Himmelfahrt
FAHR MIT LEHM
FAHR MIT HELM
FAHR MIT MEHL
ARM FEHLT IHM
HAMMER HILFT
bringt mich um. Und niemand wird sich erinnern. Nicht einmal einen Gedenkstein werde ich bekommen, auf welchem steht: Gab ihr Leben an der
Papierfront für das Vaterland.
Wie sich herausstellte, hatte Birger nicht nur alles genauestens registriert, was in den Jahren um ihn herum geschah - er konnte auch seit dem fünften Lebensjahr lesen und schreiben. Die Bücher, die er zu Dutzenden »durchblätterte«, hatte er in Wirklichkeit gelesen. Birgers fotografisches Gedächtnis, das in Sekundenbruchteilen eine fehlende Murmel registrierte, benötigte zur Aufnahme eines Buches nur ein paar Minuten - der Kopf besaß ja endlos viel Zeit, um sich mit dem Gelesenen zu beschäftigen. Was er alles in seinem Kopf gespeichert hat, weiß nur Birger selbst.....
Einerseits möchte er tatsächlich - daß ihr wißt wie es da innen in autistischen kindern aussieht -, und fragt seine Mutter: - kannst du dir vorstellen wie es ist in einem sozialen System zu leben das dich auf immer für verrückt erklärt es ist die inkarnation solcher auswüchse elementarer bösigkeit daß es keine beschreibung gibt -....
Andererseits beschleicht ihn gelegentlich die Sorge, ob er mit diesen Enthüllungen nicht ein Tabu übertritt und über Dinge redet, die niemanden etwas angehen, - mit mir ist ein richtiger verräter auferstanden -, heißt es da plötzlich, - ich werde reden und in ewiger sicherheitshaft euch überleben -.
Oder: - wie oft habe ich wieder zurückkehren wollen in die stummheit und ruhe unserer würdevollen nicht verlogenen autistenwelt -.
(aus "ich will kein inmich mehr sein: botschaften aus einem autistischen kerker." von Birger Sellin)
Hiobs Botschaft
BH AB, FISCH SO TOT
BOSS OFT HABICHT
Als ich heute voll bepackt aus dem Supermarkt kam, stand ein mindestens drei Meter breites amerikanisches Straßenschiff mitten auf dem Gehweg vor der Tankstelle und nahm dort die gesamte Breite des Bürgersteiges ein. Ich bemerkte, daß irgendwelche Typen darin saßen und um daran vorbei zu kommen, mußte ich mit meinen ausladenden Taschen auf der lebensgefährlichen Autobahnzufahrt den Wagen umgehen. Ärgerlich dachte ich bei mir, was sind das nur für Idioten, und überhaupt, warum fahren die nicht die Tankstelleneinfahrt hoch, wenn die unbedingt irgendwo stehen wollen? Da ist doch alles leer. Erst als ich am Wagen vorbei war, sah ich, daß auf dem Tankstellengelände gefilmt wurde. Kameras und Leute standen herum, Frauen in Leuchtwesten liefen emsig umher und schienen irgendwelche Entfernungen zu messen. Anscheinend wartete der Straßenkreuzer dort auf dem Gehweg auf das Zeichen für seinen Auftritt.
Offenbarung
GAFFER, OB NUN BAFF
EGON NUR BANG
UFO FERN, AFFE GROB
NUN BAR-OEFFNUNG
Heute in der Straßenbahn ein junger Mann mit Lippenpiercing. Und ich fragte mich, ob man beim Küssen wohl daran hängenbleiben würde. Sicherlich wäre aber noch sehr viel verhängnisvoller, es zu verschlucken. Ein Spiel mit dem Feuer oder einer Notoperation im Krankenhaus, sozusagen. Zu meiner Zeit trugen die coolsten Typen nur Ringe in den Ohren.
