Ok, Die ersten 120 Seiten von "Der Frosch mit der Maske" waren blaß, unverständlich und extrem einschläfernd, dafür wurde es ab ca. Seite 170 von ca. 270 Seiten um so furioser und überraschender, sozusagen eine Wandlung von Valium zu Amphetamin, wenn auch etwas unlogisch. Aber wen interessiert schon Logik in einem Kriminalroman. Jedenfalls läßt mich das für die weiteren vier Romane und 700 Seiten hoffen.
meinen Vater in "Verkleidung" habe ich ja noch erkannt, aber seit ich die gescannten Familiendias das erste Mal gesehen habe, ständig überlegt, wer wohl dieser junge Mann ist, der zwischen ihm und meiner Mutter steht. Heute fiel mir gänzlich unerwartet ein, daß es wohl am wahrscheinlichsten wäre, meinen Bruder dort zu finden. Also schaute ich es nochmals genauer an - tatsächlich mein Bruder mit Bürstenschnitt! Hilfe! Aber ok, zu meiner Konfirmation trug ich einen französischen Zopf. Auch nicht viel besser.

Apoll hatte den Liebesgott Eros verspottet, worauf dieser zornig wurde und einen Pfeil mit vergoldeter Spitze auf Apoll abschoss. Dies bewirkte, dass Apoll in heftiger Liebe zur Nymphe Daphne entbrannte. Auf Daphne aber schoss Eros einen stumpfen Pfeil mit bleierner Spitze ab, der sie Apoll gegenüber unzugänglich machte. Apoll verfolgte Daphne durch die Wälder bis an die Ufer des Flusses Peneios. Dort sandte sie ein Stoßgebet zu ihrem Vater, dem Flussgott, und wurde in einen Lorbeerbaum verwandelt.
"Dynamit", antwortete Elk sofort. "Es hat noch unten gesprengt." Er zeigte auf das Loch im Boden. "Nitroglyzerin sprengt nach oben und seitwärts. Nein, kein Zweifel, es war Dynamit."
Das war bisher das Lehrreichste, das ich in "Der Frosch mit der Maske" von Edgar Wallace gelesen habe. Ich hoffe, das stimmt auch. Immerhin liest sich der Roman jetzt nach den ersten 120 Seiten, der zweiten oder dritten Explosion, einem Giftmord, einem Gefängnisausbruch und einem falschen Polizeibeamten schon leicht unterhaltsamer.
Ich bin Initiator und Organisator eines größeren Buchprojektes, an dem mehrere Autoren beteiligt sind (so wie seinerzeit "Müll"). Es sind ziemlich hochkarätige Leute mit einigen Erfahrungen mit dabei und ich selbst wundere mich eigentlich, wie ich dazu gekommen und ob ich dieser Aufgabe überhaupt gewachsen bin. Denn wenn ich außer Differential- und Integralrechnung eines nicht kann, dann ist das Organisieren. Aber ok, soo schwer dürfte es vielleicht doch nicht sein und ich muß mich ja nicht für alles verantwortlich fühlen. Zusätzlich steht dieses Buchprojekt anscheinend auch noch im Wettbewerb zu anderen Projekten. Bei einer Besprechung mit den Autoren treffe ich meine frühere Mitschülerin U. M., die sehr nervös, unzufrieden und genervt wirkt und wohl ebenfalls Mitwirkende ist. Ich möchte sie gerne fragen, was mit ihr ist, aber da ist sie schon weg und läuft immer ein paar Schritte vor mir in einer Menschenmenge, so daß ich Mühe habe, sie einzuholen und zu erreichen. Endlich kann ich sie am Arm fassen und mich bemerkbar machen. Sie bleibt stehen, ich fasse vertraulich ihre Hand und Frage sie: "Was ist mit dir?" Sie beginnt zu erzählen wie ein Wasserfall. Hand in Hand schlendern wir auf einem alten Schulhof entlang und lassen uns nicht mehr los. Wir suchen uns einen ungestörten Winkel, wo sie mir ihr ganzes Herz ausschüttet, sintflutartig. Schließlich ist sie ruhig geworden und ich schaue ihr über die Schulter dabei zu, wie sie aus einem schneeweißen gehäkeltem Gewebe mit großen Quadraten einzelne Stäbe herausschneidet. Ich finde an sich diese Quadrate, bzw. "Löcher" im Gewebe schon sehr groß, aber das war ja irgendwann in den Achtzigern mal modern. Diese Quadrate, bzw. "Löcher" jetzt noch größer zu machen, mutet mich etwas seltsam an. Ich frage sie, weshalb sie das tut und sie antwortet: "Wir müssen einfach größere Maschen machen." Ich verstehe sofort, daß dieses Gewebe mit dem Buchprojekt zusammenhängt und daß wir, um im Wettbewerb zu bestehen, ein Gewebe mit größere Maschen machen müssen.
