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Donnerstag, 25. Januar 2007

Das KZ-Spiel

Mit dem Rucksack unterwegs, brauche eine Unterkunft oder Übernachtungsmöglichkeit. Da treffe ich auf ein Projekt, dass sich KZ nennt und auch ein nachgestelltes KZ sein soll, allerdings wenig Ähnlichkeit mit einem richtigen KZ hat, schon deshalb, weil man sich freiwillig dafür entscheidet, dort einzutreten. Einerseits aus Neugier, was in diesem Projekt geschieht, und andererseits weil ich eine Unterkunft suche, entscheide ich mich selbst ebenfalls dort einzutreten. Dazu muss ich zuerst meinen Rucksack und meine Sachen abgeben. Es ist ein reines Frauen-KZ, sowohl die "Häftlinge" als auch die "Wärter" sind ausschließlich Frauen. Wir haben gepflegte Zimmer, in denen aber sehr viele zusammen wohnen und schlafen, und bekommen mehr als genug zu essen, auch Obst wie Bananen u.ä. Gearbeitet wird wenig, eigentlich gleicht es mehr einem großen Ferienlager, welches mit ein paar Fiesheiten gewürzt ist. Man muss sich unterordnen und sich diese gefallen lassen.
Zwischendurch fahre ich mit dem Bus irgendwo anders hin und lande in einer Arbeitgemeinschaft, bzw. einem Kurs, welcher sich ebenfalls mit Spielen beschäftigt, jedoch mit Computerspielen. Eigentlich wollte ich da nicht hin, irgendwie interessiert mich das auch gar nicht, aber ich beschließe, mir das mal anzuschauen und da zu bleiben. Während ich mit den anderen Mitgliedern - unter ihnen meine ehemalige Kollegin G.E. - auf den Leiter des Kurses warte, spiele ich auf einen Gerät herum, welches wie ein Mini-TV aussieht, aber ein größeres Handy ist. Endlich kommt der Leiter und ich muss feststellen, dass sie in diesem Kurs nichts anderes machen, als gemeinschaftlich in einer Spielezeitschrift zu lesen. Ich finde das furchtbar langweilig, denke mir aber, dass es durchaus einen Sinn macht, weil man sich so eine feste Zeit einplant, in der man Zeitschriften liest, während man sonst nicht dazu kommt. Erst sitze ich alleine, doch dann befindet sich plötzlich meine ehemalige Schulfreundin A. neben mir - links, wie früher in der Schule - und ich frage sie, wie oft in der Woche denn dieser Kurs stattfindet. Bei ihrer Antwort "Jeden Tag" bin ich regelrecht entsetzt, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, warum Leute ihre kostbare Freizeit opfern, um jeden Tag in diesen Kurs zu gehen. Die Sache hat sich damit für mich erledigt und sofort befinde ich mich erneut im KZ.
Ich habe mich inzwischen entschlossen zu flüchten. Zwar überlege ich, dass ich auch einfach sagen könnte, dass ich wieder austreten will, denn schließlich ist die ganze Sache freiwillig, aber ich traue dem Frieden nicht. Ich fürchte, dass sie mich, wenn sie wissen, dass ich weg will, doch festhalten werden. Also plane ich meine Flucht heimlich, wobei mir auch klar ist, dass ich wohl einige meiner Sachen zurücklassen muss. Trotzdem versuche ich zunächst, so viel wie möglich davon zusammenzusuchen, ohne dass es auffällt. Dazu muss ich an verschiedene Schränke heran, da ich die Sachen ja alle abgegeben habe, und es darf natürlich nicht zuviel sein, weshalb ich mich bei allen Dingen entscheiden muss, ob ich sie mitnehme oder nicht. Dieses Zusammensuchen ist gar nicht so einfach, weil in dem großen Schlafsaal ein ständiges Kommen und Gehen herrscht. Auch eine Aufseherin kommt herein und ruft mich zu sich. Sie befiehlt mir, ein Stück aus meinem Rock herauszuschneiden, weil sie es an die Eidechsen verfüttern will und reicht mir eine Schere. Die Schere geht schwer und schneidet schlecht, verhakt sich mehrmals im Stoff. Schließlich habe ich ein Stück herausgeschnitten - es ist ein weiter langer Rock mit kleinen Streublümchen - und gebe es ihr. Es tut nicht weh, denn ich denke, dass der Rock mir sowieso nicht gefällt und ich bald wieder draußen sein werde. Sollen den Stoff doch die Eidechsen fressen, obwohl ich mich frage, ob ihnen der wirklich schmeckt. Nur dass ich bei der Flucht mit einem kaputten und "gebrandmarktem" Rock herumlaufen muss, ärgert mich ein bißchen.
Während ich noch dabei bin, mich weiter auf meine Flucht vorzubereiten und eine passende Gelegenheit abzuwarten, wache ich auf.

Bemerkung: Beim Durchdenken des Traumes fällt mir unwillkürlich die Redewendung "sich ins eigene Fleisch schneiden" ein, obwohl ich mir nur in den Rock geschnitten habe.
Übrigens ist das Thema Spiel in Verbindung mit Selbstbestimmung/Zwang und dem Symbol Schere auch astrologisch angezeigt, mit Mars t im 5. Haus im Quadrat zu Uranus r.

Oh Gott,

heute musste ich den ganzen Weg von der Arbeit bis nach Hause mit dem Sonnenblumenhausmeister fahren. Unterwegs erzählte er mir, was er für einen beschissenen Tag hatte, dass alles schief gelaufen ist und dass letztens in seinem Büro im Keller eingebrochen wurde. Geklaut wurde der Rechner, allerdings ohne Monitor und Drucker, sowie seine Getränke mitsamt Leerflaschen und Kaffeegranulat. Den Ghettoblaster dagegen haben sie da gelassen.
Als ich sagte, dass ich noch in den Supermarkt muss, weil ich bei der Kälte nicht gerne einkaufen gehe, aber langsam wieder was zu essen brauche, fiel ihm natürlich ein, dass er ja auch neuen Kaffee brauche, weil seiner geklaut wurde und dass er deshalb mitkommen wolle. Außerdem meinte er so, dass in meiner Küche wohl schon lauter verhungerte Mäuse lägen.
"Nee" sage ich, "ich habe keine Mäuse. Weder tote noch lebende."