Haare haben die unangenehme Eigenart, auszufallen und Abflüsse zu verstopfen. Das weiß zwar jeder, aber da ich einen verdeckten Abfluß habe, fällt mir das meist erst wieder ein, wenn das Wasser nicht mehr so recht abfließen will. Wenn man jetzt aber, statt der spontanen Eingebung folgend, den Deckel abzuheben und die Haare zu entfernen, sinnierend vor der Wanne stehenbleibt, mit leisen Alarmglocken im Kopf, und dabei denkt: "Es könnte aber auch etwas ganz anderes sein. Ich sollte den Deckel nicht abheben. Es könnte irgendein Ding darin stecken, das mir entgegenspringt. Ich sollte den Deckel nicht abnehmen.", dann gibt es nur eine Diagnose - zuviel Akte X geschaut.
Das Unheil begann schon nach nur dreistündigem unruhigem Schlaf, als ich früh um 5:30 h aufstehen mußte, da meine wahnsinnige Wohnungsgesellschaft auf die Idee gekommen ist, uns allen kurz vor Weihnachten noch ein fröhliches Weihnachsbasteln und eine Multimedia-TV-Dose in jedem Zimmer zu spendieren. Gleich nach dem Aufstehen zersprang die Glühbirne im Zimmer. Ein schlechtes Omen und ich mußte erstmal eiligst nach einer neuen suchen, damit die Kabelleger überhaupt Licht haben. Eigentlich brauche ich ja keine Multimediadosen, da ich weder vorhabe, über Kabel zu telefonieren, noch zu surfen. Die anderen Mieter waren ebenfalls nicht gerade begeistert, aber ok, wenn sie das Ding wenigstens völlig unauffällig statt der alten TV-Dose in der Ecke unter dem Fenster montiert hätten! Aber nein, die haben das Ding mitten in das Zimmer geschraubt und zwar so, daß man die Dose und die Kabel einfach nicht übersehen kann, ein wirklich schöner Anblick. Die Aussicht auf Kabel ist mir immer noch die liebste. Da ich keine geraden Wänden habe und die Tür schräg verläuft, habe ich auch keine Chance, ein Regal oder ähnliches davorzustellen, weil dann die Tür nicht mehr aufgeht. Die alte Dose haben sie dran gelassen, weil die angeblich "Bestandsschutz" hat, aber nur noch vier Wochen funktioniert. Ich wußte gar nicht, daß es sowas für nicht funktionierende TV-Dosen auch gibt. Wenn das alle paar Jahre so weiter geht, weil es immer modernere Technik gibt, bin ich bald nur noch von nutzlosen Dosen umgeben. Nun hatte ich gerade erst vor einigem Monaten mühevoll die Kabel nach der Renovierung wieder ordentlich an den Scheuerleisten entlanggeführt und befestigt, was jetzt mal völlig umsonst war, da ich nun kurz vor Weihnachten ein noch längeres Kabel besorgen muß (ich weiß gar nicht, ob 10 m reichen) und von vorne mit dem Möbelrücken anfange. Das Weihnachtsbasteln geht weiter und ich hätte heute Lust, jemanden zu ermorden.
Erbsünde
BERN DU SEE, BUSEN ERDE,
RUEBEN DES BEN DRUESE,
ERBE UND ES BEREDE UNS -
REDE BUSEN
Jugendherberge auf verschneitem Berg. Verschneite einsame Höfe zwischen stillweißen Bäumen. Meine Freundin, ich und vier Doppelstockbetten für uns alleine. Jede Nacht ein anderes Bett, tagsüber, neben rasanten Schlittenabfahrten im menschenleeren Wald, Orgien mit Jojos, auswendig gelernten Aha-Liedern und Sahnetorte aus der heimischen Bäckerei. Dazu drei Kilometer durch den Schnee hinunter ins Dorf stapfen. Bei mindestens sechs Kilometer Fußmarsch oder mehr und klirrender Kälte braucht man schließlich Energie, viel Energie. Kichern und Lachen über unsere geheimen Sahneentgleisungen. Die Eltern wissen ja nicht, wovon wir uns während der Ferien ernähren. Die sind weit, weit weg im fernen Berlin. Und kein Wort wird jemals über unsere Lippen kommen.
