klammern, bevor sie es wagen, ganz im Wasser einzutauchen. Leider hält man es im Freibad immer nur bis allerspätestens um drei Uhr aus, ab dann wird es kritisch oder sogar lebensgefährlich, weil die Anzahl der Kinder ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Das bedeutet, man ist keine Minute mehr sicher, denn die Geschütze fliegen von allen Seiten und treffen gelegentlich auch. Ich weiß nicht mehr, denn ich habe nicht mitgezählt, wie oft ich schon Bälle gegen den Kopf bekommen habe. Ich hoffe, das hat nicht solche Auswirkungen wie die Treffer beim Boxen auf das Gehirn. Jedenfalls kann ich mich da ganz schlecht auf ein Buch oder sonstiges konzentrieren, weil ich mit einem Auge immer in der Umgebung hänge, um vor etwaigen Granaten rechtzeitig in Deckung gehen zu können. Aber was ich heute erlebt habe, das gabs vorher noch nie - da ist doch so ein Knirps, nicht mehr ganz klein, eher in den mittleren Schuljahren, über mich schnurstracks drübergelaufen. Erst gab es einen Tritt gegen den Kopf, dann stand er mit dem Fuß auf meiner Schulter. Zwar hat er das nicht absichtlich gemacht, sondern weil er nach hinten statt nach vorne geguckt hatte und gerade von seinem Kumpel verfolgt wurde, der hinter ihm her rannte, aber hallo? Der weiß doch, daß Leute auf der Wiese liegen. Oder muß man den Kindern von heute alles eckig einrahmen, damit sie mal hingucken? Reicht es nicht, daß sie sich nicht einmal die Mühe geben, darauf zu achten, wo ihre Bälle landen? Ich hatte gerade die Augen geschlossen und hörte ein Hörbuch, als ich den Tritt bekam und automatisch griff ich mit den Händen hinter den Kopf, weil ich erst dachte, das wäre wieder ein Ball. Schade, daß ich dabei nicht das Bein von dem Bengel gegriffen und festgehalten habe, dann wäre er wenigstens lang hingefallen. Und wäre er mir auf die Nase getreten, dann hätte er ein Problem gehabt, denn dann wäre nicht nur sein Kumpel, sondern auch ich hinter ihm her gewesen. *augenroll*

Sonntag, 27. Juli 2008

Das Martyrium endete um Mitternacht

Traumerkenntnis: Das Martyrium des Johannes endete um Mitternacht. Deshalb endet jedes Leiden, welches auf diesem Martyrium beruht und welches ein Mensch trägt, ebenfalls um Mitternacht.

Musik ist ja schön und gut,

aber die schönste Musik ist das leise Rascheln der Baumkronen in einer sonnigen Mittagsstunde, wenn selbst die Vögel mehrheitlich ihren Schnabel halten. Ich könnte ewig zuhören.

Donnerstag, 24. Juli 2008

Höhere Gewalt und das Schloß Babelsberg

Eigentlich wollte ich einen Ausflug nach Potsdam-Sanssouci machen, zumal das heutzutage mit der S-Bahn nur noch ein Katzensprung ist, aber irgendjemand hatte etwas dagegen und ließ einen Buschbrand Böschungsbrand ausbrechen, so daß die S-Bahn auf dem Bahnhof Wannsee einfach nicht mehr weiterfuhr. Wannsee also, nun gut. Ich war nur einmal bisher dort baden gewesen und fand das nicht sehr prickelnd. Planlos schlenderte ich am Wannsee entlang und kenne jetzt jeden Yachtclub dort, einschließlich der fetten BMWs, die einen vor den Einfahrten fast überbrettern. Auch seltsame Kirchen gibt es da. Erst eine ganz futuristische

Kirche am Wannsee 1

und dann eine mit gleich drei Turmspitzen.

Kirche am Wannsee 2

Entfernungssäule gegenüber Rathaus Wannsee

Eine alte Entfernungssäule gegenüber vom Rathaus Wannsee.

Dann fiel mein Blick auf einen Wegweiser mit der Aufschrift, daß es knapp 6 km bis zur Glienicker Brücke sind. Ok, dachte ich, dort wollte ich auch immer einmal hin und da ich noch gut zu Fuß war, beschloß ich zu laufen und schlug mich kilometerweit durch Wald und Unterholz. Dies bereute ich später, denn ich hatte nicht damit gerechnet, daß es an der Brücke so viel zu sehen gibt. Auf der einen Seite der Park Babelsberg mit dem Schloß und auf der anderen das Jagdschloß Glienicke und jede Menge herrliche Wege am Wasser. Ich hatte tatsächlich vor, alles abzuklappern, aber nachdem ich das Schloß Babelsberg und einen Teil des Mauerweges durch hatte, konnte ich gerade noch auf dem Zahnfleisch zum Bus kriechen, der dort zum Glück geradewegs zum Bahnhof Wannsee fährt. Das bedeutet, ich muß noch einmal hin und dann werde ich mir das Laufen für die Parks aufheben.