Mittwoch, 24. Januar 2007

Auszug 3 Geheimlehre I - Stichworte: Engel, Mysteriensprache

Engel
sind
Menschen
einer
höheren
Art . . .
und nicht mehr. Sie sind weder „dienende“ noch „schützende“ Engel, noch sind sie die „Boten des
Allerhöchsten“; noch weniger die „Sendboten des Zornes“ von irgendeinem Gott, den sich die Einbildung des Menschen geschaffen hat. Ihren Schutz anzurufen ist ebenso thöricht, als zu glauben, daß ihre Sympathie durch irgendeine Art von Sühne erlangt werden könne; denn sie sind, ebenso sehr wie der Mensch selbst, die Sklaven und Kreaturen des unveränderlichen karmischen und kosmischen Gesetzes. Der Grund dafür ist einleuchtend. Da sie keine Elemente von Persönlichkeit in ihrem Wesen haben, so können sie auch keine persönlichen Eigenschaften haben, wie solche von den Menschen in den exoterischen Religionen ihrem anthropomorphischen Gotte zugeschrieben werden – einem eifernden und sich abschließenden Gotte, welcher sich freut und zürnt, welcher Wohlgefallen hat an Opfer, und in seiner Eitelkeit mehr despotisch ist als irgend ein endlicher närrischer Mensch. Dem Menschen, als einer Zusammensetzung der Wesenheiten von allen diesen himmlischen Hierarchieen mag es gelingen, sich selbst als solchen in einem Sinn erhaben zu machen über irgend eine Hierarchie oder Klasse, oder selbst über eine Verbindung derselben. „Der Mensch kann sich die Devas weder geneigt machen, noch ihnen befehlen,“ wird gesagt. Aber durch Lähmung seiner niederen Persönlichkeit, wodurch er zur vollen Erkenntnis der Nichtgetrenntheit seines höheren Selbst von dem Einen Absoluten SELBST gelangt, kann der Mensch, selbst während seines irdischen Lebens „einer von uns“ werden. So wird der Mensch dadurch, daß er von der Frucht der Erkenntnis ißt, welche die Unwissenheit vertreibt, gleich einem von den Elohim, oder den Dhyânis; und wenn er einmal auf ihrer Ebene ist, so muß sich der Geist der Solidarität und vollkommenen Harmonie, welcher in jeder Hierarchie herrscht, über ihn ausbreiten, und ihn in allen Einzelheiten beschützen.
...

Die nüchterne Wahrheit ist, wie soeben gezeigt, die, daß jeder sogenannte „Geist“ entweder ein entkörperter oder ein zukünftiger Mensch ist. Wie vom höchsten Erzengel (Dhyân Chohan) hinab bis zum letzten bewußten Bildner (der niederen Klasse der geistigen Wesenheiten) sie alle Menschen sind, welche vor Äonen in anderen Manvantaras auf dieser oder auf anderen Sphären gelebt haben; so sind die niederen, halbintelligenten und nichtintelligenten Elementale alle zukünftige Menschen.
.....

„Das Reich Gottes“ und des Himmels ist in uns, sagt Jesus, nicht draußen. Warum sind Christen so vollständig blind der selbstverständlichen Bedeutung der Weisheitsworte gegenüber, die sie mit Entzücken mechanisch wiederholen?
.....

Um es noch klarer zu machen, so ist ein Emblem gewöhnlich eine Reihe von graphischen Bildern, welche allegorisch betrachtet und erklärt wird, und eine Idee in panoramaartigen Ausblicken, einen nach dem andern, entfaltet. So sind die Purânen geschriebene Embleme. Das Gleiche gilt von dem mosaischen und dem christlichen Testamente oder der Bibel und allen anderen esoterischen Schriften.....
Die religiöse und esoterische Geschichte einer jeden Nation wurde in Symbole vergraben; niemals wurde sie mit den entsprechenden Worten buchstäblich ausgedrückt. Alle Gedanken und Regungen, alle Gelehrsamkeit und geoffenbarte und erworbene Erkenntnis der früheren Rassen fand ihre bildliche Darstellung in Allegorie und Parabel. Warum? Weil das gesprochene Wort eine Kraft hat, die den modernen „Weisen“ nicht bloß unbekannt ist, sondern von ihnen nicht einmal vermutet und naturgemäß nicht geglaubt wird. Weil Ton und Rhythmus in enger Beziehung zu den vier Elementen der Alten stehen; und weil diese oder eine andere Schwingung in der Luft sicherlich die entsprechenden Mächte erwecken wird und eine Vereinigung mit denselben, je nachdem der Fall geartet ist, gute oder böse Wirkungen hervorbringt. Keinem Schüler wurde jemals erlaubt, geschichtliche, religiöse oder wirkliche Ereignisse irgend einer Art, mit ebenso vielen nicht mißzuverstehenden Worten vorzutragen, damit nicht die mit dem Ereignisse in Verbindung stehenden Mächte aufs neue angezogen werden........
Die vielseitigen Facetten der Mysteriensprache haben zur Annahme sehr verschiedenartiger Dogmen und Bräuche in der Exoterik der kirchlichen Rituale geführt. Diese wiederum waren der Ursprung der meisten Dogmen der christlichen Kirche; zum Beispiel von den sieben Sakramenten, der Dreieinigkeit, der Wiederauferstehung, den sieben Todsünden und den sieben Tugenden. Die sieben Schlüssel der Mysteriensprache befanden sich jedoch immer in der Verwahrung der höchsten unter den initiierten Hierophanten des Altertums; und nur der teilweise Gebrauch einiger weniger von diesen sieben ging durch den Verrat einiger frühzeitigen Kirchenväter - ehemaliger Tempelinitiierter - in die Hände der neuen Sekte der Nazarener über. Einige der ersten Päpste waren Initiierte, die letzten Bruchstücke ihrer Wissenschaft aber sind jetzt in die Hände der Jesuiten gefallen, welche sie in ein System von Zauberei verwandelt haben. Es wird behauptet, dass Indien - nicht beschränkt auf seine gegenwärtigen Umrisse, sondern einschließlich seiner alten Grenzgebiete - das einzige Land der Erde ist, welches noch unter seinen Söhnen Adepten besitzt, welche die Kenntnis der sieben Untersysteme und den Schlüssel zu dem ganzen System haben. Seit dem Falle von Memphis begann Ägypten einen von diesen Schlüsseln nach dem andern zu verlieren, und Chaldäa hatte in den Tagen des Berosus nur drei mehr aufbewahrt. Was die Hebräer anbetrifft, so zeigen sie in allen ihren Schriften nicht mehr als eine vollständige Kenntnis der astronomischen, geometrischen und numerischen Systeme des Symbolisierens der menschlichen und insbesondere der physiologischen Funktionen. Niemals besaßen sie die höheren Schlüssel. Somit sind die Occultisten und Kabbalisten die wahren Erben der Erkenntnis oder geheimen Weisheit, wie sie noch jetzt in der Bibel zu finden ist; denn sie allein verstehen noch den wirklichen Sinn derselben, während die profanen Juden und Christen sich an ihre Schale und den toten Buchstaben halten...... Aber auch hierin werden sie schwerlich Erfolg haben, wenn sie den Glauben teilen, daß das jüdische kabbalistische System den Schlüssel zum ganzen Geheimnis enthält; denn das ist nicht der Fall. Auch keine andere Schrift enthält ihn gegenwärtig in seiner Gänze, nachdem selbst die Veden nicht vollständig sind.
......
Ganz sicherlich die, welche uns das Recht giebt, zu sagen, daß die Geschichte, welche uns Ezra von Moses erzählt, von ihm, während seines Aufenthaltes in Babylon gelernt wurde, und daß er die Allegorie, die von Sargon handelte, auf den jüdischen Gesetzgeber angewendet hat. Kurz gesagt, daß der Exodus niemals von Moses geschrieben, sondern aus alten Materialien von Ezra neu zusammengestellt worden ist. Und wenn so, warum sollten nicht auch andere Symbole und Glyphen, die in ihrem phallischen Element noch viel roher sind, von diesem Adepten des späteren chaldäischen und sabäischen Phallusdienstes eingeschoben worden sein? Man lehrt uns, daß der ursprüngliche Glaube der Israeliten ganz verschieden war von dem, welcher Jahrhunderte später von den Talmudisten und vor ihnen von David und Hezekiah entwickelt wurde. All dieses ist, trotz des exoterischen Elementes, das sich jetzt in den zwei Testamenten findet, vollkommen genügend, die Bibel unter die esoterischen Werke zu rechnen, und ihr geheimes System mit indischer, chaldäischer und ägyptischer Symbolik in Zusammenhang zu bringen. Der ganze Kreis biblischer Glyphen und Zahlen, die astronomische Beobachtungen andeuten - Astronomie und Theologie stehen in enger Verbindung - findet sich in indischen exoterischen, sowie esoterischen Systemen. Diese Figuren und ihre Symbole, die Zeichen des Tierkreises, Planeten, ihre Aspekten und Knoten - der letztere Ausdruck ist jetzt selbst in unsere moderne Botanik übergegangen - sind in der Astronomie als Sextile, Quartile und so weiter bekannt, und wurden durch Zeitalter und Äonen von den archaischen Völkern benutzt und haben in einem Sinne dieselbe Bedeutung wie die hebräischen Zahlen.....Geheimnisse, die für den, der seine mystische Sprache verstehen kann, in dem indischen System hundertmal ausführlicher aufgezeichnet sind, als irgendwo anders.
.....

