ist die Tatsache, daß man so ungefähr alle drei bis vier Jahre gezwungen ist, sich ein neues Notebook zu kaufen, weil das alte irgendwo nicht mehr will. An sich ist es nicht so, daß ich mir nicht gerne Neues kaufe, aber alle drei bis vier Jahre geht mir dann doch etwas gegen den Strich, was weniger eine Geldfrage ist, als eine der Arbeit, die damit verbunden ist. Würde ich genau dasselbe Notebook nur ein bißchen getunt, aufgemotzt und schon vollständig mit all meiner Software und meinen Einstellungen bekommen, hätte ich kein Problem damit, aber leider macht auch die Mode vor Notebooks nicht halt, so daß man sich drei Jahre später mit schwarzem Klavierlack und Breitbildschirmen konfrontiert sieht. (Es scheint wirklich Leute zu geben, die ihre technischen Geräte gerne ständig putzen und polieren. Bei mir muß die Staubansammlung auf ihnen vor allem unauffällig sein, weshalb ich Silber bevorzuge.) Außerdem habe ich so viel andere Hobbys, daß ich nicht sonderlich erpicht darauf bin, daß Notebook ebenfalls noch zu einem zu machen. Ich mein, Waschmaschinen laufen ja auch mindestens zehn Jahre, warum nicht Notebooks? Aber ich muß mich korrigieren - es gibt tatsächlich Laptops, die so lange wie Waschmaschinen laufen, sozusagen die Waschmaschinen unter den Notebooks, wie zum Beispiel mein altes Dell. Dieses läuft seit exakt zehn Jahren, obwohl man das dieser Klapperkiste kaum zugetraut hätte und sieht auch fast so aus wie eine Waschmaschine. Inzwischen hat es zwar natürlich ein paar Blessuren und Macken - der CD-Player streikt gerne mal, eine Schramme im LCD-Display und schreiben muß ich fast blind, weil die Buchstaben auf den Tasten runtergewetzt sind, aber es läuft. Und für den Preis, den ich damals gezahlt habe, ist das nur recht und billig. So kommt es dann in Notfällen wie diesem zu neuen Ehren und wird dankbar hervorgekramt. Jetzt könnte man sagen, ok, kauf ich wieder ein Dell, aber die Kundenmeinungen erzählen noch heute von liebloser Verarbeitung, viel scheint sich also nicht geändert zu haben, trotz ausgefallenen Designs, und laut sind sie auch immer noch. Gerade auf die Flüstertaste meines Samsung-Notebooks möchte ich nicht mehr verzichten. Leider zickt dieses in letzter Zeit rum. Erst ein mysteriöser Absturz, nach welchem ich zwei neue Speicherriegel einbaute und dabei den Speicher gleich verdoppelte. Danach lief es zwei Monate wieder, aber vor einigen Tagen schaltete es sich einfach ungefragt aus und ließ sich nicht mehr starten, und sogar nicht mehr neu installieren, weil es sich dabei ebenfalls immer ausschaltet. Nun hatte so ein komisches Hardwareprogramm bei der Festplatte dauernd "Gefahr" geschrien, aber ich hab das nicht so ernst genommen, weil es gar nichts getestet hat, sondern anscheinend nur nach dem Alter gegangen ist und die Festplatte vom Dell läuft ja nach zehn Jahren auch immer noch (übrigens eine IBM). Vorbildlicherweise besitzt das Notebook einen extra gekennzeichneten Schacht für die Festplatte, wo man von außen drankommt, so daß ich es jetzt auf einen Versuch ankommen lassen werde, die Festplatte auszutauschen. Sollte dies nichts nützen, werde ich wohl nicht umhin kommen, wirklich ein neues zu kaufen, auch wenn ich mich vom Samsung eigentlich nicht trennen will. Denn wo finde ich eines, das ebenso leicht, kompakt und flüsterleise, silber und gänzlich ohne Klavierlack ist? Bis dahin klapper ich auf dem alten Dell-. Das sieht zwar aus, als wenn es jeden Moment auseinanderfällt, aber läuft und läuft und läuft...
Tatsächlich ist ein wesentliches Erkennungszeichen kreativer Menschen eine extreme Empfindlichkeit gegenüber gewissen Nuancen des Gefühls, der Wahrnehmung und des Denkens. Eine Nuance ist eine Bedeutungsschattierung, eine Verknüpfung von Gefühlen oder eine Feinheit der Wahrnehmung, für die der Verstand keine Worte oder bewußten Kategorien besitzt. Wenn eine Nuance erscheint, so geschieht dem schöpferischen Menschen etwas, das wir als akute nichtlineare Reaktion bezeichnen können...
