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Sonntag, 11. Juli 2010

Mein Bildschirmschoner

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ist so schön erfrischend.

Ich suche übrigens immer noch jemanden, der mich als Katze adoptiert.
Ich kann den ganzen Tag schlafen, in der Gegend herumstreunen und Vögel beobachten, zur Abwechslung auch mal dichten. Besonders geeignet bei Tierhaarallergie, da ich wenig haare. Außerdem bin ich sogar in der Lage, meine Dosen selbst öffnen und mich allein aus der Wohnung hinaus und wieder herein zu lassen. Normalerweise recht ruhig und friedlich, neugierig, etwas schreckhaft, mitunter sedierend (Tipp für Schlafgestörte), werde ich kratzbürstig, wenn man mich ärgert oder meine außergewöhnlichen Leistungen im Dosenöffnen nicht würdigt. Ein schattiges Plätzchen und ein Kühlschrank mit Eisfach sind Bedingung.

*trööööt* Puhhhhh,

hab heute auf Spanien gewettet, aber mein heißer Draht nach oben war etwas überhitzt, deshalb hat es so lange gedauert....
Ich dachte schon, das wird gar nichts mehr. Meine Güte!
Ok, der Einsatz war nicht sehr hoch, sozusagen nur zum Heben der Motivation, und eigentlich wollte ich das Geld ja loswerden, wie mir mein Traum versicherte. Hat aber nicht geklappt.

50 Grad im ICE nach Berlin – Fahrgäste kollabieren

http://www.morgenpost.de/vermischtes/article1345045/50-Grad-im-ICE-nach-Berlin-Fahrgaeste-kollabieren.html#reqRSS

Tja, gerade wenn sie am nötigsten gebraucht werden, versagen die Wunder der Technik und man wünscht sich nichts mehr, als ein einfaches offenes Fenster. War doch eigentlich schon immer so.

Traumsplitter

In einem kleinen Konferenzraum findet ein Interview mit einer bekannten Fotografin statt. Sie ist noch relativ jung, hübsch, trägt einen blonden Bubikopf, hat aber bereits sehr viel Erfolg mit Fotoporträts von Prominenten. Eigentlich weiß ich gar nicht, warum ich bei diesem Interview mit dabei bin. Ich bin durchgängig nur ein stiller Zuhörer und habe weder mit der Fotografin noch mit der Interviewer-Crew aus mehreren Personen etwas zu tun. Es ist für mich aber recht interessant, zumal die Fragen hauptsächlich fotografischer Art sind. Irgendwann holt die Fotografin zwei gebrauchte und schon etwas abgegriffene Kameras hervor - ein helle große und eine schwarze kleine Kamera. Die helle Große bekommt eine der Interviewerinnen, die schwarze Kleine drückt sie mir in die Hand. Zuerst betrachte ich sie interessiert, sehe, daß es eine Analog-Kamera ist, und schaue durch das Objektiv. Dann werde ich jedoch unsicher, aus welchem Grund mir die Kamera gegeben wurde. Nur zum Ansehen? Muß ich etwas dazu sagen? Oder darf ich die behalten? Ich halte sie hoch und frage noch einmal nach. Ja, ich darf sie behalten, wow. Es wundert mich, daß sie ausgerechnet mir die Kamera gegeben hat. Ein guter Grund, um wieder mehr analog zu fotografieren.

Die restliche Nacht reise ich mit einem schwarzen Aktenkoffer voller Geld umher. In allen möglichen Verkehrmitteln packe ich ihn neben mir auf den Sitz, während ich schlafe, so daß er leicht gestohlen werden könnte. Ich frage mich im Traum selbst, warum ich das tue, und komme zu dem Schluß, daß ich es wohl tatsächlich möchte, daß er gestohlen wird. Allerdings passiert es nicht. Blöd.

Samstag, 10. Juli 2010

Ich will Meer!

Balkonwindlicht

Hatte den ganzen Tag über die Fata Morgana einer Brise vom Atlantik in der Nase. Hätte gerne mehr Meer. Wenigstens ist es jetzt Nacht und langsam angenehm. Montag soll es noch einmal so heiß werden. Ausgerechnet genau, wenn ich wieder Sport habe. Jedweder Sport, der bei diesen Temperaturen außerhalb des Wassers stattfindet, ist Mord, finde ich. An solchen Tagen wünschte ich mir außerdem die Nachtschicht von früher zurück, als man unbehelligt von der Hitze ein bißchen Arbeit schaffen konnte. Über den Tag kaum machbar, da ist man viel zu sehr damit beschäftigt, keine Wasserflecken zu hinterlassen und mit den ständig offenen Fenstern versteht man am Telefon durch den Straßenlärm noch nicht einmal sein eigenes Wort. Wenn mich jemand anruft, sage ich immer nur: “Ich verstehe nicht, ich verstehe nicht.” und ich verstehe wirklich nix. Ich bin es auch müde, dauernd gegen den Straßenlärm anzuschreien. Ins Freibad zu gehen ist ebenfalls unmöglich, so etwas geht nur noch wochentags am frühen Morgen. Am Wochenende oder nachmittags kann man es vergessen, da wird man seines Lebens nicht mehr froh, ist also nur etwas für den Urlaub. Ich erwäge, falls ich denn irgendwann Urlaub habe und es weiter sehr heiß ist, meinen Tag-Nachtrhythmus so umzustellen, daß ich die Nacht bis früh um 8 Uhr durchmache, ins Freibad gehe, dort bis mittags bleibe, mich dann aus dem Staub mache, wenn es voll wird, und meine Nachtruhe von 14 bis 24 Uhr halte. Vor Mitternacht ist der Schlaf eh der gesündeste.

PS: Ich würde so gerne vom Meer träumen.