Es findet sich mehr Weisheit unter den exoterischen Fabeln der Purânen und der Bibel, als in allen exoterischen Thatsachen und Wissenschaften in der Weltlitteratur, und mehr occulte wahre Wissenschaft, als exakte Kenntnisse auf sämtlichen Akademien zu finden sind. Oder, klarer und stärker gesprochen, es findet sich soviel esoterische Weisheit in einigen Teilen der exoterischen Purânen und des Pentateuch, als Unsinn und absichtlich kindische Phantasie, wenn man sie bloß nach dem toten Buchstaben und den mörderischen Interpretationen der großen dogmatischen Religionen, und insbesondere ihrer Sekten liest.
Es lese irgend einer die ersten Verse der Genesis und denke über dieselben nach. Dort befiehlt „Gott“ einem anderen „Gotte“, der seinem Gebote Folge leistet - selbst in der vorsichtigen englischen protestantischen autorisierten Übersetzung von König Jakob 1. Im „Anbeginne“ - die hebräische Sprache hat kein Wort, um die Idee der Ewigkeit auszudrücken - bildet „Gott“ den Himmel und die Erde; und die letztere ist „ohne Form und leer“, während der erstere in der That kein Himmel, sondern die „Tiefe“, das Chaos ist, mit Dunkelheit auf ihrer Fläche.
„Und der Geist Gottes bewegt sich auf der Fläche der Wasser“, oder der großen Tiefe des unendlichen Raumes. Und dieser Geist ist Nârâyana, oder Vishnu. „Und Gott sprach: Es werde eine Feste . . .“ Und „Gott“, der zweite, gehorchte und „machte die Feste“. „Und Gott sprach es werde Licht“. Und „Es ward Licht“. Nun bedeutet das letztere überhaupt nicht Licht, sondern, wie in der Kabalah, den androgynen Adam Kadmon, oder Sephira (geistiges Licht), denn diese sind eins; oder, nach dem chaldäischen Buch der Zahlen, die zweiten Engel, während die ersten die Elohim sind, welche die Summe des „bildenden“ Gottes sind. Denn an wen sind diese befehlenden Worte gerichtet? Und wer ist der, der befiehlt? Das was befiehlt, ist das ewige Gesetz, und er, der gehorcht, sind die Elohim, die bekannte Grösse, welche in oder mit x wirkt, oder der Koefficient der unbekannten Größe, die Kräfte von der Einen Kraft. Alles dies ist Occultismus, und findet sich in den archaischen Strophen. Es ist vollständig gleichgültig, ob wir diese „Kräfte“ die Dhyân Chohans nennen, oder mit Hesekiel die Auphanim.
....

Wenden wir uns zur chaldäischen, so finden wir in ihr Anu, die verborgene Gottheit, das Eine, dessen Name übrigens auf sanskritischen Ursprung hinweist; denn Anu bedeutet im Sanskrit Atom, Anîyâmsam-anîyasâm, kleinstes des Kleinen, ein Name des Parabrahman in der Vedântaphilosophi, in welcher Parabrahman kleiner beschrieben wird als das kleinste Atom, und größer als die größte Sphäre oder das größte Weltall, Anagrânîyas und Mahatoruvat. In den ersten Versen der akkadischen Genesis, wie sie sich aus den Keilschrifttexten der babylonischen Ziegel oder Lateres Coctiles findet, und von George Smith übersetzt ist, finden wir Anu, die passive Gottheit, oder Ain Suph; Bel, den Schöpfer, den Geist Gottes oder Sephira, sich bewegend auf der Fläche der Wasser, daher Wasser selbst; und Hea, die Universalseele oder die Weisheit der Drei zusammengenommen.
......