...Nuancen erinnern an den Reichtum des Grenzbereichs in der Mandelbrot-Menge, den Reichtum der vielen Skalen in einem Fraktal. Bei schöpferischen Menschen lassen die Nuancen überall die "Informationslücken" wahrnehmbar werden...
...Da ihr Reichtum nicht in den normalen Denkformen enthalten ist oder beschrieben werden kann, läßt sie sich nicht leicht anderen Menschen mitteilen. Um die eigene Erfahrung einer Nuance auszudrücken, muß das Individuum erst eine Gestalt schaffen, in der sie sich anderen mitteilen läßt...
...Nuancen hausen in den fraktalen Räumen zwischen unseren Gedankenkategorien. Nach der Theorie von Paul LaViolette und William Gray gehen von den Gefühls- und Wahrnehmungszentren unseres Gehirns ununterbrochen Nuancen aus, die im Gehirn umlaufen, aber dann sogleich durch die Hirnrinde vereinfacht werden, so daß Gedanken entstehen, die sich einordnen lassen und "organisatorisch abgeschlossen" sind...
...In der Erfahrung der Nuance betreten wir den Grenzbereich zwischen Ordnung und Chaos, und in der Nuance liegt unser Sinn für die Ganzheit und Unteilbarkeit der Erfahrung....
...Schöpferische Menschen pflegen ihre Fähigkeiten, in "Zweifel und Ungewißheit" zu leben, wie Keats das nannte, also in jener Welt, die durch eine Nuance geschaffen wird, die gerade lange genug anhält, um dort etwas Neues aufblühen zu lassen...
...Unsere normalen gedanklichen Muster organisieren sich um ihre Grenzzykel. Wird man gebeten, aus einem komplexen Materialangebot eine Gestalt zu schaffen oder ein Problem zu lösen, so reagiert man typischerweise mit einer reduktionistischen oder organisatorisch abgeschlossenen Struktur, statt dem Material zu erlauben, sich aus den fraktalen Dimensionen der Nuance heraus selbst zu entwickeln - wie ein schöpferischer Mensch es tun würde...
...Peter Senge sagt, auch unsere künftige gesellschaftliche Arbeit und das Handeln der gesellschaftlichen Gruppen sollten am besten in einer Atmosphäre der Ironie und der Nuancen ablaufen. Er nennt dies die Anerkennung der grundlegenden Ungewißheit..."Ich glaube, die Ehrfurcht vor der Ungewißheit macht den Unterschied zwischen einem kreativen Visionär und einem Fanatiker aus. Ein Fanatiker hält Ausschau nach etwas, das die Ungewißheit plattwalzt. Der schöpferische Mensch gibt die Ungewißheit zu..."
(aus "Die Entdeckung des Chaos" von Briggs und Peat)
Es war die schönste Zeit des Jahres, die Zeit, in welcher ich von früh bis abends draußen herumlungerte, weil ich zwei Monate Ferien hatte und es Sommer war. In dieser schönsten Zeit des Sommers geschah es, daß Kinder, mit denen ich sonst spielte, verreisten, und andere Kinder, mit denen ich sonst nicht spielte, ihre Oma in der großen Stadt besuchten. So auch T., der regelmäßig ein bis zwei Wochen im Sommer auftauchte und in der Wohnung über uns bei seiner Großmutter logierte. Wir freundeten uns an und so überbrückte ich einige der eher einsamen Ferientage. Ich erinnere mich, wie wir zusammen manchen Nachmittag auf den Stufen vor dem Küsteramt saßen, ein Tablett auf unseren Knien, mit Bergen von kleinen Kartoffelpuffern, die die Oma frisch zubereitet hatte und einer Schale weißen Zuckers. Der Duft von frischen Kartoffelpuffern mischte sich mit dem Duft von Sonne, kühlem Stein und Gras. Gerecht teilten wir sie uns, aßen sie genüßlich mit den Fingern, nachdem wir sie vorher in den Streuzucker getunkt hatten, und die Großmutter winkte uns freundlich aus dem Küchenfenster zu.
Wie wenn nach langem Winter
der Frühling wieder blüht,
und neue Lebensfreude
in aller Herzen zieht -
so bin auch ich genesen
aus dunkler, trüber Nacht,
dein reines, offnes Wesen
hat dies an mir vollbracht.
So wie der Kelch der Blume
der Sonne Strahlen trinkt
mit seinen dann dem Menschen
göttlichen Gruß zuwinkt -
so zeigtes du Vertrauen
und Liebe mir - welch Glück,
ins Auge dir zu schauen,
in deinen offnen Blick!
Ja, nur durch dich zieht Frieden,
ins Herze mir hinein
vom Winter nun geschieden,
laß uns dem Glück uns weihn,
dem Glück, das nicht wie Wolken
das Menschenauge trügt,
dem Glück, das unentrinnbar
vom Schicksal wird gefügt!