Traumsplitter

In einer Stadt mit mittelalterlichen Mauern und Türmen. Im Traum halte ich es für Bernau bei Berlin aber eigentlich ist diese Stadt viel größer und die Mauern höher. Wie riesige Bollwerke ragen sie in den Abendhimmel. Ich wohne dort für ein paar Tage bei K., wobei mir auffällt, daß er unkontrolliert beginnt zu zittern, wenn er nicht die Kontrolle über alles hat. Während ich auf seine Hände schaue, fällt mir auch auf, wie alt diese aussehen, obwohl er sogar noch jünger ist als ich, knapp über dreißig. In der Stadt unterwegs fliegt einer meiner Schuhe plötzlich im hohen Bogen über einen relativ hohen Zaun. Mir gelingt es erstaunlich leicht, mich auf den Zaun zu stemmen und dann auf die andere Seite zu klettern. Dort bemerke ich, daß ich mich nun in einer Art Käfig befinde, kaum zwei Quadratmeter groß und für einen Moment weiß ich nicht mehr, wie ich mit dem Schuh in der Hand wieder hinausklettern soll. Aber rechtzeitig fällt mir ein, den Schuh einfach erneut über den Zaun zu werfen und hinterher zu klettern.

Während ich beim Aufräumen meines sehr großen Kleiderschrankes bin, bekommt mein Vater Besuch von einem älteren Herrn, an den ich verkauft verheiratet werden soll. Ich werde vorgeführt, und da dieser ältere Herr auch meinen Kleiderschrank mitheiratet, zeigt mein Vater ihm diesen ebenfalls mit allem, was darin hängt. Einen Bügel mit goldbedrucktem Kleid zieht er heraus, um es zu präsentieren, aber dem älteren Herrn gefallen die Klamotten nicht. Mißmutig schüttelt er den Kopf. Ich werde wohl neue benötigen.

Bemerkung: Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen vom Meer zu träumen, nachdem ich noch bis spät in der Nacht von Atlantis gelesen und dabei stets den Geruch einer frischen Brise vom Atlantik in der Nase hatte.

Freitag, 9. Juli 2010

Verbotenes Schreiben

Ein großes Haus voller leerer Zimmer und Flure, in welchem ich mich mit einem Grüppchen von Menschen aufhalte, unter ihnen ein Mann aus meiner Sportgruppe. Doch so leer, wie das Haus auf den ersten Blick aussieht, ist es gar nicht, denn es gibt dort Geister(oder heimliche Zuschauer?), die uns beobachten und es gar nicht gerne sehen, daß wir Geschichten schreiben und uns diese gegenseitig vorlesen. Wir dürfen uns nicht dabei erwischen lassen. Deshalb müssen wir uns ständig irgendwo verstecken und ziehen flüchtend durch das Haus, von einem Versteck zum nächsten. Dort, hinter Tischen und Betten kurzzeitig vor den "Anderen" geschützt, schreiben wir, oder lesen laut die geschriebenen Geschichten vor, um sie mit der Gruppe zu teilen. Diese Stunden oder Minuten in den Verstecken sind heimelig und kreativ, erwärmen das Herz, egal wo wir uns befinden und wie unbequem es ist. Aus diesem Grund hören wir nicht damit auf. Aber wir vergessen trotzdem nie, auf der Flucht zu sein und uns verbergen zu müssen.

Bemerkung: Erinnert mich ein wenig an "Fahrenheit 451".

Von den Steinen auf dem Weg zur gesunden Ernährung

Möchte man sich gesund ernähren, beginnen die Schwierigkeiten bereits beim Einkaufen, zumindest wenn man zu den Normalbürgern gehört, die ihre Lebensmittel weder selbst anbauen, noch die Zeit haben, zweimal in der Woche auf einen Frische-Markt zu fahren. Das kommt erst, sobald man Rentner ist, das heißt, falls man es bis dahin schafft, trotzdem fit zu bleiben. Während der Berufstätigkeit hält man sich eher an die umliegenden Supermärkte und fühlt sich dort von Giften umzingelt. Aspartam und andere Süßungsmittel, Zusatzstoffe, Farbstoffe, jodiertes und womöglich noch entmineralisiertes Kochsalz, Geschmacksverstärker, Zucker in überreichlicher Menge - jeder Griff ins Regal könnte sich als eine Eßmine entpuppen. Irgendwie schlägt man sich trotzdem durch, sucht sich die harmlosesten Rosinen aus dem Kuchen, ganz Vermeiden ist in dieser Situation fast unmöglich, wenn man keine Lust hat, sich auf eine strenge Diät zu setzen. Denn eigentlich möchte ich mich nur ein wenig basischer ernähren, bzw. mit einem Übergewicht an Basen, und dies mit so wenig Chemie wie möglich. Das bedeutet, mehr Obst und Gemüse, weniger Zucker und Fleisch, so Pi mal Daumen. Gelingt nicht unbedingt optimal. Ganz auf Säurebilder in Form von Zucker oder Fleisch verzichte ich nicht, da ich aber bereits in den letzten zehn Jahren den Zuckerkonsum Schritt für Schritt reduziert habe, ist auch mein Verlangen nach Süßem zurückgegangen, so daß ich jetzt viele Lebensmittel, sogar Bioprodukte, als viel zu süß empfinde. Hier beginnen die Schwierigkeiten auf der Arbeitsstelle.
Wenn ich dort weiter ständig genötigt werde, Kuchen, Eis oder Wurstbrötchen zu essen, wird das mit dem Säure-Basen-Gleichgewicht nie etwas. Heute kam zum Beispiel eine unserer Teamleiterinnen mit zwei Paketen von dem extra fettigsüßem Eis als Urlaubslage an, also dick Schokolade drum herum, zuckrige Soße drinnen usw. Ich traute mich, abzulehnen, und bekam sogleich zu hören, ob ich denn nicht will, daß sie einen schönen Urlaub hat. Das war natürlich als Scherz gemeint, aber letzten Endes kommt es tatsächlich so rüber, daß man entweder etwas gegen die Person hat, sich absondert, oder hinter dem Rücken heißt es, man sei nicht teamfähig oder mäkelig. Sitzt man in einer Runde zusammen, kommen auch oft schlimmstenfalls ironische Bemerkungen, man achte auf die Figur u.ä., was bei mir definitiv nicht der Fall ist. Ich kann bergeweise essen, ohne dabei auseinanderzugehen. Zwar wird mein Bauch etwas größer, mein Gesicht etwas runder und auch die Hüften bekommen etwas ab, aber selbst dann liege ich immer noch bei Normalgewicht, so daß ich damit leben könnte, wenn ich unbedingt wollte. Meine Beweggründe sind rein gesundheitlicher Natur, aber wenn man beginnt, über Krankheiten zu reden, gegen die man zu Felde zieht, um es zu erklären, wird das genauso ungern gesehen oder gar ins Lächerliche gezogen. Dabei bin ich nicht die einzige, die unter gewissen Zivilationserkrankungen leidet, aber ich frage mich, was diese anderen dagegen machen. Wie es aussieht, stopfen sie trotzdem fleißig übersüßte Kuchen, übersüßtes Eis u.ä. in sich hinein und schlucken die ihnen angepriesenen Pillen, um nicht aufzufallen. Ich mein, ich falle ja normalerweise ebenfalls überhaupt nicht gerne auf, aber ich sehe auch nicht ein, warum ich mich mit Wohlstandsmüll umbringen soll, um gesellschaftlich genehm zu sein.