Vâmadeva Modelyar beschreibt den Anbruch der Nacht höchst poetisch. Obwohl schon in Isis Unveiled mitgeteilt, ist es doch einer Wiederholung wert.
Seltsame Geräusche werden gehört, die von einem jeden Punkte ausgehen. . . . Diese sind die Vorläufer der Nacht des Brahmâ; Dämmerung erhebt sich am Horizonte, und die Sonne verschwindet hinter dem dreizehnten Grade des Makara (des zehnten Zeichens des Tierkreises) und wird nicht mehr das Zeichen des Mina (das Tierkreiszeichen Pisces, oder die Fische) erreichen. Die Gurus der Pagoden, deren Aufgabe es ist, das Râshichakram (den Tierkreis) zu überwachen, können jetzt ihre Kreise und Instrumente zerbrechen, denn sie sind fürderhin nutzlos. Allmählich verblaßt das Licht, die Wärme vermindert sich, die unbewohnten Orte vermehren sich auf der Erde, die Luft wird dünner und dünner; die Wasserquellen vertrocknen, die großen Flüsse sehen ihre Wellen erschöpft, der Ozean zeigt seinen sandigen Grund und die Pflanzen sterben. Menschen und Tiere nehmen täglich an Größe ab. Lehen und Bewegung verlieren ihre Kraft, die Planeten können kaum mehr im Raume gravitieren; sie erlöschen einer nach den andern, wie eine Lampe, die wieder zu füllen die Hand des Chokra (Dieners) vernachlässigt. Sûrya (die Sonne) flackert und geht aus, der Stoff verfällt der Auflösung (dem Pralaya), und Brahmâ taucht wieder unter in Dyaus, den ungeoffenbarten Gott, und da seine Aufgabe erfüllt ist, verfällt er in Schlaf. Ein anderer Tag ist vollbracht, die Nacht setzt ein, und dauert bis zur nächsten Morgendämmerung.
Und wiederum kehren nun in das goldene Ei seines Gedankens die Keime zurück von allem, was existiert, wie uns der göttliche Mann sagt. Während Seiner friedlichen Ruhe stellen die belebten Wesen, die mit den Prinzipien der Thätigkeit begabt sind. ihre Thätigkeiten ein, und alles Gefühl (Manas) schläft ein. Wenn alle in die Höchste Seele aufgesaugt sind, so schläft diese Seele aller Wesen in vollkommener Ruhe, bis zu dem Tage, an welchen sie wieder ihre Form annimmt, und aufs Neue aus ihrer ursprünglichen Dunkelheit erwacht.
Wie das Satya Yuga immer das erste in der Reihe der vier Zeitalter oder Yugas ist, so kommt das Kali immer zuletzt.....
So wird im Kalizeitalter der Verfall beständig fortschreiten, bis das Menschengeschlecht sich seiner Vernichtung (pralaya)nähert. Wenn . . . der Schluß des Kalizeitalters nahe sein wird, wird ein Teil des göttlichen Wesens, welches existiert, aus seiner eigenen geistigen Natur (Kalki Avatâra) . . . auf die Erde herabsteigen, ... begabt mit den acht übermenschlichen Fähigkeiten . . . Er wird Rechtschaffenheit auf Erden wiederherstellen: und die Gemüter jener, welche am Ende des Kali Yuga leben, werden erweckt werden, und werden so durchsichtig sein wie Krystall. Die veränderten Menschen . . . werden die Samen von menschlichen Wesen bilden, und werden eine Rasse hervorbringen, welche den Gesetzen des Kritazeitalters (oder des Zeitalters der Reinheit) folgen wird. So wie es heißt:
„Wenn die Sonne und der Mond und (das Mondhaus) Tishya, und der Planet Jupiter in einem Hause sind, wird das Krita- (oder Satya-) Zeitalter wiederkehren . . . .

(aus "Die Geheimlehre I" von Blavatsky)

Gerade

sitzen auf meinem Fensterbrett gleich drei Elstern und rauben die Futterstelle aus, die eigentlich für die Meisen gedacht war. Wofür die Meisen Wochen brauchen haben die Elstern in zwei Tagen weggefressen.

Also wenn

Bush plötzlich und unerwartet ans Energiesparen denkt, dann sollte man ihn im Auge behalten. Ich fresse einen Besen, wenn es ihm dabei tatsächlich um die Umwelt geht. Bei etwaigen Kriegsplänen ist eine unabhängigere Energieversorgung jedenfalls immer sehr von Vorteil.

Montag, 22. Januar 2007

Jetzt wird

der NEUE Hauptbahnhof regelmäßig bei jeder stärkeren Windböe geschlossen. Prima! Ein Glück, dass ich da nicht lang fahre, sonst würde ich mich bedanken, wenn ich immer einen Umweg über den nächsten Bahnhof machen muss. Anscheinend waren die Stahlträger, die da nur so zu Dekozwecken rumhängen, weil ja Stahlträger auch so toll sind, nicht richtig befestigt. Nun gibt es ebenfalls noch Risse im Glasdach. Und keiner will es gewesen sein. Nicht nur die nicht vorhandenen Passanten haben ein Riesenglück gehabt, sondern auch die Verantwortlichen. Denn wenn sie sich jetzt noch für verlorene Menschenleben verantworten müssten, würde Ihnen wahrscheinlich einiges vergehen.

http://www.welt.de/data/2007/01/22/1186244.html

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/622615.html

Was Madame Lila hat,

wollte ich auch haben, nämlich ein virtuelles Ego:

Sonntag, 21. Januar 2007

Nun also,

den Sonntagvormittag mit einer kurzen Pause über Mittag, in welcher ich schnell frühstückte, war ich weiter damit beschäftigt, meine Wand zu durchlöchern, dann bin ich schnell zu meiner Mutter gehetzt, um dort einen Berg von ca. 100 Bittbriefen von Weihnachten an meinen Vater durchzusehen und zu vernichten (er hat Mann und Maus gespendet, jedem, der ihm irgendwelche Geschenke gemacht hat, und jetzt kommen die Briefe bergeweise), musste aber von dort pünktlich um 20 Uhr weg, um bei mir noch weiterbohren zu können. Zum Glück hab ich es jetzt geschafft. Die Ikea-Wandborde hängen endlich und auch einigermaßen gerade. Irgendwie mag ich keine Wochenenden, die nur aus Arbeit bestehen. Ich komme zur Zeit nicht mal mehr zum Lesen und würde doch so gerne. Immerhin gab es beim Durchsehen der Gerümpels meines Vaters wieder einiges abzustauben (ja, wir sind immer noch nicht fertig und werden wohl noch das ganze nächste Jahr beschäftigt sein - inzwischen treffen wir uns regelmäßig in Abständen von vier Wochen zu diesem Zweck). Bei den Büchern haben wir noch mindestens fünf andere Ausgaben des Koran gefunden, eine hatte ich mir schon mitgenommen. Doch welche Ausgabe ist nun am besten?
Außerdem versuche ich in meine Bücherregale unterzubringen eine Weltgeschichte der Philosophie, eine Universalgeschichte des Bösen, ein medizinisches Wörterbuch und ein Pendelbuch. Weiterhin haben ein neues Zuhause ein schöner Rosenkranz, drei kleine provencalische Seifen, drei neue Nagelfeilen, ein indianischer Schlüsselanhänger, ein nagelneues Eau de Toilette, allerdings von 1999, und ein schönes Kugelschreiber/Brieföffner-Set mit romantischen Rosen. Wir haben ja bei ihm tausende Kugelschreiber gefunden, jeder Form und Art - indische, afrikanische, chinesische, hölzerne usw., aber wenige davon haben mir wirklich gefallen. Meine Mutter ist letztens an einem indischen Laden vorbeigekommen und hat gestaunt, wie teuer diese indischen Dekofiguren sind. Mein Vater hatte jede Menge davon und viele, die ihr nicht gefielen, hat sie an meine Schwägerin für den Flohmarkt verschenkt. Eine indische Tempeltänzerin steht bei mir im Flur. Meine Schwägerin hat uns heute je eine kleine Kerze in Form einer großen Praline mitgebracht. Deshalb habe ich jetzt Lust auf Rumkugeln, die Kerze sieht nämlich genau wie eine aus, nur dass ich sie nicht essen kann. :-/

