Mittwoch, 26. März 2014
Dienstag, 18. März 2014
Mein inneres Kind

vergelesen
Wurzelbehandlungscreme und Hasenherzen
Montag, 17. März 2014
...
reimt es sich ganz ungeniert -
Ach nein, Reime sind es ja nicht
Die Moderation des Sichtbaren
mit der Freiheit des Unsichtbaren
Das Summen im eigenen Ohr
als Klang des Universums
In Stimmen schreiben
In Zungen hören
in Mündern sein
...
es strömt der Bach
und rauscht der Fluß
Wer könnte schwimmen
schon gegen den Strom,
wenn er es wollte?
Vielleicht ist es das Meer,
dem meine letzten Worte
gehören werden.
Sonntag, 16. März 2014
(Das fünfmillionste Frühlingsgedicht)
unter den Zinnen,
ein Flittern und Flattern
unter den Himmeln,
die Tauben, sie kamen,
Zweiglein im Schnabel
Konzertdirigenten
Ein Trillern und Trällern,
der Krokus in Tracht,
ein Sirren und Surren,
im Frühlingsgefiedel -
was für ein Schnurren!
Ein Räuspern der Knospen
in den luftigen Rängen
Mittwoch, 12. März 2014
Unterbezahlt
Dienstag, 11. März 2014
Premiere
Montag, 10. März 2014
...
oder euch in Nüsse verwandeln
Man muß in die Ambulanz kugeln
und mir Asche aufs Papier streuen
Zwei Dinge vermute ich: dich und mich
Wir sitzen uns gegenüber,
Geistesblitze in den Augenwinkeln,
reißen sie uns heraus.
Ihr seid alle nur ein Traum!
The GREAT Gatsby
Das seltsame Haus
Im Grunde bewohnte ich nur ein Zimmer, welches mir recht klein vorkam, denn eine Wand wurde völlig von einem Bücherregal eingenommen, welches in etwa die gleiche Größe hatte wie meines. Meines allerdings nahm nur ein Drittel der Wandfläche meines Wohnzimmers ein, was für mich einen groben Anhaltspunkt zum Schätzen darstellte. Am Fenster stand das Bett, in dem ich schlief, in der Ecke gegenüber fanden sich ein hüfthohes Kachelöfchen, ein Sessel und verschiedene kleine Ablagen oder Tische. Lange hielt ich mich hauptsächlich dort auf, bis mir einfiel, daß ich unbedingt duschen müsse und deshalb beschloß, auch den Rest der Wohnung zu erkunden. Irgendwo müsse es ja ein Badezimmer geben und es ist sicher erlaubt, daß ich es benutze. Der Flur wurde nur durch das Licht erhellt, welches aus meinem kleinen Zimmer streute und ich erkannte an den Wänden einige geschlossene Türen. Unter ihnen sicher auch die zum Badezimmer. Doch magisch zog mich die offen stehende Tür am anderen Ende des Flurs an. Dieser Raum war viel größer als meiner, lag aber im Halbdunkel, so daß ich nur einige große Zimmerpflanzen und Bücherregale als Konturen wahrnahm. Neugierig schlich ich herum und entdeckte, daß es einen Balkon gab. Der Zugang war allerdings durch ein Bücherregal versperrt, bis mir einfiel, daß dies ein besonderer Zugang war, eine Geheimtür. Man mußte einfach die ausgestreckten Hände zusammenlegen und an der richtigen Stelle halb in das Regal stecken, dann öffnete sich die Tür. Ich probierte es aus, fast augenblicklich öffnete sich die Tür und ich trat durch das Bücherregal auf den Balkon hinaus. Hinter mir fiel sie knarrend ins Schloß. Sofort bekam ich es mit der Angst zu tun. Hatte ich überhaupt den Schlüssel dabei? Würde ich wieder hineingelangen? Hektisch suchte ich in meiner Jackentasche, fand einen Schlüssel und versuchte, die Tür von außen zu öffnen. Es gelang, was mich erleichterte, und ich nahm mir vor, wenn es hell wäre, auf den Balkon zu gehen und die Blumen zu gießen. Die Kollegin würde sich sicher freuen, wenn ich mich um diese kümmerte, solange sie verreist war. Doch hatte sie überhaupt Blumen? Am besten, ich sähe gleich noch einmal nach.