"Mäkelig" ist ein Attribut, das ich in Zusammenhang mit mir immer mal wieder höre, besonders gerne von Männern, die mit dieser "Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt"-Mentalität aufgewachsen sind. Ok, vielleicht bin ich ein bißchen mäkelig, aber vielleicht ist dieses "Mäkelig" auch nur ein gewisser Instinkt, der anderen abhanden gekommen ist. Als Kind mochte ich zum Beispiel absolut keine Schlagsahne, Cremetorte, Leberwurst oder Speck*. Schlagsahne mußte vom Kuchen heruntergekratzt oder aus dem Eisbecher herausgelöffelt werden, Speck aus dem Rührei gesammelt werden, und Cremetorte oder Leberwurst habe ich nur gegessen, wenn ich dazu gezwungen wurde. Inzwischen bin ich so weit sozialisiert, daß ich ohne aufzufallen, Schlagsahne, Cremetorte, Leberwurst und Speck essen könnte. Trotzdem versuche ich immer noch, bis auf die Cremetorte, auf die ich sehr selten sogar Appetit habe, es meist zu vermeiden. Im übrigen finde ich es in meiner seltsamen Logik auf eine gewisse Weise widersinnig, jemanden, der wochenlang nur mit gekochten Kartoffeln, rohen Radieschen, Äpfeln, Vollkornbrot, Olivenöl und Salz überleben könnte, das sogar schon getan hat, als mäkelig zu bezeichnen. In meiner eigenen Logik empfinde ich nämlich genau die Leute als mäkelig, denen die puren und einfachen Dinge nicht mehr schmecken, weil die Geschmacksnerven total taub geworden sind, so daß alles künstlich behandelt, gezuckert und gewürzt werden muß, damit sie ihren Speisen etwas abgewinnen können.
Ich wünschte, jemand würde auf Arbeit einmal auf die heldenhafte Idee kommen, einen Rohkostbuffett zu veranstalten, denn gerade wenn ich arbeiten gehe, bekomme ich davon am wenigsten. Es ist noch ein weiteres großes Hindernis, daß man nicht nur wenig Zeit zum Einkaufen hat, sondern auch wenig Zeit und Kraft, um täglich zu schälen und schnippeln, Bio-Rezepte anzurühren (womöglich einschließlich Kosmetik) oder gesund zu kochen. Stattdessen soll alles so schnell wie möglich gehen und schon kauft man Dinge, wo man nur noch den Löffel hineinstecken muß. Der Tag mit nur 24 h nimmt da leider keine Rücksicht. Obwohl, wenn ich aufhören würde, Tagebuch zu schreiben, überhaupt zu schreiben und möglichst auch noch das völlig überflüssige Lesen weglassen würde, das ja sowieso nur zu schlau macht (schlafen kommt eh zu kurz, mehr weglassen geht nicht).....
Sollte dieses Blog also künftig leer bleiben, bin ich gerade damit beschäftigt, Mohrrüben zu putzen, Kohlrabi zu schälen, Blumenkohl zu blanchieren, Schnittlauch zu züchten, Kohlköpfe zu schneiden, Ananas zu stechen, Äpfel zu entkernen, Bohnen zu polken, Gurken einzulegen, Kürbis einzukochen, Gras zu pressen, Brot zu backen, Keimlinge zu ziehen und Pilzkulturen anzusetzen.

*Eine Ausnahme: Nachdem ich Falladas "Geschichten aus der Murkelei" gelesen hatte, in welchen ein Mädchen vorkam, das so arm war, daß sie ihre letzte Speckschwarte nicht essen konnte, sondern sich damit nur das Brot einrieb, machte ich dies wochenlang nach. Ich rieb trockenes Brot mit der immer im Kühlschrank vorhandenen Speckschwarte ein, streute etwas Salz drauf und aß das. Nicht unbedingt eine kulinarische Sensation, aber eine Erfahrung wert. Als Kind möchte man manches eben auch nacherleben.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Hab mir heute

zwei T-Shirts gekauft. Auf dem einen steht "Girls Night Out" auf dem anderen "Give me diamonds to be a good lover". Was bedeutet die erste Redewendung? Ich hoffe, es ist nichts Unanständiges.

Meine Mutter dagegen hat richtig zugeschlagen. War gerade ganz aufgelöst am Telefon und meinte, sie hätte die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich dachte schon, ist wieder sonst was passiert, aber sie hat nur ihre Traumwohnung gefunden. Genau dort, wo sie immer eine Wohnung wollte. Direkt am Knotenpunkt, zentral gelegen im Bezirk, dieselbe Ecke, wo sie bisher auch gewohnt hat, wo sie überall schnell hin kommt, aber dafür sehr ruhig und schön gelegen, gepflegt, größer und teurer als ihre jetzige, doch sie meint, das schafft sie noch für die nächsten fünf Jahre. Schließlich würde ja bei ihr allein nichts dreckig. Und was danach ist, ist ihr egal. Sie möchte jetzt auch mal, wenigstens für fünf Jahre, ihre letzten Jahre, eine schöne Wohnung genießen. Die Wohnung liegt im 4. Stock mit Fahrstuhl. Ich hoffe, der Fahrstuhl ist zuverlässig, denn die Treppen hinauf würde sie nicht mehr kommen. Ansonsten freue ich mich für sie, wenn es denn wirklich die Wohnung ist, die sie immer wollte. Allerdings kann ich ihr partout nicht ausreden, ihre völlig kaputte und auseinandergeplatzte, uralte Schrankwand, an der schon alle Griffe fehlen, mit in die neue Wohnung zu nehmen.