20/3/51
Winde rauschen, Blätter fallen,
Sommer stirbt den Herbstestod;
Menschen harte Fäuste ballen,
Schaffen für des Winters Brot.
Diesmal soll uns keiner hungern,
Allen Arbeit, Obdach, Brot,
Niemand in den Straßen lungern -
Ende sei nun jeder Not.
Eibenhof, Bad Saarow, 18/9/50
Je größer die Autonomie eines Organismus ist, um so mehr Rückkopplungsschleifen braucht er offenbar in sich selbst und in seinen Beziehungen zur Umwelt. Dies ist das autopoietische Paradox. Aus ihm folgt in gewissem Sinne, daß das Individuum eine Illusion ist.
(aus "Die Entdeckung des Chaos" von Briggs und Peat)
Kürzlich ist es Wissenschaftlern gelungen, die Strukturentstehung in "Belusow-Zhabotinsky" mittels irativer nichtlinearer Gleichungen auf dem Computer nachzuahmen. Im wirklichen Leben kommt die Reaktion zustande, wenn Malonsäure, Bromat und Cer-Ionen in einer flachen Schale mit Schwefelsäure vermischt werden. Die Konzentrationen und die Temperatur müssen die richtigen Werte haben, damit die Schnörkel sich entwickeln, und zunächst durchläuft die Reaktion eine Periode des Chaos. Die dann auftauchende Gestalt besitzt komplexe Details auf verschiedenen Stufen und kann ihre Struktur wie ein Lebewesen selbst reproduzieren...
...Astronomen, die sich mit der Galaxienentstehung beschäftigen, haben vermutet, daß dieses Thema wirklich sehr alt ist. Sie kamen nämlich zu dem Schluß, daß das autokatalytische (iterative) Modell, das die Schnörkel in der Belusow-Zhabotinsky-Reaktion erzeugt, auch die Schnörkelbildung in diesen uralten, Millionen von Lichtjahren großen Strukturen bestimmt...
...Obwohl die meisten Biologen dieser Idee zunächst skeptisch gegenüberstanden, stimmen sie nun Margulis darin zu, daß die Evolution einen plötzlichen Sprung machte, als sich Mikroben symbiotisch zusammenkoppelten, um damit auf den "Holocaust" zu antworten, den die weltweite Freisetzung eines Abfallprodukts der Zyanobakterien darstellte, das die meisten bakteriellen Lebensformen, einschließlich der Zyanobakterien selbst, zu vergiften begann. Dieses Umweltgift war der Sauerstoff. Dieser "Sauerstoff-Holocaust", wie man ihn nennt, führte zu einem Bakteriensterben und erzwang Mutationen, die neue Abstammungslinien hervorbrachten. Einige Bakterien gingen in den Untergrund, um sich vor dem tödlichen Gas zu schützen; andere entwickelten die Fähigkeit, den Sauerstoff zu "atmen"; andere ließen sich auf Rückkoppelungsbeziehungen ein, die zu einem ganz neuen evolutionären Schritt führten.
Margulis spekuliert, daß die Symbiose vorbereitet wurde, als eine der Zyanobakterien, die den Sauerstoff-Holocaust hervorriefen, auf der Suche nach Nahrung in ein anderes Bakterium eindrang. Die Gastgeberzelle ging daran, sich vor der plötzlichen Gegenwart von Sauerstoff zu schützen, indem sie eine Kernmembran um ihre DNS bildete - und so entstand die erste Zelle mit einem Zellkern.
(aus "Die Entdeckung des Chaos" von Briggs und Peat)
Beim Lesen in "Die Entdeckung des Chaos" schlummerte ich kurz ein und hörte eine Stimme, welche sagte: "Reversibilität ist Realität." Dies war bei dem Absatz, in welchem steht: "Sogar auf dem mikroskopischen Niveau, sagt er, ist die Reversibilität die Illusion."
Noch immer denk ich dein
in bangen und in trüben Stunden;
Du warst mein:
Die Zeit, sie ist entschwunden.
Du warst mein...
Auch wenn nur in Gedanken.
O, wie allein
muß ich durch's Leben wanken.
Allein und nicht allein
und doch stets verlassen,
im Stillen glücklich sein;
leicht könnte ich dich hassen!
Laß mich allein!
Versuch mich nicht zu lieben!
Und doch bin ich dein...
von Sehnsucht getrieben.
Noch einmal?...nein!
Ich kann nicht mehr lieben!
Die Zeit ist nicht mein...
Und...nichts ist geblieben!
10/48
Das Wasser glänzt, der Himmel blinkt,
ein Segel auf den Wellen winkt.