Ich darf mich bis Ende der Woche jeden Tag auf dem beheizten Wasserbett im Keller von meiner Ärztin vergnügen. Die Praxis ist zur Zeit zwar geschlossen, aber die Schwestern sind da und mummeln mich in eine Kuscheldecke ein bevor es losgeht. Dann hab ich Ruhe und kann meinen Gedanken nachhängen, während ich massiert werde. So angenehm das auch ist, muß ich doch sagen, an eine "handgemachte" Massage reicht so ein Massagebett nicht heran. Wahrscheinlich ist solch ein Bett auf Dauer kostengünstiger, aber ein richtiger Masseur (wobei ich nicht sagen will, daß der unbedingt männlich sein muß) kann ganz anders die wichtigsten Punkte im Rücken erspüren und bearbeiten, und den Druck optimal anpassen. Aber, ok, man ist ja schon froh, daß es noch keine Pflegeroboter gibt.
Nach dem Wasserbett bietet sich ein Spaziergang regelrecht an. Zuerst ging es an meiner alten EOS (Erweiterte Oberschule) vorbei.
Irgendwelche nostalgischen Gefühle kommen dabei aber weniger hoch, zumal ich eh die meiste Zeit geschwänzt habe. Es ist so eine wirklich alte Schule mit Physik- und Chemiehörsälen, in denen man an hölzernen Pulten sitzt, wie man sie auch aus dem Film "Die Feuerzangenbowle" kennt. Die alkoholische Gärung haben wir da allerdings nicht durchgenommen.
Danach führte mich der Weg auf einen Friedhof. An Friedhöfen mag ich am liebsten die alten und verwilderten Teile, in denen sich die Natur das Territorium wieder zurückerobert. Da stromer ich auch gerne mal zwischen den Wegen umher, man muß aber höllisch aufpassen, um nicht über irgendwelche zurückgebliebenen und überwachsenen Teile von Grabumrandungen zu stolpern. Auf diesem Friedhof war das verwilderte Gebiet wirklich riesig, fast schon ein richtiger Wald.
Auf dem Friedhof findet man aber nicht nur Grabsteine, sondern auch Eichhörnchen
Spechte
und Riesenschnecken.
So ein riesiges Schneckenhaus habe ich ehrlich noch nie gesehen. Vielleicht leben auf dem Friedhof ja mutierte, zweihundert Jahre alte Urschnecken, oder so. Da das Haus verlassen war, nahm ich es mit. Ich hoffe, es wird nicht irgendwann vermisst.
Es könnte ein Gödelsches Prinzip in der Metaphysik geben, demzufolge es für jedes Deutungssystem, das innerhalb des Bereichs einer zu interpretierenden Tatsache gebildet wird, mindestens eine unbeantwortbare Frage geben muß, nämlich die Frage bezüglich des Charakters dieses Bereichs als Gesamtheit.
Demgemäß kann es für die Erlösung/Befreiung auch aus einer theistischen Sicht kaum notwendig sein zu wissen, ob die Welt ewig ist. Wenn also die indischen Religionen ihre zeitliche Unendlichkeit behaupten und die semitischen Religionen eben dies leugnen, ist dies keine Auseinandersetzung, die Einfluß auf die soteriologische Wirksamkeit einer der beiden Gruppen von Traditionen hätte...Wir wissen also nicht nur nicht, ob die Welt ewig ist, sondern dieses Nichtwissen versperrt uns in keiner Weise den Weg zur Befreiung; darüber hinaus würde die Annahme, daß dies soteriologisch von Belang wäre, den Erlösungsprozeß wahrscheinlich nur behindern...
Solche Überzeugungen bezüglich transhistorischer Tatsachen sind in ihren jeweiligen Glaubenssystemen von unterschiedlicher Bedeutung, wobei sie am oberen Ende der Skala für ein gegebenes Lehrgebäude unverzichtbar sein können. Hieraus folgt aber nicht, daß dieses Gebäude selbst für die Erlösung/Befreiung unverzichtbar wäre. Es ist vielmehr das Gegenteil richtig, denn es erscheint wenig einleuchtend, daß unser endgültiges Schicksal vom Bekenntnis zu transhistorischen Sachverhalten abhängen sollte, über die wir nichts Endgültiges wissen.