Die Online-Medien

suchen nach einem Schuldigen des Fußball-Desasters, sogar Krake Paul muß schon dran glauben, aber die Online-Medien wissen nichts von mir. Deshalb werden sie den wahren Schuldigen nie finden. *vor sich hin kichert*

Böser Herr N. und Erdbeerbeduftung

Liebe auf den ersten Blick war das gestern zwischen Herrn N. und einen kleinen farbigen Jungen, dessen Mutter eine Bestattung beantragen wollte (Hitze scheint wirklich gefährlich zu sein - die Todesfälle häufen sich schon wieder in unseren Sachgebieten). Gleich als die Tür aufging und der kleine Junge Herrn N. erblickte, begann er zu schreien, zu weinen, machte auf dem Absatz kehrt und wollte mit seinen kurzen Beinchen weglaufen. Die zwei Frauen fingen ihn wieder ein und versuchten ihn zu beruhigen und Herr N. sagte dazu: "Der Onkel Doktor bohrt heute auch gar nicht." Als der Junge sich beruhigt hatte, wollte die Mutter, daß er Herrn N. "Guten Tag" sagt, aber der Kleine bestimmte: "Nein!"
Das Gespräch war noch nicht ganz beendet, da rannte er bereits zur Tür und wollte flüchten. Herr N. fragte ihn, wo es schlimmer wäre, beim Zahnarzt oder hier, und der Junge antwortete: "Hier!"
Darauf begann Herr N. in seinem Schreibtisch zu kramen mit der Bemerkung: "Na dann kann ich ja jetzt auch den großen Bohrer hervorholen.". Als alle aus dem Zimmer waren meinte Herr N. zu mir: "So eine kleine schwarze Weichwurst, aber die machen wir auch noch zum Mann. Schade, daß ich nicht etwas im Schreibtisch habe, das surrt oder brummt...." Das hätte er dann wahrscheinlich wirklich hervorgeholt, wie ich ihn kenne.

Desweiteren entdeckte ich, daß Erdbeerbriefmarken nach Erdbeeren riechen. Wir bekommen bergeweise Post und Herr N. reichte mir den Umschlag mit einer Erdbeerbriefmarke für meinen Bruder, da dieser Briefmarken sammelt (glaube ich, jedenfalls nehme ich immer Briefmarken für ihn mit). Ich begann die Briefmarke herauszureißen und wunderte mich, als ich meinte, tatsächlich Erdbeeren zu riechen. Ich schnupperte an der Briefmarke und da war es wieder. Beinahe dachte ich, ich würde mir irgendetwas einbilden, aber nachdem ich Herrn N. dazu gebracht hatte, ebenfalls an der Marke zu riechen, obwohl er erst glaubte, ich mache Witze, bestätigte er mir, daß ich nicht halluziniere. Zuerst fand ich diese Duftbriefmarke ja ganz lustig, aber beim Googeln las ich auch kritische Stimmen und ich muß ihnen recht geben. Zum Glück reagiere ich auf Duftstoffe nicht allergisch, weiß aber durch die Allergie gegen den Zigarettenrauch, wie es ist, wenn man unfreiwillig (z.B. durch Balkonkettenraucher) ein Trojanisches Pferd voller Allergene ins Haus bekommt und sich nicht wirklich dagegen wehren kann. Hätte ich so total unwissend die Briefmarke in die Hände bekommen und würde auf Duftstoffe ebenso reagieren wie auf Zigarettenrauch, hätte ich im schlimmsten Fall bis zum nächsten Tag keine Stimme mehr gehabt. Und das ist zum einen nicht besonders lustig und zum anderen völlig unnötig.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Ich habe zwar keine Vuvuzela,

aber ein paar Kochtopfdeckel. Wenn ich die, wie beim letzten Spiel die Leute unter mir, aus dem Fenster halte und kräftig zusammenschlage.....aber gut, bevor ich gelyncht werde, lasse ich es. Hätte trotzdem gerade Lust auf Rache.

Super, alle heulen und nur ich bin gut drauf - das sind die Sahnestunden des Lebens.

Ha! *jubel* *trööööt*

Spanien, ick liebe dir!

PS: Ihr dürft mich jetzt auch ruhig entfolgen.

Tut mir leid,

aber ich bin heute für Spanien. Ich würde es mir ja anders überlegen, wenn sich die Knallköpfe von Fußballfans auch mal ohne Knaller und Raketen freuen könnten. Aber so bin ich immer für das Land, das weiter entfernt von mir ist. Einfache Gleichung - von den Knallern in Spanien werde ich nicht taub. Und ich werde mich wirklich anstrengen, beim Daumendrücken. Doch bei dem Glück, das ich zur Zeit habe, besteht keine große Gefahr, daß ich damit etwas ausrichte. Witzig finde ich im übrigen, daß die Politiker ihre Gesundheitsreform dieses Jahr wieder während der Fußball-WM verhandeln, wie schon während des legendären "Sommermärchens" diese elendige Förderalismusreform, die damals ebenfalls während der WM beschlossen wurde. Die wissen schon, wie es funktioniert - gebt dem Volk Brot und Spiele und keiner von den vorübergehend gehirnentgleisten Bürgern wird sich mehr um irgendetwas scheren. Und Jammern hilft nicht viel, wenn das Gesetz erst durch ist. Schade, daß es tatsächlich so einfach ist.



Deutlich verändert wird der Zusatzbeitrag: Schon jetzt können ihn die Kassen als eine Art Notopfer erheben - bis zu einem Prozent des Einkommens der Mitglieder (maximal 37,50 Euro pro Monat). Künftig wird der Zusatzbeitrag aber das alleinige Element zur Finanzierung aller Ausgabensteigerungen. Und er wird nur noch "in Euro und Cent" erhoben, wie Rösler es sagte - also nicht mehr als Prozentsatz vom Bruttoeinkommen. Das heißt: Der Zusatzbeitrag wird sich in eine Zusatzprämie verwandeln. Wahrscheinlich wird diese in den ersten Jahren nur bei 10 bis 20 Euro im Monat liegen, so dass sich Mittel- und Gutverdiener im neuen System besser stellen als heute.