Der Wald steht düster in der Fern,
wie kommt's, dass ich dich hab' so gern?
Ein Paddelboot zieht leis dahin,
warum ich nur so traurig bin?
Bist neben mir und doch so weit,
im himmelblauen Sommerkleid.
Ein Windeshauch mich leis berührt,
hat Liebe je mein Herz verspürt?
War ich nicht einsam, stets allein,
und wird es ewig nicht so sein?
Das Wasser glänzt, der Himmel blinkt -
ein Mädchenmund mir niemals winkt.
Ein Blick bis in die Augen, es war zu viel.
Noch taumelnd, o du himmlische, spüre ich's:
Mein Leben ist dir ganz verfallen.
Dir möcht' ich Liebe vom Munde saugen
durch heiße Küsse, schmachtend nach tiefem Glück.
Sei du mir alles, Freuden gewährend mir,
die stets das Schicksal mir versagte.
Ewige Liebe und viele Freuden
sind uns verschlossen, irdische Liebe doch
gewährt Gott uns. Lasset uns lieben, denn
der Tod kommt früh.
Du bist mein Schicksal,
ich ahnt' es schon beim ersten Blick.
Du bist mein Schicksal,
es gibt für mich nie ein zurück.
Die Unschuld selbst, im Sommerkleide,
so sagtest du an jenem Tisch;
das dunkle Haar, die reinste Seide,
so wunderbar, so träumerisch.
Ein Blick aus deinen klaren Augen -
ich konnte ihm nicht widerstehn,
vom Mund die heißen Küsse saugen -
sei mein, laß mich umsonst nicht flehn.
Sei mein! Des Glückes schönste Stunde
erwartet uns, voll Seligkeit
reichst du mir deine Hand zum Bunde:
O höchstes Glück, werd' Ewigkeit!
Berlin, 30/7/50
Noch mit Schlaf in den Augen wankte ich ins Badezimmer, als ich durch das ständig offene Küchenfenster einen schrillen Schrei hörte. Es klang wie ein Kind, das quengelt und dabei immer höhere Töne trifft. Allerdings hörte das Quietschen schlagartig auf und kehrte dann in verschiedenen Abständen wieder. Jetzt begann ich mich zu wundern. Für ein Kind so völlig untypisch, denn die plärren ja die ganze Zeit und hören nicht mehr auf. Sollte das ein Vogel sein? Lange stand ich am Fenster und beobachtete die Straße und den Baum vor meinem Fenster. Mit seinem Quietschen übertönte er den gesamten Straßenverkehr und es klang sehr nahe, als wäre es direkt vor mir. Trotzdem dauerte es lange, bis ich ihn entdeckte, denn mit seiner grauen Rückseite war er im Baum gut getarnt. Allerdings verrieten ihn irgendwann seine orangen "Bäckchen". Das Fotografieren war nicht einfach, da er genau hinter einem Ast saß und ich warten mußte, bis der Wind diesen zur Seite wehte. Leider habe ich keinen Schimmer, was das für ein Vogel ist und bei Google habe ich noch nichts gefunden. Auf dem großen Bild bei Flickr kann man auch gut die gefiederte Haube erkennen.

sollte sich NIEMALS an den Support der TELEKOM wenden. Da bekommt er nämlich wenig Hilfe, aber garantiert den Anruf eines Umfrageinstituts, das mit blödsinnigen vorgegebenen Fragen herausfinden will, wie man mit dem Support zufrieden war. Und um dem ganzen noch ein Krönchen aufzusetzen, wird die geheime Festnetznummer gleich weiter an andere Umfrageinstitute verkauft, so daß man ständig, sogar sonntags, Anrufe für blöde Umfragen bekommt, an denen man nicht einen Cent verdient. Schon interessant, wie gerade die TELEKOM mit den Daten ihrer Kunden umgeht. Auch interessant, daß man für eine neue Geheimnummer, mindestens 50 € Gebühren zahlen muß, falls diese inzwischen nicht schon teurer geworden sind. So kann man natürlich auch Geld machen.
Noch jetzt ich täglich mich entzünde
an deinem lieben Augenlicht.
Ich weiß: auch das ist keine Sünde,
DEIN Mund in meinem Herzen spricht.
Wann wirst du wieder mir erscheinen
bei mir zur Nacht? - die Couch ist weich -
und unsre Seelen sich vereinen -
die deine ist ein tiefer Teich.
Es wartet schon die Schokolade,
"Halbbitter", "Vollmilch", "Nuß", "Kakao";
die Liebe dein ist niemals fade;
drum nenne ich dich stets: Oh Frau!
Den Busen dein mit Küssen decken,
umfangend EIN Fleisch nur zu sein,
die Freuden höchster Wollust schmecken
- und dennoch bleiben herzensrein!
