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Donnerstag, 18. Januar 2007

Von wegen Sturmwarnung!

Da hätten sie wohl besser eine Sintflutwarnung gegeben - es gießt wie aus Kannen und beginnt grausam zu gewittern, von Sturm ist noch immer nix zu merken. Auf dem Heimweg bin ich vollkommen durchnäßt und eben habe ich mich nach draußen gewagt, um den Müll wegzubringen und bin auf den 50 m zum Mülltempel noch einmal klatschnass geworden. Blöderweiser habe ich randaliert, weil dieses komische Gitterteil vor unserem Kelleraufgang anscheinend befestigt war. Ich wußte sowieso nie, wozu das gut ist - es hat keine Klinke sondern pendelt einfach so in Oberschenkelhöhe vorm Aufgang, was echt nervig ist, wenn man mit Mülltüten bepackt hinaus will. Ich mache dann immer so bauchtanzartige Bewegungen um es mit dem Schenkel zur Seite zu stoßen und wenn ich vorbei bin, fällt es mir von hinten regelmäßig in die Kniekehlen.
Heute stand ich nun im Dunkeln und versuchte es mit einer Hand zur Seite zu stoßen, aber weil das nicht ging - aus irgendeinem Grund hakte es - drückte ich etwas, aber wirklich nur etwas, kräftiger und auf einmal ging das ganze Teil aus den Angeln und hängt da nun irgendwie nur noch an einer Stelle schräg in der Wand.
Erst da fiel mir ein, dass sie (damit meine ich andere Mieter oder den Hausmeister) es wahrscheinlich wegen des Sturmes geschlossen und befestigt haben, denn da es ohne Klinke ist und nur einfach anschlägt, wird es bei Sturm um so heftiger anschlagen, ohne dass jemand hindurchgeht. Ich hoffe nur, dass der versprochene Sturm noch kommt, damit sie morgen nicht auf mutwillige Zerstörung kommen, sondern sagen: "Man, war das ein Sturm! Der hat sogar die Gittertür aus den Angeln gerissen!"
Tut mir ja leid, und auch wenn es nicht mit Absicht war muss ich trotzdem feststellen, ich lasse mich ungern einsperren. Nicht mal bei Sturm, Sintflut und sonstigen Weltuntergängen.

PS: Da fällt mir ein, ich hätte es am besten gleich ganz abnehmen und irgendwo verstecken sollen. Ich glaube kaum, dass es jemand wirklich vermisst. Schade, aber nochmal raus geh ich nicht.

Ab 14:00 Uhr

sollen die ersten Vorausläufer des Orkans uns erreicht haben und schon jetzt wird der Himmel immer dunkler, so dass es inzwischen scheint, als wäre es Abend. Die Bauarbeiter rennen draußen hektisch hin und her und hämmern sehr geschäftig auf ihren Gerüsten. Wer weiß, ob ich um 16 Uhr überhaupt noch von hier weg komme.

Sturmwarnung...

und ich hab mal wieder nix mitbekommen. Gerade rief meine Chefin an und fragte, ob ich wegen der Sturmwarnung auch eher gehen möchte. Ich könne dann einen Zeitausgleich nehmen. Ich fragte erstmal, was für eine Sturmwarnung, worauf mich meine Chefin fragte, ob ich keinen Fernseher und kein Radio besitze. Ähm...das schon, aber ich war mal wieder anderweitig beschäftigt.
Blöderweise habe ich auch selten Zeit gesammelt, die ich zum Ausgleich nehmen kann, da ich keinen Sinn mehr darin sehe, ständig Überstunden zu machen wie früher. Das sagte ich meiner Chefin und meinte so, ob es denn wirklich nötig ist, denn bisher ist noch alles ruhig, worauf mich meine Chefin aufklärte, dass der Sturm laut Warnung noch schlimmer werden soll als 2002 (ich kann mich erinnern, dass meine Kollegen damals an dem Tag in das Hochhaus gezogen sind - während ich Urlaub hatte - und dann nicht mehr wegkamen, weil die Möbelpacker die Möbel nicht hochtragen konnten, denn die LKWs wurden fast umgekippt, und ihnen sind oben im 10. Stock die seltsamsten Dinge um die Ohren geflogen, die sonst eigentlich nicht in die Luft gehören)und dass es innerhalb von Sekunden losgehen kann (ja, damals war es
wohl auch sowas wie ein Tornado in Berlin). Sie hat mir sogar angeboten, dass ich trotzdem eher gehen kann. Deshalb darf ich heute um 16 Uhr statt um 18 Uhr nach Hause, einfach so und ohne nacharbeiten.

Mittwoch, 17. Januar 2007

Was blieb...