Samstag, 20. Januar 2007

Für heute ist der Tag gelaufen.

Erst hat mich so ein Call-Center im Auftrag der T-Com wegen einer Umfrage auf meiner Geheimnummer angerufen und hat mir hundert Fragen zu meiner Störungsmeldung gestellt.
Das finde ich wirklich pervers - da ist die T-Com bis jetzt nicht in der Lage, mir auf meine Frage zu antworten, aber mir ne Telefonumfrage auf'n Hals schicken, das könnse.
Das Schärfste daran ist, dass eigentlich niemand an meiner wirklichen Meinung interessiert ist, sondern mir in zumindest für meinen Fall völlig abwegigen Fragen eine Auswahl von Antworten vorgegeben wird, aus denen ich auswählen soll, die aber nicht im entferntesten irgendwas wiedergeben. Wie wäre es denn, wenn einfach mal die Servicekraft persönlich zurückrufen würde, um sich zu erkundigen, ob mein Problem erledigt ist oder ich noch Fragen habe? Das wäre doch mal echte Kundenfreundlichkeit. Dienst am Menschen und nicht an der Statistik.

Danach habe ich dann vier Stunden gebraucht, um meine neu renovierte Wand mehrfach zu durchlöchern, so gänzlich ohne Sinn und Verstand, und den neuen Teppich zu versauen.
Das Wandbord hängt immer noch nicht, aber wenigstens weiß ich wieder was mir gefehlt hat. Und das blöde Grünzeug lässt jetzt noch die letzten übriggebliebenen Blätter hängen. Es reicht!

Freitag, 19. Januar 2007

Heute vergelesen:

"Arbeitsbeschattung" statt "Arbeitsbeschaffung"

...

Irgendwie habe ich ein schweres Problem mit dem Begriff "tödlich verletzt". Als Kind habe ich darunter stets verstanden "noch lebend, hätte aber auch anders ausgehen können". Heute weiß ich zwar, dass es "tot" bedeutet, aber wenn ich mir das nicht ganz bewußt vergegenwärtige, lese ich noch immer "überlebend" heraus. Dass "tödlich" zum Tode führt, ist klar, aber wenn ich verletzt bin, lebe ich (zumindest noch), denn wenn ich nicht (nur) verletzt wäre, wäre ich tot. Oder so.

Na toll...

wie ich gerade im Fernsehen mitbekommen habe, ist die Fassade des NEUEN Hauptbahnhofes einsturzgefährdet, weil ein Stahlträger auf eine Treppe gestürzt ist.
Wie sowas bei einem neuen Gebäude sein kann, ist mir echt ein Rätsel. Vor allem gab es ja um den Hauptbahnhof so viel Gerangel, weil der Entwurf des Architekten abgeändert worden ist. Fragt sich, wer den Mist nun fabriziert hat.

Donnerstag, 18. Januar 2007

Von wegen Sturmwarnung!

Da hätten sie wohl besser eine Sintflutwarnung gegeben - es gießt wie aus Kannen und beginnt grausam zu gewittern, von Sturm ist noch immer nix zu merken. Auf dem Heimweg bin ich vollkommen durchnäßt und eben habe ich mich nach draußen gewagt, um den Müll wegzubringen und bin auf den 50 m zum Mülltempel noch einmal klatschnass geworden. Blöderweiser habe ich randaliert, weil dieses komische Gitterteil vor unserem Kelleraufgang anscheinend befestigt war. Ich wußte sowieso nie, wozu das gut ist - es hat keine Klinke sondern pendelt einfach so in Oberschenkelhöhe vorm Aufgang, was echt nervig ist, wenn man mit Mülltüten bepackt hinaus will. Ich mache dann immer so bauchtanzartige Bewegungen um es mit dem Schenkel zur Seite zu stoßen und wenn ich vorbei bin, fällt es mir von hinten regelmäßig in die Kniekehlen.
Heute stand ich nun im Dunkeln und versuchte es mit einer Hand zur Seite zu stoßen, aber weil das nicht ging - aus irgendeinem Grund hakte es - drückte ich etwas, aber wirklich nur etwas, kräftiger und auf einmal ging das ganze Teil aus den Angeln und hängt da nun irgendwie nur noch an einer Stelle schräg in der Wand.
Erst da fiel mir ein, dass sie (damit meine ich andere Mieter oder den Hausmeister) es wahrscheinlich wegen des Sturmes geschlossen und befestigt haben, denn da es ohne Klinke ist und nur einfach anschlägt, wird es bei Sturm um so heftiger anschlagen, ohne dass jemand hindurchgeht. Ich hoffe nur, dass der versprochene Sturm noch kommt, damit sie morgen nicht auf mutwillige Zerstörung kommen, sondern sagen: "Man, war das ein Sturm! Der hat sogar die Gittertür aus den Angeln gerissen!"
Tut mir ja leid, und auch wenn es nicht mit Absicht war muss ich trotzdem feststellen, ich lasse mich ungern einsperren. Nicht mal bei Sturm, Sintflut und sonstigen Weltuntergängen.

PS: Da fällt mir ein, ich hätte es am besten gleich ganz abnehmen und irgendwo verstecken sollen. Ich glaube kaum, dass es jemand wirklich vermisst. Schade, aber nochmal raus geh ich nicht.

Ab 14:00 Uhr

sollen die ersten Vorausläufer des Orkans uns erreicht haben und schon jetzt wird der Himmel immer dunkler, so dass es inzwischen scheint, als wäre es Abend. Die Bauarbeiter rennen draußen hektisch hin und her und hämmern sehr geschäftig auf ihren Gerüsten. Wer weiß, ob ich um 16 Uhr überhaupt noch von hier weg komme.