Die Couch ist sanft, dein Fleisch ist weich
- zwei Herzen Liebe sich gestehn -
die Seele dein ein tiefer Teich,
es dämmert schon? Auf Wiedersehn!
29/10/55
Das ist ja auch wieder absolut typisch, daß er von Schokolade schreibt. Er konnte schon immer von Süßem nicht genug bekommen. Im November 1955 wurde mein Bruder geboren. Wenn ich also davon ausgehe, daß er meine Mutter meint, läßt sich erahnen, warum er in diesem Gedicht Schokolade braucht. Das dürfte sein letztes Gedicht gewesen sein. Genau wie mein Großvater, sein Vater, hat er anscheinend ab dem Zeitpunkt, an welchem er Familie hatte, nichts mehr gedichtet. Wahrscheinlich fordert Familie einfach zu viel Realitätsbewußtsein und ist deshalb der Dichtkunst einigermaßen abträglich.
Wie tief diese Begegnung reicht, das legen die bahnbrechenden Arbeiten des Psychiaters Montague Ullman und anderer nahe, aus denen sich ergibt, daß sogar die Struktur unserer Träume fraktal zu sein scheint. Die Forscher glauben, daß die "story" des Traums Wiederholungen der wesentlichen Probleme des Träumers enthält. Reflexionen dieser Probleme lassen sich sowohl in der gesamten "story" wie auch in ihren immer feineren Details finden.
Die Anziehungskraft des Fraktals liegt vermutlich darin, daß in jedem seiner "Teile" ein Bild des Ganzen enthalten ist, ein Spiegelbild gewissermaßen.
(aus "Die Entdeckung des Chaos" von Briggs und Peat)
und das habe ich getan, sozusagen als nachträgliches Geburtstagsgeschenk an mich selbst - ich habe mir ein Internetradio gekauft, nämlich das
Revo Blik. Die Internetradios scheinen noch in den Kinderschuhen zu stecken und die Bedienung ist unter aller Sau, um das mal so zu sagen, denn wenn man sich mühsam Klick für Klick durch tausende von Radiosendern tippen muß und nur acht Stationsspeichertasten zur Verfügung hat, bekommt man ziemlich schnell einen Tennisarm. Und trotzdem ist das Teil auch irgendwie genial. Per WLAN und sogar bei ausgeschaltetem Computer empfängt man, wo man es möchte (bei mir steht es in der Küche) tausende von Radiostreams, ob öffentlich oder privat, ebenso Podcasts, vorbei die Zeiten, wo ich mit zwei UKW-Kultursendern vorlieb nehmen mußte ("Lärmradios" höre ich ja nicht). Außerdem kann man, wenn man den Musikordner auf dem Computer freigibt, seine MP3s ebenfalls über Radio streamen und Playlisten abspielen. Ok, ein MP3-Player tut es auch, aber beim Abwaschen und sonstigen Tätigkeiten, herven mich die Kabel und Ohrstöpsel, weshalb ich immer darauf verzichtet habe. (So ein Teil als Badradio mit Infrarotsensor hat wohl noch niemand erfunden?)Leider sieht es so aus, als müßte ich mir ungeplant und völlig unfreiwillig weitere "Geburtstagsgeschenke" besorgen, aber dazu später mehr.
EDIT: Wie ich gerade herausgefunden habe, kann man sich auf www.reciva.com registrieren und dort eine Favoritenliste anlegen, die auf das Radio gestreamt wird, d.h. ich muß mich nicht mehr durch 1000 Sender klicken, sondern nur noch durch 20. Na gut.
Du und das Zitherspiel-
dass es das noch gibt!
Verloren der Welt
wer nicht liebt.
Süsse Melodien
den zarten Händen entsprungen-
es war
als ob ein Engel gesungen.
Ich seh' deine Hand
über die Saiten
sanft zupfend gleiten
und mit herrlichen Tönen
dieser Welt mich versöhnen.
Dass es das noch gibt
in dieser Zeit-
und ich glaubte das Glück
so weit!