Eisiger Wind hatte den tropfenden Tau alten Schnees zu bizarren Formen gefrieren lassen. Buchstaben und Schneeflocken tanzen vor meinen Augen. Das Bahnhofsdach. Ein leises Beben unter meinen Füßen. Es zieht sich hinauf bis in den Magen. Leicht nur, unmerklich. Schwankender Boden. Der Zug kann nicht mehr fern sein. Langsam kommt das Ungetüm gekrochen. Aber es schnauft nicht, nein. Das Zeitalter der Drachen ist vorüber. Widerstrebend hält das gestreifte Untier an. Eine Luke öffnet sich. Zwei Augen richten sich spitzbübisch auf mich herab. Der Zugbegleiter. So nennen sie sich wohl heute.
„Da denkt man, man hat Feierabend, und dann so was!“
Ich grinse höflich und beschließe, diese Bemerkung keinesfalls als eine Ausladung zu betrachten. Nur hereinspaziert. Enge Zugluft. Kabinenmief.

Schnell bugsiere ich den Koffer auf eine der Ablagen über meinem Kopf. Rotäugig grüßt die untergehende Sonne durch die verschlossenen Fenster. Stille Freude kribbelt in meinen Adern. Dies eine Gesicht begegnet mir stets auf das neue, überall, egal wo ich bin. Heimat.
Der Zug setzt sich schweigsam in Bewegung. Ein Geisterzug. Gibt es das? Wie Geisterschiffe nur toter. Heimlich ziehe ich die Sonne hinter mir her. Ein Papierdrachen. Die Leine lang lassen. Konturen verschwinden. Luft kräuselt sich in lautlosen Wellen. Hunderte Kilometer entfernt schwappt ein Zweig auf grünem Wasser. Ein Kind warf ihn hinein. Rannte fort durch den Sand, zu den krummen Tannen, sturmgebeugt.
„Warst du wieder am Strand?“ fragt die Mutter. Das Kind nickt.
Herzensschwer. Spürt die Kindheit gehen. Eine Ahnung von Leid. Heißer Kakao kriecht dampfend in die Luft. Was bleibt sind die Klänge, sind die Gerüche, sind die Farben. Alles übrige ändert sich.

Ein Mann, jung und blondhaarig, auf der anderen Seite des Ganges. Vertrauter Fremder mit gleichem Ziel. Lehnt mit bequemer Lässigkeit in seinen Sitz und liest.
Schwarzer Dampf, schnaubend. Verweinte Frauen halten sich am Taschentuch fest. Männer ziehen in den Krieg. Euphorisches Schlachtvieh. Der Sieg ist unser. Die richtigen Worte und der Massenwahnsinn nimmt seinen Lauf. Solche wissen, wie man mit Emotionen spielt. Alle Regierenden wissen das. Willige Herden. Mähääää!
Ich drücke mich tiefer in den verbrecherisch unbequemen Luxussitz. Würde mich gerne unterhalten jetzt. Woher des Weges? Wie war der Aufenthalt? Unverhoffte Muße. Willkommene Langeweile. Kostbare Antiquität aus früheren Zeiten. Das Kind pustet in den heißen Kakao. Nichts zu tun mehr heute. Das Leben ist lang.

Die Zugfahrt ist es auch und müde blättere ich in einem Magazin mit hochrot glänzenden Bildern, als er mich anspricht, dieser Mann. Wo hab ich ihn gesehen? Auf dem Bahnhof? Ich weiß es nicht. Lächelnd zeigt er mir seine Visitenkarte und behauptet, er wäre von den Janus-Wasserwerken. Bei mir dämmert’s. Warum jetzt?
Ich bedeute ihm, neben mir Platz zu nehmen und vorsichtig lässt er sich nieder, darauf achtend, seinen zerknitterten Trenchcoat nicht zu zerknittern.
„Sie sind eine Nachteule.“ sagt er. „Und Sie der Morgenvogel.“ antworte ich, den die Katze frisst - denke ich. Er hat verstanden. Seine blauen Augen blinzeln müde.
Aus der Manteltasche holt er ein in Zeitungspapier verschnürtes Paket, von welchem ich mich ob seiner Größe frage, warum ich es nicht schon durch seinen Mantel hindurch gesehen habe. Ein Trenchcoat mit ungeahnten Tiefen.
„Nehmen Sie.“ sagt er und legt es in meine Hände. „Von Rotkehlchen als er starb.“
„Er hat zu viel gesungen?“ frage ich, eher eine Feststellung denn eine Frage.
Morgenvogel nickt. „War nicht mehr tragbar.“
Ich erinnere mich an seinen roten Bart und die silberglänzende Brille vor den farblosen, grauen Augen. Freund und Feind in einer Person.
„Was soll ich damit?“
Der Mann, blauäugig, rosenmundig, zuckt mit den Schultern. „Er hatte keine Angehörigen.“
„Und...“ setzt er hinzu, „Sie sollen in seine Fussstapfen treten.“
„Was heißt das? Seine Füße waren mir immer schon zu gross.“ erwidere ich.
„Sie“ stellt er trocken fest, „Sie sollen seine Kontakte weiterverfolgen, ihr Vertrauen erschleichen. Trauer und Rache sind ein gutes Motiv. Sie trauern doch?“
Ich antworte nicht. Fühle nichts außer Bedauern. Bedauern darüber, dass wir uns ein Leben erwählt haben, in welchem wir niemals jemandem trauen durften.
„Ja“ sage ich.
Langsam wickle ich das Päckchen aus und spähe vorsichtig hinein, jedoch darauf achtend, dass niemand sonst etwas vom Inhalt erhaschen kann. Eine kleine Beretta, ein Schlüssel und eine silberfarbene Halskette finden sich darin.
„Ich werde ihr Verbindungsmann sein.“ sagt der Morgenvogel. „Wenn Sie Kontakt wollen, wenden Sie sich an die Janus-Wasserwerke und nennen Sie meinen Decknamen. Steigen Sie in Prag aus und gehen Sie in das Hilton-Hotel, Zi. 234. Dort bekommen Sie weitere Instruktionen.“
„Ist gut.“ sage ich, müde.
Und leise wie ein Schatten ist er verschwunden. Habe ich geschlafen?