Sturmwarnung...

und ich hab mal wieder nix mitbekommen. Gerade rief meine Chefin an und fragte, ob ich wegen der Sturmwarnung auch eher gehen möchte. Ich könne dann einen Zeitausgleich nehmen. Ich fragte erstmal, was für eine Sturmwarnung, worauf mich meine Chefin fragte, ob ich keinen Fernseher und kein Radio besitze. Ähm...das schon, aber ich war mal wieder anderweitig beschäftigt.
Blöderweise habe ich auch selten Zeit gesammelt, die ich zum Ausgleich nehmen kann, da ich keinen Sinn mehr darin sehe, ständig Überstunden zu machen wie früher. Das sagte ich meiner Chefin und meinte so, ob es denn wirklich nötig ist, denn bisher ist noch alles ruhig, worauf mich meine Chefin aufklärte, dass der Sturm laut Warnung noch schlimmer werden soll als 2002 (ich kann mich erinnern, dass meine Kollegen damals an dem Tag in das Hochhaus gezogen sind - während ich Urlaub hatte - und dann nicht mehr wegkamen, weil die Möbelpacker die Möbel nicht hochtragen konnten, denn die LKWs wurden fast umgekippt, und ihnen sind oben im 10. Stock die seltsamsten Dinge um die Ohren geflogen, die sonst eigentlich nicht in die Luft gehören)und dass es innerhalb von Sekunden losgehen kann (ja, damals war es
wohl auch sowas wie ein Tornado in Berlin). Sie hat mir sogar angeboten, dass ich trotzdem eher gehen kann. Deshalb darf ich heute um 16 Uhr statt um 18 Uhr nach Hause, einfach so und ohne nacharbeiten.

Mittwoch, 17. Januar 2007

Was blieb...

Eisiger Wind hatte den tropfenden Tau alten Schnees zu bizarren Formen gefrieren lassen. Buchstaben und Schneeflocken tanzen vor meinen Augen. Das Bahnhofsdach. Ein leises Beben unter meinen Füßen. Es zieht sich hinauf bis in den Magen. Leicht nur, unmerklich. Schwankender Boden. Der Zug kann nicht mehr fern sein. Langsam kommt das Ungetüm gekrochen. Aber es schnauft nicht, nein. Das Zeitalter der Drachen ist vorüber. Widerstrebend hält das gestreifte Untier an. Eine Luke öffnet sich. Zwei Augen richten sich spitzbübisch auf mich herab. Der Zugbegleiter. So nennen sie sich wohl heute.
„Da denkt man, man hat Feierabend, und dann so was!“
Ich grinse höflich und beschließe, diese Bemerkung keinesfalls als eine Ausladung zu betrachten. Nur hereinspaziert. Enge Zugluft. Kabinenmief.

Schnell bugsiere ich den Koffer auf eine der Ablagen über meinem Kopf. Rotäugig grüßt die untergehende Sonne durch die verschlossenen Fenster. Stille Freude kribbelt in meinen Adern. Dies eine Gesicht begegnet mir stets auf das neue, überall, egal wo ich bin. Heimat.
Der Zug setzt sich schweigsam in Bewegung. Ein Geisterzug. Gibt es das? Wie Geisterschiffe nur toter. Heimlich ziehe ich die Sonne hinter mir her. Ein Papierdrachen. Die Leine lang lassen. Konturen verschwinden. Luft kräuselt sich in lautlosen Wellen. Hunderte Kilometer entfernt schwappt ein Zweig auf grünem Wasser. Ein Kind warf ihn hinein. Rannte fort durch den Sand, zu den krummen Tannen, sturmgebeugt.
„Warst du wieder am Strand?“ fragt die Mutter. Das Kind nickt.
Herzensschwer. Spürt die Kindheit gehen. Eine Ahnung von Leid. Heißer Kakao kriecht dampfend in die Luft. Was bleibt sind die Klänge, sind die Gerüche, sind die Farben. Alles übrige ändert sich.

Ein Mann, jung und blondhaarig, auf der anderen Seite des Ganges. Vertrauter Fremder mit gleichem Ziel. Lehnt mit bequemer Lässigkeit in seinen Sitz und liest.
Schwarzer Dampf, schnaubend. Verweinte Frauen halten sich am Taschentuch fest. Männer ziehen in den Krieg. Euphorisches Schlachtvieh. Der Sieg ist unser. Die richtigen Worte und der Massenwahnsinn nimmt seinen Lauf. Solche wissen, wie man mit Emotionen spielt. Alle Regierenden wissen das. Willige Herden. Mähääää!
Ich drücke mich tiefer in den verbrecherisch unbequemen Luxussitz. Würde mich gerne unterhalten jetzt. Woher des Weges? Wie war der Aufenthalt? Unverhoffte Muße. Willkommene Langeweile. Kostbare Antiquität aus früheren Zeiten. Das Kind pustet in den heißen Kakao. Nichts zu tun mehr heute. Das Leben ist lang.

Die Zugfahrt ist es auch und müde blättere ich in einem Magazin mit hochrot glänzenden Bildern, als er mich anspricht, dieser Mann. Wo hab ich ihn gesehen? Auf dem Bahnhof? Ich weiß es nicht. Lächelnd zeigt er mir seine Visitenkarte und behauptet, er wäre von den Janus-Wasserwerken. Bei mir dämmert’s. Warum jetzt?
Ich bedeute ihm, neben mir Platz zu nehmen und vorsichtig lässt er sich nieder, darauf achtend, seinen zerknitterten Trenchcoat nicht zu zerknittern.
„Sie sind eine Nachteule.“ sagt er. „Und Sie der Morgenvogel.“ antworte ich, den die Katze frisst - denke ich. Er hat verstanden. Seine blauen Augen blinzeln müde.
Aus der Manteltasche holt er ein in Zeitungspapier verschnürtes Paket, von welchem ich mich ob seiner Größe frage, warum ich es nicht schon durch seinen Mantel hindurch gesehen habe. Ein Trenchcoat mit ungeahnten Tiefen.
„Nehmen Sie.“ sagt er und legt es in meine Hände. „Von Rotkehlchen als er starb.“
„Er hat zu viel gesungen?“ frage ich, eher eine Feststellung denn eine Frage.
Morgenvogel nickt. „War nicht mehr tragbar.“
Ich erinnere mich an seinen roten Bart und die silberglänzende Brille vor den farblosen, grauen Augen. Freund und Feind in einer Person.
„Was soll ich damit?“
Der Mann, blauäugig, rosenmundig, zuckt mit den Schultern. „Er hatte keine Angehörigen.“
„Und...“ setzt er hinzu, „Sie sollen in seine Fussstapfen treten.“
„Was heißt das? Seine Füße waren mir immer schon zu gross.“ erwidere ich.
„Sie“ stellt er trocken fest, „Sie sollen seine Kontakte weiterverfolgen, ihr Vertrauen erschleichen. Trauer und Rache sind ein gutes Motiv. Sie trauern doch?“
Ich antworte nicht. Fühle nichts außer Bedauern. Bedauern darüber, dass wir uns ein Leben erwählt haben, in welchem wir niemals jemandem trauen durften.
„Ja“ sage ich.
Langsam wickle ich das Päckchen aus und spähe vorsichtig hinein, jedoch darauf achtend, dass niemand sonst etwas vom Inhalt erhaschen kann. Eine kleine Beretta, ein Schlüssel und eine silberfarbene Halskette finden sich darin.
„Ich werde ihr Verbindungsmann sein.“ sagt der Morgenvogel. „Wenn Sie Kontakt wollen, wenden Sie sich an die Janus-Wasserwerke und nennen Sie meinen Decknamen. Steigen Sie in Prag aus und gehen Sie in das Hilton-Hotel, Zi. 234. Dort bekommen Sie weitere Instruktionen.“
„Ist gut.“ sage ich, müde.
Und leise wie ein Schatten ist er verschwunden. Habe ich geschlafen?