Zu den wenigen Beispielen einer historischen Überzeugung einer Tradition, die in einer anderen Tradition ausdrücklich abgelehnt wird, zählen die christliche Lehre, daß Jesus am Kreuz starb, dem die koranische Lehre gegenübersteht: "Aber sie haben ihn nicht getötet und nicht gekreuzigt. Vielmehr erschien ihnen ein anderer ähnlich."(4,157), und die Überzeugung der Achmedija, daß Jesus die Kreuzigung überlebte, später starb und in Kashmir begraben liegt, sowie auch die Aussage der Thora, daß Abraham seinen Sohn Isaak beinahe am Berge Moria geopfert hätte (Genesis 22), gegenüber der koranischen Version (Sure 37, 91-111), daß es sein anderer Sohn Ismael war....
...Für manche Anhänger der einzelnen Traditionen sind solche Behauptungen grundlegende Glaubensartikel, die nicht überprüft und auch nicht im Lichte bereits vorhandener und neuer Erkenntnisse geändert werden können. Dies ist typischerweise die Haltung nicht nur der relativ ungebildeten Mehrheit, sondern auch vieler gelehrter Bekenner mit einer konservativen Grundhaltung. Man kann daher nicht behaupten, daß es psychologisch jedem möglich ist, Differenzen bezüglich der historischen Elemente seiner Tradition zu tolerieren. Man kann nur behaupten, daß einige Menschen - deren Zahl in der modernen Welt immer größer wird - solche Fragen nicht mehr als für ihren Glauben wesentlich erachten und darüber hinaus akzeptieren, daß unsere geschichtlichen Anhaltspunkte nicht ausreichen, um die meisten dieser Fragen endgültig zu klären.
(aus "Religion" von John Hick)
Gleich in der Nähe von meiner Orthopädin befindet sich ein sowjetisches Ehrenmal. Also nutzte ich die Gelegenheit für einen Spaziergang. Ich mag diese Orte, was vor allem daran liegt, daß sie so leer und still sind. Man trifft in der Regel nur wenig Menschen dort. Die Assoziationen die mich beim Anblick der Ehrenmäler, insbesondere dieses einen heimsuchen, sind jedoch etwas merkwürdig. Ich kann mir nicht helfen, aber die Form des Ehrenmals erinnert mich stets an einen aufgerichteten Phallus, um das mal wissenschaftlich auszudrücken. Mit dem Gestrüpp, das auf der Spitze wächst, zeigen sich noch zusätzlich ganz spezielle Details, die ich hier nicht näher erläutern möchte. Und wenn ich dieses Ehrenmal anschaue, dann bildet sich in meinem Kopf und in meinen Gedanken immer nur die eine Botschaft: "Wir haben euch so richtig gefickt. (tatsächlich und symbolisch)"
Ich weiß nicht, ob man das als kunsthistorische Deutung gelten lassen kann, ich weiß auch nicht, ob das nur meiner Einbildung und zu versauten Phantasie entspringt, oder eventuell doch genau so als unterschwellige Botschaft gemeint war, aber ich kann nichts dafür. Ich kann wirklich nichts dafür. Ich sehe einfach nichts anderes. Und es ist nun absolut nicht so, daß mich ständig und überall solche Assoziationen plagen. Dann würde ich mir nämlich beginnen, Sorgen zu machen.

Menschen, die etwas zu sagen haben, werden keine Redner.
(Finley Peter Dunne)
Das scheint mir auch so...
Es gibt so seltene Tage, an denen man sich nicht über die Nachrichten ärgern muß. Der US-Finanzminister plant ein Rettungspaket in Höhe von 700 Milliarden Dollar zur Sanierung amerikanischer Banken, an dem sich, so die Idee Henry Paulsons, die G7-Partnerländer beteiligen sollten. Dies ist ab heute vom Tisch. Bravo! So langsam nimmt der Größenwahn der USA immer dreistere Formen an. Die Leute, welche die Finanzmärkte kontrollieren, kriegen den Hals nicht voll und wir schieben mal schnell ein paar Milliarden hinterher, um die selbstgemachten Krisen und deren Ausbreitung abzuwenden. Das grenzt ja schon an Erpressung.
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,579723,00.html
an mir zweifeln, weil die Rückenschmerzen trotz all der Spritzen noch immer nicht weg sind und nur sehr langsam besser werden. Ich dachte schon, es ist wieder so eine psychosomatische Sch...., bei der man erst noch Depressionen kriegen und kurz davor sein muß, aus dem Fenster zu springen, damit einem geholfen wird, aber nein - als sich die Orthopädin die Röntgenbilder anschaute, meinte sie zu mir:
"Bei diesen Befunden darf es Ihnen noch weh tun."