Weil gleichzeitig die Geringverdiener nicht überlastet werden sollen, will die Bundesregierung einen Sozialausgleich etablieren. Dieser wiederum soll aus Steuermitteln bezahlt werden. Rösler rechnet damit, dass er für den Sozialausgleich 2014 rund eine Milliarde Euro braucht. Und dass sich der Finanzbedarf anschließend um einen höheren dreisteilligen Millionenbetrag pro Jahr erhöht. Nähere Zahlen nannte er allerdings zunächst nicht.

Eine Beispielrechnung verdeutlicht, wie das Verfahren im Einzelnen funktionieren soll: Angenommen, das Defizit der Krankenkassen würde 2012 zwölf Milliarden Euro betragen. Dann würde eine Behörde zunächst berechnen, wie viel jeder der rund 50 Millionen Beitragszahler über eine Zusatzprämie theoretisch im Monat zur Schließung des Finanzlochs beitragen müsste: 240 Euro pro Jahr oder 20 Euro im Monat.

Diese rechnerische Zusatzprämie ist so etwas wie der neue Referenzwert in Röslers Gesundheitswelt. Wer etwa 800 Euro Rente bezieht, muss maximal zwei Prozent davon als Prämie zahlen, also 16 Euro. Liegt die Mini-Kopfpauschale der eigenen Kasse aber bei 25 Euro, bekommt der Rentner nur die vier Euro als Sozialausgleich erstattet, die zwischen 16 (Zwei-Prozent-Regel) und 20 Euro (Rechnerische Prämie) liegen. Die verbliebenen fünf Euro müsste er aus eigener Tasche zahlen.


Ich denke dabei nicht einmal an die Frechheit, die Profitspanne der Pharmakonzerne auf Kosten der Mittel- und Unterschicht ständig zu vergrößern, ich denke auch an die Kosten, die solch ein Verwaltungsaufwand mit sich bringt. Das kommt für den Steuerzahler sozusagen als Sahnehäubchen oben drauf. Inzwischen habe ich schon so viele Reformen hinter mir, davon jede Menge Gesundheitsreformen, daß ich bereits weiß, wie es läuft: In den Monaten nach der Reform kommen erst die positiven Meldungen in der Form, daß die Krankenkassen so und so viele Mehreinnahmen hatten, alles super ist, die Reform erfolgreich, und damit ja eventuell etwas davon wieder dem Krankenkassenmitglied künftig zugute kommt. Nochmal einige Monate später sind die Krankenkassen auf einmal erneut ganz arm dran und pfeifen auf dem letzten Loch. Es war immer so und wird auch immer so bleiben. Diese Positivmeldungen sind nur Volksverdummung, damit keiner merkt, daß es eigentlich keine wirklichen Reformen gibt.

Es gibt gewisse Stichworte,

die, sobald sie in einem Klappentext oder einer Filmbeschreibung Erwähnung finden, mein Interesse am entsprechenden Buch oder Film sofort um den Nullpunkt herum herunterkühlen, bzw. zumindest drastisch erlahmen lassen. Diese wären: "Liebe", "Dinosaurier" in allen Abarten, "Vampire", "Fantasy" und "Sex". Muß wohl an einer chronischen Übersättigung liegen.

Dienstag, 6. Juli 2010

Welten(w)ende

Der Ritter der Ratten sammelt sein Heer
auf unschuldigen Grenzgründen, lautlos,
den Schein heiliger Tücke in Herrlichkeit tragend,
gefangen im Tempelschrein die modernde Moral.
Das Böse wird stärker, gemordet der Schwan,
zerrissen das Weiß, verwundet die Nacht,
aus der blutig quillt der Mond, der Blender.
Das Glück im Klee ist verkümmert,
der Sommer verströmt die Glut der Kelche,
verzehrendes Feuer, die Hitze wird stärker.
Ich presse die Hände auf meine Ohren
und schreie, das Getöse zu übertönen
des tauben Menschheitsgebimmels.
Schneller intervallen die Intervalle,
das Universum singt in den lärmerfüllten
Raum hinein, lauter rebelliert das Leben -
am Himmel ein wandelnder Schmetterlingsstern.

Traumsplitter

Einen Bananenstrauß bekam ich im Traum wie einen Blumenstrauß überreicht - mehrere Bananen, deren geradere Seite stielartig zusammengebunden ist, während die krummeren Seiten sich wie ein Kelch auffächern. Außerdem unreife grüne Holunderbeeren.

Mehr Bananen essen? Grüne Holunderbeeren sicher nicht, die sind giftig.

Gefährlicher Tag heute,

zumindest für die nackten Zehen meiner Chefin, welche ich mit meinem Bürostuhl überrollte, natürlich ohne Absicht. Herr N. setzt aber immer noch einen drauf - Stunden später ist er zu ihr gegangen, um sich nach dem Zeh zu erkundigen und meinte dann zu mir, sie könne sich nicht einmal mehr erinnern. Er sei deshalb enttäuscht von mir, das sei eine schwache Leistung, ich hätte noch so lange drüberrollen müssen, bis eine Blutspur zu sehen ist....

In der Sprechstunde war heute jemand, dessen 77jährige Mutter, bei der er gewohnt hat, plötzlich gestorben ist, und der nun aus der Wohnung raus muß. Da es etwas Kuddelmuddel gab und wir auf Unterlagen aus dem anderen Haus warteten, erzählte er die ganze Story mit seiner Mutter und Herr N. war sehr interessiert. Ich kann sowas ja nicht mehr hören, ohne daß mir schlecht wird. Noch so ein Drama könnte ich zur Zeit nicht gebrauchen. Aber wann ist schon der richtige Zeitpunkt dafür? Immerhin dauerte es bei ihr nur einen Tag und nicht drei Jahre. Mir gehen so viele Gedanken durch den Kopf, die ich manchmal besser nicht denken möchte. Und das Blog nervt mich irgendwie. Also nicht das Blog an sich, sondern das, was ich hier schreibe. Krankheiten, Todesfälle und Ratten. Einfach nur Spaß haben, jene Parole, die man ständig zu hören bekommt und der man sich gerne anschließen würde, gestaltet sich unter diesen Bedingungen schwierig.