Eine Form von Horror

"Dogville" kommt ohne Schockeffekte, Massen von Kunstblut, Leichenteile, Monster und Mutationen, ja, sogar ohne Filmmusik und Kulissen aus. Die Stadt "Dogville" besteht ausschließlich aus Kreidestrichen auf dem blanken Fußboden, welche die Gebäude und Straßen symbolisieren sollen, in denen der Film spielt, sowie aus einer kargen, angedeuteten Ausstattung, und doch kommt das Grauen langsam aber gewaltig. Ein Grauen, das einzig und allein aus den Abgründen eines heuchlerischen Spießbürgertums entsteht, in dem nichts so ist, wie es zu sein scheint. Ein Film, der die kinoübliche Trennung in die Guten und die Bösen gründlich in das totale Chaos stürzt, indem er mit diesem "Dogma" spielt, wie ein geschickter Hütchenspieler mit einem blitzendem Geldstück. Am Ende lässt er die Erkenntnis zurück, dass in jedem Menschen, selbst neben der größten (Schein)Heiligkeit, auch die furchtbarste Grausamkeit lauert und nur darauf wartet, herausgefordert und entdeckt zu werden.
Teilweise dachte ich bei mir, dass der Horror wohl noch nervenzerreißender wäre, wenn der Film in normaler Manier gedreht worden wäre, und doch - in dieser Form der Darstellung erhält der Horror ein ganz neues Gesicht, ein Gesicht, das gerade durch diese effektlose, fast spröde Inszenierung umso überraschender gerät, bis sich schließlich diese Art der intellektuellen Bearbeitung mit dem "Dorfphilosophen" selbst zu hinterfragen scheint. Ist dieser Film nur eine scheinheilige, scheinbar tiefsinnige Art, Menschenhass und Blutdurst zu befriedigen? Ein Splatter (Wolf) im Kunstfilm-Look (Schafspelz), völlig ohne Moral und Mitgefühl? In jedem Fall aber ein ungewöhnliches Stück Kino.

Hey...es ist unglaublich!

Die Installation ging sogar noch schneller als die Lieferung. Und es funktioniert! Und was ich mit dem neuen Modem alles machen kann! Ich hätte nie gedacht, dass ein Modem für so viel Dinge gut ist. Es ist mir ein Rätsel, warum ich mir nicht schon viel früher ein eigenes Modem gekauft habe. Ich kann damit nicht nur normal ins Internet, sondern habe gleichzeitig einen WLAN-Router. Und es funktioniert! Man kann es aber auch als DSL-Router einsetzen und verschiedene PCs als Netzwerk anschließen. Man kann sogar einen Drucker und ein Speicher zentral anschließen, auf die dann alle PCs des Netzwerks zugreifen können. Und es funktioniert! Man kann außerdem analoge Endgeräte anschließen, wie Telefone, Faxe usw. und kann über das Internet telefonieren. Aber das Schärfste ist, dass ich es außerdem als Basisstation für Schnurlostelefone nutzen und böswillige Anrufer fangen kann. Das habe ich zwar noch nicht ausprobiert, gehe aber ganz stark davon aus, dass auch das funktioniert. Schade, dass ich schon eine Geheimnummer und keine böswilligen Anrufer mehr habe. Und zu allem Überfluss sieht es noch gut aus. Kein Vergleich zu dem alten Kasten, den ich vorher hatte. Das Teil ist einfach gigantisch! Eine eierlegende Wollmilchsau, von der ich nicht geglaubt hätte, dass sie irgendwo tatsächlich in geringer Population existiert. Und schnell. Dafür hat sich der zweistündige Stromausfall und alles was danach kam, direkt gelohnt - wie heißt es so schön: manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. Hätte es keinen Stromausfall gegeben und das alte Modem den Abgang gemacht, würde ich wahrscheinlich in zehn Jahren noch damit surfen und mich mit hunderttausenden nichtfunktionierenden WLAN-Routern und häßlichen Basisstationen rumärgern.
Wie man unschwer erkennen kann, ist meine Technikbegeisterung neu entfacht. Kein Gedanke mehr daran zu entsagen, zu kapitulieren und mich in eine technikfreie Zone zurückzuziehen.
Jetzt muss das neue Modem nur noch genau so lange und stabil laufen wie das alte. Ich hoffe das Beste, bin aber etwas unsicher geworden, was Überspannungsschutzleisten betrifft. Immerhin hatte das alte Teil, so lange es an einer normalen Steckdose hing, nie irgendwelche Probleme und hat zig Stromausfälle überstanden, aber kaum hängt es seit einigen Monaten an so einer Schutzleiste, macht es sofort schlapp. Geht es nur mir so oder haben andere auch hin und wieder den Eindruck, dass Computersteckleisten mit Überspannungsschutz Geldschneiderei sind?