Gut zu wissen, daß es mir noch weh tun darf, besser wäre natürlich, es täte es nicht. Dabei diktierte sie der Schwester, was diese in den Computer eintragen soll und erwähnte auch irgendeine IS-Arthrose, was immer das ist:
"Und vielleicht noch eine IS-Arthrose, oder? Ja....nein, lieber doch nicht. In diesem Alter gibt es noch keine IS-Arthrose." Schluß. Punkt.
Ich habe also die Erlaubnis, daß es mir weh tun darf, aber keine Erlaubnis für eine IS-Arthrose, ich mein, nicht daß ich scharf darauf bin. Allerdings hat die Arthrose der Wirbelgelenke ja auch nicht Halt vor meinem Alter gemacht, was letzten Endes wohl der Instabilität durch einen nicht zugewachsenen Gelenkbogen zu danken ist. Nachdem sie die Befunde diktiert hatte, erklärte sie noch: "In Ihrem Alter kommt sowas natürlich eher selten vor. Aber so ist das Leben."
Ja, so ist das Leben. Irgendwann kriegt es mich auch noch gebeugt.
lasse ich mich noch immer nicht von draußen vertreiben. Die letzten Sonnenstrahlen, das letzte Licht tanken, bis die Finger klamm und blaugefroren sind, bis die Regentropfen zu hartnäckig auf das Gesicht prasseln. Krähenschwärme ziehen vorüber unter grauen Wolkenbänken, ein langer Abschied von der Freiheit des Sommers bis die Kälte mich wieder freiwillig in meinen beheizten Käfig treibt, dort, wo der Himmel so fern ist und das Leben so eng. Von den anderen Balkons ist nichts zu hören und auch aus den meisten Fenstern dringt kein Ton mehr. Während im Sommer eine Kulisse von menschlichen Lauten im Hof mitschwingt, ist jetzt alles still - nur die Krähen krächzen melancholisch oder aufgeregt. Die vielen kleineren Vögel rechnen nicht mehr mit menschlicher Besetzung. Manchmal fliegen sie bis zu einem Meter heran, bevor sie mich entdecken und sich erschrocken auf die Regenrinne retten. Von da äugen sie mißtrauisch, fast ärgerlich herunter. Ich fühle mich als Störfaktor in den emsigen Winter- und Reisevorbereitungen.
Der Sitz der Fantasie ist zugleich der Sitz der Furcht.
(Leo Perutz)
"Sie haben mich in meinem Schönheitsschlaf gestört!"
"Ja, das sehe ich. "
*lol*
Trotz dieser Einschränkung der Analogie bringt der Begriff einer göttlichen persona gut zum Ausdruck, wie die Götter in Interaktion mit ihren Anhängern entstehen: Sie sind idealisierte Projektionen der Charaktermerkmale dieser Anhänger und gleichzeitig Manifestationen des WIRKLICHEN....
...Diese beobachtbaren Tatsachen legen den Schluß nahe, daß Mystiker innerhalb der verschiedenen Traditionen nicht unabhängig von ihrer kulturellen Konditionierung sind. Sie bleiben verkörperte Geister, die in ihrer Zeit und an ihrem Ort verwurzelt sind. Sie tragen auf dem mystischen Pfad ihre hinduistischen, buddhistischen, jüdischen, christlichen, muslimischen oder Sikh-Vorstellungen und Erwartungen mit sich und werden von ihnen zu jener Erfahrung hingeführt, die ihre Tradition ihnen verheißt. Dies untermauert die Hypothese, daß selbst in der tiefsten Einigungsmystik der Geist mit kulturspezifischen Begriffen operiert und die gemachte Erfahrung demgemäß eine Manifestation des WIRKLICHEN, nicht das postulierte WIRKLICHE an sich ist...
...Der Wert religiöser Traditionen und ihrer verschiedenen Elemente (Überzeugungen, Erfahrungsmodi, Schriften, Rituale, Schulungswege, Ethik und Lebensformen, sozialer Regeln und Organisationen) bemißt sich daran, ob sie die erlösende Transformation fördern oder behindern....