Ich erinnere mich, daß mein Vater in meiner Kindheit, einmal mit einer Zither ankam. Ich weiß nicht genau, woher er sie hatte, aber schätze, daß er sie von einem verstorbenen Gemeindemitglied geerbt hatte, so wie ihm oft Bibeln, Bilder oder Kunstgegenstände vermacht wurden. Über mehrere Jahre stand zum Beispiel ein "dicker Schinken" in unechtem Goldrahmen unter unserer Dielenkonsole, der einen in Andacht versunkenen Einsiedler zeigte und niemand wußte wohin damit, zumal meine Mutter sich standhaft weigerte, ihn in der Wohnung aufzuhängen. Zur Zither gehörte ein Packen Papiereinlagen, welche man unter die Saiten legen und so sehr einfach verschiedene Lieder und Melodien nachspielen konnte, indem man einfach die eingezeichneten Noten zupfte. Das Gedicht muß vor dieser Zeit entstanden sein. Mein Vater konnte sich schon immer für das Zitherspiel begeistern. Einer seiner Lieblingsfilme war "Der dritte Mann" und sobald irgendwo jemand Zither spielte, war er Feuer und Flamme. Ich frage mich, ob wohl die im obigen Gedicht besungene Situation Ursache dafür ist. Jedenfalls versuchte er tatsächlich eine gewisse Zeit lang, das Zitherspielen zu lernen. Irgendwann gab er es auf und die Zither verschwand wieder. Ich glaube, sie wurde verschenkt.
Goethes Interpunktion, bei Hecker nicht rein original wiedergegeben, wurde hier weitgehend beibehalten. Und dies nicht einer leeren äußeren Treue wegen, sondern weil der Dichter, wie man beim Lesen schnell verspüren wird, mit seinen Zeichen das Gedankengefüge und den Vortrag der Sprache sehr wohl bedacht und höchst sinnvoll phrasiert. Diese Deutlichkeit würde durch die moderne, sich auf bloße grammatikalische Sachbestände stützende Interpunktion verwirrt und zerstört werden.
(aus: "Goethe - Maximen und Reflexionen")
Goethe müßte man sein...
Auf der Straße, direkt an der Ampel, lag heute ein toter Vogel, wobei das Wort "tot" die Situation nicht hundertprozentig trifft, denn genaugenommen war er platt wie eine Briefmarke. Wenn nicht obenauf eine ebenso platte Vogelkralle sichtbar gewesen wäre, hätte man ihn nicht mehr als Vogel erkannt, sondern sich gefragt: "Was klebt denn hier für Dreck?" Aber ich schätze mal, dem Vogel ist es längst egal und ich hoffe für ihn, daß er nicht in den Katzenhimmel gekommen ist.
Meine Mutter gab mir heute einen Packen Zettel mit, die sie irgendwo gefunden hat und die Gedichte und kurze Tagebuchnotizen meines Vaters enthalten. Nicht sehr viel - ich weiß nicht, ob es davon noch mehr gibt -, aber das größte Problem ist seine Schrift. Es ist fast unmöglich, diese zu entziffern. Ein einzelnes Gedicht ist mit Schreibmaschine geschrieben, welches, wie ich finde, sein ganzes Leben und Dilemma sehr genau zusammenfaßt:
Einsam, immer wieder einsam,
ach, was hab' ich schon gebangt, gefleht;
einsam, immer wieder einsam,
nie ein Mensch an meinem Wege steht.
Nie ein liebes, holdes Mädchen,
das mit glücklich strahlendem Gesicht
spricht: ich liebe dich!
Einsam, immer wieder einsam,
warum lern' ich nie die Welt verstehn?
Steh' ich still und schau ich tiefer,
rufen dunkle Stimmen: weitergehn!
Niemals, niemals rührte mich im
Herzen fremdes, grauenvolles Leid,
ich bin Einsamkeit.
Einsam, immer wieder einsam,
schauderhaftes Schicksal meiner Nacht:
Du hast mich voll bittrer Kälte,
seelenlos und lebenskrank gemacht.
Wie ich sehne mich nach Liebe,
kann kein Mensch auf dieser Erd' versteh,
so soll's weitergehn?
Ich wußte, daß er es weiß. Und trotzdem hatte er in seinem Unglück auch sehr viel Glück. Er hatte eine Familie und eine Frau, die ihn trotz allem nie fallen gelassen hat. Ich bin mir aber nicht sicher, ob er sich dessen bewußt ist oder es jetzt wird.
In einer Notiz schreibt er:
"Ofui, Teufel! Wie sind die Menschen alle so verlogen! Die ganze Welt wird durch sie verdorben! Und da soll es nicht gären? Was ich will, weiß ich noch nicht, auf jeden Fall aber etwas "anderes" - als das, was augenblicklich besteht...
...Als Christ würde ich es nicht aushalten, KEIN Theologe zu sein; da ich aber "Literat" (!) werden will, kann ich kein Christ sein, denn sonst müßte ich mein Berufsziel aufgeben."
hätte ich mir heute während der fünfstündigen Wartezeit beim Orthopäden gewünscht. "Versprochen" wurden mir sogar 5 bis 7 Stunden Wartezeit. Ich denke, daß dies durchaus Potential für spontane Wunderheilungen hat. Wer weiß, wieviele zwischendurch schon aufgestanden sind und gesagt haben: "Ich bin geheilt! Ich gehe jetzt!" Fehlt bloß noch ein Schild im Wartezimmer mit der Aufschrift: "Möchtest du geheilt sein, so stehe auf und wandle zur Tür hinaus!"