Ok, mir ist doch noch etwas für den Advent eingefallen. Ich werde mir einen biblischen Anagrammkalender gönnen. Jeden Tag ein anderes Wort aus der Bibel (24 davon dürften ja wohl aufzufinden sein).
Bundeslade
DAS BUENDEL vor LADENS BUDE im ABEND DUSEL, EDLEN ABSUD. NABEL DES DU, DU BLASENDE, DU SALBENDE. DAS DUEBELN ist BALD SUENDE. Im BADE SUDELN mit BADE LSD, NEU.
PS: Ich fürchte beinahe, diese Idee ist für harmlose Adventskalender ebenfalls nicht sehr geeignet.
Heute wurde neben dem 1. Advemt mal wieder eine Rumpelaktion bei meiner Mutter veranstaltet. Ich denke ja immer, so viel kann nicht mehr da sein, bei den Massen an Kisten, die wir bereits weggeschleppt haben, aber es nimmt kein Ende. Sie meinte, es ist noch jede Menge im Keller und an sonstigen Orten, unglaublich, was mein Vater alles gehortet hat. Die Ausbeute war deshalb wieder reichlich:

Eine Siebdruckikone (Madonna Odigitria)

Eine mächtige Lupe

Ein Anhänger aus echtem Murano-Glas

Ein Rosenkranz mit Hämatit-Kugeln

Lesezeichen aus Holz

Der alte Fritz als Zinnsoldat

Eine indische Dose aus Jade (jetzt, weiß ich, warum ich von bunten Vögeln geträumt habe)

Ein Taschenrechner mit integriertem Spiegel (was frau schon immer wollte)
Außerdem eine neue Holz-Haarbürste, nachdem meine erst vor kurzem kaputt gegangen ist (nein, Zufälle gibt es nicht) und eine Taschen-Mundharmonikas. Mundharmonikas fanden wir in einem Karton sieben oder acht Stück, auch sehr schöne und edle mit dabei. Die hab ich meinem Bruder als dem Musiker in der Familie überlassen und spielen kann ich ja eh nicht. Trotzdem schadet es sicher nicht, für alle Fälle immer eine Mundharmonika im Haus zu haben. *gg*
Bei den Büchern kamen heute mit:
Die gesammelten Werke von Theodor Storm in vier Bänden, die ich schon als Kind gelesen habe, "Die Hölle - Eine Reise in unsere Unterwelt", "Geheimnisvoller grüner Tee", "Was Hände verraten - Lebenslinien - Schicksalslinien", "Geheimnisse der Heilkräfte und Pflanzen" (mit super Fotografien und Abbildungen der Pflanzen), "Die Handschrift - Schlüssel zur Persönlichkeit", "Lichtbewußtsein und Kreativität", "Besser Denken - besser Leben" und, besonders interessant, "Dichter in der Handschrift - Graphologische Deutungen zeitgenössischer Dichtwerke" von 1937, unter anderem auch mit Schriftbildern von Rilke.
Außerdem hat meine Mutter vier große Kisten mit Sexvideos und -büchern zusammengesammelt und uns erklärt: "DAS Zeug schaffe ICH nicht weg!" Damit wird meine Schwägerin wohl nächsten Sommer einen Sex-Stand auf dem Flohmarkt eröffnen müssen.*feix*
EDIT: Ach ja, die britische Uhr mit Segelschiff-Design vergaß ich.

Schwer trägt der Himmel,
schwer, zu schwer, und so
schlingt er sich um Kirchturmspitzen,
ruht auf der nackten Bäume
Arme, still emporgereckt.