...Die soteriologische Transformation geschieht normalerweise im Kontext einer bestimmten Tradition (was in der Vergangenheit wohl praktisch immer der Fall war) und nimmt eine Form an, die durch die Tradition ermöglicht und anhand von in dieser entwickelten Kriterien identifiziert wird. Es gibt demzufolge buddhistische Heilige, muslimische Heilige, christliche Heilige und so weiter, nicht einfach nur Heilige. Es gibt allerdings ein entscheidendes gemeinsames Merkmal, das sowohl heute zu beobachten als in den Aufzeichnungen aus der Vergangenheit festzustellen ist. Dies ist die Transzendenz des Ich-Standpunktes, an dessen Stelle Hingabe an eine Manifestation des WIRKLICHEN oder eine konzentrierte Ausrichtung auf diese tritt, die dann Mitleid und Liebe zu anderen Menschen oder allem Leben hervorbringt.
(aus "Religion" von John Hick)
Der
Wilde Kaiser beschwert sich, daß das Osterkörbchen, welches ständig an seinem Eßplatz steht und das er einmal von jemanden geschenkt bekommen hat, inzwischen leer ist. Es ist nur noch etwas Ostergras darin, aber keine Ostereier mehr. Ich frage ihn, warum er dann das Körbchen nicht wegwirft oder zumindest wegstellt. Er bedeutet mir daraufhin, daß er auf das Osterkörbchen auf seinem Frühstückstisch nicht mehr verzichten möchte, weil er sich so daran gewöhnt hat. Anscheinend mag er es sehr, obwohl keine Eier mehr darin sind, ob nun wegen des Körbchens selbst oder der damit verbundenen Erinnerungen, wage ich nicht beurteilen, vermute aber, daß es vor allem die Geste ist, die ihn daran hängen läßt.
Mit einem leeren Einkaufswagen suche ich den Eingang zu einem Haus. Ich fahre eine kleine Rampe hinunter und lande auf einer großzügigen Treppe, wo die Rampe allerdings endet. Da es etwas schwierig sein dürfte, mit dem Einkaufswagen die Treppe hinunterzukommen, suche ich einen anderen Weg und finde im Haus neben der Treppe eine Fahrstuhltür. Oh prima! Dann stell ich mich jetzt mit dem Wagen in den Fahrstuhl, auch wenn ich noch nicht weiß, wo ich damit lande. Statt nach unten fährt der Fahrstuhl nach oben und ich steige in einem Flur aus. Anscheinend bin ich in einem Verlagshaus gelandet. Ich schlendere den mit Teppich ausgelegten Flur entlang (den Einkaufswagen habe ich wohl irgendwo stehen gelassen, denn der ist nicht mehr dabei) und mir fällt auf, daß überall auf dem Flur stehend oder sitzend Araber herumlungern. Der Flur macht eine Biegung nach links und auch hier steht eine dunkelhaarige, wahrscheinlich palästinensische Frau herum. Sie trägt vor sich auf der Brust das Foto von irgendjemanden angeheftet. Es scheint so, als würde sie für oder gegen etwas protestieren. Mir kommt es auch so vor, als würde sie einen Sprengstoffgürtel tragen, aber ich wage nicht, genauer hinzusehen, sondern mache, daß ich weiterkomme. Hauptsache, sie sprengt die Bombe nicht gerade jetzt. Der Flur macht erneut eine Biegung nach links und hier findet sich so eine Art Wartezimmer, welches ebenfalls voller Araber mit Turbanen auf dem Kopf ist. So langsam dämmert es mir, daß sie das Verlagshaus besetzt haben, wenn ich auch nicht weiß, was sie weiter planen. Eine Bombe? Friedliche Demonstration? Geiselnahme? Ich sollte machen, daß ich weg komme. Der Flur macht wieder eine Biegung nach links und mir wird klar, daß das gesamte Haus quadratisch ist und man, wenn man einmal durch den Flur gelaufen ist, an derselben Stelle herauskommt, wo man den Flur betreten hat. Inzwischen muß ich das Haus verlassen haben, da unterhalte ich mich mit jemanden. Eigentlich wollte ich von dem Verlag ein bestimmtes Buch oder Manuskript haben, das fällt mir aber jetzt erst ein. Die Stimme des Gesprächspartners, den ich nicht sehe, sondern der irgendwie nur in meinem Kopf ist, fragt mich, was ich mache, wenn man mir das Buch oder Manuskript nicht gibt. Ganz einfach, sage ich, ich werde über meine Mutter gehen, die in dem Verlag arbeitet, bzw. gearbeitet hat. Für mich ist es in diesem Moment so sicher wie das Amen in der Kirche, daß ich dann zu dem Buch oder Manuskript kommen werde. Also absolut kein Grund, sich über irgendwelche Eventualitäten den Kopf zu zerbrechen.