Montag, 15. Januar 2007

Frontberichtserstattung

Der Krieg zwischen mir und der Technik tobt erbittert weiter. Nach einigen kleineren Verlusten (Drucker, DVD-Player etc.), die ich hinnehmen musste, gelang es nun meinem Gegner mir mit einem Überraschungsangriff einen vernichtenden Schlag zu versetzen. Der Überfall erfolgte am Montag, dem 8.1.07, als ich mich abends nichtsahnend mit einem selbstgemachten Obstsalat meiner Küche befand und plötzlich im Dunkeln stand. Ein Stromausfall hatte die gesamte Straße mitsamt der Tankstellen lahmgelegt. Nach zweistündigem Munkeln bei Kerzenschein wurde es wieder Licht, jedoch nicht in meinem
DSL-Modem, dieses blieb dunkel. Nun weiß ich nicht, ob der Stromausfall das Modem beschädigt hat (ist mir unklar, wie das gehen soll, zumal es noch an einer Computerleiste mit Überspannungsschutz hing) oder aber das Modem schuld an dem kilometerweitem Stromausfall war (was ich mir aber auch nicht vorstellen kann, da die Sicherungen alle da blieben, wo sie hingehören), jedenfalls ist es meinem Gegner so gelungen, mich aus dem Internet auszukesseln und mich von jedweder computervirtuellen Kommunikation auszuschließen. Das Anfordern von Verstärkung erweist sich als ziemlich schwierig, denn es hat allein Tage gedauert, den verantwortlichen der T-Division klarzumachen, dass es nicht um den Anschluß geht, sondern um das Modem. Während mir damals erklärt wurde, dass das Modem Eigentum der T-Division bleibt und mir nur zur Benutzung überlassen wird, will es heute niemand mehr kennen. Inzwischen ist mir klar geworden, dass ich mir wohl selbst helfen und ein neues Modem kaufen muss, allerdings wüsste ich schon gerne, ob ich das alte jetzt zwanzig Jahre im Keller aufheben muss, für den Fall, dass es es nochmal jemand von mir zurückfordert. Da ich letzte Woche auf einer Schulung war, hatte ich keine Möglichkeit per Email zu bloggen, und ein halbherziger Versuch, nach einigen Tagen Faulheit, ein altes Modemkabel hervorzukramen und anzuschließen, endete in Error-Meldungen. Seltsamerweise fehlt mir das Internet gar nicht so sehr. Eigentlich nur beim Fotografieren, denn allein für die Festplatte zu knipsen, ist doch ein bißchen öde. Es macht mehr Spaß, wenn man das, was man sieht und wie man es sieht, mit anderen teilen kann. Letzte Woche z.B. sah ich einen herrlichen Sonnenuntergang auf dem Adlerausguck im Tierpark mit Blick bis zum Fernsehturm.
Zwischenzeitlich kommen mir immer mal wieder Gedanken an das Kapitulieren. Dann möchte ich für den Rest meiner Tage jeder Errungenschaft der modernen Technik entsagen, um mir so das Leben zu erleichtern. Doch auf Dauer würde ich es in solch einer selbstgewählten Verbannung wohl nicht aushalten.
Da ich ab heute wieder im Büro bin, habe ich nun zumindest die Möglichkeit, per Email zu bloggen und die erhaltenen Emails kann ich per Handy abrufen.
An den Kommentarbenachrichtigungen habe ich gesehen, dass ich schon vermisst werde. Also wie gesagt, mir gehts gut, auch ohne Internet, aber es kann noch eine Weile dauern, bis ich ein neues Modem habe, weil ich mich auch erstmal damit beschäftigen muss, welches für meinen Anschluss passend ist usw.(und an die Installation wage ich kaum zu denken).
Vielleicht könnte ja einer von euch so nett sein und mir in einer Email schreiben, wie das mit dem SMS-Bloggen funktioniert - da brauche ich doch sicher irgendeine Telefonnummer ? - und ob man an Email oder SMS auch Bilder hängen kann.
Voraussichtlich werde ich wohl eine Zeit lang nur auf diese Art bloggen können, weshalb ich jetzt schon um Nachsicht bitte, wenn ich bei euch nicht lese, nicht kommentiere und auch nicht auf Kommentare antworte.
Bis demnächst irgendwann!

Sonntag, 7. Januar 2007

...