Grau und müde von der Last
liegt er auf den Häusergiebeln,
wo die Winterraben sitzen,
ihr Gefieder, nachtdurchtränkt,
weich die matten Wolken streift,
die nicht länger halten wollen
das Gewicht des kalten Schnees.
Und hevor bricht aus der Trübe,
aus des Himmels müdem Weh,
ein perlend weißes Lichterheer.
Auf youtube kann man eine
Dokumentation in neun Teilen über die Geschichte des Katharismus anschauen, eine christliche Ketzerbewegung des Mittelalters. Als interessante Ergänzung zur Lektüre von "Kreuzzug gegen den Gral" sehr empfehlenswert.
Auf dieser
sehr ausführlichen Astrologie-Seite mit Unmengen an Deutungsvorschlägen steht dazu unter anderem dieses:
Der träumerisch veranlagte Fisch im Zeichen der Weltanschauung verheißt oft das Hängen an hohen und unerreichbaren Idealen. Andere Menschen können den Wertvorstellungen von Fische im 9. Haus manchmal nicht folgen, denn die Lebensauffassung verfolgt Denkweisen die nicht jedermanns Sache sind. Manche hören ihren Worten fasziniert zu und verstehen letztlich doch nicht was gesagt wurde.
Ganz genau so fühle ich mich oft. Ich will jetzt nicht rumjammern, ich wäre unverstanden oder so, aber wenn ich etwas sage und andere mich mit wagenradgroßen Augen anschauen und vollkommen verwirrt wirken, ist das auch für mich keine leichte Situation. Wahrscheinlich ist das mit ein Grund, warum ich mit der Zeit das Schweigen oder kurze, unverfängliche Bemerkungen bevorzugte. Beim Bloggen ist das schon etwas einfacher, weil man die Miene der Leute beim Lesen nicht mitbekommt und wenn sie nicht gerade nervige Kommentare schreiben, auch nicht, daß sie meinem Denken vollkommen fern sind. Also käse ich meine kruden Gedanken beim Bloggen aus, hier mag man mich gerne belächeln, so viel man will.
Das Schöne am neuen Einrichten der Wohnung, besonders wenn auch Schränke und anderer Stauraum davon betroffen sind, was meist mit einer grundlegenden Änderung der darin herrschenden Ordnungsstrukturen einhergeht, ist nicht nur, daß man jahrelang Freude an den neuen Möbeln hat, sondern auch, daß man jahrelang danach noch herrlich entspannende Suchorgien einplanen kann, wenn mal wieder irgendein Ding nicht aufzufinden ist und man doch völlig sicher weiß, daß es im alten Schrank an der und der Stelle lag. Wo es nun allerdings in den neuen Schubladen und Fächern ruht, das weiß nur Gott allein. Heute habe ich sage und schreibe die vierte (!) Suchaktion nach alten Fotos gestartet, die ich ihrem zerfressenem Album entnommen hatte, um für sie einen Karton zu besorgen. Auch diesmal habe ich sie nicht gefunden. Und meine Wohnung ist nun wirklich nicht groß. Obwohl nur als Zwischenlagerung gedacht, muß ich sie genial gut versteckt haben.
Kalt singt dein Lied
in den Zweigen der Ulmen,
tränenreich von Himmelgrau.
Still bricht der Schnee,
der zartflüchtige Tänzer.
an deiner rauen Heftigkeit.
Klagend summst du in den Mästen,
in brüchigen Lichtleitungen,
rüttelst an den Fensterbogen,
streichst jammernd um das Haus,
katzenhaft, und schmiegst dich
übermütig durch jede Tür.
Warm gedenkt das knisternde Holz
der dunkel stehenden Brüder
unter frostigem Sternenklar.
In grimmiger Milde trocknest du
der schwarzen Wälder Tränen
zu glitzerndem Kristall.