Erneut trat ich durch das Bücherregal auf den Balkon, wo ich von einigen anderen Leuten abgelenkt wurde. Erst da bemerkte ich, daß der Balkon wie ein Gang mit anderen Wohnungen verbunden war und direkt auf einen breiten Hauptgang führte, der lebhaft bevölkert wurde. Ich warf mich in das Getriebe, ließ mich da- und dorthin treiben, bevor ich irgendwann beschloß, es sei Zeit in die Wohnung zurückzukehren. Es fiel mir jedoch schwer, die richtige Abbiegung zu finden, die wieder auf den Balkon führte. Der Gang, in den ich abbog, sah anders aus als vorher, viel Pappen lagen auf dem Boden herum, mit denen eine junge Frau beschäftigt war, die mich mißbilligend musterte. Aber es mußte der Gang sein, von dem ich gekommen war. Die Tür ließ sich leicht öffnen und ich befand mich in einem halbdunklen Zimmer. Ich hörte noch, wie die junge Frau den Schlüssel hinter mir im Schloß herumdrehte. Warum machte sie das? Will sie mich einsperren? Und nun sah ich, daß es nicht das Zimmer meiner Kollegin war. Besonders in den Teppich- und Polsterfarben unterschied es sich. Du lieber Himmel! Bin ich etwa in einer völlig fremden Wohnung gelandet? Natürlich, es mußte die Wohnung darunter sein. Was würden ihre Bewohner wohl sagen, wenn sie mich hier fänden? Ich begann irgendwie an der Wand hinaufzuklettern, um einen Weg zu finden, in die Wohnung darüber zu gelangen. Wahrscheinlich gab es da auch irgendwelche Verbindungstüren. Von oben und durch die Fensterscheiben zum Balkon hindurch konnte ich die junge Frau mit anderen Leuten reden sehen. Ich beschloß, doch lieber wieder herunterzuklettern und an die Glasscheiben zu klopfen. Man bemerkte mich und ließ mich wieder heraus. Mir war klar, daß ich eine Treppe finden mußte, um in das Stockwerk darüber zu gelangen. Sogleich sah ich eine, folgte ihr und fand mich vor der Wohnungstür meiner Kollegin wieder. Diese selbst stand davor und suchte augenscheinlich ihre Schlüssel. Aber ich hatte ja einen! Sofort zeigte ich ihr den Schlüssel und machte mich daran, die Türe aufzuschließen. Seltsamerweise bestand das Türschloß aus mindestens zehn Schlüssellöchern, welche halbkreisförmig angeordnet waren. Ich mußte also erst das richtige Schlüsselloch finden. Und passen wollte er letztendlich in keines. Wie konnte das sein? Hatte ich den Schlüssel irgendwo vertauscht? Sie sah mich entnervt an, weil sie dachte, ich hätte ihren Schlüssel verbummelt. Und ich verstand einfach nicht, wie das hatte geschehen können. Wie war ich in das Stockwerk darunter geraten, ohne es zu merken? Und warum passte der Schlüssel, den ich doch die ganze Zeit in meiner Jackentasche mit mir führte, jetzt nicht mehr? Und überhaupt: Wieso sahen die Schlüssel hier aus wie Ohrringe?
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit schrieb ich diesen Traum diesmal im Präteritum auf, obwohl ich sonst das Präsens für Träume bevorzuge. Es erscheint mir normalerweise stimmiger, ganz besonders, wenn es sich um auseinanderklaffende Traumfragmente handelt. Es war direkt schwierig, sich umzugewöhnen.
Sonntag, 9. März 2014
Mysterium Frühstücksei

Mittwoch, 5. März 2014
Das feuilletonistische Zeitalter
Wir müssen bekennen, daß wir außerstande sind, eine eindeutige Definition jener Erzeugnisse zu geben, nach welchen wir jene Zeit benennen, den «Feuilletons» nämlich. Wie es scheint, wurden sie, als ein besonders beliebter Teil im Stoff der Tagespresse, zu Millionen erzeugt bildeten die Hauptnahrung der bildungsbedürftigen Leser; berichteten oder vielmehr «plauderten» über tausenderlei Gegenstände des Wissens, und, wie es scheint, machten die klügeren dieser Feuilletonisten sich oft über ihre eigene Arbeit lustig, wenigstens gesteht Ziegenhalß, auf zahlreiche solche Arbeiten gestoßen zu sein, welche er, da sie sonst vollkommen unverständlich wären, geneigt ist, als Selbstpersiflage ihrer Urheber zu deuten. Wohl möglich, daß in diesen industriemäßig erzeugten Artikeln eine Menge von Ironie und Selbstironie aufgebracht wurde, zu deren Verständnis der Schlüssel erst wieder gefunden werden müßte...
...Wie gesagt, war vermutlich dieser ganzen Betriebsamkeit ein gutes Teil Ironie beigemischt, vielleicht war es sogar eine verzweifelte Ironie, wir können uns da nur sehr schwer hineindenken; von der großen Menge aber, welche damals auffallend leselustig gewesen zu sein scheint, sind alle diese grotesken Dinge ohne Zweifel mit gutgläubigen Ernst hingenommen worden. Wechselte ein berühmtes Gemälde den Besitzer, wurde eine wertvolle Handschrift versteigert, brannte ein altes Schloß ab, fand sich der Träger eines altadligen Namens in einen Skandal verwickelt, so erfuhren die Leser in vielen tausend Feuilletons nicht etwa nur diese Tatsachen, sondern bekamen schon am selben oder doch am nächsten Tage auch noch eine Menge von anekdotischem, historischem, psychologischem, erotischem und anderem Material das jeweilige Stichwort, über jedes Tagesereignis ergoß sich eine Flut von eifrigem Geschreibe, und die Beibringung, Sichtung und Formulierung all dieser Mitteilungen trug durchaus den Stempel der rasch und verantwortungslos hergestellten Massenware...