Ich weiß aber selbst gar wohl von euch, liebe Brüder, daß ihr selber voll guten Sinnes seid, erfüllt mit aller Erkenntnis....
(Römer 15.14)

Ich finde, das kann man nie oft genug sagen. ;o)

Flug vom Fotohochsitz

Eine Art Fotoclub in einer Universität. Extra liegende Räumlichkeiten am hinteren Ende eines Flures. Eines der Zimmer hat zwei kleine, offene Aufzüge - einen für den Transport von Dingen und einen für Schulkinder. Als Erwachsener darf man dort nicht rein, weil er nicht viel Gewicht tragen kann. Ich sitze mit anderen um einen Tisch herum, während meine ehemalige Mitschülerin K., meinen ehemaligen Mitschüler St. fotografiert. Neben mir sitzt eine junge Frau mit einem blassen, spitzen Gesicht. Plötzlich schleudert sie mir hasserfüllt Worte entgegen, dass ich irgendwann einmal etwas zu ihr gesagt, sie kritisiert hätte. Ja, ich kann mich erinnern. Im letzten Traum habe ich etwas zu ihr gesagt, das allerdings nur als Scherz gemeint gewesen war. Das erkläre ich und sie läuft hinaus. Ich gehe auch hinaus und sehe sie mit zwei anderen Frauen im Flur stehen. Sie heult und läßt sich trösten. Da es im Gang eng ist, laufe ich dicht an ihnen vorbei und rempele dabei eine der Frauen mit meiner Schulter an. Ich entschuldige mich und überlege dabei, hoffentlich denken die jetzt nicht noch, dass ich pöbeln will.
Später draußen auf einer eingezäunten Wiese. Ich sitze auf einer Art Hochsitz, um etwas zu fotografieren (evtl. auch zu filmen?). Meine beiden ehemaligen Mitschüler bauen um mich herum auf kleineren Stativen Kameras auf. Anscheinend wollen sie mich beim Filmen filmen. Als ich es bemerke, mache ich eine winzige überraschte Bewegung, die aber ausreicht, um meinen Hochsitz ins Wanken zu bringen. Ich sehe, dass ich mich langsam der Erde zunähere. Allerdings ist es weniger wie Fallen, als vielmehr wie Fliegen, denn es geht wirklich sehr langsam und die Strecke, die ich auf meinem Sitz im hohen Bogen falle, wird immer länger, länger als der Sitz hoch ist.
Von weitem sehe ich den Zaun mit spitzen, nach oben gerichteten Zinken auf mich zu kommen. Na hoffentlich geht das gut und ich lande nicht direkt auf dem Zaun, geht mir durch den Kopf, das dürfte dann etwas blutig und wohl kaum zu überleben sein. Trotzdem bleibe ich erstaunlich ruhig.
Ich fliege weiter und weiter, knapp über den Zaun hinweg, und lande sanft und weich genau dahinter. Die Menschen, die hinter dem Zaun auf dem dort entlangführenden Weg unterwegs waren, schauen entgeistert hoch, als ich angeflogen komme. Sobald ich die Erde berühre, eilt ein Mann auf mich zu und fragt, ob ich in Ordnung bin. Ich nicke und klettere sofort wieder über den Zaun auf die andere Seite.

Samstag, 6. Januar 2007

SOS Eisberg

Diesmal ein Tonfilm, ebenfalls von Arnold Fanck, doch trotzdem mit extrem sparsamen Dialogen. Man merkt geradezu, wie das Stummfilmen mit den wenigen geschriebenen Dialogen den Filmemachern noch in den Knochen steckt, was ich persönlich aber recht angenehm finde. Denn ich habe den Eindruck, dass man sich gerade weil früher der Ton fehlte, enorm viel Mühe mit der Kamerainszenierung und den Bildern gegeben hat, was mir gut gefällt. Heutzutage findet gerade in den Fernseh-Massenproduktionen die Handlung hauptsächlich über die Sprache statt, wobei die Dialoge meist kaum irgendwelchen erhebenden Inhalt haben, während die Einstellungen lieblos abgedreht werden. Allerdings könnten die sparsamen Dialoge auch was mit der etwas seltsamen und unlogischen Handlung zu tun haben. Fast hege ich den Verdacht, dass die Handlung nur mürrisch konstruiert wurde, um majestätische Eisberge und tollkühne Flugmanöver, natürlich wieder mit dem Flieger Udet und auch Leni Riefenstahl als Fliegerin, die ihr Flugzeug aber völlig unmotiviert in einen Eisberg krachen lässt (Frauen und Flugzeuge!), filmen zu können. Ich glaube, das würde zu Fanck passen, wenn man auf dieser interessanten Seite über Eisbergklettern die eingestreuten Zitate von ihm über die lebensgefährlichen Dreharbeiten liest.