Ob wir es wollen oder nicht: Wir stehen heute allem Mythischen fern. Der Bereich des modernen Menschen ist Naturwissenschaft, Technik und jene Geschichtsbetrachtung, welche auf die äußeren Geschehnisse hinblickt und 'Götter' als Aberglauben empfindet. Das Kirchenchristentum war in dieser Hinsicht um nichts weniger intellektualistisch als die moderne Naturwissenschaft. Das Mythische ist untrennbar von der Offenbarkeit der Göttermächte. Diese sind uns heute verborgen. Der moderne Mensch lebt nicht in kosmischer Inspiration, sondern denkt und handelt aus sich selbst innerhalb einer Dingwelt.
Der Mythos hat auch nichts mit 'Glauben' oder 'Bekenntnis' zu tun. Vielmehr wird aller Glaube erst nötig, wenn das Dasein der Götter sich verdunkelt und nun der Mensch das Verlorene in den Seelenhaltungen des Glaubens und Vertrauens ersehnen muß...
...Wenn die mythischen Gestalten Erzeugnisse einer Phantasie sind, so sind sie nicht Erzeugnisse einer menschlichen, sondern einer göttlichen Phantasie, welche sich in den Menschen hineindichtet.
(aus "Luzifers Hofgesind")
Heute schreiben Löwen Geschichte. Heute verändern Löwen die Welt. Auch wenn Sie nicht zu den ganz großen Löwen gehören: Auch Sie wirken heute positiv auf die Welt ein.
Ja, ich hab heute das Klo geputzt und den Herd gereinigt, wenn das mal keine positiven Wirkungen auf die Welt sind. Ich bezweifle allerdings, daß ich damit in die Geschichte eingehe.
Jetzt weiß ich, warum ich immer weiß träume. *gg*
Wange an Wange,
ruhen wir und atmen,
ruhen in uns selbst,
das Äußere im Innen,
abgekehrt von der Welt,
die Haut unser Zelt.
Wir atmen die Nacht,
trinken sie bis zur Neige,
bis mit Dunkel gefüllt
unsere Bäuche sind
und der Tag, gerettet,
auf unsere Lider fällt.
Nur manchmal, nur kurz,
spüre ich deinen Duft,
libellenzart vergänglich,
durch meine Träume wehen.
Nicht nur aus "Dracula" kann man sich bei der
Sprechbude vorlesen lassen, nein, auch Mary Shelleys "Frankenstein" steht nun in Folgen als monatlicher kostenloser Download bei
Vorleser.net zur Verfügung. Wunderbar!
PS: Ich bin am überlegen, ob ich zu Weihnachten selbstgebrannte und zusammengestellte Hörbuch-CDs verschenke. Natürlich nicht gerade mit "Frankenstein", aber bei Vorleser. net gibt es auch massenweise schöne Weihnachtsgeschichten, wie zum Beispiel das herrlich gesprochene "Nußknacker und Mausekönig". Und man bekommt sogar die passenden Druckvorlagen als Software dafür.
Auf einem Marktplatz falle ich plötzlich wie ein gefällter Baum um. Wie ich da so regungslos liege, glauben andere, ich sei ohnmächtig geworden und kommen angelaufen. Sie fragen mich, ob ich sie hören kann und ich kann es, denn ich bin nicht bewußtlos, habe aber irgendetwas in mein linkes Auge bekommen. Deshalb halte ich beide Augen geschlossen und beginne nun am linken Auge zu reiben. Bemerkungen entnehme ich, daß es rot sein muß. Jemand sagt zu mir, daß er Hilfe holt und bald darauf trifft eine korpulente Augenärztin ein. Diese geht ziemlich rabiat mit einer Pinzette zur Sache, zieht das untere Augenlid herunter und beginnt mit der Pinzette darin herumzufischen. Hoffentlich weiß sie, was sie macht, und sticht mir nicht das Auge aus. Vielleicht ist sie ja nur deshalb so unvorsichtig, weil sie das täglich macht und ihre Handgriffe kennt. Während sie weiter fischt sagt sie beruhigend, daß es schon vorkommen kann, daß jemand rote Augen bekommt. Sie stochert unablässig im Auge herum und ich sehe ihr körperlos mit Blick auf mein Auge zu. Da erfasst sie auf einmal ein weißes Klümpchen und zieht es aus dem Lid heraus. Sie wickelt es auseinander, denn es entpuppt sich als ein zusammengewickelter Papierschnipsel, und beginnt den Text darauf vorzulesen. Ich bin fassungslos und begeistert zugleich. Zwar habe ich keine Ahnung, wie der Schnipsel in mein Auge gelangt ist, aber was auf ihm steht, ist Gold wert. Schnell bestehe ich darauf, daß sie mir den Papierfetzen aushändigt, ehe ihn sie vorher zerreißen oder wegwerfen kann, denn ich habe nicht den Eindruck, daß ihr der Wert der wenigen Wortfetzen bewußt ist.