Montag, 5. Juli 2010

Traumsplitter

In einer Art Kapelle, ganz vorne steht ein junger katholischer Priester, der auf dem Kopf ein Kruzifix und darauf eine brennende Kerze balanciert. Vielleicht sind auch noch andere Gegenstände dazwischen. Die Idee für den Aufbau war wohl von mir, allerdings weiß ich nicht mehr, welchem Zweck die Aktion dienen sollte. Der Priester muß mit dem Kopf hin und her, nach links und rechts schwanken, um Kruzifix und Kerze aufrecht zu halten. Eine ziemlich wackelige Angelegenheit, die irgendwann doch herunterfällt, wobei sich das Wachs der Kerze auf den Teppich ergießt. Ach herrjeh, denke ich, Wachs auf Teppich geht doch nie mehr raus. Hilfesuchend wende ich mich zum Priester um, der sich jedoch jetzt auf die Seite der in der Kapelle Sitzenden geschlagen hat. Auch zu ihm sage ich etwas in der Art, halb entschuldigend, hoffe aber, daß er erklärt, es wäre nicht so schlimm. Stattdessen bestimmt er, daß ich schuld sei und deshalb den Wachs auch entfernen müsse, egal wie. Das macht mich ratlos, doch meine Tante, die ebenfalls in der Kapelle sitzt und eine wilde Frisur mit blonden Rasterzöpfen trägt, kommt mir zur Hilfe und meint, daß sie weiß, wie man den Wachs wieder aus dem Teppich bekommt. Alles kein Problem.

Sport

bei tropischen Temperaturen hat etwas von Folter. Wenigstens mußten wir heute nicht über Bälle rollen, sonst wäre mir irgendwas geplatzt (JFK-Karma).
Und wenn es mich meist schon reichlich nervt, daß Männer ausgerechnet beim Einsteigen in öffentliche Verkehrsmittel plötzlich zum Kavalier mutieren, um mir den Vortritt zu lassen, möchte ich den Männern, die mir beim Betreten des Bürgersteiges den Vortritt lassen und dabei auf der Straße stehen bleiben, sagen, daß dies schlimme Konsequenzen nach sich ziehen kann und man dafür kein Denkmal für gefallene Helden gestiftet bekommt.

Sonntag, 4. Juli 2010

Ich weiß wirklich nicht,

was manche Menschen mit der Friedhofspflege haben. Meine Mutter jammert ständig wegen des Grabes herum. Ein Stein ist zwar jetzt aufgestellt, aber sie muß immer pflanzen und harken und gießen und was weiß ich. Ich habe das Gefühl, sie will das gar nicht und kann es auch nicht mehr so richtig, aber wenn ich sage, sie soll doch einfach Efeu drüber wachsen lassen und nur hin und wieder Schnittblumen hinbringen, wenn ihr so ist, dann geht das nicht. "Was sollen denn die Leute denken." Komisch, es kommt mir so vor, als ob die Leute nur sie sind. Letztens war sie mit einer Bekannten, die ihren Mann ebenfalls verloren hat, an deren Grab, und hat sich hinterher am Telefon bei mir aufgeregt, wie unmöglich das aussieht, weil diese das Grab hat zuwachsen lassen und nur Blumensträuße hinstellt. Klar, wenn man selbst so denkt, geht man wahrscheinlich davon aus, daß alle anderen auch so denken. Aber sogar wenn, mein Gott, mit 76 muß man doch nun wirklich nichts mehr darauf geben, was die Leute sagen, oder? Ich verstehe das sowieso nicht: Entweder, es ist ein inneres Bedürfnis, das Grab zum Andenken zu pflegen oder pflegen zu lassen, oder man läßt es halt bleiben und überläßt der Natur den Rest. Aber sich für die Leute sowas aufzubürden ist ja nun schwachsinnig, vor allem, da mein Vater noch nicht einmal "Grünzeug" mochte und sich immer aufgeregt hat, wenn es ihm die Sicht versperrte. Es geht schließlich niemanden etwas an, wie man jemandem gedenkt. Es gibt auch Menschen, die stellen sich ein Bild des Verstorbenen ins Zimmer und haben daneben frische Blumen, ohne sich ansonsten großartig um das Grab zu kümmern. Sie soll bloß nicht auf die Idee kommen, daß ich noch anfange, auf dem Friedhof herumzubuddeln. Wenn im Haushalt etwas zu machen ist, was sie nicht mehr schafft, oder etwas zu besorgen ist, keine Frage, dann wird geholfen, auch wenn ich mich gerade selbst kaum bewegen kann. Blöderweise haben wir die seltsame Tendenz, daß wir immer gleichzeitig Phasen haben, wo wir gesundheitlich angeschlagen sind. Das liegt wohl daran, daß wir am selben Tag Geburtstag haben und da gewisse Rhythmen ähnlich sind. Früher bin ich krank geworden, wenn es ihr schon nicht gut ging, und heute wird sie krank, wenn es bei mir gesundheitlich am kritischsten ist. Das ist extrem belastend, aber egal, es muß halt dann irgendwie gehen, doch ohne Grabpflege. Mir für meinen Teil ist im übrigen mein Grab völlig egal. Meinetwegen können sie mich unter einem Baum verscharren.

Ein Taubenpärchen

hat sich meinen Balkon zur romantischen Liebesinsel erkoren und trifft sich dort nun bereits seit einer Woche pünktlich jeden Morgen gegen 7 Uhr, um zu turteln und zu balzen, was das Zeug hält. Als ich das erste Mal davon erwacht bin, dachte ich, auf dem Balkon liegt ein schnurrender Puma. So ungefähr hört sich das an, oder auch manchmal, als ob jemand ständig ganz erstaunt "Oooohhhhhhhh", "Oooohhhh", "Oooohhhh" rufen würde. In der Woche ist das ja ganz praktisch, weil ich im Prinzip keinen Wecker mehr stellen muß. Für das Wochenende bedeutet das aber, daß ich entweder meine Aufstehgewohnheiten dem Liebesleben der Tauben anpassen muß, oder aber doch so eine böse schwarze Plastik-Krähe besorgen werde.