Noch einen Enneagrammtest

habe ich bei subby gefunden. Leider bekomme ich hier gleich drei Zahlen mit der gleichen Anzahl an Punkten, nämlich 4, 5 und 9. Da ich in anderen Tests immer die 9 habe, nehme ich die mal weiterhin als meine Hauptpersönlichkeit und ich finde auch, dass sie von allen drei Möglichkeiten am meisten zutrifft. Jedenfalls sagte ich sogar selbst von mir schon immer, ohne diesen Test zu kennen, man kriegt bei mir, was man sieht. Manchmal möchte ich mich selbst schütteln und fragen: Wer bin ich eigentlich? Und über die Trägheit, nun ja, hatte ich erst vor zwei Tagen wieder einen Eintrag geschrieben. Nur das mit den Fußballstadien muss wohl ein gewaltiger Irrtum sein(ok, einmal in meinem Leben war ich auch in einem Fußballstadium, habe aber vom Fußballspiel nix mitbekommen, weil ich mich stattdessen gesonnt habe *gg*):

Die NEUN steht am "Gipfel" des Kreises, und zwar deshalb, weil es sich bei der NEUN in gewisser Weise um das ursprünglichste menschliche Wesen handelt, um Adam und Eva. NEUNer sind so, wie wir alle waren, bevor wir kompliziert wurden. Das ist der Grund, weshalb so viele andere die NEUNer mögen und beneiden. Andere sehnen sich nach ihrer Einfachheit und Geradlinigkeit, obwohl es ihre Mitmenschen auf die Palme treibt und ihnen auf die Nerven geht, was sie alles nicht machen.

NEUNern fällt es sehr schwer, ein klares Ziel zu finden und zu verfolgen. Sie sind überall und nirgends. Sie machen Elefanten zu Mücken: Selbst wirklich große Sachen können sie ganz klein machen. Nichts ist wirklich wahnsinnig wichtig. Und selbst wenn objektiv ein Problem vorliegt, weigern sie sich, es zu sehen. Das ist gemeint, wenn man von ihrer "Trägheit" redet. NEUNer wissen einfach nicht, wie sie Energie bündeln können.

NEUNer sind oft überaus aktiv bei einer Reihe von Hobbys und Tätigkeiten. Aber wenn man genau hinsieht, merkt man, daß viele dieser Aktivitäten ziemlich bedeutungslos sind und daß sie in keine dieser Sachen übermäßig viel Energie stecken. NEUNer füllen die Fußballstadien Europas - auf den Zuschauerrängen. Und sie können in die Luft springen und jubeln und sich begeistern - für nichts.

NEUNer sind besonders suchtgefährdet. In der Regel sind es eher kleinere Abhängigkeiten wie Nikotin oder Koffein. Aber sie brauchen immer irgendeine Stimulanz, die ihnen hilft, den eigenen Saft zu fühlen. Viele NEUNer fahren gern Motorrad oder Lastwagen. Es ist, als hätten sie keinen Motor in sich selbst und müßten sich deshalb einen Motor unter den Hintern klemmen. Dabei ist es nicht besonders wichtig, wohin die Fahrt eigentlich geht.

EINSer begeben uns auf dem kürzesten Wege von hier nach da. Eine NEUN weicht hier und da vom Weg ab, macht Umwege und Kurven, bleibt stehen, kehrt um. . . NEUNer sind nicht so sicher, daß sie da überhaupt hin wollen. Sie sind nicht sicher, ob sie überhaupt irgendwohin wollen. Deshalb können sie für andere so nervend sein. Manchmal will man sie schütteln und fragen: "Wer bist du und was willst du überhaupt?" Sie wissen nicht nur nicht, was sie wollen - es ist ihnen auch egal. Das ist unter anderem mit "Trägheit" gemeint.

Die meisten anderen mögen NEUNer. Das hängt damit zusammen, daß sie anderen Impulsen und anderen Energie folgen, wie immer die aussehen. Wenn du eine DREI bist, machen sie bei deiner "Dreierei" mit - wenn auch nicht im selben Tempo! Sie lassen sich auf das ein, was gerade gespielt wird. Deshalb sind sie "pflegeleicht" und quasi von Natur aus Freunde.

Wir nennen NEUNer auch "passiv-aggressive" Menschen. EINSer wollen die Wirklichkeit reformieren. ACHTer rebellieren gegen die Wirklichkeit. Aber NEUNer sitzen einfach da und sagen: "Das ist doch alles so ein Quatsch. Es lohnt doch überhaupt nicht, sich mit dem allen abzugeben!" Wenn man eine NEUN näher kennenlernt, wird man merken, daß dieses letzlich aggressive Potential (Bauch-Energie!) immer vorhanden ist. Es ist eine Art zynisch-passive Aggressivität im Blick auf die Welt.

Das heißt aber auch, daß NEUNer sehr viel bewirken können, wenn sie es schaffen, ihre Energie zu bündeln. Denn sie feuern niemals direkt. Die Person als solche ist nett und friedfertig, aber man beachte ihre beiden Flügel, EINS und ACHT! In beiden Flügeln steckt ein intensives Wertempfinden und viel Emotionalität. Und so kann es manchmal passieren, daß sie mitten in einem Gespräch, das so dahinplätschert, plötzlich etwas sagen, was eine ganz große Wahrheit enthält und zutiefst überzeugt. Und weil sie so nett und vertrauenswürdig sind, und weil man im Gespräch mit ihnen die Verteidigungsanlagen abgebaut hat, können NEUNer einen auf diese Weise plötzlich mitten ins Herz treffen.