Eine Form von Horror

"Dogville" kommt ohne Schockeffekte, Massen von Kunstblut, Leichenteile, Monster und Mutationen, ja, sogar ohne Filmmusik und Kulissen aus. Die Stadt "Dogville" besteht ausschließlich aus Kreidestrichen auf dem blanken Fußboden, welche die Gebäude und Straßen symbolisieren sollen, in denen der Film spielt, sowie aus einer kargen, angedeuteten Ausstattung, und doch kommt das Grauen langsam aber gewaltig. Ein Grauen, das einzig und allein aus den Abgründen eines heuchlerischen Spießbürgertums entsteht, in dem nichts so ist, wie es zu sein scheint. Ein Film, der die kinoübliche Trennung in die Guten und die Bösen gründlich in das totale Chaos stürzt, indem er mit diesem "Dogma" spielt, wie ein geschickter Hütchenspieler mit einem blitzendem Geldstück. Am Ende lässt er die Erkenntnis zurück, dass in jedem Menschen, selbst neben der größten (Schein)Heiligkeit, auch die furchtbarste Grausamkeit lauert und nur darauf wartet, herausgefordert und entdeckt zu werden.
Teilweise dachte ich bei mir, dass der Horror wohl noch nervenzerreißender wäre, wenn der Film in normaler Manier gedreht worden wäre, und doch - in dieser Form der Darstellung erhält der Horror ein ganz neues Gesicht, ein Gesicht, das gerade durch diese effektlose, fast spröde Inszenierung umso überraschender gerät, bis sich schließlich diese Art der intellektuellen Bearbeitung mit dem "Dorfphilosophen" selbst zu hinterfragen scheint. Ist dieser Film nur eine scheinheilige, scheinbar tiefsinnige Art, Menschenhass und Blutdurst zu befriedigen? Ein Splatter (Wolf) im Kunstfilm-Look (Schafspelz), völlig ohne Moral und Mitgefühl? In jedem Fall aber ein ungewöhnliches Stück Kino.

Hey...es ist unglaublich!

Die Installation ging sogar noch schneller als die Lieferung. Und es funktioniert! Und was ich mit dem neuen Modem alles machen kann! Ich hätte nie gedacht, dass ein Modem für so viel Dinge gut ist. Es ist mir ein Rätsel, warum ich mir nicht schon viel früher ein eigenes Modem gekauft habe. Ich kann damit nicht nur normal ins Internet, sondern habe gleichzeitig einen WLAN-Router. Und es funktioniert! Man kann es aber auch als DSL-Router einsetzen und verschiedene PCs als Netzwerk anschließen. Man kann sogar einen Drucker und ein Speicher zentral anschließen, auf die dann alle PCs des Netzwerks zugreifen können. Und es funktioniert! Man kann außerdem analoge Endgeräte anschließen, wie Telefone, Faxe usw. und kann über das Internet telefonieren. Aber das Schärfste ist, dass ich es außerdem als Basisstation für Schnurlostelefone nutzen und böswillige Anrufer fangen kann. Das habe ich zwar noch nicht ausprobiert, gehe aber ganz stark davon aus, dass auch das funktioniert. Schade, dass ich schon eine Geheimnummer und keine böswilligen Anrufer mehr habe. Und zu allem Überfluss sieht es noch gut aus. Kein Vergleich zu dem alten Kasten, den ich vorher hatte. Das Teil ist einfach gigantisch! Eine eierlegende Wollmilchsau, von der ich nicht geglaubt hätte, dass sie irgendwo tatsächlich in geringer Population existiert. Und schnell. Dafür hat sich der zweistündige Stromausfall und alles was danach kam, direkt gelohnt - wie heißt es so schön: manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. Hätte es keinen Stromausfall gegeben und das alte Modem den Abgang gemacht, würde ich wahrscheinlich in zehn Jahren noch damit surfen und mich mit hunderttausenden nichtfunktionierenden WLAN-Routern und häßlichen Basisstationen rumärgern.
Wie man unschwer erkennen kann, ist meine Technikbegeisterung neu entfacht. Kein Gedanke mehr daran zu entsagen, zu kapitulieren und mich in eine technikfreie Zone zurückzuziehen.
Jetzt muss das neue Modem nur noch genau so lange und stabil laufen wie das alte. Ich hoffe das Beste, bin aber etwas unsicher geworden, was Überspannungsschutzleisten betrifft. Immerhin hatte das alte Teil, so lange es an einer normalen Steckdose hing, nie irgendwelche Probleme und hat zig Stromausfälle überstanden, aber kaum hängt es seit einigen Monaten an so einer Schutzleiste, macht es sofort schlapp. Geht es nur mir so oder haben andere auch hin und wieder den Eindruck, dass Computersteckleisten mit Überspannungsschutz Geldschneiderei sind?