Samstag, 3. Juli 2010

Es gab doch vor Jahren

irgendeine Untersuchung, die festgestellt hat, daß verheiratete Paare nur noch ca. zehn Minuten am Tag miteinander reden. Jedenfalls meine ich mich zu erinnern, daß dies durch sämtliche Zeitungen ging. Ich weiß nicht, ob das Paar in der Wohnung neben mir verheiratet ist, aber nach dieser Ergebnis müssen sie es sein, denn ich höre sie so gut wie überhaupt nicht miteinander reden. Und unser Haus ist ziemlich hellhörig. Ich kann, wenn ich will, im angrenzenden Zimmer jedes etwas lauter gesprochene Wort verstehen. Auch auf dem Balkon, im Treppenflur und in der Küche müßte viel zu hören sein, sowie bei offenem Fenster, aber ich höre nix. Vermutlich sind es noch weniger als zehn Minuten. Anfangs dachte ich sogar reichlich lange, es sei nur eine Person in die Wohnung gezogen. Nun ist sowas ja eigentlich für mich eine Art Idealbeziehung, denn ich werde schon allein von der Vorstellung verrückt, mich ständig mit jemandem unterhalten zu müssen. Ich bin ein großer Schweiger und deshalb wahrscheinlich im falschen Körper. Ich finde, Menschen, mit denen man gepflegt und gemütlich schweigen kann, sind wahrhaft noch rarer gesät, als diese, mit denen man gepflegt und gemütlich plaudern kann. Perfekt ist es natürlich, wenn mit jemandem beides möglich ist und dies auch noch jeweils abgestimmt in beiderseitig zufriedenstellender Zeit und Menge. Auch finde ich die Ruhe nebenan äußerst wohltuend im Vergleich zu dem Lärm, den die unter mir Wohnenden veranstalten. Aber trotzdem - wenn ich die beiden so auf dem Balkon schweigen höre, in der Wohnung schweigen höre, im Treppenflur schweigen höre, und vor allem auch so gut wie niemals lachen höre, wird mir dann und wann irgendwie unheimlich zumute.

Nr. 22 (Wild Rose)

Ein völlig überfüllter Seminarraum, in welchem manche Teilnehmer ohne Sitzplatz an Wänden und Fenster stehen, wie ich auch. Die Seminarleiterin, eine junge Frau mit punkig rot gefärbten langen Haaren und einer grünen Haarsträhne auf der linken Seite, ist nicht sehr erfreut darüber. Um zu prüfen, wieviele Personen sich im Seminar befinden, läßt sie durchzählen - jeder sagt der Reihe nach an, welche Nummer er ist. Als ich an der Reihe bin sage ich laut: 22. Nach mir, bei der Nummer 23 und 24, bricht die Zählung ab, da die beiden nicht aufgepaßt haben. Aber die Seminarleiterin wird es sicher schaffen, allein weiterzuzählen.

Ein wandgroßes Fenster, hinter welchem ich junge Entlein umherwatscheln sehe.

In der S-Bahn bietet mir ein älterer Türke freundlich und mit geradebrechten Worten an, auf seinem Schoß Platz zu nehmen, um unauffällig und zur beiderseitigen Entspannung Sex zu haben. Ein Angebot, daß man ernsthaft überdenken sollte. Aber er stinkt und mir fällt immer stärker auf, wie schmuddelig und dreckig er ist, vielleicht sogar ein Obdachloser, deshalb lehne ich dankend ab.

Ein Rollwagen von oben bis unten angehäuft mit türkischen Spezialitäten.

In der nächsten Traumsequenz befinde ich mich in einem Computerspiel. Vor meinen Augen zoome ich durch verschiedene dämmrige Räume. Als ich meine, alles in den Räumen gesehen und gefunden zu haben, fallen mir helle Stellen an der Wand in einer dunklen Nische auf. Ich zoome näher heran und stelle fest, daß die gesamte Wand mit Urlaubsangeboten in einer fremden Sprache und Strandbildern zugepflastert ist. Hm, gehört das nun noch zum Spiel oder sind es vielleicht echte Angebote, die man auch buchen kann? Wenn ja, könnte man sie sich mal genauer anschauen.

Ok, der Traum will mir anscheinend sagen, daß ich mit Sex und Urlaub entspannen sollte. Das mit dem Urlaub muß aber noch ein wenig warten.

Die Vögel

fliegen verschreckt im Kreis und ich selbst traue mich nicht einmal mehr auf den Balkon, weil mir dort die Raketen um die Ohren fliegen. Ich gehöre nicht hierher, ganz bestimmt. Beamt mich bitte umgehend wieder zu dem Planeten zurück, von dem ich gekommen bin. Ich verstehe diese Krawall-Zivilisation hier nicht.

Freitag, 2. Juli 2010

Der erste Quälgeist des Jahres

piesackte mich letzte Nacht. Wenn die Viecher wenigstens mal ihren Propeller abstellen würden, dann könnte man immerhin ruhig weiterschlafen während sie einen verspeisen. Immer diese nächtlichen Kriegszüge über Tisch und Bett und die nächtliche Sucherei nach dem Teebaumöl für den verwundeten Sieger. Und vor lauter Mordlust konnte ich bis zum Morgengrauen trotzdem nicht mehr einschlafen.

Und so kam es wie es kommen mußte, ich machte am frühen Abend ein anderthalbstündiges Nickerchen. So etwas mache ich so gut wie nie, sondern versuche es immer zu vermeiden, schließlich ist der Tag eh schon viel zu kurz. Aber bei dieser Bullenhitze, Migräne und kaum Schlaf ging gar nichts mehr. Geträumt habe ich währenddessen von einem Eichhörnchen auf einer dämmrigen Lichtung, das mich beobachtete, aber auch nicht näher kommen wollte. Es war gerade noch so hell, daß ich es als Eichhörnchen identifizieren konnte. Später stellte ich fest, daß heute ein langer Leseabend im Radio läuft, und dachte mir, da ich gerade die Bachmannpreis-Lesungen durch habe, könnte ich mit dem Radio weitermachen. Dann stand plötzlich K. vor der Tür und wollte, daß wir es noch einmal miteinander versuchen. Das fand ich aber keine gute Idee, da ich es gerade sehr genoß, alleine zu sein.