NEUNer sind unkompliziert. Sie sind sehr einfach, und ihre Absichten sind ganz klar und durchschaubar. Urplötzlich gelangen sie zu einem Punkt, wo alles glasklar ist. Dann fällen sie eine Entscheidung, und zu dieser Entscheidung stehen sie, was immer es kostet. an kann den Esel als Symboltier der NEUN nehmen. NEUNer können stur sein. Wenn sie einmal die Hinterfüße in den Boden gerammt haben, dann bleiben sie stehen, wo sie sind und sind keinen Millimeter zu bewegen.

Die Faustregel lautet: Was man bei einer NEUN sieht, das kriegt man auch. Es gibt keine versteckten Absichten. Das ist ein weiterer Grund, weshalb NEUNer so beliebt sind. Denn man weiß, daß sie ihr wahres Gesicht zeigen - auch wenn nicht viel Energie da ist. Aber wenn man ihnen helfen kann, ihre Energie zu bündeln, machen sie in der Regel ein oder zwei Sachen in ihrem Leben wirklich gut. Und wahrscheinlich erwartet Gott von keinem und keiner von uns mehr als das.


Aber auch bei der 5 finde ich einiges zutreffendes, insbesondere das, dass bei mir Gefühle immer erst später kommen. Genau das ist eines meiner Probleme, worüber ich mich häufig ärgere. Wenn mir nämlich jemand dämlich kommt, mich verletzt oder sonstiges, bekomme ich direkt in der Situation nie etwas davon mit, bzw. ich bekomme es schon mit, spüre aber nichts, weshalb ich auch nicht reagiere. Erst zwei Stunden später, wenn der andere schon über alle Berge ist, könnte ich dann toben und die Wände hochlaufen, aber nicht nur aus Ärger über den anderen, sondern auch über mich selbst, weil ich mal wieder nix mitbekommen hab. Manchmal habe ich schon überlegt, wie es wäre, wenn ich jemanden nach vielleicht drei Wochen irgendwo wiedersehe und ihm dann sage, was ich hätte gleich sagen sollen. Doch wenn ich mir vorstelle, ich sehe z.B. nach Wochen eine Verkäuferin wieder, die mir blöd gekommen ist, und gebe ihr dann einen bissigen Kommentar zu unserer letzten Begegnung, die sie selbst wahrscheinlich schon vergessen hat, dann denke ich, die müssen mich ja für bescheuert halten. Also tobe ich mich lieber hinterher beim Bloggen aus.
Auch die Distanziertheit ist wohl eine meiner wichtigsten Eigenschaften. Niemand würde jemals auf die Idee kommen, mich als herzlich zu bezeichnen. Und die Informations-Sucht? In irgendeiner Form packt sie mich immer wieder.
Die wenigsten Übereinstimmungen kann ich mit der 4 finden. Ich habe mich zwar schon immer als anders empfunden, war aber in den seltensten Fällen stolz drauf. Im Gegenteil - es gab und gibt Zeiten, da würde ich alles dafür geben, ein stinknormales Leben zu führen und so zu sein, wie alle scheinbar sind. Es gab auch schon Zeiten, da habe ich so getan, als wäre ich stinknormal und alles in bester Ordnung, was dann letztendlich zu einem Burnout geführt hat.
Überhaupt scheint die 4 ein bißchen mehr meiner Vergangenheit zu entsprechen, denn das Ausprobieren und Spielen von Gefühlen gehörte mehr oder weniger zu meiner Jugend, wobei ich mich frage, ob das nicht bei jedem so ist. Und das Spielen bzw, Ausprobieren bedeutet keineswegs, dass die Gefühle nicht real sind. Sie sind verdammt real und doch nicht wirklich, so real, dass es mir irgendwann zu anstrengend wurde (Trägheit) und ich damit aufgehört habe.

Der Link zum Enneagrammtest: http://neher.piranho.de/EnneagrammTypTest.html

Freitag, 5. Januar 2007

Hm, wenn ich die Diskussionen

auf einem anderen Blog so verfolge, kommt mir der Gedanke, dass es doch ganz nett wäre, einstmals als heilige Zucker vom Blog allen Bloggerlein meinen Schutz vor bösen Hackern, abzockenden Blogbetreibern und hartnäckigen Würmern anzubieten. Allerdings wären dazu noch einige Voraussetzungen zu klären, von denen das Wunder nur eines ist. Als erstes wäre es nämlich wichtig zu wissen, ob auch Protestanten, Menschen ohne Konfession oder gar Buddhisten Heilige im Sinne der katholischen Kirche werden dürfen. Sollte sich nach meiner Recherche herausstellen, das dies der Fall ist, fehlt nur noch ein Wunder. Dazu wüsste ich gerne, was die Kriterien sind, die ein Wunder zu einem Wunder machen. Ich meine, dass Uri Geller Wunder vollbringt hat ja schon die ganze Nation gesehen - wird er deshalb heiliggesprochen? (Ok, manche denken, dass es ein Trick ist, aber das glauben andere von den Wundertaten Jesu ebenfalls.)
Und muss ein Wunder etwas sein, das von anderen bezeugt werden kann (völlig egal, ob die Zeugen nur bestochen, etwas naiv oder fanatische Anhänger sind), oder kann man sich so ein Wunder auch ganz privat "bauen"?
Wie wäre es zum Beispiel, wenn ich ausschließlich mit Gedankenkraft meinen DVD-Player wieder zum Laufen bringen würde? Gut, es wäre sicher nicht so ein anbetungswürdiges Wunder, wie einen Menschen gesund zu machen, aber trotzdem sehr viel schwieriger, da DVD-Player keinen Geist und keinen Glauben haben(glaub ich zumindest), um dabei mitzuhelfen.
Ich will damit nicht behaupten, dass ich es kann, denn wenn ich es könnte, müsste ich mir nicht jedes Jahr einen neuen kaufen. Und von DVD-Player bis zu Drucker und Computer ist es sicher nur noch ein kleiner Schritt, hoffe ich. Aber ich arbeite hart daran, wahrscheinlich härter als so mancher in Italien, dem Land, in dem das Wundern noch leicht fällt.