Montag, 15. Januar 2007

Frontberichtserstattung

Der Krieg zwischen mir und der Technik tobt erbittert weiter. Nach einigen kleineren Verlusten (Drucker, DVD-Player etc.), die ich hinnehmen musste, gelang es nun meinem Gegner mir mit einem Überraschungsangriff einen vernichtenden Schlag zu versetzen. Der Überfall erfolgte am Montag, dem 8.1.07, als ich mich abends nichtsahnend mit einem selbstgemachten Obstsalat meiner Küche befand und plötzlich im Dunkeln stand. Ein Stromausfall hatte die gesamte Straße mitsamt der Tankstellen lahmgelegt. Nach zweistündigem Munkeln bei Kerzenschein wurde es wieder Licht, jedoch nicht in meinem
DSL-Modem, dieses blieb dunkel. Nun weiß ich nicht, ob der Stromausfall das Modem beschädigt hat (ist mir unklar, wie das gehen soll, zumal es noch an einer Computerleiste mit Überspannungsschutz hing) oder aber das Modem schuld an dem kilometerweitem Stromausfall war (was ich mir aber auch nicht vorstellen kann, da die Sicherungen alle da blieben, wo sie hingehören), jedenfalls ist es meinem Gegner so gelungen, mich aus dem Internet auszukesseln und mich von jedweder computervirtuellen Kommunikation auszuschließen. Das Anfordern von Verstärkung erweist sich als ziemlich schwierig, denn es hat allein Tage gedauert, den verantwortlichen der T-Division klarzumachen, dass es nicht um den Anschluß geht, sondern um das Modem. Während mir damals erklärt wurde, dass das Modem Eigentum der T-Division bleibt und mir nur zur Benutzung überlassen wird, will es heute niemand mehr kennen. Inzwischen ist mir klar geworden, dass ich mir wohl selbst helfen und ein neues Modem kaufen muss, allerdings wüsste ich schon gerne, ob ich das alte jetzt zwanzig Jahre im Keller aufheben muss, für den Fall, dass es es nochmal jemand von mir zurückfordert. Da ich letzte Woche auf einer Schulung war, hatte ich keine Möglichkeit per Email zu bloggen, und ein halbherziger Versuch, nach einigen Tagen Faulheit, ein altes Modemkabel hervorzukramen und anzuschließen, endete in Error-Meldungen. Seltsamerweise fehlt mir das Internet gar nicht so sehr. Eigentlich nur beim Fotografieren, denn allein für die Festplatte zu knipsen, ist doch ein bißchen öde. Es macht mehr Spaß, wenn man das, was man sieht und wie man es sieht, mit anderen teilen kann. Letzte Woche z.B. sah ich einen herrlichen Sonnenuntergang auf dem Adlerausguck im Tierpark mit Blick bis zum Fernsehturm.
Zwischenzeitlich kommen mir immer mal wieder Gedanken an das Kapitulieren. Dann möchte ich für den Rest meiner Tage jeder Errungenschaft der modernen Technik entsagen, um mir so das Leben zu erleichtern. Doch auf Dauer würde ich es in solch einer selbstgewählten Verbannung wohl nicht aushalten.
Da ich ab heute wieder im Büro bin, habe ich nun zumindest die Möglichkeit, per Email zu bloggen und die erhaltenen Emails kann ich per Handy abrufen.
An den Kommentarbenachrichtigungen habe ich gesehen, dass ich schon vermisst werde. Also wie gesagt, mir gehts gut, auch ohne Internet, aber es kann noch eine Weile dauern, bis ich ein neues Modem habe, weil ich mich auch erstmal damit beschäftigen muss, welches für meinen Anschluss passend ist usw.(und an die Installation wage ich kaum zu denken).
Vielleicht könnte ja einer von euch so nett sein und mir in einer Email schreiben, wie das mit dem SMS-Bloggen funktioniert - da brauche ich doch sicher irgendeine Telefonnummer ? - und ob man an Email oder SMS auch Bilder hängen kann.
Voraussichtlich werde ich wohl eine Zeit lang nur auf diese Art bloggen können, weshalb ich jetzt schon um Nachsicht bitte, wenn ich bei euch nicht lese, nicht kommentiere und auch nicht auf Kommentare antworte.
Bis demnächst irgendwann!

Sonntag, 7. Januar 2007

...

Ich weiß aber selbst gar wohl von euch, liebe Brüder, daß ihr selber voll guten Sinnes seid, erfüllt mit aller Erkenntnis....
(Römer 15.14)

Ich finde, das kann man nie oft genug sagen. ;o)

Flug vom Fotohochsitz

Eine Art Fotoclub in einer Universität. Extra liegende Räumlichkeiten am hinteren Ende eines Flures. Eines der Zimmer hat zwei kleine, offene Aufzüge - einen für den Transport von Dingen und einen für Schulkinder. Als Erwachsener darf man dort nicht rein, weil er nicht viel Gewicht tragen kann. Ich sitze mit anderen um einen Tisch herum, während meine ehemalige Mitschülerin K., meinen ehemaligen Mitschüler St. fotografiert. Neben mir sitzt eine junge Frau mit einem blassen, spitzen Gesicht. Plötzlich schleudert sie mir hasserfüllt Worte entgegen, dass ich irgendwann einmal etwas zu ihr gesagt, sie kritisiert hätte. Ja, ich kann mich erinnern. Im letzten Traum habe ich etwas zu ihr gesagt, das allerdings nur als Scherz gemeint gewesen war. Das erkläre ich und sie läuft hinaus. Ich gehe auch hinaus und sehe sie mit zwei anderen Frauen im Flur stehen. Sie heult und läßt sich trösten. Da es im Gang eng ist, laufe ich dicht an ihnen vorbei und rempele dabei eine der Frauen mit meiner Schulter an. Ich entschuldige mich und überlege dabei, hoffentlich denken die jetzt nicht noch, dass ich pöbeln will.
Später draußen auf einer eingezäunten Wiese. Ich sitze auf einer Art Hochsitz, um etwas zu fotografieren (evtl. auch zu filmen?). Meine beiden ehemaligen Mitschüler bauen um mich herum auf kleineren Stativen Kameras auf. Anscheinend wollen sie mich beim Filmen filmen. Als ich es bemerke, mache ich eine winzige überraschte Bewegung, die aber ausreicht, um meinen Hochsitz ins Wanken zu bringen. Ich sehe, dass ich mich langsam der Erde zunähere. Allerdings ist es weniger wie Fallen, als vielmehr wie Fliegen, denn es geht wirklich sehr langsam und die Strecke, die ich auf meinem Sitz im hohen Bogen falle, wird immer länger, länger als der Sitz hoch ist.
Von weitem sehe ich den Zaun mit spitzen, nach oben gerichteten Zinken auf mich zu kommen. Na hoffentlich geht das gut und ich lande nicht direkt auf dem Zaun, geht mir durch den Kopf, das dürfte dann etwas blutig und wohl kaum zu überleben sein. Trotzdem bleibe ich erstaunlich ruhig.
Ich fliege weiter und weiter, knapp über den Zaun hinweg, und lande sanft und weich genau dahinter. Die Menschen, die hinter dem Zaun auf dem dort entlangführenden Weg unterwegs waren, schauen entgeistert hoch, als ich angeflogen komme. Sobald ich die Erde berühre, eilt ein Mann auf mich zu und fragt, ob ich in Ordnung bin. Ich nicke und klettere sofort wieder über den Zaun auf die andere Seite.