Auf dem Weg zum Supermarkt meinte ich erst, ich hätte mich verguckt, aber zwischen den vielen Deutschlandfahnen an den Fenstern hing tatsächlich eine, auf der noch Hammer, Zirkel und Ährenkranz zu sehen sind. Die haben sie einfach so dazwischen geschmuggelt und seltsamerweise fällt es wirklich kaum auf. Ich muß bereits mehrere Male daran vorbeigegangen sein. Im Supermarkt verkaufen sie leere Flaschen zum Schnaps selber brennen, aber das habe ich nicht vor, stattdessen kaufte ich etwas für meine Matschbirne:

Gehirnjogging

Proktologe für Reiche und gestrandeter Wal (Holly)

Mit meiner Mutter zusammen hole ich eine ihrer Bekannten vom Proktologen ab. Das ist wohl nötig, weil meine Mutter unbedingt die Diagnose erfahren muß. Die Praxis des Proktologen ist sehr edel eingerichtet. Im Warte- und Empfangszimmer stehen schöne gedrechselte Möbel im Landhausstil. Anscheinend ist es ein sehr gut situierter Arzt, vielleicht ein Arzt für Reiche. Ich denke darüber nach, daß sich auch meine Mutter immer solche repräsentativen Praxen aussucht. (Tut sie das? Nicht, daß ich wüßte.) Aus einem Nebenzimmer kommt jetzt der Arzt ohne uns weiter zu beachten. Er ist sehr attraktiv mit angegrauten Haaren und einem Schnurrbart. Außerdem hat er eine junge, aber bereits erwachsene Tochter, blond und ebenfalls attraktiv, die er in der Praxis überall "mitmischen" läßt. Die Sprechstundenhilfe ist eine hagere, etwas genervt wirkende Frau mit kurzen Haaren und Brille. Wir setzen uns an ihren stämmigen (Eichen?)tisch und warten. Eine fremde Frau sitzt mit uns am Tisch und wartet ebenfalls. Die Einrichtung des Wartezimmers geht völlig unbegrenzt in einen öffentlichen Straßenplatz über, so daß ich vom Stuhl aus die öffentliche Telefonzelle beobachten kann. Jemand aus der Praxis betritt sie, um zu telefonieren. Mir fällt an einer Hauswand ein großer rechteckiger Spiegel auf, in welchem sich viele kleinere Spiegel spiegeln, sowie ein buntes Bild mit viel Rot. Seltsamerweise bin ich in dem Spiegel nicht zu sehen, was ich im Traum aber nicht bemerke. Stattdessen versuche ich die Spiegelung zu fotografieren, da mir die Komposition gefällt. Es gestaltet sich jedoch schwierig, die Spiegelung zu knipsen, da sich je nachdem, ob in der Praxis eine Tür offen steht oder nicht, der Lichteinfall massiv ändert und es teilweise zu dunkel wird, um von dem Bild, das am weitesten entfernt ist, noch etwas zu erkennen. Deshalb bleibe ich vor dem Spiegel stehen und versuche, bei einer günstigen Gelegenheit "zuzuschnappen". Die fremde Frau beobachtet interessiert und wohlwollend meine Bemühungen und kommentiert sie mit lauten, bestätigenden Worten. - Ja, das ist gut.- Genau dorthin stellen. - Vielleicht niedriger halten. - Jetzt geht die Tür auf. usw.

Beim Blick aus einem Fenster erkenne ich linksseitig einen grünen, umzäunten Hügel. Kinder rennen den Hügel herunter und klettern über den Zaun auf die Straße. Ich schaue kurz weg und als mein Blick erneut aus dem Fenster fällt, sehe ich einen großen schwarzen gestrandeten Wal auf der Straße liegen. Nanu? - wundere ich mich, - Wo kommt der denn her? Ist hier irgendwo Wasser?
Ich versuche seine Größe zu schätzen und sage laut zu einem Kind neben mir: "Ca. 20 Meter."
Innerlich korrigiere ich mich jedoch und denke, daß es wohl doch nur zwischen 15 und 19 Meter sind.

Bemerkung: Als ich nach dem Aufwachen im Halbschlaf versuchte, die Träume zu rekonstruieren und erste Sätze zu bilden, begann ich so: "Mit meiner Mutter zusammen hole ich einen Wal vom Proktologen ab." Das wäre allerdings sogar für einen Traum ziemlich "dick" aufgetragen. *gg*

Was macht man, wenn die Birne Matsch ist?

Man orakelt:

AMUN - Der Herr des Verborgenen
Geheimnisvolle Kräfte wirbeln durch Ihr Leben. Seien Sie also vorbereitet! Jenseits Ihres Begriffsvermögens und außerhalb Ihrer Kontrolle, werden sich Dinge in Ihrer Umgebung verändern. Gehen Sie nicht dagegen an, denn diese Kräfte entsteigen aus Ihnen selbst. Haben Sie Vertrauen in sich, zum Leben und fügen Sie sich dem Lauf des Universums.

AMUN sagt häufig eine Zeit voraus, in der Sie eine größere Wirkung aus der Ferne und durch Ihren Ruf, als durch unmittelbaren persönlichen Kontakt haben. Im Geschäftsleben wäre es nun besser, Verhandlungen aus dem Verborgenen heraus zu leiten, an Mitarbeiter oder jüngere Angestellte zu delegieren und nicht alles selbst zu erledigen. Um sich Ihre Erfolge zu sichern, machen Sie eine Pause und denken Sie über Ihre weiteren Schritte nach, ehe Sie handeln.


Aus der Ferne, aha. Ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll. Da ich keinen Praktikanten habe, den ich für mich arbeiten lassen kann, werde ich meinem Arbeitgeber vorschlagen, künftig meine Arbeit telepathisch zu erledigen, während ich auf meinem kühlen Backsteinbalkon mit einer eiskalten Cola Vögel beobachte.