Nur leider stellte sich bei mir keine spontane Wunderheilung ein und ich mußte von nachmittags um 3 Uhr bis 20 Uhr abends durchhalten. Mir gelang dies ja noch relativ gut im Vergleich zu frisch wirbelsäulenoperierten Patienten, die nach vier Stunden fast vom Stuhl fielen und einer Patientin, die sogar im Keller auf einer Liege gebahrt werden mußte, weil sie nicht mehr sitzen konnte. Und das Ergebnis der ganzen Warterei war die Feststellung der Ärztin, daß wir das beobachten sollten, daß sie auch nicht genau sagen kann, was das ist, aber daß man da noch nicht viel unternehmen sollte. Im Grunde das, was ich selbst auch sagen würde. Na gut, da mir meine Hausärztin schon CT und diverse Maßnahmen wie Massagen, Bewegungstherapie usw. ankündigte, bin ich einerseits ganz froh, daß ich nächste Woche meine Ruhe habe und nicht irgendwo hinrennen muß. Aber andererseits darf das nicht mehr lange so weitergehen, weil ich auch irgendwann mal wieder Lebensmittel einkaufen, Müll wegbringen und andere Dinge machen müßte, die sonst niemand macht. Aber ok, notfalls kann ich mich auch vom Pizzaservice ernähren. Die Ärztin scheint eine ganz besondere Marke sein, jedenfalls schaute die Schwester, die bei der Untersuchung am Computer saß, manchmal so, als wolle sie sagen: "Was sagt sie denn jetzt schon wieder für Mist?". Und als die Ärztin meinte, ich solle einfach nächste Woche nochmal KURZ (inklusive fünf Stunden Wartezeit)irgendwann vorbeischauen, erklärte sie mir, sobald die Ärztin aus dem Zimmer war, ich solle einfach sagen, ich hole mir eine Spritze ab, dann müßte ich nicht so lange warten.
Ich mache normalerweise um Orthopäden einen großen Bogen, da ich komischerweise mit diesen speziellen Fachärzten noch nie klargekommen bin und ich frage mich gerade, ob dies an meinem schlechten Orthopädenkarma liegt, daß ich keine vernünftigen finde, oder ob die einfach ALLE so sind, warum auch immer.
Vier Forscher an der University of California in Santa Cruz dachten sich eine geniale Methode aus, um den Grad der Ordnung in einem teuflisch einfachen chaotischen System zu ergründen, das viele von uns im Hause haben: einen tropfenden Wasserhahn.
Inwiefern ist ein solches System chaotisch? In einem turbulenten Fluß wirkt ja jedes Strömungselement, jeder kleine "Teil" als Auslöser von Zufällen für jeden anderen Teil. Der Fluß erzeugt also seine Zufälle aus seiner Ganzheit. Auch Wasser, das unter gewissen Druckbedingungen aus einem Hahn tropft, erzeugt sich seine Zufälle. Deshalb meinten die vier Wissenschaftler, daß sie auch nur einen einzigen "Teil" oder Aspekt des aus dem Hahn tropfenden Wassers messen würden. Und indem sie aus ihren Messungen einen Phasenraum konstruierten, sollten sie sehen können, ob das System unter dem Einfluß eines seltsamen Attraktors stünde. Und vielleicht wäre es sogar möglich, ein Bild dieses Attraktors zu erhalten.
Zur Durchführung ihres Experiments brachten die Forscher ein Mikrophon unter einem Wasserhahn an und ließen diesen tropfen, so daß ein Geräusch wie von einem "verrückt gewordenen Schlagzeuger" entstand. Die Zeitintervalle zwischen aufeinanderfolgenden Tropfen wurden als ein Maß für den Grad des Chaos aufgezeichnet...
...Auf einem Bild zeichneten die Forscher die Zeitabstände zwischen über 4000 Tropfen auf. Das Ergebnis war überraschend. Es wäre doch logisch gewesen zu erwarten, daß bei der Aufzeichnung völlig zufälliger Dinge auch ein völlig zufälliges Muster entstanden wäre. Tatsächlich aber geschah etwas ganz anderes. Zwar sprangen beim Fortschreiten von Tropfen zu Tropfen die Punkte in der Zeichnung, die die Intervalle zwischen Tropfen darstellten, völlig chaotisch hin und her. Und doch tauchte, als mehr und mehr Punkte das Bild anfüllten, eine Form aus dem Nebel auf, die bemerkenswert einem Schnitt durch einen seltsamen Attraktor glich, der als Henon-Attraktor bekannt ist. ...