Die Glienicker Brücke unter einem fantastischem Himmel:

Glienicker Brücke

Glienicker Brücke mit fantastischem Himmel

Blick auf das Schloß Babelsberg vom anderen Ufer:

Schloß Babelsberg auf der anderen Seite

Ich liebe es, wenn die Sonne das Wasser funkeln läßt

Ich liebe es, wenn die Sonne das Wasser funkeln läßt.

Am Maschinenhaus

Filmreife Kulisse am Maschinenhaus

Im Park Babelsberg

Im Park Babelsberg

Blick auf die Glienicker Brücke

Fenster am Schloß Babelsberg

Fenster am Schloß Babelsberg

Skulptur mit "echtem" Vogelfutter

Statue mit "echtem" Vogelfutter

Noch mehr Schloß:

Fenster am Schloß Babelsberg

Schloß Babelsberg

Das Schloß wird übrigens gerade renoviert. Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr einziehen. ;o)

Bescheidener Vorgarten

Wo ist der Hund?

Wo ist der Hund?

Die Schloßküche

Die Schloßküche

Der geheime Garten

Der geheime Garten

...führt hierher:

Am Ende des geheimen Gartens

Unter der Treppe

Ein Fenster unter der Treppe - vielleicht das schloßeigene Verließ? *gg*

In Glienicke scheinen auch einige Promis zu wohnen (kein Wunder - wie schon die Könige und Kaiser wissen auch sie, wo es am schönsten ist), denn man sieht ständig Limousinen herumfahren. Noch mehr als die Villen gefallen mir jedoch die russischen Hexenhäuser. Es muß herrlich sein, in solch einem Haus zu wohnen.

Am Mauerweg wachsen jede Menge Brombeeren, die zur Zeit noch nicht richtig reif sind. Vereinzelt fand ich aber schon "Frühreife". Man müßte da zur Erntezeit hin und sich den ganzen Weg lang durchfuttern. Als ich mich gerade wieder an einem Strauch zu schaffen machte, hörte ich plötzlich ganz in der Nähe ein leises Miauen. Verwundert sah ich umher und entdeckte erst nach längerem Suchen ein Kätzchen, das mitten in einem Gebüsch saß. Da es ein bunt geschecktes Kätzchen war, war es so gut getarnt, daß man es kaum erkennen konnte. Allerdings trug es ein Halsband und als ich begann, mit ihm zu reden, schlich es schüchtern aus dem Gebüsch hervor, strich mir um die Beine und ließ sich streicheln. Ich vermute, es war ein herumstromerndes Haustier.

Katzenbegegnung

Dienstag, 22. Juli 2008

Man sollte niemals

hungrig ins Kino gehen. Es kommt doch etwas merkwürdig, wenn sich vor die Leinwand innere Bilder von Pfifferling-Omeletten und Eiern mit Speck schieben.

Heute wird mir

wieder einmal klar, warum ein Blog für mich noch immer die optimalste Plattform ist. Ich bin für diese Communitys im Internet einfach nicht geschaffen. Ich rede nicht einmal im richtigen Leben mit Leuten, nur um sie zu kennen und Beziehungen zu haben, warum sollte ich das also im Netz tun?
Außerdem mag ich keine Vorschriften. Und dieses ewige "schreibst du mir, klickst du mich, bewertest du mich - schreib ich dir, klick ich dich, bewerte ich dich" nervt mich tierisch. Ok, streng genommen gehört das Blog ebenfalls zu einer Community und wenn man es vorzieht nicht zu kommunizieren, erhält man auch keine Kommentare, aber ansonsten ist es doch irgendwie anders. Auf meinem Blog kann ich (fast) alles tun und lassen, was ich will. Ich bestimme, wie lang oder wie kurz meine Einträge sind, ich bestimme, ob andere überhaupt kommentieren dürfen, ich bestimme, ob ich mich bewerten lassen will oder nicht, aber das Wichtigste ist, daß man ganz anders mit den Leuten in Kontakt kommt, wenn man ihn möchte. Irgendwie ist alles viel vorsichtiger und respektvoller (nun gut, Ausnahmen bestätigen die Regel), was wohl daran liegt, daß in Blogs teilweise auch die inneren Sorgen und Nöte offenbart werden, und das läßt den Leser automatisch emphatischer agieren, denke ich mir. Hier gibt es keine Regeln, außer die grundlegendsten der Nettiquette, des Urheber- und des Strafrechtes. Alles ist möglich, aber nichts nötig. So viel Freiheit lob ich mir.