Bemerkung: Das Horrorskop sagt für heute Vormittag:
Der Skorpion-Mond hilft Ihnen, sich selbst zu entdecken und besser kennen zu lernen. Deswegen sind Sie stärker und wahrhaftiger als andere. Sie machen sich nichts vor.
Ich hoffe, meine Sehkraft ist jetzt wieder ungebrochen, nachdem der Störenfried entfernt wurde.
Der gerechte Mensch dient weder Gott noch den Kreaturen. Er steht so fest in der Gerechtigkeit, daß er dagegen weder der Pein der Hölle achtet noch der Freuden des Himmels. Den gerechten Menschen ist es also ernst um die Gerechtigkeit, daß, wäre Gott nicht gerecht, sie gäben keine Bohne auf ihn. Der Mensch soll Gott nicht fürchten! - Gott ist ein Gott der Gegenwart. Man soll ihn nicht außer sich suchen oder wähnen, sondern ihn nehmen, wie er mein eigen und in mir ist. - Wahrheit ist also edel, daß, wenn Gott sich von der Wahrheit kehren möchte, ich wollte mich an die Wahrheit heften und Gott lassen!
(
Meister Eckhart)
Eine interessante Diary Suite gibt es heute bei
Giveawayoftheday zum downloaden. Zwar nur in Englisch, aber interessant deshalb, weil es nicht nur ein einfaches Tagebuchprogramm ist, sondern es für verschiedene Bereiche wie Befinden, Sport und Gesundheit Vermerk- und graphische Auswertungsmöglichkeiten gibt. Man kann neben Stimmung, Körpertemperatur, Gewicht, Wetter, Sport-Workouts, -Distanzen und -Zeiten, Zyklus und vieles mehr sogar seine Kopulationen eintragen. Vielleicht benötigt ja manch einer darüber ebenfalls statistische Graphiken. Außerdem gibt es eine Schmerzkarte, wo man anhand eines virtuellen Körpers die genauen Schmerzpunkte markieren und beschreiben kann. Weiterhin enthält das Programm Terminplaner, Kalender, Notes, To-Do-Listen, Rezept- und Kontaktesammler. So vom Ansatz finde ich die Idee nicht schlecht, nur daß hier mal wieder das Traumtagebuch fehlt. Und überhaupt suche ich ja sowas wie die eierlegende Wollmilchsau, nämlich ein Tagebuchprogramm wie Alchera, in welchem man neben Traumtagebuch, Traumsymbolen, statistischen Auswertungen, normalem Tagebuch, auch noch sofort die astrologischen Konstellationen zum Zeitpunkt berechnet, sowie den Biorhythmus angezeigt bekommt, die Schlafqualität und anderes wie oben statistisch auswerten kann und Unterstützung bei der Auswertung von homöopathischen oder anderen Medikationen bekommt, aber ebenso Inspirationen und Einfälle kreativ "parken" kann. Träum weiter, liebe Suse!
nicht länger artig sein, ein Dickkopf sein, ja das wär' fein.