... Es war, wie in jenem wunderbaren chinesischen Märchen, die «Musik des Untergangs» erklungen‚ wie ein langdröhnender Orgelbaß schwang sie jahrzehntelang aus, rann als Korruption in die Schulen, die Zeitschriften, die Akademien, rann als Schwermut und Geisteskrankheit in die meisten der noch ernst zu nehmenden Künstler und Zeitkritiker, tobte sich als wilde dilettantische Überproduktion in allen Künsten aus.
(aus "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse)
Ich frage mich, was Herr Hesse wohl geschrieben hätte, wenn es damals schon das Internet, die Blogs und die virtuellen Sozialen Netzwerke gegeben hätte.
Die Zelle muß respektiert werden
Doch die großen Konzerne hätten eben nie Interesse daran gehabt, ökologisch erzeugte und an die Bedingungen des Bio-Landbaus angepasste Sorten zur Verfügung zu stellen, erinnert sich Rudolf. Kein Wunder: Bei sieben Prozent Anteil rechnet sich das kaum. Mit Sorge habe man dann beobachten müssen, wie die konventionelle Züchtung immer mehr vom Acker ins Labor wanderte, sprich: biotechnologische Methoden angewendet werden, die sehr nahe an der Gentechnik sind — wie bei den bereits erwähnten Brokkoli-CMS-Hybriden. CMS steht für “Cytoplasmatische Männliche Sterilität”. Aus dem Bio-Unterricht mag man sich dunkel erinnern, dass sich einige Pflanzen selbst bestäuben können, da sie sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane haben. Züchter wollen aber sicherstellen, dass sich nur bestimmte Pflanzen fortpflanzen, zum Beispiel der weißeste Blumenkohl oder der größte Brokkoli. Sorten wie der Rettich oder die Sonnenblume bringen diese Sterilität bereits von Natur aus mit. Per Zellfusion kann diese Eigenschaft im Labor nun vom Rettich auf den Blumenkohl oder Brokkoli übertragen werden. Laut gesetzlicher Definition handelt es sich dabei nicht um Gentechnik, selbst nach der EU-Ökoverordnung ist das Verfahren zulässig. Trotzdem: Die drei großen Anbauverbände Bioland, Naturland und Demeter lehnen CMS-Hybriden ab, die Zelle müsse als kleinste, unteilbare Einheit des Lebens respektiert werden…
… „2014 soll eine neue EU-Saatgutverordnung verabschiedet werden, die seltene Sorten besonders gefährden würde, weil sogar der freie Tausch von Saatgut und Knollen unter Strafe gestellt werden könnte“, schreibt der Verein „Save our Seeds“ auf seiner Internetseite. Er kritisiert die Verordnung als Gesetz der Lobbyisten. „Wer sich das genauer anschaut, wird sehen, für wen die Verordnung geschrieben ist — für die größeren Saatgutbetriebe“, sagt Sprecherin Susanne Kopte. Sie vermisst im Entwurf einen fairen Zugang für samenfeste Sorten aus ökologischer Züchtung und prognostiziert, dass es Züchter, Landwirte, Hobbygärtner und Erhalter von Sorten demnächst schwer haben werden. Mit Internet-Protesten und gezielten Demonstrationen in Brüssel und Berlin haben die Verordnungs-Kritiker ihren Widerstand kundgetan. Mehr als eine halbe Million Protestunterschriften hat man bereits in 20 EU-Ländern gesammelt. Es wird sich dieser Tage zeigen, wie empfänglich die EU-Abgeordneten des Europa-Parlamentes für die Argumente sein werden. Im Mai 2014 wird über die Verordnung entschieden.
(aus “Bioboom” Frühling 2014)
Im nächsten Leben werde ich Experte für ökologischen Pflanzenanbau. Oder doch lieber Hofkoch?
Die Zahl
Ich werde nie verstehen, warum so viele diesen Schund von Sarrazin kaufen. Erklären kann ich es mir nur so, daß die Mehrheit ihn nicht als ehemaligen Finanzsenator von Berlin live kennt und sich auch nicht dafür interessiert, was er damals eigentlich getan hat. Wir dagegen, Berliner in spezieller Mission, sind ja in den Genuß Albtraum gekommen, ihn tatsächlich live zu erleben, seine Meinungen und Reden zu hören, sein persönliches, menschliches Verhalten zu erfahren, und zwar nicht nur in Talkshows. Wenn man das einmal getan hat, weiß man einfach vorher, daß das ein Knallkopp ist und in so einem Buch nichts Vernünftiges stehen kann. Schade finde ich nur, daß er jetzt nicht selbst in den Genuß kommt, seine genialen Spar-Strategien an sich auszuprobieren.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2103602/Die-Zahl-100.000?setTime=13.708