Donnerstag, 4. Januar 2007

Faulheit, dein Name ist Zucker

Ich habe herrlich saftige Apfelsinen in meiner Küche zu liegen und esse sie nicht, weil ich zu faul bin sie zu schälen. Ich brauche nicht nur einen Leibkoch, sondern auch noch einen Mundschenk, der mir das Essen in mundgerechten Häppchen reicht und den langen Weg von drei Metern in die Küche auf sich nimmt, um Nachschub zu holen.
"Ey, bring mir mal noch 'ne Apfelsine, geschält und segmentiert - ich nehme sie aber aber auch als Fruchtsalat mit Apfel, Banane und Walnüssen! Danke!" *Ausschau hält*

Dienstag, 2. Januar 2007

Mein neues Suchtmittel - Die feine englische Art als Dragee

Ich könnte jeden Tag mehrere Schachteln davon wegfuttern bis ich vollkommen verminzt bin. Dabei wollte ich mir die feine Art doch eigentlich abgewöhnen.

(Und wieder eine Schachtel, die leer ist....:-/)

Montag, 1. Januar 2007

...

Eine Woche später brachte der Briefträger ein Päckchen von der Front. Vetter John schickte uns sechs Büchsen mit amerikanischem Corned Beef.
"Glaubt ja nicht, daß wir es beschlagnahmt haben", schrieb er.
"Der Krieg sieht schlecht aus für uns, aber die Männer auf der anderen Seite des Schützengrabens scheinen uns zu bedauern. Sie werfen Büchsen nachts herüber, wenn die Schießerei aufgehört hat."
Der Geschmack dieses Corned Beefs blieb märchenhaft, unvergeßlich und unübertroffen.
Auch war es eine beruhigende Tatsache für mich, daß Männer doch immer noch selbständig handelten, auch wenn ihre Gedanken nicht im Einklang mit den Massen oder ihren Führern standen.

(aus "Nehmt nur mein Leben" von Marlene Dietrich)

Freitag, 29. Dezember 2006

Die weiße Hölle vom Piz Palü

Heute ist die erste DVD aus dem Amazon-Verleih gekommen. Ein Stummfilm und dann auch noch mit Schnee - zwei Attribute, die Schlimmstes befürchten lassen. Es gibt von dem Film noch eine 1935 vertonte Version, die allerdings mehr als eine halbe Stunde kürzer ist. Die Original-Stummfilmversion gilt eigentlich als verschollen, wurde jedoch nach altem Nitromaterial wiederhergestellt und restauriert. Und trotz Stummheit ist der Film spannend, wenn man sich darauf einläßt, und hat jede Menge tolle Kameraaufnahmen vor allem von den Bergen zu bieten. Besonders das Wandern der Schatten über die Berge ist beeindruckend und wirkt bedrohlich. Auf einer Kinoleinwand wären die Bilder wahrscheinlich noch gigantischer. Leni Riefenstahl dagegen reizt mit einer feschen Windstoßfrisur, die mehr Stoß als Wind ist und erst mitten im Inferno ertragbar wird. Mir fiel auf, wie munter die jungen Leute im Film bloßärmelig und bloßbeinig im Schnee herumspringen. Selbst als Leni Riefenstahl mitgeht, um die Nordwand zu besteigen, trägt sie noch immer nur knielange, rockähnliche Hosen. Nun ja, vielleicht waren sie früher abgehärteter als wir in unseren ferngeheizten Wohnungen.
Die Geschichte: "Vor zehn Jahren verlor der Bergsteiger und Skifahrer Dr. Johannes Krafft seine Frau durch ein Unglück in den Alpen. Seitdem streift er ruhelos durch die Berge, ohne den Verlust je verkraftet zu haben. Eines Tages trifft er das junge Paar Karl und Maria, mit dem er in einen schweren Sturm gerät. Während sie auf Hilfe aus dem Dorf hoffen, bahnt sich in den Bergen ein Drama an."







Und sieh an - auf einmal schneit es bei uns auch....