...Als nun die vier Forscher den Druck im Wasserhahn ein wenig erhöhten, fanden sie unheimliche, aber experimentell reproduzierbare Formen, die offenbar Schnitte durch andere "bisher ungesehene chaotische Attraktoren" darstellten....
...Für David Ruelle sind der Henon-Attraktor, der Rössler-Attraktor, der Lorenz-Attraktor - und seltsame Attraktoren aller Art - wirklich wie jene subtil ineinander geschachtelte chinesische Schächtelchen. Die ungezähmte Attraktivität dieser Ordnung verbirgt sich in den Spalten aller Dinge, bewohnt ein gebrochenes Reich zwischen der ersten, zweiten und dritten Dimension, der uns vertrauten Welt mit ihren Anziehungspunkten, Grenzzyklen und sauber gedrechselten Torusgestalten.
(aus "Die Entdeckung des Chaos" von Briggs und Peat)
Die gleiche Erscheinung betraf offenbar ein Computernetzwerk, das ein Unternehmen der Militärindustrie, TRW, in Europa eingerichtet hatte. Ein Bericht in der "New York Times" wies darauf hin, daß dieses Netzwerk plötzlich seltsames, unvorhersagbares Verhalten gezeigt hatte. Das gleiche geschah einem Netz von Parallelprozessoren, die von Forschern der Firma Xerox zusammengeschaltet worden waren. Sie entdeckten, daß ihre Computer für genau die gleiche Rechnung völlig zufällig verschiedene Resultate geliefert hatten. Das Problem mit diesen Systemen lag nicht in irgendwelchen Konstruktionsfehlern. Die Ingenieure mußten vielmehr einsehen, daß es mit der Komplexität solcher Netzwerke zu tun hat, die unvermeindlich ist, wenn sie nichtlineare Rückkopplungsschleifen enthalten. Einige Forscher meinen, daß Ausbrüche von Intermittenz, wie sie hier beobachtet wurden, eine grundsätzliche Schwäche großer Computernetzwerke bloßlegen. Große Rechnersysteme, wie das der Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI oder "Krieg der Sterne") der im high-tech-gestützten Börsenhandel der Wall Street könnten dann stets von Anfällen des Chaos bedroht sein....
...Für einen Computer führen iterative Paradoxa ins Chaos. Für Menschen, sagt man, haben sie entgegengesetzte Wirkung - sie führen zu kreativer Einsicht, ja, zur Erleuchtung. In mystischen Denksystemen wie dem Zen-Buddhismus sollen auf sich selbst rückgekoppelte Koans den Geist der Schüler derart in Schwingungen versetzen, daß die Voraussetzungen geschaffen werden, ihn wie eine Blase platzen zu lassen und einen völlig neuen Gesichtspunkt (oder einen Punkt ohne jede Aussicht) zu finden.
(aus "Die Entdeckung des Chaos" von Briggs und Peat)
Ich sage nur 42.
Unsre Meinungen sind nur Supplemente unsrer Existenz. Wie einer denkt, daran kann man sehen, was ihm fehlt. Die leersten Menschen halten sehr viel auf sich, treffliche sind mißtrauisch, der Lasterhafte ist frech, und der Gute ist ängstlich. So setzt sich alles ins Gleichgewicht; jeder will ganz sein oder es vor sich scheinen.
(aus "Goethe - Maximen und Reflexionen")
In einem unterirdischen Höhlenlabyrinth kann man auf Spreewaldkähnen Ausflüge unternehmen. Als ich einen Kahn besteige, bemerke ich, daß zwei Plätze weiter Gerhard Schröder sitzt. Hey, das ist ja ein Ding, daß ich ihm hier so nahe komme. Nur eine einzige Person ist noch dazwischen, was ich beinahe als Störung empfinde, obwohl ich eh nicht wüßte, worüber ich mit ihm reden sollte.
Für meine ehemalige Chefin C.K. soll ich Berge von Koffern und Taschen auspacken, welche in mehreren Türmen übereinandergestapelt sind. Ich habe keine Ahnung, woher die kommen oder was das soll, aber gut, nach einer Mammutaktion habe ich alles ausgepackt. Allerdings habe ich die Sachen mehr oder weniger leger übereinandergestapelt, was meine Chefin jetzt bemängelt. "Die Sachen zerknittern doch alle!" sagt sie. Na wenn sie gewollt hätte, daß ich bei diesem Berg Arbeit auch noch jedes Stück fein säuberlich zusammenlege, dann hätte sie mir das eher sagen müssen.
kann man sich unter
http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3156602,00.html völlig kostenlos herunterladen. Zwar ein bißchen leise, aber den Tango-Mitschnitt kann ich empfehlen, die Ungarische Instrumentalmusik weniger.